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BEZEICHNUNG

       systemctl - Steuerung des Systemd-Systems und des Diensteverwalters

ÜBERSICHT

       systemctl [OPTIONEN…] BEFEHL [UNIT…]

BESCHREIBUNG

       systemctl kann zum Prüfen und Steuern des Zustandes des »Systemd«-Systems und
       -Diensteverwalters verwandt werden. Bitte lesen Sie systemd(1) für eine Einführung in die
       grundlegenden Konzepte und Funktionalitäten, die dieses Werkezeug verwaltet.

OPTIONEN

       Die folgenden Optionen werden verstanden:

       -t, --type=
           Dieses Argument sollte eine Kommata-getrennte Liste von Unit-Typen wie service und
           socket sein.

           Falls eines der Argumente ein Unit-Typ ist, wird die Anzeige auf bestimmte Unit-Typen
           begrenzt, wenn Units aufgelistet werden. Andernfalls werden alle Typen angezeigt.

           Als Spezialfall wird eine Liste der erlaubten Werte angezeigt und das Programm beendet
           sich, falls eines der Argumente help ist.

       --state=
           Das Argument sollte eine Kommata-getrennte Liste von Zuständen LOAD, SUB oder ACTIVE
           sein. Wenn Units aufgelistet werden, werden nur die in den festgelegten Zuständen
           angezeigt. Verwenden Sie --state=failed, um nur fehlgeschlagene Units anzuzeigen.

           Als Spezialfall wird eine Liste der erlaubten Werte angezeigt und das Programm beendet
           sich, falls eines der Argumente help ist.

       -p, --property=
           Bei der Anzeige der Eigenschaften von Units/Aufträgen/Verwalter mit dem Befehl show
           wird die Anzeige auf die festgelegten Eigenschaften begrenzt. Das Argument sollte eine
           Kommata-getrennte Liste von Eigenschaftsnamen wie »MainPID« sein. Falls nicht
           angegeben, werden alle bekannten Eigenschaften angezeigt. Falls mehr als einmal
           festgelegt, werden alle Eigenschaften mit den festgelegten Namen angezeigt. Für
           Eigenschaftsnamen ist die Shell-Vervollständigung implementiert.

           Für den Verwalter selbst wird systemctl show alle verfügbaren Eigenschaften anzeigen.
           Diese Eigenschaften sind in systemd-system.conf(5) dokumentiert.

           Eigenschaften für Units unterscheiden sich zwischen Unit-Typen, daher ist die Anzeige
           einer Unit (selbst einer nicht vorhandenen) ein Weg, um die Eigenschaften, die diese
           Unit betreffen, aufzulisten. Ähnlich wird die Anzeige eines Auftrags die allen
           Aufträgen zugehörigen Eigenschaften auflisten. Eigenschaften für Units sind in
           systemd.unit(5) und den Seiten für die individuellen Unit-Typen systemd.service(5),
           systemd.socket(5) usw. dokumentiert.

       -a, --all
           Beim Auflisten von Units mit list-units werden auch inaktive Units und Units, die
           anderen Units folgen, angezeigt. Bei der Anzeige der Eigenschaften von
           Units/Aufträgen/Verwaltern werden alle Eigenschaften angezeigt, unabhängig davon, ob
           sie gesetzt sind oder nicht.

           Um alle im Dateisystem installierten Units aufzulisten, verwenden Sie stattdessen den
           Befehl list-unit-files.

           Beim Auflisten von Units mit list-dependencies werden alle abhängigen Units rekursiv
           angezeigt (standardmäßig werden nur Abhängigkeiten von Ziel-Units angezeigt).

           Bei der Verwendung mit status werden Journal-Nachrichten vollständig angezeigt, selbst
           falls sie nicht darstellbaren Zeichen enthalten oder sehr lang sind. Standardmäßig
           werden Felder mit nicht darstellbaren Zeichen als »blob data« abgekürzt«. (Beachten
           Sie, dass das Textanzeigeprogramm die nicht darstellbaren Zeichen wieder maskieren
           könnte.)

