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BEZEICHNUNG

       lexgrog - wertet die Kopfzeilen-Information von Handbuchseiten aus

ÜBERSICHT

       lexgrog [-m|-c] [-dfw?V] [-E Kodierung] Datei ...

BESCHREIBUNG

       lexgrog  ist eine Lex-Implementierung des traditionellen Dienstprogramms »groff guess« für
       die Auswertung von Handbuch-Quelldateien oder vorformatierten »Cat«-Seiten. Es  liest  die
       Liste  der  Dateien  in  seiner  Befehlszeile.  Seine  Ausgabe sind entweder die Namen und
       Beschreibungen in der Form, die apropos und whatis verwenden oder die Liste  der  für  die
       Seite  erforderlichen  Vorverarbeitungs-Filter für die Erzeugung von Nroff/Troff oder aber
       beides.

       Wenn seine Eingabe schlecht formatiert ist, wird  lexgrog  »parse  failed«  ausgeben.  Das
       können  externe Programme nutzen, die Handbuchseiten auf Fehlerfreiheit prüfen. Wenn einer
       der Eingabedateien von lexgrog »-« ist, wird das Programm von der  Standardeingabe  lesen.
       Ist eine Eingabedatei komprimiert, wird sie automatisch dekomprimiert.

OPTIONEN

       -d, --debug
              Ausgabe von Debug-Informationen

       -m, --man
              Interpretiert die Eingabe als Handbuchseiten-Quelltext. Sind weder --man noch --cat
              gewählt, greift diese Voreinstellung.

       -c, --cat
              Interpretiert die Eingabe als  vorformatierte  Handbuchseiten  (»Cat-Seiten«).  Die
              Optionen --man und --cat schließen sich gegenseitig aus.

       -w, --whatis
              Zeigt  den Namen und die Beschreibung aus dem Kopf der Handbuchseite so an, wie sie
              von apropos und whatis verwendet werden. Das ist  die  Voreinstellung,  wenn  weder
              --whatis noch --filters gewählt wurde.

       -f, --filters
              Zeigt  die  Liste  der erforderlichen Filter für die Aufbereitung der Handbuchseite
              vor der Formatierung mit Nroff oder Troff.

       -E Kodierung, --encoding Kodierung
              Statt des vermuteten Zeichensatzes der Seite die Kodierung verwenden.

       -?, --help
              Hilfetext anzeigen und beenden

       --usage
              zeigt eine kurze Anwendungszusammenfassung an und beendet das Programm.

       -V, --version
              Versionsinformation anzeigen und beenden

EXIT-STATUS

       0      erfolgreiche Programmausführung

       1      Fehler beim Aufruf

       2      Lexgrog konnte eine oder mehrere seiner Eingabedateien nicht auswerten.

BEISPIELE

         $ lexgrog man.1
         man.1: "man - an interface to the on-line reference manuals"
         $ lexgrog -fw man.1
         man.1 (t): "man - an interface to the on-line reference manuals"
         $ lexgrog -c whatis.cat1
         whatis.cat1: "whatis - display manual page descriptions"
         $ lexgrog broken.1
         broken.1: parse failed

WAS BEDEUTET PARSEN

       Die Programme mandb  und  lexgrog  verwenden  den  gleichen  Code.  mandb  durchsucht  den
       Abschnitt  BEZEICHNUNG  am  Anfang  jeder  Handbuchseite  nach  den  Namen und den jeweils
       beschriebenen Funktionen. Obwohl der Parser (das Auswerteprogramm) ziemlich tolerant  ist,
       weil  er sich mit etlichen verschiedenen, früher genutzten Formaten befassen muss, kann er
       ab und zu die gewünschte Information nicht entnehmen.

       Wenn  Sie  die  den  traditionellen  Makrosatz  »man«   verwenden,   wird   ein   gültiger
       BEZEICHNUNGs-Abschnitt ungefähr so aussehen:

              .SH BEZEICHNUNG
              foo \- Programm, das etwas erledigt

       Einige  Handbuchanzeigeprogramme  erfordern das ‘\-Reihenfolge. mandb ist toleranter, aber
       für die Kompatibilität mit anderen Systemen ist es dennoch eine gute Idee,  den  Backslash
       (umgekehrten Schrägstrich) beizubehalten.

       Auf  der linken Seite können verschiedene, durchs Kommas getrennte Namen stehen. Namen mit
       Leerzeichen werden ignoriert, um  bestimmte  »krankhafte«  Verhaltensweisen  bei  schlecht
       formatierten  BEZEICHNUNGs-Abschnitten  zu  vermeiden.  Der  Text  auf  der  rechten Seite
       unterliegt keinen Formvorschriften und kann sich über mehrere Zeilen erstrecken.  Wenn  in
       der  Handbuchseite  mehrere  Merkmale  mit  unterschiedlichen  Beschreibungen dokumentiert
       werden, wird das folgende Format verwendet:

              .SH BEZEICHNUNG
              foo, bar \- Programme, die etwas erledigen
              .br
              baz \- Programme, die in der Hängematte liegen

       (Anstelle des Zeilenvorschub-Makros .br kann auch ein Makro verwendet  werden,  das  einen
       neuen Absatz beginnt, z.B. .PP.)

       Wird    der   von   BSD   abgeleitete   mdoc-Makrosatz   verwendet,   hat   ein   gültiger
       BEZEICHNUNGs-Abschnitt ungefähr das folgende Aussehen:

              .Sh BEZEICHNUNG
              .Nm foo
              .Nd Programm, das etwas erledigt

       Es gibt mehrere häufige  Gründe  dafür,  dass  die  von  Whatis  durchgeführte  Auswertung
       fehlschlägt.  Manchmal  ersetzen  Autoren  von Handbuchseiten ‘.SH BEZEICHNUNG’ durch ‘.SH
       MEINPROGRAMM’. Dann kann mandb den Abschnitt nicht  finden,  aus  dem  es  die  benötigten
       Informationen entnehmen soll. Manchmal verfassen Autoren einen Abschnitt BEZEICHNUNG, aber
       platzieren dort anstelle von ‘Name \- Beschreibung’. frei formatierten  Text.  Es  sollten
       aber beliebige, dem oben Beschriebenen ähnliche Schreibweisen akzeptiert werden.

SIEHE AUCH

       apropos(1), man(1), whatis(1), mandb(8)

ANMERKUNGEN

       Lexgrog  versucht,  Dateien mit ».so«-Anfragen auszuwerten, hat aber nur dann Aussicht auf
       Erfolg, wenn die Seiten ordnungsgemäß in einer Handbuchseiten-Hierarchie installiert sind.

AUTOR

       Der von Lexgrog verwendete Code für die Auswertung von  Handbuchseiten  wurde  geschrieben
       von:

       Wilf. (G.Wilford@ee.surrey.ac.uk).
       Fabrizio Polacco (fpolacco@debian.org).
       Colin Watson (cjwatson@debian.org).

       Colin  Watson  hat  sowohl  das aktuelle Befehlszeilen-Frontend als auch die Handbuchseite
       geschrieben.