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BEZEICHNUNG

       dpkg-source - Debian Quellpaket- (.dsc) Manipulations-Werkzeuge

ÜBERSICHT

       dpkg-source [Option …] Befehl

BESCHREIBUNG

       dpkg-source packt und entpackt Debian Quellarchive.

       Keiner  dieser  Befehle  erlaubt  es,  mehrere  Optionen  zu einer zu kombinieren, und sie
       erlauben es nicht, den Wert einer Option in einem separaten Argument zu speichern.

BEFEHLE

       -x, --extract Dateiname.dsc [Ausgabe-Verzeichnis]
              Extrahiere ein Quellpaket (--extract seit Dpkg 1.17.14). Ein nicht-Options-Argument
              muss angegeben werden, der Name der Debian Quell-Steuer-Datei (.dsc). Optional kann
              ein zweites nicht-Options-Argument angegeben werden, um das Verzeichnis  anzugeben,
              in  das  das  Quellpaket  extrahiert werden soll. Dieses Verzeichis darf dann nicht
              existieren. Falls kein Ausgabeverzeichnis angegeben ist, wird das Quellpaket in das
              Verzeichnis  namens  Quelle-Version  unterhalb  des aktuellen Arbeitsverzeichnisses
              entpackt.

              dpkg-source wird die Namen der anderen Datei(en) aus der Steuerdatei einlesen,  die
              das  Quellpaket ergeben; es wird angenommen, dass diese im gleichen Verzeichnis wie
              die .dsc liegen.

              Die Dateien in dem entpackten Paket werden die Rechte  und  Eigentümer  haben,  die
              erwartet  würden, falls die Dateien und Verzeichnisse einfach angelegt worden wären
              - Verzeichnisse und Programmdateien werden 0777 und einfache  Dateien  0666,  beide
              durch  die  umask  der  Person,  die  extrahiert, entsprechend angepasst; falls das
              übergeordnete Verzeichnis setgid ist, werden dies die entpackten Verzeichnisse auch
              sein, und alle Dateien und Verzeichnisse werden die Gruppeneigentümerschaft erben.

              Falls  das  Quellpaket  ein  nicht-Standard-Format verwendet (derzeit bedeutet dies
              alle Formate außer „1.0“)) wird sein Name in debian/source/format  gespeichert,  so
              dass  alle  folgenden Bauversuchen des Quellpakets standardmäßig das gleiche Format
              verwenden.

       -b, --build Verzeichnis [Format-abhängige-Parameter]
              Baue ein Quellpaket (--build seit Dpkg 1.17.14). Das  erste  nicht-Options-Argument
              wird  als  Name des Verzeichnisses verwandt, das den debianisierten (d.h. mit einem
              Unterverzeichnis debian und ggf.  Änderungen  an  den  Originaldateien  versehenen)
              Quellbaum  enthält.  Abhängig  vom  dem zum Bau verwandten Quellpaketformat könnten
              zusätzliche Parameter akzeptiert werden.

              dpkg-source wird das Quellpaket mit dem ersten gefundenen Format aus der  folgenden
              geordneten  Liste  bauen:  dem  mit  der Befehlszeilenoption(en) --format angegeben
              Format, dem in debian/source/format angegebenen Format, „1.0“.  Die  Rückfalloption
              „1.0“  ist veraltet und wird irgendwann in der Zukunft entfernt werden, Sie sollten
              das  gewünschte  Quellformat  immmer  in  debian/source/format  dokumentieren.  Die
              verschiedenen  Quellpaketformate werden im Abschnitt QUELLPAKET-FORMATE ausführlich
              beschrieben.

       --print-format Verzeichnis
              Gibt das Quellformat aus, dass  zum  Bau  des  Quellpakets  verwandt  würde,  falls
              dpkg-source  --build  Verzeichnis  aufgerufen würde (unter den gleichen Bedingungen
              und mit den gleichen Parametern, seit Dpkg 1.15.5).

       --before-build Verzeichnis
              Der entsprechende Hook des Quellpaketformats  soll  ausgeführt  werden  (seit  Dpkg
              1.15.8).  Dieser  Hook  wird vor jedem Bau des Pakets aufgerufen (dpkg-buildpackage
              ruft ihn sehr früh, sogar vor debian/rules clean auf). Dieser Befehl ist idempotent
              und  kann  mehrfach  aufgerufen  werden.  Nicht alle Quellformate implementieren in
              diesem Hook etwas und wenn dies  erfolgt,  dann  gewöhnlich  zur  Vorbereitung  des
              Quellbaums  für  den  Bau,  in  dem  beispielsweise  sichergestellt wird, dass alle
              Debian-Patches angewandt sind.

       --after-build Verzeichnis
              Der entsprechende Hook des Quellpaketformats  soll  ausgeführt  werden  (seit  Dpkg
              1.15.8).  Dieser  Hook wird nach jedem Bau des Pakets aufgerufen (dpkg-buildpackage
              ruft als letztes auf). Dieser Befehl ist idempotent und  kann  mehrfach  aufgerufen
              werden.  Nicht  alle Quellformate implementieren in diesem Hook etwas und wenn dies
              erfolgt, dann gewöhnlich um rückgängig zu machen, was  --before-build  durchgeführt
              hat.

       --commit [Verzeichnis] …
              Zeichnet  Änderungen am in Verzeichnis entpackten Quellbaum auf (seit Dpkg 1.16.1).
              Dieser Befehl kann zusätzliche Parameter akzeptieren, abhängig vom Quellformat.  Er
              wird  zu einer Fehlermeldung bei Formaten, für denen dieser Vorgang keine Bedeutung
              hat, führen.

       -?, --help
              Zeigt die Verwendungsnachricht und beendet  das  Programm.  Die  formatspezifischen
              Bau- und Extrahierungsoptionen können mit der Option --format angezeigt werden.

       --version
              Gebe die Version aus und beende sich.

OPTIONEN

   Generische Bau-Optionen
       -cSteuerdatei
              Bestimmt  die  Hauptquell-»control«-Datei,  aus der Informationen ausgelesen werden
              sollen. Der Standardwert ist debian/control. Falls der Pfadname relativ  ist,  wird
              dieser relativ zum obersten Verzeichnis des Quellbaums interpretiert.

       -lChangelog-Datei
              Bestimmt die »changelog«-Datei, aus der Informationen ausgelesen werden sollen. Der
              Standardwert ist debian/changelog. Falls der  Pfadname  relativ  ist,  wird  dieser
              relativ zum obersten Verzeichnis des Quellbaums interpretiert.

