Provided by: manpages-de_0.4-9_all bug

BEZEICHNUNG

       find - sucht nach bestimmten Dateien

SYNTAX

       find [Verzeichnis] [-Option...]  [-Test...]  [-Aktion...]

BESCHREIBUNG

       find  durchsucht  eine oder mehrere Verzeichnishierarchien nach Dateien
       mit bestimmten Eigenschaften, und führt damit bestimmte  Aktionen  aus.
       Die Eigenschaften können durch Tests bestimmt werden.

       Optionen,  Tests  und  Aktionen  können  mit  Operatoren zusammengefaßt
       werden.  find bewertet für jede Datei in den Verzeichnishierarchien die
       Optionen,  Tests  und  Aktionen von links nach rechts, bis ein falscher
       Wahrheitswert auftaucht oder die Kommandozeilenargumente zu Ende  sind.

       Das erste Argument, das mit einem -, einer Klammer (, ), einem Komma ,
       oder einem Ausrufezeichen !  beginnt, wird als Anfang einer Option oder
       Test  interpretiert.   Alle Argumente davor werden als Verzeichnisnamen
       interpretiert.

       Wenn kein Verzeichnis angegeben  ist,  wird  das  aktuelle  Verzeichnis
       genommen.   Wenn  keine  Aktion  angegeben  ist, wird die Aktion -print
       ausgeführt.

       Der Status von find ist Null, wenn alle Aktionen erfolgreich waren,  im
       Fehlerfall ist der Status größer als Null.

OPTIONEN

       Die  Optionen  bestimmen  das  allgemeine  Verhalten des Kommandos, und
       beziehen sich nicht auf spezielle  Dateien.  Die  Optionen  sind  immer
       wahr.

       -daystart
              mißt  die Zeiten für die -amin, -atime, -cmin, -ctime, -mmin und
              -mtime Eigenschaften vom Beginn des aktuellen Tages anstelle der
              letzten 24 Stunden

       -depth bearbeitet  den  Inhalt jedes Verzeichnisses vor dem Verzeichnis
              selbst

       -follow
              folgt den symbolischen Links; diese Option schließt -noleaf  mit
              ein

       -maxdepth Ebenen
              steigt  bis  zu der gegebenen Zahl von Ebenen im Verzeichnisbaum
              auf (in der Hierarchie ab); bei 0 Ebenen werden  die  Tests  nur
              auf   die   in   der   Kommandozeile   übergebenen  Dateien  und
              Verzeichnisnamen angewendet

       -mindepth Ebenen
              steigt   mindestens   die   gegebene   Zahl   von   Ebenen    im
              Verzeichnisbaum  auf  (in  der  Hierarchie  ab); bei einer Ebene
              werden  die  in  der   Kommandozeile   genannten   Dateien   und
              Verzeichnisnamen nicht bearbeitet

       -noleaf
              erzwingt     die    Bearbeitung    aller    Verzeichniseinträge;
              normalerweise  kann  davon   ausgegangen   werden,   daß   jedes
              Linuxverzeichnis  wenigstens  zwei  (harte)  Links  enthält: das
              Verzeichnis .  ist ein Link  auf  das  Verzeichnis  selbst,  und
              jedes  Unterverzeichnis enthält den Eintrag ..  als Link auf das
              Oberverzeichnis;  wenn   find   bei   der   Untersuchung   eines
              Verzeichnisses  zwei  Unterverzeichnisse weniger untersucht hat,
              als das Verzeichnis Links zählt, kann deshalb normalerweise  die
              weitere Suche beendet werden

       -version
              gibt die Versionsnummer auf die Standardfehlerausgabe

       -xdev  durchsucht  keine  Verzeichnisse  in  anderen Dateisystemem (auf
              anderen Partitionen)

   Tests:
       Alle numerischen Argumente können auf drei Arten angegeben werden:

              + N    steht für alle Zahlen größer als N

              - N    steht für alle Zahlen kleiner als N

              N      steht für genau N
       Alle Tests werden auf die Dateien  in  den  angegebenen  Verzeichnissen
       einzeln  angewendet.   Die  Tests  liefern  einen  Wahrheitswert  von 0
       (Wahr), wenn der Test erfolgreich war.

