Provided by: apt_1.6.1_amd64 bug

NAME

       apt_preferences - Voreinstellungssteuerdatei für APT

BESCHREIBUNG

       Die APT-Einstellungsdatei /etc/apt/preferences und Teildateien im Verzeichnis
       /etc/apt/preferences.d/ können benutzt werden, um zu steuern, welche Versionen von Paketen
       zur Installation ausgewählt werden.

       Es könnten mehrere Versionen eines Pakets zur Installation verfügbar sein, wenn die Datei
       sources.list(5) Bezüge zu mehr als einer Distribution enthält (zum Beispiel stable und
       testing). APT weist jeder verfügbaren Version eine Priorität zu. Je nach
       Abhängigkeitsbedingungen wählt apt-get die Version mit der höchsten Priorität zur
       Installation aus. Die APT-Einstellungen setzen die Prioritäten außer Kraft, die APT den
       Paketversionen standardmäßig zuweist, was dem Anwender die Kontrolle darüber gibt, welche
       zur Installation ausgewählt wird.

       Es könnten mehrere Instanzen der gleichen Version eines Paketes verfügbar sein, wenn die
       Datei sources.list(5) Bezüge zu mehr als einer Distribution enthält. In diesem Fall lädt
       apt-get die Instanz herunter, die in der Datei sources.list(5) als erstes aufgelistet ist.
       Die APT-Einstellungsdatei beeinflusst die Wahl der Instanz nicht, nur die Wahl der
       Version.

       Eigenschaften sind in der Hand eines Systemadministrator ein große Stärke, können aber
       auch sein größter Albtraum werden, wenn sie unvorsichtig benutzt werden. APT wird die
       Eigenschaften nicht abfragen, so dass deshalb falsche Einstellungen zu nicht
       installierbaren Paketen oder falschen Entscheidungen während des Upgrades führen. Sogar
       noch mehr Probleme treten auf, wenn mehrere Distributions-Release ohne gutes Verständnis
       der folgenden Absätze gemischt werden. Pakete, die in einem speziellen Release enthalten
       sind, sind nicht in älteren und neueren Releases oder zusammen mit Paketen
       unterschiedlicher Releases getestet und funktionieren daher erwartungsgemäß nicht. Sind
       wurden gewarnt.

       Beachten Sie, dass die Dateien im Verzeichnis /etc/apt/preferences.d in alphanumerisch
       aufsteigender Reihenfolge ausgewertet werden und der folgenden Namenskonvention
       unterliegen: Die Dateien haben entweder keine oder »pref« als Dateierweiterung und sie
       enthalten nur alphanumerische Zeichen, Bindestriche (-), Unterstriche (_) oder Punkte (.).
       Andernfalls wird APT einen Hinweis ausgeben, dass es eine Datei ignoriert hat, falls die
       Datei nicht auf ein Muster in der Konfigurationsliste Dir::Ignore-Files-Silently passt –
       in diesem Fall wird sie stillschweigend ignoriert.

   APTs Standardprioritätszuweisungen
       Wenn es keine Einstellungsdatei gibt oder es in der Datei keinen Eintrag gibt, der sich
       auf eine bestimmte Version bezieht, dann ist die dieser Version zugewiesene Priorität, die
       Priorität der Distribution zu der die Version gehört. Es ist möglich eine Distribution
       auszuzeichnen, »das Ziel-Release«, die eine höhere Priorität erhält, als dies andere
       Distributionen standardmäßig tun. Das Ziel-Release kann auf der apt-get-Befehlszeile oder
       in der APT-Konfigurationsdatei /etc/apt/apt.conf gesetzt werden. Beachten Sie, dass dies
       Vorrang vor einer allgemeinen Priorität hat, die Sie, wie später beschrieben, in der Datei
       /etc/apt/preferences setzen, aber nicht vor bestimmten mit Pinning gewichteten Paketen.
       Beispielsweise

           apt-get install -t testing irgendein_Paket

           APT::Default-Release "stable";

       Wenn das Ziel-Release angegeben wurde, dann benutzt APT den folgenden Algorithmus, um die
       Prioritäten der Versionen eines Paketes zu setzen. Zuweisung:

       Priorität 1
           zu den Versionen, die von Archiven kommen, die in deren Release-Dateien als
           »NotAutomatic: yes« markiert sind, aber nicht als »ButAutomaticUpgrades: yes« wie das
           Archiv experimental von Debian.