       -FChangelog-Format
              Spezifiziert  das  Format  des  Changelogs.  Lesen  Sie  dpkg-parsechangelog(1) für
              Informationen über alternative Formate.

       --format=Wert
              Verwende das angegebene Format zum Bau des  Quellpakets  (seit  Dpkg  1.14.17).  Es
              überschreibt jedes in debian/source/format angegebene Format.

       -VName=Wert
              Setzt  eine  Ausgabesubstitutionsvariable.  Lesen  Sie  deb-substvars(5)  für  eine
              Besprechung des Ausgabesubstitution.

       -TSubstvars-Datei
              Lese Substitutionsvariablen aus Substvars-Datei;  standardmäßig  wird  keine  Datei
              gelesen.  Diese Option kann mehrfach verwandt werden, um Substitutionsvariablen aus
              mehreren Dateien einzulesen (seit Dpkg 1.15.6).

       -DFeld=Wert
              Überschreibe oder ergänze ein Ausgabesteuerdateifeld.

       -Ufield
              Entferne ein Ausgabesteuerdateifeld.

       -ZKomprimierung, --compression=Komprimierung
              Gibt die Komprimierung  an,  die  für  die  angelegten  Tarbälle  und  Diff-Dateien
              verwendet  wird  (--compression  seit Dpkg 1.15.5). Beachten Sie, dass diese Option
              nicht dazu führt, dass existierende Tarbälle rekomprimiert werden, sie betrifft nur
              neue  Dateien.  Unterstützte Werte sind gzip, bzip2, lzma und xz. xz ist für Format
              2.0 und neuer, gzip für Format 1.0 voreingestellt. xz wird erst  seit  Dpkg  1.15.5
              unterstützt.

       -zStufe, --compression-level=Stufe
              Zu  verwendende  Komprimierstufe (--compression-level seit Dpkg 1.15.5). Wie bei -Z
              betrifft dies nur neu angelegte Dateien. Unterstützte Werte sind 1 bis 9, best  (am
              besten) und fast (schnell). Der Standardwert ist 9 für Gzip und Bzip2, 6 für Xz und
              Lzma.

       -i[regex], --diff-ignore[=regex]
              Sie können einen regulären Perl-Ausdruck angeben, der auf Dateien  passt,  die  Sie
              aus  der Liste der Dateien für den Diff entfernen möchten ((--diff-ignore seit Dpkg
              1.15.6); diese Liste wird von einem Find-Befehl generiert. Falls das Quellpaket als
              Version  3-Quellpaket  mittels  eines  VCS  gebaut wird, ignoriert dies stattdessen
              Änderungen an bestimmten Dateien, die noch nicht  übertragen  (»committed«)  wurden
              (mit -i.* werden alle davon ignoriert).

              Die  Option  -i  selbst  aktiviert  diese  Einstellung  mit  einem voreingestellten
              regulären Ausdruck (der  alle  Änderungen  durch  einen  standardmäßigen  regulären
              Ausdruck   erhält,   die  durch  einen  früheren  Aufruf  von  --extend-diff-ignore
              erfolgten),    der    Steuerdateien    und    -Verzeichnisse     der     häufigsten
              Revisionskontrollsysteme,  Backups,  Swap-Dateien  und Bau-Ausgabeverzeichnisse von
              Libtool herausgefiltert. Es kann nur einen aktiven regulären  Ausdruck  geben,  von
              mehrfach angegebenen -i-Optionen wird nur die letzte berücksichtigt.

              Dies ist sehr hilfreich, um irrelevante Dateien, die im Diff aufgenommen werden, zu
              entfernen. Falls Sie zum Beispiel Ihre  Quellen  in  einem  Revisionskontrollsystem
              speichern  und  »Checkout«  verwenden möchten, um Ihr Quellpaket zu bauen, ohne die
              zusätzlichen Dateien und Verzeichnisse, die  darin  typischerweise  enthalten  sind
              (z.B.  CVS/,  .cvsignore,  .svn/),  mit  aufzunehmen.  Der voreingestellte reguläre
              Ausdruck ist bereits sehr erschöpfend, aber falls Sie ihn ersetzen müssen, beachten
              Sie,  dass  er standardmäßig auf alle Teile des Pfades passen kann. Falls Sie daher
              nur den Anfang eines Pfades oder komplette Dateinamen  vergleichen  wollen,  müssen
              Sie die notwendigen Anker (z.B. ‚(^|/)’, ‚($|/)’) selbst bereitstellen.

       --extend-diff-ignore=regex
              Der  angegebene  reguläre  Ausdruck  (Perl-Format)  wird  den  standardmäßigen  von
              --diff-ignore verwandten Wert und dessen aktuellen Wert, falls  gesetzt,  erweitern
              (seit  Dpkg  1.15.6).  Dies  erfolgt,  indem  „|regex“  an  den  existierenden Wert
              angehängt wird. Diese Option ist bequem  in  debian/source/options  zu  nutzen,  um
              einige   automatisch  erstellten  Dateien  von  der  automatischen  Patch-Erzeugung
              auszuschließen.

       -I[Dateimuster], --tar-ignore[=Dateimuster]
              Falls diese Option angegeben wird, wird der Dateiname an die Option  --exclude  von
              tar(1)  weitergegeben,  wenn  es  zur  Erstellung  der  Datei  .orig.tar  oder .tar
              aufgerufen wird (--tar-ignore seit Dpkg 1.15.6). Zum  Beispiel  führt  -ICVS  dazu,
              dass Tar über CVS-Verzeichnisse hinweggeht, wenn es eine .tar-Datei erstellt. Diese
              Option  kann  mehrfach  wiederholt  werden,  um  mehrere  Muster  aufzuführen,  die
              ausgeschlossen werden sollen.

              -I  fügt  standardmäßig  von selbst --exclude-Optionen hinzu, die die Steuerdateien
              und -Verzeichnisse der häufigsten Revisionskontrollsysteme,  Backups,  Swap-Dateien
              und Bau-Ausgabeverzeichnisse von Libtool herausfiltern.