       -r, --recursive
           Beim Auflisten von Units werden auch Units von lokalen Containern angezeigt. Units von
           lokalen Containern wird der Container-Name vorangestellt, getrennt durch einen
           einzelnen Doppelpunkt (»:«).

       --reverse
           Zeigt mit list-dependencies inverse Abhängigkeiten an, d.h. folgt Abhängigkeiten vom
           Typ WantedBy=, RequiredBy=, PartOf=, BoundBy= statt Wants= und ähnlichen.

       --after
           Zeigt mit list-dependencies Units an, die vor der festgelegten Unit angeordnet sind.
           Mit anderen Worten, listet rekursiv Units, die der Abhängigkeit After= folgen, auf.

           Beachten Sie, dass jede Abhängigkeit After= automatisch gespiegelt wird, um eine
           Abhängigkeit Before= zu erstellen. Temporäre Abhängigkeiten können explizit festgelegt
           werden, werden aber auch implizit für Units mit den Zielen WantedBy= (siehe
           systemd.target(5)) und als Ergebnis von anderen Anweisungen (beispielsweise
           RequiresMountsFor=) erstellt. Sowohl explizit als auch implizit eingeführte
           Abhängigkeiten werden mit list-dependencies angezeigt.

           Bei der Übergabe an den Befehl list-jobs wird für jeden dargestellten Auftrag
           angezeigt, welche anderen Aufträge auf ihn warten. Kann mit --before kombiniert
           werden, um sowohl die Aufträge, die auf jeden Auftrag warten, als auch alle Aufträge,
           auf die jeder Auftrag wartet anzuzeigen.

       --before
           Zeigt mit list-dependencies Units an, die nach der festgelegten Unit angeordnet sind.
           Mit anderen Worten, listet rekursiv Units, die der Abhängigkeit Before= folgen, auf.

           Bei der Übergabe an den Befehl list-jobs wird für jeden dargestellten Auftrag
           angezeigt, auf welche anderen Aufträge er wartet. Kann mit --after kombiniert werden,
           um sowohl die Aufträge, die auf jeden Auftrag warten, als auch alle Aufträge, auf die
           jeder Auftrag wartet anzuzeigen.

       -l, --full
           Unit-Namen, Prozessbaumeinträge, Journal-Ausgabe nicht verkürzen und
           Unit-Beschreibungen in der Ausgabe von status, list-units, list-jobs und list-timers
           nicht abschneiden.

           Zeigt auch Installationsziele in der Ausgabe von is-enabled an.

       --value
           Wenn Eigenschaften mit show dargestellt werden, wird nur der Wert ausgegeben und der
           Eigenschaftsname und »=« übersprungen.

       --show-types
           Bei der Anzeige von Sockets wird auch der Typ des Sockets angezeigt.

       --job-mode=
           Beim Einstellen eines Auftrags in die Warteschlangen steuert diese Option, wie mit
           bereits in der Warteschlange befindlichen Aufträgen umgegangen werden soll. Sie
           akzeptiert entweder »fail«, »replace«, »replace-irreversibly«, »isolate«,
           »ignore-dependencies«, »ignore-requirements« oder »flush«. Standardmäßig »replace«,
           außer wenn der Befehl isolate verwandt wird, da dieser den Auftragsmodus »isolate«
           impliziert.

           Falls »fail« festgelegt ist und die angeforderte Aktion in Konflikt mit einem
           anhängigen Auftrag steht (genauer: dazu führt, dass ein anhängiger Auftrag in einen
           Stopp-Auftrag oder umgedreht umgewandelt wird), wird die Aktion fehlschlagen.

           Falls (die Vorgabe) »replace« festgelegt ist, wird jeder in Konflikt stehende
           anhängige Auftrag falls notwendig ersetzt.