       Die Tests auf  die  erweiterten  Zeitmarken  (Zugriff  und  Erstellung)
       werden  nur  in solchen Verzeichnissen korrekt behandelt, die auf einem
       der neuen Linuxdateisysteme angesiedelt sind (e2fs, xiafs, new  minix).
       Auf  den  anderen Dateisystemen wird nur das Datum der letzten Änderung
       zuverlässig getestet. Das Ergebnis der anderen Tests hängt davon ab, ob
       der  letzte  Zugriff bzw. die letzte Änderung so kurz zurückliegen, daß
       die veränderte I-Node noch im Arbeitsspeicher (Cache) ist. Dann  können
       auch  für  die  Dateien  der  alten  Dateissysteme alle drei Zeitmarken
       unterschieden werden.

       -amin N
              auf die Datei ist vor N Minuten zugegriffen worden

       -anewer Referenzdatei
              auf die Datei ist vor weniger Zeit zugegriffen worden, als  seit
              der  letzten  Veränderung  der  Referenzdatei  vergangen ist; im
              Zusammenhang mit -follow  tritt  -anewer  nur  in  Effekt,  wenn
              -follow vor -anewer in der Kommandozeile steht

       -atime N
              auf die Datei ist vor N*24 Stunden zugegriffen worden

       -cmin N
              der Status der Datei wurde vor N Minuten geändert

       -cnewer Referenzdatei
              der  Status der Datei wurde vor weniger Zeit verändert, als seit
              der  letzten  Veränderung  der  Referenzdatei   vergangen   ist;
              zusammen  mit  -follow tritt -cnewer nur in Effekt, wenn -follow
              vor -cnewer in der Kommandozeile steht

       -ctime N
              der Dateistatus wurde vor N*24 Stunden geändert

       -empty die reguläre Datei oder das Verzeichnis ist leer

       -false ist immer falsch

       -fstype Typ
              die Datei ist in einem Dateisystem vom  angegebenen  Typ;  unter
              anderem werden minix, msdos, ext und proc erkannt

       -gid N die Datei gehört der Gruppe mit der Kennzahl N

       -group Name
              die Datei gehört der Gruppe Name

       -inum IN
              die Datei belegt die Inode mit der Nummer N

       -links N
              die Datei hat N (harte) Links

       -lname Muster
              die  Datei  ist  ein  symbolischer  Link auf eine Datei oder ein
              Verzeichnis mit einem zum Muster passenden Namen

       -mmin N
              der Inhalt der Datei wurde vor N Minuten verändert

       -mtime N
              der Inhalt der Datei wurde vor N*24 Stunden verändert

       -name Muster
              der Name der Datei paßt zu dem Muster

       -newer Referenzdatei
              die Datei ist später verändert  worden  als  die  Referenzdatei;
              zusammen  mit  -follow  tritt -newer nur in Effekt, wenn -follow
              vor -newer in der Kommandozeile steht

       -nouser
              die Datei gehört keinem im System eingetragenen Benutzer

       -nogroup
              die Datei gehört keiner im System angemeldeten Gruppe

       -path Muster
              der Pfadname der Datei paßt zum Muster"

       -perm Modus
              die Zugriffsrechte auf die Datei entprechen exakt dem Modus; der
              Modus kann als Oktalzahl oder mit den bei chmod(1) beschriebenen
              Kennungen beschrieben werden, die  Kennungen  werden  auf  Modus
              000bezogen

       -perm -Modus
              (mindestens) die Zugriffsrechte für den Modus sind gesetzt

       -perm +Modus
              die  Zugriffsrechte  entsprechen  höchstens dem Modus (oder sind
              weiter eingeschränkt)

       -regex Muster
              der Pfadname paßt zu dem regulären Ausdruck Muster

       -size N[bckw]
              die Datei belegt N Datenblöcke zu 512 Bytes,  bzw.  N  Bytes,  N
              2-Byte-Wörtern  und  N Kilobytes mit nachgestelltem c, w oder k.
              Nachgestelltes b entspricht der  Standardvorgabe  von  512-Byte-
              Blöcken.