       Hinweis:  Obwohl  sie  ähnliche  Zwecke  verfolgen, haben -i und -I eine sehr verschiedene
       Syntax und Semantik. -i kann  nur  einmal  angegeben  werden  und  nimmt  einen  regulären
       Perlausdruck  an,  der  gegen  den vollen relativen Pfad jeder Datei geprüft wird. -I kann
       mehrfach angegeben werden und nimmt ein Dateinamen-Muster mit Shell-Jokerzeichen  an.  Das
       Muster  wird  gegen  den  vollen relativen Pfad aber auch individuell gegen jeden Teil des
       Pfades angewendet. Die exakte Symantik der Option --exclude ist etwas  kompliziert,  lesen
       Sie    https://www.gnu.org/software/tar/manual/tar.html#wildcards   für   eine   komplette
       Dokumentation.

       Der voreingestellte reguläre Ausdruck und Muster für beide Optionen können in der  Ausgabe
       des Befehls --help gesehen werden.

   Generische Extrahierungs-Optionen
       --no-copy
              Kopiere  die  Original-Tarbälle  nicht in die Nähe des entpackten Quellpakets (seit
              1.14.17).

       --no-check
              Prüfe Signaturen und Prüfsummen vor dem Entpacken nicht (seit Dpkg 1.14.17).

       --no-overwrite-dir
              Das Entpackverzeichnis nicht überschreiben, falls es bereits existiert  (seit  Dpkg
              1.18.8).

       --require-valid-signature
              Entpacken  des  Quellpakets  ablehnen, falls es keine OpenPGP-Signatur enthält, die
              entweder  mit  dem  trustedkeys.gpg-Schlüsselring  des  Benutzers,  mit  einem  der
              Schlüsselringen des Lieferanten oder mit einem der offiziellen Debian-Schüsselringe
              (/usr/share/keyrings/debian-keyring.gpg                                         und
              /usr/share/keyrings/debian-maintainers.gpg)   überprüft   werden  kann  (seit  Dpkg
              1.15.0).

       --require-strong-checksums
              Entpacken des Quellpakets ablehnen, falls es keine starken Prüfsummen enthält (seit
              Dpkg 1.18.7). Derzeit wird nur die Prüfsumme SHA-256 als stark betrachtet.

       --ignore-bad-version
              Wandelt die Prüfung auf eine defekte Quellpaketversion in eine nicht-fatale Warnung
              (seit Dpkg 1.17.7). Diese Option sollte nur notwendig sein, wenn  ein  historisches
              Quellpaket    mit    defekten    Versionen    entpackt    wird,    lediglich    zur
              Rückwärtskompatibilität.

QUELLPAKET-FORMATE

       Falls  Sie  nicht  wissen,  welches  Quellformat  Sie  verwenden  sollen,  verwenden   Sie
       wahrscheinlich   am   besten  entweder  „3.0  (quilt)“  oder  „3.0  (native)“.  Lesen  Sie
       https://wiki.debian.org/Projects/DebSrc3.0  für  Informationen  über  den  Einsatz  dieser
       Formate innerhalb von Debian.

   Format: 1.0
       Ein  Quellpaket  in  diesem Format besteht entweder aus einem .orig.tar.gz mit zugehörigem
       .diff.gz  oder  einem  einzelnen  .tar.gz  (in  diesem  Fall  wird  das  Paket  als  nativ
       bezeichnet).  Optional  kann  der  ursprüngliche  Tarball von einer separaten Signatur der
       Originalautoren .orig.tar.gz.asc begleitet werden. Das Entpacken  wird  seit  Dpkg  1.18.5
       unterstützt.

       Extrahieren

       Extrahieren eines nativen Pakets ist ein einfaches Extrahieren eines einzelnen Tarballs in
       das Zielverzeichnis. Extrahieren eines nicht-nativen Pakets erfolgt zuerst durch Entpacken
       des  .orig.tar.gz  und  dann  durch  Anwendung  des  Patches  aus  der .diff.gz-Datei. Der
       Zeitstempel  aller  gepatchten  Dateien  wird  auf  den  Zeitpunkt  der  Extrahierung  des
       Quellpakets  zurückgesetzt  (das  vermeidet  Zeitstempelversätze, die zu Problemen führen,
       wenn autogenerierte Dateien gepatcht werden). Der Diff  kann  neue  Dateien  anlegen  (das
       gesamte  Debian-Verzeichnis  wird  auf  diese  Weise  erstellt),  kann  aber keine Dateien
       entfernen (leere Dateien bleiben zurück).

       Bauen

       Bauen eines nativen Paket besteht nur aus dem Erstellen eines einzigen  Tarballs  mit  dem
       Quellverzeichnis.   Bauen   eines   nicht-nativen  Pakets  schließt  das  Extrahieren  des
       Original-Tarballs in ein separates Verzeichnis „.orig“ und die Neuerstellung des  .diff.gz
       durch Vergleich des Quellpaket-Verzeichnisses mit dem Verzeichnis .orig ein.

       Bau-Optionen (mit --build):

       Falls   ein  zweites  nicht-Options-Argument  angegeben  ist,  sollte  es  der  Namen  des
       Originalquellverzeichnisses oder der Tar-Datei sein.  Falls  das  Paket  Debian-spezifisch
       ist,   dann   sollte   dieses   Argument   die   leere   Zeichenkette  sein,  da  es  kein
       Debianisierungs-Diff gibt.  Falls  kein  zweites  Argument  übergeben  wird,  dann  schaut
       dpkg-source  nach der ursprünglichen Tar-Datei Paket_Upstream-Version.orig.tar.Erweiterung
       oder   dem   ursprünglichen   Quellverzeichnis   Verzeichnis.orig,   abhängig   von    den
       -sX-Argumenten.

       -sa,  -sp,  -sk,  -su  und  -sr  werden keine existierenden Tar-Dateien oder Verzeichnisse
       überschreiben. Falls dies gewünscht ist, sollten stattdessen -sA, -sP, -sK,  -sU  und  -sR
       verwendet werden.

       -sk    Gibt   an,   dass   die  Originalquellen  als  Tar-Datei  erwartet  werden  sollen,
              standardmäßig    Paket_Ursprungsversion.orig.tarErweiterung.    Es    wird    diese
              Originalquellen  als  Tar-Datei  am  Platz  belassen,  oder  sie  in  das  aktuelle
              Verzeichnis kopieren, falls sie  dort  noch  nicht  sind.  Der  Tarball  wird  nach
              Verzeichnis.orig für die Erstellung des Diffs entpackt.

       -sp    Wie -sk, aber das Verzeichnis wird danach entfernt.

       -su    Gibt  an,  dass  die Originalquellen als Verzeichnis erwartet werden, standardmäßig
              Paket-Ursprungsversion.orig. dpkg-source wird daraus ein neues Original-Quellarchiv
              erstellen.