       Priorität 100
           zu der Version, die bereits installiert ist (wenn dies der Fall ist) und zu Versionen,
           die von Archiven kommen, die in deren Release-Dateien als »NotAutomatic: yes« und
           »ButAutomaticUpgrades: yes« markiert sind, wie das Debian-Backports-Archiv seit
           squeeze-backports.

       Priorität 500
           zu den Versionen, die nicht zum Ziel-Release gehören.

       Priorität 990
           zu den Versionen, die zum Ziel-Release gehören.
       Die höchste dieser Prioritäten, deren Beschreibung zu der Version passt, wird der Version
       zugewiesen.

       Wenn das Ziel-Release nicht angegeben wurde, dann weist APT einfach allen installierten
       Paketversionen eine Priorität von 100 und allen nicht installierten Paketversionen eine
       Priorität von 500 zu, außer wenn Versionen aus Archiven kommen, die in deren
       Release-Dateien mit »NotAutomatic: yes« markiert sind – diese Versionen erhalten die
       Priorität 1 oder die Priorität 100, falls sie zusätzlich als »ButAutomaticUpgrades: yes«
       markiert sind.

       APT wendet dann die folgenden Regeln an, aufgelistet in der Reihenfolge ihres Vorrangs, um
       zu bestimmen in welcher Version das Paket zu installieren ist.

       ·   Führen Sie niemals ein Downgrade durch, außer wenn die Priorität verfügbarer Pakete
           1000 übersteigt. (»Downgrading« ist das Installieren einer weniger aktuellen Version,
           an Stelle einer aktuelleren Version. Beachten Sie, dass keine Standardpriorität von
           APT 1000 übersteigt. So hohe Prioritäten können nur durch die Einstellungsdatei
           gesetzt werden. Beachten Sie außerdem, dass Downgrading eines Paketes riskant sein
           kann.)

       ·   installiert die Version mit der höchsten Priorität.

       ·   Wenn zwei oder mehr Versionen die gleiche Priorität haben, wird die aktuellste
           installiert (das ist die mit der höheren Versionsnummer).

       ·   Wenn zwei oder mehr Versionen die gleiche Priorität und Versionsnummer haben, die
           Pakete sich aber entweder in ihren Metadaten unterscheiden oder die Option --reinstall
           angegeben wurde, wird die nicht installierte installiert.

       In einer typischen Situation ist die Version eines Paketes (Priorität 100) nicht so
       aktuell, wie eine der verfügbaren Versionen, die in der Quellliste der Datei
       sources.list(5) steht (Priorität 500 oder 990). Dann wird ein Upgrade des Pakets
       durchgeführt, wenn apt-get install irgendein_Paket oder apt-get upgrade ausgeführt wird.

       Seltener ist die installierte Version eines Pakets neuer, als jede andere der verfügbaren
       Versionen. Für das Paket wird kein Downgrade durchgeführt, wenn apt-get install
       irgendein_Paket oder apt-get upgrade ausgeführt wird.

       Manchmal ist die installierte Version eines Pakets aktueller, als die Version, die zum
       Ziel-Release gehört, aber nicht so aktuell, wie eine Version, die zu einer anderen
       Distribution gehört. Für ein derartiges Paket wird tatsächlich ein Upgrade durchgeführt,
       wenn apt-get install irgendein_Paket oder apt-get upgrade ausgeführt wird, weil mindestens
       eine der verfügbaren Versionen eine höhere Priorität als die installierte Version hat.