           Falls »replace-irreversibly« festgelegt ist, wird wie bei »replace« agiert, aber die
           neuen Aufträge als unumkehrbar markiert. Dies hindert zukünftige in Konflikt stehende
           Transaktionen daran, diese Aufträge zu ersetzen (oder sie selbst daran, in die
           Warteschlange aufgenommen zu werden, während die irreveresiblen Aufträge noch anhängig
           sind). Irreversible Aufträge können weiterhin mit dem Befehl cancel abgebrochen
           werden. Dieser Auftragmodus sollte bei jeder Transaktion, die shutdown.target
           hereinzieht, verwandt werden.

           »isolate« ist nur für Startaktionen gültig und führt dazu, dass alle anderen Units
           beendet werden, wenn die festgelegte Unit gestartet wird. Dieser Modus wird immer
           verwandt, wenn der Befehl isolate verwandt wird.

           »flush« führt dazu, dass alle Aufträge in der Warteschlange abgebrochen werden, wenn
           der neue Auftrag in die Warteschlange eingestellt wird.

           Falls »ignore-dependencies« festgelegt ist, werden alle Unit-Abhängigkeiten für diesen
           neuen Auftrag ignoriert und die Aktion wird sofort ausgeführt. Falls übergeben, werden
           keine für die Unit benötigten Units hereingezogen und keine Ordnungsabhängigkeiten
           berücksichtigt. Dies dient hauptsächlich der Fehlersuche und als Rettungswerkzeug für
           den Administrator und sollte von Anwendungen nicht verwandt werden.

           »ignore-requirements« ist ähnlich zu »ignore-dependencies«, führt aber nur dazu, dass
           die Voraussetzungsabhängigkeiten ignoriert werden, die Ordnungsabhängigkeiten werden
           weiterhin respektiert.

       --fail
           Kurzform von --job-mode=fail.

           Wird dies mit dem Befehl kill zusammen verwandt, wird die Aktion zu einem Fehler
           führen, falls keine Units getötet wurden.

       -i, --ignore-inhibitors
           Unterdrückungssperren ignorieren, wenn das Herunterfahren oder der Schlafzustand
           erbeten wurde. Anwendungen können Unterdrückungssperren einrichten, um zu vermeiden,
           dass bestimmte wichtige Aktionen (wie das Brennen von CDs oder ähnlichem) durch das
           Herunterfahren des Systems oder Schlafzustände unterbrochen werden. Jeder Benutzer
           kann diese Sperren erlangen und privilegierte Benutzer dürfen diese Sperren außer
           Kraft setzen. Falls irgendwelche Sperren erlangt wurden, werden Anfragen zum
           Herunterfahren oder für Schlafzustände normalerweise fehlschlagen (außer sie sind
           privilegiert) und eine Liste der aktiven Sperren wird ausgegeben. Falls allerdings
           --ignore-inhibitors festgelegt wurde, werden die etablierten Sperren ignoriert und
           nicht angezeigt und die Aktion wird dennoch versucht, wobei möglicherweise zusätzliche
           Privilegien benötigt werden.

       --dry-run
           Einfach ausgeben, was getan würde. Momentan von den Verben halt, poweroff, reboot,
           kexec, suspend, hibernate, hybrid-sleep, suspend-then-hibernate, default, rescue,
           emergency und exit unterstützt.

       -q, --quiet
           Unterdrückt die Ausgabe des Ergebnisses der verschiedenen Befehle und auch die
           Hinweise auf abgeschnittene Protokollzeilen. Dies unterdrückt nicht die Ausgabe von
           Befehlen, für die die dargestellte Ausgabe das einzige Ergebnis ist (wie show). Fehler
           werden immer ausgegeben.

       --no-block
           Wartet nicht synchron darauf, dass die angefragte Aktion sich beendet. Falls dies
           nicht festgelegt ist, wird der Auftrag überprüft, in die Warteschlange eingereiht und
           systemctl wartet, bis das Hochfahren der Unit abgeschlossen ist. Durch Übergabe dieses
           Arguments wird nur überprüft und in die Warteschlange eingereiht. Diese Option darf
           nicht mit --wait kombiniert werden.