       -sr    Wie -su, aber das Verzeichnis wird nach der Verwendung entfernt.

       -ss    Gibt  an,  dass  die  Originalquellen sowohl als Verzeichnis als auch als Tar-Datei
              verfügbar  sind.  dpkg-source  wird  das  Verzeichnis  zur  Erstellung  des   Diffs
              verwenden,  aber  die  Tar-Datei  für  die  .dsc.  Diese  Option  muss mit Vorsicht
              verwendet werden - falls das Verzeichnis und die Tar-Datei nicht  zusammen  passen,
              wird ein fehlerhaftes Quellarchiv erstellt.

       -sn    Gibt  an,  dass  nicht  nach Originalquellen geschaut und kein Diff erstellt werden
              soll. Das zweite Argument, falls angegeben, muss die leere Zeichenkette sein.  Dies
              wird für Debian-spezifische Pakete verwendet, die keine Quellen von Originalautoren
              und somit kein Debianisierungs-Diff haben.

       -sa oder -sA
              Gibt an, dass nach dem Original-Quellarchiv  als  Tar-Datei  oder  als  Verzeichnis
              gesucht  werden  soll - das zweite Argument, falls vorhanden, kann eines von beiden
              sein, oder die leere Zeichenkette (dies ist äquivalent  zur  Verwendung  von  -sn).
              Falls  eine Tar-Datei gefunden wird, wird diese zur Erstellung eines Diffs entpackt
              und danach entfernt (dies ist äquivalent zu -sp); falls  ein  Verzeichnis  gefunden
              wird,  wird dieses gepackt, um die Originalquellen zu erstellen und danach entfernt
              (dies ist  äquivalent  zu  -sr);  falls  keines  von  beiden  gefunden  wird,  wird
              angenommen,  dass  das  Paket  kein  Debianisierungs-Diff  sondern nur ein direktes
              Quellarchiv (dies ist äquivalent zu -sn). Falls sowohl  ein  Verzeichnis  als  auch
              eine  Tar-Datei  gefunden  werden,  dann ignoriert dpkg-source das Verzeichnis, und
              überschreibt es, falls -sA angegeben wurde (dies ist äquivalent zu -sP)  oder  löst
              einen Fehler aus, falls -sa angegeben wurde. -sa ist die Voreinstellung.

       --abort-on-upstream-changes
              Der  Prozess schlägt fehl, falls das erstellte Diff Änderungen an Dateien außerhalb
              des Unterverzeichnisses »debian« enthält (seit Dpkg 1.15.8). Diese  Option  ist  in
              debian/source/options  nicht  erlaubt,  kann  aber  in  debian/source/local-options
              verwandt werden.

       Extrahierungs-Optionen (mit --extract):

       In allen Fällen werden die Originalquellbäume entfernt.

       -sp    Verwendet beim  Extrahieren.  Die  Originalquellen  (falls  vorhanden)  werden  als
              Tar-Datei  belassen.  Falls diese sich nicht im aktuellen Verzeichnis befinden oder
              falls eine existierende, aber davon verschiedene Datei bereits vorhanden ist,  wird
              sie dort hin kopiert. (Dies ist die Voreinstellung.)

       -su    Entpackt den Originalquellbaum.

       -sn    Stellt  sicher,  dass die Originalquellen weder in das aktuelle Verzeichnis kopiert
              noch entpackt werden. Jeder Originalquellbaum, der im  aktuellen  Verzeichnis  war,
              wird dennoch entfernt.

       Alle  -sX-Optionen schließen sich paarweise aus. Falls Sie mehr als eine angeben, wird nur
       die letzte verwendet.

       --skip-debianization
              Überspringt die Anwendung des Debian-Diffs  auf  die  Quellen  der  Originalautoren
              (seit Dpkg 1.15.1).

   Format: 2.0
       Seit  Dpkg  1.13.9  Unterstützung  der  Extrahierung,  seit  Dpkg 1.14.8 Unterstützung des
       Bauens. Auch als »wig&pen« bekannt. Dieses Format  wird  nicht  für  den  breiten  Einsatz
       empfohlen,  es  wird  durch  das  Format  „3.0  (quilt)“  ersetzt.  Wig&pen  war die erste
       Spezifikation eines Paketformats der nächsten Generation.

       Das Verhalten dieses Formats ist identisch zum Format „3.0 (quilt)“, abgesehen davon, dass
       es  keine  explizite Liste von Patches verwendet. Alle Dateien in debian/patches/, die auf
       den regulären Perlausdruck [\w-]+ passen, müssen gültige  Patches  sein:  sie  werden  zum
       Zeitpunkt der Extrahierung angewandt.

       Wenn  ein  neues  Quellpaket  gebaut  wird,  werden  alle  Änderungen  an  den Quellen der
       Originalautoren in einem Patch mit Namen zz_debian-diff-auto gespeichert.

   Format: 3.0 (native)
       Seit Dpkg 1.14.17 unterstützt. Dieses Format ist eine Erweiterung des nativen Paketformats
       wie es im 1.0-Format definiert ist. Es unterstützt alle Kompressionsmethoden und ignoriert
       standardmäßig alle  VCS-spezifischen  Dateien  und  Verzeichnisse  sowie  viele  temporäre
       Dateien (lesen Sie den Standardwert der Option -I bei der Ausgabe von --help).

   Format: 3.0 (quilt)
       Seit  Dpkg  1.14.17  unterstützt. Ein Quellpaket in diesem Format enthält mindestens einen
       Original-Tarball (.orig.tar.Erw, wobei Erw gz, bz2, lzma  und  xz  sein  kann)  und  einen
       Debian-Tarball    (.debian.tar.Erw).    Es   kann   auch   zusätzliche   Original-Tarbälle
       (.orig-Komponente.tar.Erw)  enthalten.  Komponente  kann   nur   alphanumerische   Zeichen
       (‚a-zA-Z0-9’)  und  Bindestriche (‚-’) enthalten. Optional kann jeder Original-Tarball von
       einer    separaten     Signatur     der     Originalautoren     (.orig.tar.Erw.asc     und
       .orig-Komponente.tar.Erw.asc)  begleitet werden. Das Entpacken wird seit Dpkg 1.17.20, das
       Bauen seit Dpkg 1.18.5 unterstützt.