   Die Auswirkungen von APT-Einstellungen
       Die APT-Einstellungsdatei erlaubt einem Systemverwalter die Zuweisung von Prioritäten zu
       steuern. Die Datei besteht aus einem oder mehreren mehrzeiligen Datensätzen, die durch
       leere Zeilen getrennt sind. Datensätze können eine von zwei Gestalten haben, eine
       spezielle Gestalt oder eine allgemeine Gestalt.

       ·   Die spezielle Form weist die Priorität (eine »Pin-Priorität«) einem oder mehreren
           angegebenen Paketen und angegebenen Versionen oder Versionsbereichen zu. Der folgende
           Datensatz weist zum Beispiel allen Versionen des perl-Pakets eine höhere Priorität zu,
           deren Versionsnummer mit »5.20« beginnt. Mehrere Pakete können durch Leerzeichen
           getrennt werden.

               Package: perl
               Pin: version 5.20*
               Pin-Priority: 1001

       ·   Die allgemeine Form weist allen Paketversionen in einer gegebenen Distribution (d.h.
           allen Versionen von Paketen, die in einer bestimmten Release-Datei gelistet sind) oder
           allen Paketversionen, die von einer speziellen Internet-Site kommen, die durch ihren
           voll ausgebildeten Domänennamen identifiziert wird, eine Priorität zu.

           Dieser Eintrag in allgemeiner Form in der APT-Einstellungsdatei verwendet nur Gruppen
           von Paketen. Der folgende Eintrag weist zum Beispiel allen Paketversionen eine hohe
           Priorität zu, die lokal liegen.

               Package: *
               Pin: origin ""
               Pin-Priority: 999

           Eine Mahnung zur Vorsicht: Das hier benutzte Schlüsselwort ist »origin«, was zum
           Finden des Rechnernamens benutzt werden kann. Der folgende Eintrag wird allen
           Versionen eine hohe Priorität zuweisen, die auf dem Server verfügbar sind, der durch
           den Rechnernamen »ftp.de.debian.org« identifiziert wird.

               Package: *
               Pin: origin "ftp.de.debian.org"
               Pin-Priority: 999

           Dies sollte nicht mit der Herkunft einer Distribution verwechselt werden, wie sie in
           einer Release-Datei angegeben wurde. Was dem »Origin:«-Kennzeichen in einer
           Release-Datei folgt, ist keine Internet-Adresse, sondern ein Autoren- oder
           Anbietername, wie »Debian« oder »Ximian«.

           Der folgende Datensatz weist allen Paketversionen, die zu Distributionen gehören,
           deren Archivname »unstable« ist, eine niedrige Priorität zu.

               Package: *
               Pin: release a=unstable
               Pin-Priority: 50

           Der folgende Datensatz weist allen Paketversionen, die zu einer Distribution gehören,
           deren Codename »buster« ist, eine hohe Priorität zu.

               Package: *
               Pin: release n=buster
               Pin-Priority: 900

           Der folgende Datensatz weist allen Paketversionen, die zu einer Distribution gehören,
           deren Archivname »stable« und deren Release-Nummer »9« ist, eine hohe Priorität zu.

               Package: *
               Pin: release a=stable, v=9
               Pin-Priority: 500

       Die Auswirkungen des trennenden Kommas ist einem »und« in der Logik ähnlich: Alle
       Bedingungen müssen erfüllt werden, dass die Pin passt. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Bei
       jedem Bedingungstyp (wie zwei »a«-Bedingungen) wird nur die letzte Bedingungen geprüft.