       -true  ist immer wahr

       -type C
              die Datei ist vom Typ C; folgende Typen werden unterschieden:

              b      gepufferte Gerätedatei für ein blockorientiertes Gerät

              c      ungepufferte   Gerätedatei  für  ein  zeichenorientiertes
                     Gerät

              d      Verzeichnis

              p      benannte Pipeline (FiFo)

              f      normale Datei

              l      symbolischer Link

              s      Socket

       -uid N die Kennziffer des Eigentümers ist N

       -used N
              auf die Datei ist N Tage nach der letzten  Änderung  zugegriffen
              worden

       -user Name
              die Datei gehört dem Anwender Name

       -xtype C
              das  gleiche  wie -type für alle Dateien, die keine symbolischen
              Links sind; wenn die Datei ein symbolischer  Link  ist  und  die
              Option  -follow  nicht  gesetzt ist, wird die Datei, auf die der
              Link zeigt, auf den Typ  C  geprüft;  wenn  die  Option  -follow
              gesetzt ist, ist der Test wahr, wenn C = l ist

   Aktionen:
       -exec Kommando;
              führt  das  Kommando aus; die Aktion ist wahr, wenn das Kommando
              einen Status  von  Null  liefert;  alle  auf  den  Kommandonamen
              folgenden   Argumente  bis  zu  einem  Semikolon  ;  werden  als
              Kommandozeilenargumente  für  das  Kommando  interpretiert;  das
              Semikolon  kann  nicht  weggelassen  werden,  und  es  muß durch
              mindestens ein Whitespace von der letzen Option getrennt werden;
              die  Konstruktion {} wird durch den Pfadnamen der Datei ersetzt;
              die Klammern und das Semikolon müssen in der  Kommandozeile  für
              find  quotiert  werden, damit sie nicht von der Shell bearbeitet
              werden

       -fprint Ausgabedatei
              schreibt den Pfadnamen der getesteten Datei in die Ausgabedatei;
              wenn  die  Ausgabedatei nicht existiert, wird sie erzeugt, sonst
              wird   sie    erweitert;    die    Standardausgabe    und    die
              Standardfehlerausgabe  werden  als  /dev/stdout  und /dev/stderr
              angesprochen

       -fprint0 Ausgabedatei
              schreibt den Namen der getesteten Datei in die Ausgabedatei  und
              schließt die Ausgabe mit einem Nullbyte ab, wie -print0

       -fprintf Ausgabedatei Format
              schreibt  den Namen der getesteten Datei in die Ausgabedatei und
              benutzt dabei das Format mit Sonderzeichen wie bei printf

       -ok Kommando;
              wie -exec, vor der Ausführung des Kommandos wird aber noch  eine
              Bestätigung  erwartet;  nur  eine  Eingabe, die mit einem B oder
              einem y beginnt, führt zur Ausführung des Kommandos

       -print gibt den vollständigen Pfadnamen der getesteten  Datei  auf  die
              Standardausgabe

       -print0
              gibt  den  Pfadnamen  der  getesteten  Datei, von einem Nullbyte
              abgeschlossen, auf die Standardausgabe; auf diese  Weise  können
              auch   Pfadnamen   korrekt  weiterverarbeitet  werden,  die  ein
              Zeilenende enthalten

       -printf Format
              gibt für die getestete Datei die  Zeichenkette  Format  auf  der
              Standardausgabe  aus; Format kann verschiedene Sonderzeichen und
              Platzhalter enthalten, die von find bearbeitet werden:

              \a     Alarmton

              \b     Rückschritt

              \c     Abbruch der Ausgabe

              \f     Seitenvorschub

              \n     Zeilenvorschub

              \r     Wagenrücklauf

              \t     horizontaler Tabulator

              \v     vertikaler Tabulator

              \\     der Backslash selbst

       ein Backspace gefolgt von irgendeinem anderen Zeichen wird als normales
       Zeichen interpretiert und einfach ausgegeben

              %%     das Prozentzeichen selbst

              %a     die  Zeit  des  letzten  Zugriffs  auf  die Datei, in dem
                     Format der ctime Funktion

              %A k   die Zeit des letzten Zugriffs auf die Datei, in dem von k
                     bestimmte  Format; k hat dabei das gleiche Format wie der
                     entprechende Parameter der strftime Funktion in C:

                      @      Sekunden seit dem 1.1.1970 0 Uhr GMT

                      H      Stunde (00 bis 23)

                      I      Stunde (01 bis 12)

                      k      Stunde (0 bis 23)

                      l      Stunde (1 bis 12)

                      M      Minute (00 bis 59)

                      p      PM oder AM

                      r      Zeit, 12 Stunden (hh:mm:ss: AM/PM)

                      S      Sekunden (00 bis 61)

                      T      Zeit, 24 Stunden (hh:mm:ss)