       Extrahieren

       Der  Haupt-Originaltarball  wird  zuerst   entpackt,   dann   werden   alle   zusätzlichen
       Originaltarbälle  in  Unterverzeichnisse  entpackt,  die  nach  dem Komponenten-Teil ihres
       Dateinamens benannt werden (jedes bereits  existierende  Verzeichnis  wird  ersetzt).  Der
       Debian-Tarball  wird auf das Quellverzeichnis entpackt, nachdem jedes bereits existierende
       debian-Verzeichnis  entfernt  wurde.   Beachten   Sie,   dass   der   Debian-Tarball   ein
       debian-Unterverzeichnis  enthalten  muss,  er  aber  auch  Binärdateien  außerhalb  dieses
       Verzeichnisses enthalten darf (sehen Sie hierzu die Option --include-binaries).

       Dann   werden   alle   in   debian/patches/Lieferant.series   oder   debian/patches/series
       aufgeführten  Patches  angewandt,  wobei  Lieferant  der Name des aktuellen Lieferanten in
       Kleinbuchstaben ist oder debian, falls kein Lieferant definiert  ist.  Falls  die  erstere
       Datei verwandt wird und die letztere nicht existiert (oder ein Symlink ist), dann wird die
       letztere mit einem Symlink zu ersterer ersetzt. Dies ist zur Vereinfachung der  Verwendung
       von  quilt  gedacht,  um  die  Gruppe  von  Patches  zu  verwalten. Lieferantenspezifische
       Seriendateien sind dazu gedacht, es zu ermöglichen, mehrere  Entwicklungszweige  basierend
       auf  dem  Lieferanten  auf  eine deklarative Art zu serialisieren, und diese gegenüber der
       offenen Codierung dieser Handhabung in debian/rules zu bevorzugen. Dies  ist  insbesondere
       nützlich,  wenn  die  Quellen  mit  Bedingungen gepacht werden müssten, da die betroffenen
       Dateien keine eingebaute abhängige Okklusionsunterstützung haben. Beachten Sie allerdings,
       dass  dpkg-source  zwar  Seriendateien  auswertet,  in  denen  explizite  Optionen für die
       Anwendung  der  Patches  verwandt  werden  (diese  werden  auf   jede   Zeile   nach   dem
       Patch-Dateinamen  und  einem  oder  mehreren Leerzeichen gespeichert), diese Optionen dann
       aber ignoriert und immer erwartet, dass die Patches mit der Option -p1 von patch angewandt
       werden  können.  Es  wird daher eine Warnung ausgeben, wenn es auf solche Optionen trifft,
       und der Bau wird wahrscheinlich fehlschlagen.

       Beachten  Sie,  dass  lintian(1)  aufgrund  Debian-spezifischer  Regularien  bedingungslos
       Warnungen   ausgeben  wird,  wenn  Lieferantenserien  verwandt  werden.  Dies  sollte  die
       Verwendung außerhalb von Debian nicht betreffen. Um diese Warnungen auszublenden, kann das
       Dpkg-Lintian-Profil mittels Übergabe von „--profile dpkg“ an lintian(1) verwandt werden.

       Der  Zeitstempel  aller  gepatchten  Dateien  wird  auf  die  Entpackzeit  des Quellpakets
       zurückgesetzt. Damit werden Zeitstempelversätze vermieden, die zu Problemen  führen,  wenn
       automatisch erzeugte Dateien gepatcht werden.

       Im  Gegensatz  zum  Standardverhalten  bei  quilt  wird  erwartet,  dass  die Patches ohne
       Unschärfe angewandt werden können. Wenn das nicht der Fall ist, sollten  Sie  die  Patches
       mit  quilt  erneuern  oder  dpkg-source  wird  mit  einer  Fehlermeldung beim Versuch, sie
       anzuwenden, abbrechen.

       Ähnlich wie bei quilt können Patches auch Dateien entfernen.

       Die Datei .pc/applied-patches wird angelegt, falls einige Patches während der Extrahierung
       angewandt wurden.

       Bauen

       Alle  im  aktuellen  Verzeichnis  gefundenen  Original-Tarbälle  werden  in ein temporäres
       Verzeichnis entpackt. Hierbei wird die gleiche Logik wie für das Entpacken  verwandt,  das
       debian-Verzeichnis  wird  in  das temporäre Verzeichnis kopiert und alle Patches außer dem
       automatischen   Patch   (debian-changes-Version   oder   debian-changes,   abhängig    von
       --single-debian-patch)   werden   angewandt.   Das  temporäre  Verzeichnis  wird  mit  dem
       Quellpaketverzeichnis verglichen. Wenn der Diff nicht leer  ist,  schlägt  der  Bau  fehl,
       falls  nicht  --single-debian-patch oder --auto-commit verwandt wurde; in diesem Fall wird
       der Diff im automatischen Patch gespeichert. Falls der automatische Patch erzeugt/gelöscht
       wird,  wird  er  zu  der  Datei series und den quilt-Metadaten hinzugefügt bzw. aus diesen
       gelöscht.

       Änderungen an Binärdateien können in einem Diff nicht dargestellt werden und führen  daher
       zu einem Fehlschlag, es sei denn, der Betreuer hat sich absichtlich dazu entschlossen, die
       veränderte   Binärdatei   dem   Debian-Tarball   hinzuzufügen    (indem    er    sie    in
       debian/source/include-binaries  aufgeführt  hat). Der Bau wird auch fehlschlagen, falls er
       Binärdateien     im     debian-Unterverzeichnis      findet,      die      nicht      über
       debian/source/include-binaries freigegeben wurden.

       Das aktualisierte debian-Verzeichnis und die Liste der veränderten Programme wird dann zur
       Erstellung des Debian-Tarballs verwandt.

       Der automatisch erstellte Diff enthält keine Änderungen an VCS-spezifischen  sowie  vielen
       temporären  Dateien  (lesen  Sie hierzu den zur Option -i zugeordneten Standardwert in der
       Ausgabe von --help). Insbesondere wird das von quilt verwandte .pc-Verzeichnis während der
       Erstellung des automatischen Patches ignoriert.

       Hinweis:  dpkg-source  --before-build  (und  --build)  stellen  sicher,  dass  alle in der
       Series-Datei aufgeführten Patches angewendet sind, so dass ein Paketbau  immer  mit  allen
       angewandten  Patches  durchgeführt  wird.  Dies  erfolgt,  indem  nicht angewandte Patches
       ermittelt  werden  (sie  sind  in  der   Datei   series,   aber   nicht   in   der   Datei
       .pc/applied-patches aufgeführt) und wenn der erste Patch in dem Satz ohne Fehler angewandt
       werden kann, werden sie alle angewandt. Die Option --no-preparation  kann  zum  Abschalten
       dieses Verhaltens verwandt werden.