   Reguläre Ausdrücke und glob(7)-Syntax
       APT unterstützt außerdem Pinning mittels glob(7)-Ausdrücken und regulären Ausdrücken, die
       von »/« umschlossen sind. Das folgende Beispiel weist beispielsweise allen Paketen aus
       Experimental die Priorität 500 zu, bei denen der Name mit »gnome« beginnt (wie ein
       glob(7)-artiger Ausdruck) oder das Wort »kde« enthält (wie ein erweiterter regulärer
       POSIX-Ausdruck, der von Schrägstrichen umschlossen wird).

           Package: gnome* /kde/
           Pin: release a=experimental
           Pin-Priority: 500

       Die Regel für diese Ausdrücke ist, dass sie überall dort auftreten können, wo eine
       Zeichenkette auftreten kann. Somit weist die folgende Pin allen Paketen von einem Release
       seit Karmic die Priorität 900 zu.

           Package: *
           Pin: release n=xenial*
           Pin-Priority: 990

       Falls ein regulärer Ausdruck in einem Package-Feld vorkommt, ist das Verhalten dasselbe,
       als wenn der reguläre Ausdruck durch eine Liste aller Paketnamen ersetzt würde, auf die er
       passt. Es ist noch nicht entschieden, wie sich dies in Zukunft ändern wird, daher sollten
       Sie immer zuerst Platzhalter-Pins auflisten, so dass es später spezielle Pins außer Kraft
       setzen können. Das Muster »*« in einem »Package«-Feld wird selbst nicht als ein
       glob(7)-Ausdruck angesehen.

   Wie APT Prioritäten interpretiert
       Die in der APT-Einstellungsdatei zugewiesenen Prioritäten (P) müssen positive oder
       negative Ganzzahlen sein. Sie werden wie folgt interpretiert (grob gesagt):

       P >= 1000
           veranlasst, dass eine Version installiert wird, auch wenn dies ein Downgrade des
           Pakets durchführt

       990 <= P < 1000
           veranlasst, dass eine Version installiert wird, auch wenn diese nicht vom Ziel-Release
           kommt, außer wenn die installierte Version aktueller ist

       500 <= P < 990
           veranlasst, dass eine Version installiert wird, außer wenn eine Version verfügbar ist,
           die zum Ziel-Release gehört oder die installierte Version neuer ist

       100 <= P < 500
           veranlasst, dass eine Version installiert wird, außer wenn eine Version verfügbar ist,
           die zu einer anderen Distribution gehört oder die installierte Version neuer ist

       0 < P < 100
           veranlasst, dass eine Version nur dann installiert wird, wenn es keine installierte
           Version des Pakets gibt

       P < 0
           verhindert das Installieren der Version

       P = 0
           hat kein definiertes Verhalten, verwenden Sie es nicht.

       Der erste Datensatz mit speziellem Format der zu einer verfügbaren Paketversion passt,
       legt die Priorität der Paketversion fest. Schlägt dies fehl, wird die Priorität als
       Maximum aller Prioritäten der Datensätze mit generischem Format definiert, die zu einer
       verfügbaren Version passen. Datensätze, die so definiert sind, dass sie andere Muster als
       »*« im Feld Pin verwenden, werden wie Datensätze mit speziellem Format betrachtet.

       Nehmen wir zum Beispiel an, die APT-Einstellungsdatei enthält die drei bereits gezeigten
       Datensätze:

           Package: perl
           Pin: version 5.20*
           Pin-Priority: 1001

           Package: *
           Pin: origin ""
           Pin-Priority: 999

           Package: *
           Pin: release unstable
           Pin-Priority: 50

       Dann:

       ·   Es wird die aktuellste verfügbare Version des Pakets perl installiert, so lange die
           Versionsnummer mit »5.20« anfängt. Wenn irgendeine 5.20*-Version von perl verfügbar
           ist und die installierte Version 5.24* ist, dann wird von perl ein Downgrade
           durchgeführt.

       ·   Eine Version irgendeines anderen Pakets als perl, die vom lokalen System verfügbar
           ist, hat eine Priorität über anderen Versionen, sogar wenn diese Versionen zum
           Ziel-Release gehören.