                      X      Zeit (H:M:S)

                      Z      Zeitzone, oder nichts

                      a      abgekürzter Wochentag

                      A      ausgeschriebener Wochentag

                      b      abgekürzter Monatsname

                      B      ausgeschriebener Monatsname

                      c      Datum und Zeit

                      d      Tag im Monat

                      D      Datum (mm/dd/yy)

                      h      das gleiche wie b

                      j      der Tag im Jahr

                      m      die Zahl des Monats

                      U      die  Nummer  der  Woche,   Sonntag   als   erster
                             Wochentag

                      w      die Zahl des Wochentags

                      W      die Nummer der Woche, Montag als erster Wochentag

                      x      Datum (mm/dd/yy)

                      y      die letzten beiden Stellen der Jahreszahl

                      Y      die Jahreszahl

              %b     die Dateigröße in 512 Byte Blöcken (aufgerundet)

              %c     das Datum der letzten  Statusänderung  im  Format  der  C
                     ctime Funktion

              %Ck    das  Datum  der  letzten  Statusänderung im Format der BR
                     strftime " Funktion; Parameter wie oben"

              %d     die Höhe der Datei im Verzeichnisbaum; Null bedeutet, daß
                     die Datei Kommandozeilenargument ist

              %f     der Name der getesteten Datei, ohne Verzeichnisse

              %g     der  Gruppenname  der getesteten Datei oder die Kennzahl,
                     wenn die Gruppe nicht eingetragen ist

              %G     die Gruppenkennzahl

              %h     die Verzeichnisnamen des Pfadnamen der getesteten Datei

              %H     das Kommandozeilenargument  (Test),  mit  dem  die  Datei
                     gefunden wurde

              %i     die Nummer der Inode der getesteten Datei

              %k     die aufgerundete Größe der getesteten Datei in Kilobytes

              %l     das  Objekt,  auf  die ein symbolischer Link zeigt; leer,
                     wenn die getestete Datei kein symbolischer Link ist

              %m     die Zugriffsrechte als Oktalzahl

              %n     die Anzahl der harten Links auf die getestete Datei

              %p     der Pfadname der Datei

              %P     der Pfadname und das Kommandozeilenargument  (Test),  mit
                     dem die Datei gefunden wurde

              %s     die Größe der getesteten Datei in Bytes

              %t     die Zeit der letzten Änderung, im ctime Format

              %Tk    die  Zeit der letzten Änderung, im strftime Format (siehe
                     oben)

              %u     der Name des Eigentümers der getesteten  Datei  oder  die
                     Kennzahl, wenn der Benutzer nicht eingetragen ist

              %U     die Benutzerkennzahl des Eigentümers der getesteten Datei

       -prune wahr, wenn die Option -depth gesetzt ist; sonst falsch

       -ls    zeigt das Verzeichnis in dem die getestete Datei gefunden  wurde
              mit ls -dils an

   Operatoren:
       Die  Optionen,  Tests  und  Aktionen  können  mit  Operatoren verknüpft
       werden. Die Bearbeitung erfolgt prinzipiell von links nach rechts.

       ( Ausdruck )
              die Klammern fassen den Ausdruck zu einer Operation zusammen

       ! Ausdruck
              ist wahr, wenn der Ausdruck falsch ist

       -not Ausdruck
              ist ebenfalls wahr, wenn der Ausdruck falsch ist

       Ausdruck1 Ausdruck2
              UND  Verknüpfung;  wenn  Ausdruck1  wahr  ist,  wird   Ausdruck2
              bewertet (ausgeführt)

       Ausdruck1 -a Ausdruck2
              auch eine UND Verknüpfung

       Ausdruck1 -and Ausdruck2
              auch eine UND Verknüpfung

       Ausdruck1 -o Ausdruck2
              ODER  Verknüpfung;  Ausdruck2  wird  bewertet (ausgeführt), wenn
              Ausdruck1 falsch ist

       Ausdruck1 -or Ausdruck2
              auch eine ODER Verknüpfung

       Ausdruck1 , Ausdruck2
              Liste; beide Ausdrücke werden immer bewertet  (ausgeführt);  der
              Wahrheitswert   des   gesamten   Ausdrucks  entspricht  dem  von
              Ausdruck2

SIEHE AUCH

       das LunetIX Linuxhandbuch

AUTOR

       Eric Decker, David MacKenzie, Jay Plett und Tim Wood