       Änderungen aufzeichnen

       --commit [Verzeichnis] [Patch-Name] [Patch-Datei]
              Erstellt  einen  Patch,  der  den  lokalen  Änderungen  entspricht,  die  nicht vom
              quilt-Patch-System verwaltet werden und integriert es unter dem Namen Patch-Name in
              das  Patch-System.  Falls  der  Name  fehlt,  wird  er  interaktiv  erfragt.  Falls
              Patch-Datei angegeben ist, wird er als Patch, der zu den  lokalen  Änderungen,  die
              integriert werden sollen, gehört, verwandt. Sobald die Patch integriert wurde, wird
              ein Editor gestartet, so dass Sie  die  Metainformationen  in  den  Kopfzeilen  des
              Patches einfügen können.

              Die  Verwendung  von patch-file ist primär nach einem Baufehler nützlich, der diese
              Datei vorgenerierte und daher  wird  die  übergebene  Datei  nach  der  Integration
              entfernt.  Beachten Sie auch, dass die Änderungen, die in der Patch-Datei angegeben
              sind, bereits im Baum angewandt worden sein müssen und dass die  Dateien,  die  von
              diesem  Patch geändert werden, keine zusätzlichen, nicht aufgezeichneten Änderungen
              enthalten dürfen.

              Falls die Patch-Erzeugung veränderte Binärdateien erkennt, werden diese automatisch
              zu debian/source/include-binaries hinzugefügt, so dass sie im Debian-Tarball landen
              (genau wie dies dpkg-source --include-binaries --build machen würde).

       Bau-Optionen

       --allow-version-of-quilt-db=Version
              Erlaubt  es  dpkg-source,  ein  Quellpaket  zu  bauen,  falls   die   Version   der
              quilt-Metadaten  die  angegebene  ist,  selbst  falls dpkg-source nichts davon weiß
              (seit Dpkg 1.15.5.4). Effektiv teilt dies mit,  dass  die  angegebene  Version  der
              quilt-Metadaten  zu Version 2, die dpkg-source derzeit unterstützt, kompatibel ist.
              Die Version der quilt-Metadaten wird in .pc/.version gespeichert.

       --include-removal
              Ignoriere entfernte Dateien nicht und füge sie zu dem automatisch generierten Patch
              hinzu.

       --include-timestamp
              Füge Zeitstempel zu dem automatisch generierten Patch hinzu.

       --include-binaries
              Füge  alle  veränderten  Programme  zu  dem  debian-Tarball hinzu. Füge sie auch in
              debian/source/include-binaries:  sie  werden  in  folgenden  Bauten   standardmäßig
              hinzugefügt und diese Option wird daher dann nicht mehr benötigt.

       --no-preparation
              Versuche nicht, den Bau-Baum durch Anwenden aller derzeit nicht angewandten Patches
              vorzubreiten (seit Dpkg 1.14.18).

       --single-debian-patch
              Verwende debian/patches/debian-changes statt  debian/patches/debian-changes-Version
              als  Namen  für  den  während  des  Baus  automatisch  generierten Patch (seit Dpkg
              1.15.5.4). Diese Option ist insbesondere nützlich, wenn  das  Paket  in  einem  VCS
              betreut wird und ein Patch-Satz nicht zuverlässig erstellt werden kann. Stattdessen
              sollte der aktuelle Diff zu den Quellen  der  Originalautoren  in  einem  einzelnen
              Patch  gespeichert  werden.  Diese  Option  sollte  in  debian/source/local-options
              eingestellt werden und würde dann von einer Datei  debian/source/local-patch-header
              begleitet,  in  der  erklärt  wird, wie die Debian-Änderungen am besten begutachtet
              werden können, beispielsweise im eingesetzten VCS.

       --create-empty-orig
              Erstelle den Hauptoriginal-Tarball automatisch als leer falls er fehlt und falls es
              ergänzende  Original-Tarbälle  gibt  (seit  Dpkg  1.15.6).  Diese  Option ist dafür
              gedacht,  wenn  das  Quellpaket  nur  eine  Sammlung  von  mehreren  Softwaren  der
              Originalautoren ist und es keine „Haupt“-Software gibt.

       --no-unapply-patches, --unapply-patches
              Standardmäßig  wird  dpkg-source die Patches im --after-build-Hook entfernen, falls
              es sie  in  --before-build  angewandt  hat  (--unapply-patches  seit  Dpkg  1.15.8,
              --no-unapply-patches  seit  Dpkg  1.16.5).  Diese  Optionen  erlauben es Ihnen, den
              Patch-Anwendungs- oder  -Entfernungs-Prozess  zwangsweise  zu  aktivieren  bzw.  zu
              deaktivieren.  Diese  Optionen  sind nur in debian/source/local-options erlaubt, so
              dass alle erstellten Quellpakete standardmäßig das gleiche Verhalten zeigen.

       --abort-on-upstream-changes
              Dieser Prozess schlägt fehl, falls ein automatischer  Patch  erstellt  wurde  (seit
              Dpkg  1.15.8).  Diese  Option kann dazu verwandt werden, sicherzustellen, dass alle
              Änderungen korrekt in separaten quilt-Patches aufgezeichnet wurden, bevor das Paket
              gebaut wurde. Diese Option ist in debian/source/options nicht erlaubt, kann aber in
              debian/source/local-options verwandt werden.

       --auto-commit
              Der Vorgang schlägt nicht fehl,  falls  ein  automatischer  Patch  erstellt  wurde,
              stattdessen wird dieser sofort in die quilt-Serie aufgenommen.

       Extrahierungs-Optionen

       --skip-debianization
              Überspringt  das  Entpacken des Debian-Tarballs auf die Quellen der Originalautoren
              (seit Dpkg 1.15.1).

       --skip-patches
              Wende am Ende der Extrahierung keine Patches an (seit Dpkg 1.14.18).

   Format: 3.0 (custom)
       Seit Dpkg 1.14.17  unterstützt.  Dieses  Format  ist  besonders.  Es  stellt  kein  echtes
       Quellpaket dar, kann aber zur Erstellung eines Quellpakets mit beliebigen Dateien verwandt
       werden.