       ·   Eine Version eines Pakets, dessen Ursprung nicht das lokale System ist, aber ein
           anderer in sources.list(5) aufgelisteter Ort und der zu einer unstable-Distribution
           gehört, wird nur installiert, falls es zur Installation ausgewählt wurde und nicht
           bereits eine Version des Pakets installiert ist.

   Festlegung von Paketversion und Distributions-Eigenschaften
       Die in der sources.list(5)-Datei aufgelisteten Orte sollten Packages- und Release-Dateien
       bereitstellen, um die an diesem Ort verfügbaren Pakete zu beschreiben.

       Die Packages-Datei wird normalerweise im Verzeichnis
       .../dists/Distributions-Name/Komponente/Architektur gefunden, zum Beispiel
       .../dists/stable/main/binary-i386/Packages. Sie besteht aus einer Serie mehrzeiliger
       Datensätze, einem für jedes verfügbare Paket in diesem Verzeichnis. In jedem Datensatz
       sind nur zwei Zeilen zum Setzen der APT-Prioritäten relevant:

       die Package:-Zeile
           gibt den Paketnamen an

       die Version:-Zeile
           gibt die Versionsnummer für das genannte Paket an

       Die Release-Datei ist normalerweise im Verzeichnis .../dists/Distributionsname zu finden,
       zum Beispiel .../dists/stable/Release oder .../dists/stretch/Release. Sie besteht aus
       einem einzelnen mehrzeiligen Datensatz, der auf alle Pakete im Verzeichnisbaum unterhalb
       des übergeordneten Verzeichnisses zutrifft. Anders als die Packages-Datei sind nahezu alle
       Zeilen in einer Release-Datei für das Setzen von APT-Prioritäten relevant:

       die Archive:- oder Suite:-Zeile
           benennt das Archiv, zu dem alle Pakete im Verzeichnisbaum gehören. Die Zeile »Archive:
           stable« oder »Suite: stable« gibt zum Beispiel an, dass alle Pakete im Verzeichnisbaum
           unterhalb des der Release-Datei übergeordneten Verzeichnisses sich in einem
           stable-Archiv befinden. Diesen Wert in der APT-Einstellungsdatei anzugeben würde die
           folgende Zeile benötigen:

               Pin: release a=stable

       die Codename:-Zeile
           benennt den Codenamen, zu dem alle Pakete im Verzeichnisbaum gehören. Die Zeile
           »Codename: buster« gibt zum Beispiel an, dass alle Pakete im Verzeichnisbaum unterhalb
           des der Release-Datei übergeordneten Verzeichnisses zu einer Version mit Namen buster
           gehören. Diesen Wert in der APT-Einstellungsdatei anzugeben würde die folgende Zeile
           benötigen:

               Pin: release n=buster

       die Version:-Zeile
           benennt die Release-Version. Die Pakete im Baum könnten zum Beispiel zur
           Debian-Release-Version 9 gehören. Beachten Sie, dass es normalerweise keine
           Versionsnummer für testing- und unstable-Distributionen gibt, weil sie noch nicht
           veröffentlicht wurden. Diese in der APT-Einstellungsdatei anzugeben würde eine der
           folgenden Zeilen benötigen:

               Pin: release v=9
               Pin: release a=stable, v=9
               Pin: release 9

       die Component:-Zeile
           benennt die Lizenzierungskomponente, die mit den Paketen im Verzeichnisbaum der
           Release-Datei verbunden ist. Die Zeile »Component: main« gibt zum Beispiel an, dass
           alle Pakete im Verzeichnisbaum von der main-Komponente stammen, was zur Folge hat,
           dass sie unter den Bedingungen der Debian-Richtlinien für Freie Software stehen. Diese
           Komponente in der APT-Einstellungsdatei anzugeben würde die folgende Zeilen benötigen:

               Pin: release c=main

       die Origin:-Zeile
           benennt den Urheber des Pakets im Verzeichnisbaum der Release-Datei. Zumeist ist dies
           Debian. Diesen Ursprung in der APT-Einstellungsdatei anzugeben würde die folgende
           Zeile benötigen:

               Pin: release o=Debian

       die Label:-Zeile
           benennt die Beschriftung des Pakets im Verzeichnisbaum der Release-Datei. Zumeist ist
           dies Debian. Diese Beschriftung in der APT-Einstellungsdatei anzugeben würde die
           folgende Zeile benötigen:

               Pin: release l=Debian

       Alle Packages- und Release-Dateien, die von Orten heruntergeladen werden, die in der Datei
       sources.list(5) aufgelistet sind, werden im Verzeichnis /var/lib/apt/lists oder in der von
       der Variablen Dir::State::Lists in der Datei apt.conf benannten Datei gespeichert. Die
       Datei debian.lcs.mit.edu_debian_dists_unstable_contrib_binary-i386_Release enthält zum
       Beispiel die Release-Datei, die von der Site debian.lcs.mit.edu für die
       binary-i386-Architekturdateien von der contrib-Komponente der unstable-Distribution
       heruntergeladen wurde.

   Optionale Zeilen in einem APT-Einstellungsdatensatz
       Optional kann jeder Datensatz in der APT-Einstellungsdatei mit einer oder mehreren Zeilen
       beginnen, die mit dem Wort Explanation: anfangen. Dieses stellt einen Platz für Kommentare
       bereit.

BEISPIELE

   Stable verfolgen
       Die folgende APT-Einstellungsdatei wird APT veranlassen, allen Paketversionen eine höhere
       Priorität als die Vorgabe (500) zu geben, die zu einer stable-Distribution gehören und
       eine ungeheuer niedrige Priorität Paketversionen, die zu anderen Debian-Distributionen
       gehören.

           Explanation: Deinstallieren oder nicht installieren von anderen von Debian
           Explanation: stammenden Paketversionen als denen der Stable-Distribution
           Package: *
           Pin: release a=stable
           Pin-Priority: 900

           Package: *
           Pin: release o=Debian
           Pin-Priority: -10

       Mit einer geeigneten sources.list(5)-Datei und der obigen Einstellungsdatei wird jeder der
       folgenden Befehle APT veranlassen, ein Upgrade auf die neuste(n) stable-Version(en)
       durchzuführen.

           apt-get install Paketname
           apt-get upgrade
           apt-get dist-upgrade

       Der folgende Befehl wird APT veranlassen, ein Upgrade des angegebenen Pakets auf die
       neuste Version der testing-Distribution durchzuführen. Von dem Paket wird kein weiteres
       Upgrade durchgeführt, außer wenn dieser Befehl wieder angegeben wird.

           apt-get install Paket/testing

   Testing oder Unstable verfolgen
       Die folgende APT-Einstellungsdatei wird APT veranlassen, Paketversionen der
       testing-Distribution eine hohe Priorität, Paketversionen der unstable-Distribution eine
       niedrigere Priorität und eine ungeheuer niedrige Priorität zu Paketversionen von anderen
       Debian-Distributionen zuzuweisen.

           Package: *
           Pin: release a=testing
           Pin-Priority: 900

           Package: *
           Pin: release a=unstable
           Pin-Priority: 800

           Package: *
           Pin: release o=Debian
           Pin-Priority: -10

       Mit einer geeigneten sources.list(5)-Datei und der obigen Einstellungsdatei wird jeder der
       folgenden Befehle APT veranlassen, ein Upgrade auf die neuste(n) testing-Version(en)
       durchzuführen.

           apt-get install Paketname
           apt-get upgrade
           apt-get dist-upgrade

