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BEZEICHNUNG

       hosts - Die statische Auflösungstabelle für Rechnernamen

ÜBERSICHT

       /etc/hosts

BESCHREIBUNG

       Diese  Manual  Page  beschreibt das Format der Datei /etc/hosts.  Dabei
       handelt es sich um eine einfache Textdatei, die in  jeder  Zeile  einer
       IP-Adresse   einen   Rechnernamen  (host  name)  zuordnet.   Für  jeden
       einzelnen Rechner sollte eine Zeile  mit  folgenden  Angaben  enthalten
       sein:

              IP-Adresse  kanonischer_Rechnername  Aliase

       Die  Felder  eines  Eintrags  werden  durch  eine  beliebige Anzahl von
       Leerzeichen  und/oder  Tabs  getrennt.   Kommentare  werden  durch  "#"
       eingeleitet; sämtlicher Text vom "#" bis zum Zeilenende wird ignoriert.
       Rechnernamen   dürfen   beliebige   druckbare   Zeichen    außer    den
       Feldbegrenzern,  Zeilenende-  oder  Kommentarzeichen enthalten.  Aliase
       bieten die Möglichkeit,  Namensänderungen,  abweichende  Schreibweisen,
       abgekürzte  Rechnernamen  oder  generische  Rechnernamen  (zum Beispiel
       localhost, www) zu  benutzen.   Das  Format  der  Rechnertabelle  (host
       table) wird im RFC 952 beschrieben.

       Der  Berkeley  Internet  Name  Domain (BIND) Server implementiert einen
       Name-Server für UNIX-Systeme.  Er ersetzt die Datei /etc/hosts und  die
       damit   verbundene   Namensauflösung  und  macht  den  Rechner  dadurch
       unabhängig von der Aktualität und Vollständigkeit von /etc/hosts.

       Auch wenn auf modernen Systemen  die  Rechnertabelle  vom  DNS  ersetzt
       wurde, wir sie für einige Anwendungsfälle immer noch verwendet.

       Hochfahren des Systems
              Die  meisten  Systeme  verfügen über eine kleine Rechnertabelle,
              die Namens- und Adressinformation für die  wichtigstens  Rechner
              im  lokalen  Netz enthält.  Dies ist dann nützlich, wenn der DNS
              noch nicht läuft, zum Beispiel beim Systemstart.

       NIS    Wird NIS verwendet, dient die Rechnertabelle  als  Ausgangsbasis
              für  die NIS Rechner-Datenbank.  NIS kann zwar mit DNS verwendet
              werden, aber meist wird eine Rechnertabelle (mit  Einträgen  für
              alle lokalen Rechner) als Ersatz verwendet.

       Isolierte Systeme
              In   sehr   kleinen,   unabhängigen   Netzen   wird   gern  eine
              Rechnertabelle anstelle des DNS eingesetzt.   DNS  bietet  wenig
              Vorteile, wenn das Netz nicht mit dem Internet verbunden ist und
              sich das lokale Netz selten ändert.

BEISPIEL

       127.0.0.1       localhost
       192.168.1.10    foo.mydomain.org        foo
       192.168.1.13    bar.mydomain.org        bar
       216.234.231.5   master.debian.org       master
       205.230.163.103 www.opensource.org

GESCHICHTLICHE ANMERKUNG

       Vor der Einführung des DNS war in dem damals gerade  den  Kinderschuhen
       entwachsenen  Internet  die  Rechnertabelle  die  einzige  Möglichkeit,
       Rechnernamen  aufzulösen.   Diese  Datei  konnte  aus  der  offiziellen
       Rechner-Datenbank,  die  vom  Network  Information Control Center (NIC)
       gepflegt wurde,  erstellt  werden.   Es  waren  allerdings  oft  lokale
       Änderungen  notwendig,  um  sie bezüglich inoffizieller Aliase und/oder
       unbekannter Rechner auf den neusten Stand zu bringen.  Das  NIC  pflegt
       die  hosts.txt-Dateien nicht mehr, allerdings konnten zum Zeitpunkt der
       Erstellung  dieser  Handbuch-Seite  (circa  2000)  im  WWW  historische
       hosts.txt-Dateien  gefunden werden.  Ich habe gerade drei gefunden, die
       von 1992, 1994 und 1995 datieren.

DATEIEN

       /etc/hosts

SIEHE AUCH

       hostname(1), resolver(3), resolver(5), hostname(7), named(8),  Internet
       RFC 952

AUTOR

       Diese  Handbuch-Seite  wurde von Manoj Srivastava <srivasta@debian.org>
       für das Debian GNU/Linux System geschrieben.  Die Übersetzung  leistete
       Florian Jenn <jennf@tu-cottbus.de>.