       Bau-Optionen

       Alle Argumente, die keine Optionen  sind,  werden  als  Dateien  verstanden,  die  in  das
       generierte  Quellpaket  integriert werden sollen. Sie müssen existieren und sich bevorzugt
       im aktuellen Verzeichnis befinden. Mindestens eine Datei muss angegeben werden.

       --target-format=Wert
              Notwendig. Definiert das echte Format des generierten Quellpakets.  Die  generierte
              .dsc-Datei  wird  diesen  Wert  und  nicht  „3.0  (custom)“  in  ihrem  Format-Feld
              enthalten.

   Format: 3.0 (git)
       Seit Dpkg 1.14.17 unterstützt. Dieses Format ist experimentell.

       Ein Quellpaket in diesem Format besteht aus einem einzelnen Bündel eines Git-Depots  .git,
       um die Quellen des Pakets zu verwahren. Es kann auch eine Datei .gitshallow geben, die die
       Revisionen für einen flachen Git-Clone aufführt.

       Extrahieren

       Das Bündel wird als  Git-Depot  in  das  Zielverzeichnis  geklont.  Falls  es  eine  Datei
       gitshallow   gibt,   wird  diese  als  .git/shallow  innerhalb  des  geklonten  Git-Depots
       installiert.

       Beachten Sie, dass standardmäßig im neuen Depot der gleiche  Zweig  ausgecheckt  ist,  der
       auch in der ursprünglichen Quelle ausgecheckt war (typischerweise „master“, es könnte aber
       auch was beliebig anderes sein). Alle anderen Zweige sind unter remotes/origin/ verfügbar.

       Bauen

       Bevor fortgefahren wird, werden einige Überprüfungen ausgeführt, um sicherzustellen,  dass
       keine nicht-ignorierten, nicht-übertragene (»uncommitted«) Änderungen vorliegen.

       git-bundle(1)  wird  zur  Erstellung  des  Bündels  des Git-Depots verwandt. Standardmäßig
       werden alle Zweige und Markierungen im Depot im Bündel einbezogen.

       Bau-Optionen

       --git-ref=Referenz
              Erlaubt  die  Angabe  einer  Git-Referenz  zur  Aufnahme  in  dem  Git-Bündel.  Die
              Verwendung  deaktiviert  das standardmäßige Verhalten, alle Zweige und Markierungen
              aufzunehmen. Kann mehrfach angegeben werden. Referenz kann der Name  eines  Zweiges
              oder  einer  Markierung,  der/die  aufgenommen  werden soll, sein. Es kann auch ein
              Parameter sein,  der  an  git-rev-list(1)  übergeben  werden  kann.  Verwenden  Sie
              beispielsweise  --git-ref=master,  um  nur  den  Master-Zweig  aufzunehmen. Um alle
              Markierungen und Zweige  außer  dem  Zweig  »private«  aufzunehmen,  verwenden  Sie
              --git-ref=--all --git-ref=^private.

       --git-depth=Zahl
              Erstellt  einen  seichten Klon mit einem Verlauf, der bei der angegebenen Anzahl an
              Revisionen abgeschnitten wird.

   Format: 3.0 (bzr)
       Seit Dpkg 1.14.17  unterstützt.  Dieses  Formate  ist  experimentell.  Es  erstellt  einen
       einzigen Tarball, der das Bzr-Depot enthält.

       Extrahieren

       Der Tarball wird entpackt und dann wird Bzr verwandt, um den aktuellen Zweig auszuchecken.

       Bauen

       Bevor  fortgefahren wird, werden einige Überprüfungen ausgeführt, um sicherzustellen, dass
       keine nicht-ignorierten, nicht-übertragene (»uncommitted«) Änderungen vorliegen.

       Dann wird der VCS-spezifische Teil des Quellpakets in ein temporäres Verzeichnis  kopiert.
       Bevor  dieses  temporäre  Verzeichnis  in  einen Tarball gepackt wird, werden verschiedene
       Bereinigungen durchgeführt, um Platz zu sparen.

DIAGNOSE

   kein Quellformat in debian/source/format angegeben
       Die Datei debian/source/format sollte immer  existieren  und  das  gewünschte  Quellformat
       angeben.  Für  Rückwärtskompatibilität  wird  das  Format „1.0“ angenommen, wenn die Datei
       nicht existiert, aber Sie sollten sich nicht darauf verlassen: Irgendwann in  der  Zukunft
       wird dpkg-source verändert und dann fehlschlagen, wenn diese Datei nicht existiert.

       Die  Begründung  liegt darin, dass „1.0“ nicht mehr das empfohlene Format ist, Sie sollten
       normalerweise eines der neueren Formate („3.0 (quilt)“, „3.0  (native)“)  auswählen,  aber
       dpkg-source  wird  dies  nicht für Sie automatisch vornehmen. Falls Sie weiterhin das alte
       Format  verwenden  möchten,   sollten   Sie   dies   explizit   angeben   und   „1.0“   in
       debian/source/format eintragen.

   der Diff verändert die folgenden Dateien der Originalautoren
       Beim  Einsatz des Quellformats „1.0“ ist es normalerweise keine gute Idee, die Dateien der
       Originalautoren  direkt  zu  verändern,  da  die  Änderungen  größtenteils  versteckt  und
       undokumentiert  in der diff.gz-Datei verschwinden. Stattdessen sollten Sie Ihre Änderungen
       als Patches im debian-Verzeichnis speichern  und  während  des  Baus  anwenden.  Um  diese
       Komplexität zu vermeiden, können Sie auch das Format „3.0 (quilt)“ verwenden, das dies von
       sich aus anbietet.

   kann Änderungen an Datei nicht darstellen
       Änderungen an den Quellen  der  Originalautoren  werden  normalerweise  als  Patch-Dateien
       gespeichert,  aber nicht alle Änderungen können als Patches dargestellt werden: Sie können
       nur Änderungen am Inhalt einfacher Textdateien vornehmen. Falls Sie versuchen, eine  Datei
       mit  etwas  eines  anderen  Typs zu ersetzen (beispielsweise eine einfache Datei mit einem
       Symlink oder einem Verzeichnis), werden Sie diese Fehlermeldung erhalten.

   neu angelegte leere Datei Datei wird im Diff nicht dargestellt werden
       Leere Dateien können nicht mit Patchdateien erstellt werden.  Daher  wird  diese  Änderung
       nicht im Quellpaket aufgezeichnet und Sie erhalten dazu diese Warnung.

   ausführbarer Modus Rechte von Datei wird nicht im Diff dargestellt werden
       Patch-Dateien  speichern  nicht die Rechte von Dateien und daher werden ausführbare Rechte
       nicht im Quellpaket gespeichert. Diese Warnung erinnert Sie an diese Tatsache.

   besonderer Modus Rechte von Datei wird nicht im Diff dargestellt werden
       Patch-Dateien speichern nicht die Rechte von Dateien und  daher  werden  geänderte  Rechte
       nicht im Quellpaket gespeichert. Diese Warnung erinnert Sie an diese Tatsache.