       Der folgende Befehl wird APT veranlassen, ein Upgrade des angegebenen Pakets auf die
       neuste Version der unstable-Distribution durchzuführen. Danach wird apt-get upgrade ein
       Upgrade des Pakets auf die aktuellste testing-Version durchführen, falls diese aktueller
       als die installierte Version ist, andernfalls auf die aktuellste unstable-Version, wenn
       diese aktueller als die installierte Version ist.

           apt-get install Paket/unstable

   Die Entwicklung eines Codename-Releases verfolgen
       Die folgende APT-Einstellungsdatei wird APT veranlassen, allen Paketen, die zu einem
       bestimmten Codenamen einer Distribution gehören, eine höhere Priorität als die Vorgabe
       (500) zu geben und Paketversionen, die zu anderen Debian-Distributionen, Codenamen und
       Archiven gehören, eine ungeheuer niedrige Priorität zu geben. Beachten Sie, dass APT mit
       diesen APT-Einstellungen der Migration eines Releases vom Archiv testing zu stable und
       später zu oldstable folgen wird. Wenn Sie zum Beispiel dem Fortschritt in testing folgen
       möchten, obwohl der Codename sich ändert, sollten Sie die Beispielkonfigurationen oberhalb
       benutzen.

           Explanation: Deinstallieren oder nicht installieren von anderen von Debian
           Explanation: stammenden Paketversionen als denen der buster-
           Explanation: oder Sid-Distribution
           Package: *
           Pin: release n=buster
           Pin-Priority: 900

           Explanation: Debian-Unstable hat immer den Codenamen sid
           Package: *
           Pin: release a=sid
           Pin-Priority: 800

           Package: *
           Pin: release o=Debian
           Pin-Priority: -10

       Mit einer geeigneten sources.list(5)-Datei und der obigen Einstellungsdatei wird jeder der
       folgenden Befehle APT veranlassen, ein Upgrade auf die letzte(n) Version(en) im Release
       mit Codenamen buster durchzuführen.

           apt-get install Paketname
           apt-get upgrade
           apt-get dist-upgrade

       Der folgende Befehl wird APT veranlassen, ein Upgrade des angegebenen Pakets auf die
       letzte Version der sid-Distribution durchzuführen. Danach wird apt-get upgrade ein Upgrade
       des Pakets auf die aktuellste buster-Version durchführen, wenn diese aktueller als die
       installierte Version ist, andernfalls auf die aktuellste sid-Version, wenn diese aktueller
       als die installierte Version ist.

           apt-get install Paket/sid

DATEIEN

       /etc/apt/preferences
           Version-Einstellungsdatei. Hier können Sie "pinning" angeben, d.h. eine Einstellung,
           um bestimmte Pakete aus einer separaten Quelle oder von einer anderen Version einer
           Distribution zu erhalten. Konfigurationselement: Dir::Etc::Preferences.

       /etc/apt/preferences.d/
           Dateifragmente für die Versionseinstellungen. Konfigurationselement:
           Dir::Etc::PreferencesParts.

SIEHE AUCH

       apt-get(8) apt-cache(8) apt.conf(5) sources.list(5)

FEHLER

       APT-Fehlerseite[1]. Wenn Sie einen Fehler in APT berichten möchten, lesen Sie bitte
       /usr/share/doc/debian/bug-reporting.txt oder den reportbug(1)-Befehl. Verfassen Sie
       Fehlerberichte bitte auf Englisch.

ÜBERSETZUNG

       Die deutsche Übersetzung wurde 2009-2018 von Chris Leick <c.leick@vollbio.de> in
       Zusammenarbeit mit dem deutschen l10n-Team von Debian
       <debian-l10n-german@lists.debian.org> angefertigt.

       Beachten Sie, dass diese Übersetzung Teile enthalten kann, die nicht übersetzt wurden.
       Dies ist so, damit kein Inhalt verloren geht, wenn die Übersetzung hinter dem
       Originalinhalt hinterherhängt.

AUTOR

       APT-Team

FUßNOTEN

        1. APT-Fehlerseite
           http://bugs.debian.org/src:apt