UMGEBUNG

       DPKG_COLORS
              Setzt  den Farbmodus (seit Dpkg 1.18.5). Die derzeit unterstützten Werte sind: auto
              (Vorgabe), always und never.

       DPKG_NLS
              Falls dies gesetzt ist, wird es zur Entscheidung, ob Native Language Support,  auch
              als  Internationalisierung  (oder i18n) Unterstützung bekannt, aktiviert wird (seit
              Dpkg 1.19.0). Die akzeptierten Werte sind: 0 und 1 (Vorgabe).

       SOURCE_DATE_EPOCH
              Falls gesetzt, wird es als Zeitstempel (als Sekunden seit der Epoche) zum Festlegen
              der Mtime in den Dateieinträgen von tar(5) verwandt.

       VISUAL
       EDITOR Von den „2.0“- und „3.0 (quilt)“-Quellformatmodulen verwandt.

       GIT_DIR
       GIT_INDEX_FILE
       GIT_OBJECT_DIRECTORY
       GIT_ALTERNATE_OBJECT_DIRECTORIES
       GIT_WORK_TREE
              Von dem „3.0 (quilt)“-Quellformatmodul verwandt.

DATEIEN

   debian/source/format
       Diese  Datei  enthält  auf  einer  einzelnen Zeile das Format, das zum Bau des Quellpakets
       verwandt werden soll (mögliche Formate sind oben beschrieben). Leerzeichen am Zeilenanfang
       oder -ende sind nicht erlaubt.

   debian/source/include-binaries
       Diese   Datei   enthält  eine  Liste  von  Binärdateien  (eine  pro  Zeile),  die  in  den
       Debian-Tarball aufgenommen werden sollen. Leerzeichen am Anfang und Ende der Zeile  werden
       entfernt.  Zeilen,  die  mit  ‚#’ anfangen, sind Kommentare und werden übersprungen. Leere
       Zeilen werden ignoriert.

   debian/source/options
       Diese  Datei  enhält  eine  Liste  an  Optionen,  die  automatisch   vor   den   Satz   an
       Befehlszeilenoptionen bei einem Aufruf dpkg-source --build oder dpkg-source --print-format
       gesetzt werden sollen. Optionen wie -compression und --compression-level  sind  für  diese
       Datei gut geeignet.

       Jede  Option  sollte  auf einer separaten Zeile stehen. Leerzeilen und Zeilen, die mit ‚#’
       beginnen, werden ignoriert. Das einleitende ‚--’ sollte entfernt werden und kurze Optionen
       sind   nicht   erlaubt.   Optionale   Leerzeichen   um   das  ‚=’-Symbol  sowie  optionale
       Anführungszeichen um den Wert sind erlaubt. Hier ist ein Beispiel für so eine Datei:

         # lass dpkg-source ein debian.tar.bz2 mit maximaler Komprimierung
         # erstellen
         compression = "bzip2"
         compression-level = 9
         # verwende debian/patches/debian-changes als automatischen Patch
         single-debian-patch
         # ignoriere Änderungen von config.{sub,guess}
         extend-diff-ignore = "(^|/)(config.sub|config.guess)$"

       Hinweis:  --format-Optionen  werden  in  dieser  Datei  nicht  akzeptiert,   Sie   sollten
       stattdessen debian/source/format verwenden.

   debian/source/local-options
       Genau  wie  debian/source/options,  außer  das die Datei nicht in das erstellte Quellpaket
       aufgenommen wird. Dies kann nützlich sein, um Voreinstellungen zu speichern, die an  einen
       bestimmten  Betreuer  oder an ein bestimmtes VCS, in dem das Paket gewartet wird, gebunden
       sind.

   debian/source/local-patch-header und debian/source/patch-header
       Formloser Text, der an den Anfang des in den Formaten „2.0“ und „3.0 (quilt)“  generierten
       automatischen  Patches  gestellt  wird.  local-patch-header  wird dem erstellen Quellpaket
       nicht hinzugefügt, patch-header dagegen schon.

   debian/patches/Lieferant.series
   debian/patches/series
       Diese Datei führt  alle  Patches  auf,  die  (in  der  angegebenen  Reihenfolge)  auf  das
       Quellpaket  der  Originalautoren  angewandt  werden müssen. Leerzeichen am Anfang und Ende
       werden entfernt. Lieferant ist der Name des aktuellen Lieferanten in Kleinschreibung  oder
       debian,  falls  kein Lieferant definiert ist. Falls die lieferantenspezifische Seriendatei
       nicht existiert, wird eine lieferantenfreie Seriendatei  verwandt.  Zeilen,  die  mit  ‚#’
       anfangen,  sind  Kommentare  und  werden  übersprungen. Leere Zeilen werden ignoriert. Die
       verbleibenen Zeilen beginnen mit dem Dateinamen eines  Patches  (relativ  zum  Verzeichnis
       debian/patches/)  bis  zum  ersten  Leerzeichen  oder bis zum Zeilenende. Bis zum Ende der
       Zeile oder bis zum ersten ‚#’ gefolgt von einem oder mehreren Leerzeichen  (dies  markiert
       den  Beginn  eines Kommentars, der bis zum Zeilenende geht) können optionale quilt-Befehle
       folgen.

FEHLER

       Die Stelle, an der das Überschreiben  von  Feldern  passiert,  verglichen  mit  bestimmten
       Standard-Ausgabe-Feldeinstellungen, ist eher konfus.

SIEHE AUCH

       deb-src-control(5), deb-changelog(5), dsc(5).

ÜBERSETZUNG

       Die deutsche Übersetzung wurde 2004, 2006-2019 von Helge Kreutzmann
       <debian@helgefjell.de>, 2007 von Florian Rehnisch <eixman@gmx.de> und 2008 von Sven
       Joachim <svenjoac@gmx.de> angefertigt. Diese Übersetzung ist Freie Dokumentation; lesen
       Sie die GNU General Public License Version 2 oder neuer für die Kopierbedingungen. Es gibt
       KEINE HAFTUNG.