       --wait
           Wartet synchron darauf, dass gestartete Units sich wieder beenden. Diese Option darf
           nicht mit --no-block kombiniert werden. Beachten Sie, dass dies ewig warten wird,
           falls eine übergebene Unit sich nie beendet (entweder selbst oder explizit gestoppt
           wird); insbesondere Dienste, die »RemainAfterExit=yes« verwenden.

           Wird dies zusammen mit is-system-running verwandt, wird gewartet, bis der
           Systemstartprozess abgeschlossen ist, bevor zurückgekehrt wird.

       --user
           Kommuniziert mit dem Diensteverwalter des aufrufenden Benutzers statt mit dem
           Diensteverwalter des Systems.

       --system
           Kommuniziert mit dem Diensteverwalter des Systems. Dies ist die implizite Vorgabe.

       --failed
           Listet Units im fehlgeschlagenen Zustand auf. Dies ist zu --state=failed äquivalent.

       --no-wall
           Keine Wall-Nachrichten vor halt, power-off und reboot versenden.

       --global
           Falls mit enable und disable verwandt, wird im globalen Benutzerverzeichnis agiert und
           somit eine Unit-Datei global für alle zukünftigen Anmeldungen aller Benutzer
           freigegeben oder ausgeschaltet.

       --no-reload
           Falls mit enable und disable verwandt, wird die Daemon-Konfiguration nach der
           Ausführung der Änderung nicht implizit neu geladen.

       --no-ask-password
           Bei der Verwendung mit start und verwandten Befehlen deaktiviert es Fragen nach
           Passwörtern. Hintergrunddienste können die Eingabe von Passwörtern oder
           Passphrasenzeichenketten benötigten, beispielsweise um Systemfestplatten oder
           kryptographische Zertifikate zu entsperren. Außer wenn diese Option festgelegt ist und
           der Befehl von einem Terminal aus ausgeführt wird, wird systemctl den Benutzer auf dem
           Terminal nach den notwendigen Geheimnissen fragen. Verwenden Sie diesen Schalter, um
           das Verhalten abzuschalten. In diesem Fall muss das Passwort über einen anderen Weg
           bereitgestellt werden (beispielsweise graphische Passsworte-Agenten) oder der Service
           könnte fehlschlagen. Dies deaktiviert auch die Abfrage des Benutzers für die
           Authentifizierung für privilegierte Aktionen.

       --kill-who=
           Bei der Verwendung mit kill wählen Sie aus, welchen Prozessen ein Signal gesandt
           werden soll. Muss einer aus main, control und all sein, um auszuwählen, ob nur der
           Hauptprozess, der Steuerprozess oder alle Prozess der Unit getötet werden soll(en).
           Der Hauptprozess der Unit ist derjenige, der die Lebensdauer bestimmt. Ein
           Steuerprozess einer Unit ist derjenige, der durch den Verwalter aufgerufen wird, um
           Statusänderungen zu veranlassen. Beispielsweise sind alle Prozesse, die aufgrund von
           ExecStartPre=-, ExecStop=- oder ExecReload=-Einstellungen von Dienste-Units gestartet
           werden, Steuerprozesse. Beachten Sie, dass es für jeden Zeitpunkt nur einen
           Steuerprozess pro Unit gibt, da nur eine Statusänderung gleichzeitig ausgeführt wird.
           Für Dienste vom Typ Type=forking ist der vom Verwalter für ExecStart= initial
           gestartete Prozess der Steuerprozess, während der schließlich mittels Fork gestartete
           Prozess dann als Hauptprozess der Unit betrachtet wird (falls er bestimmt werden
           kann). Dies ist für Dienste-Units von anderen Typen verschieden, wo der vom Verwalter
           für ExecStart= mit Fork gestartete Prozess immer der Hauptprozess selbst ist. Eine
           Dienste-Unit besteht aus keinem oder einem Hauptprozess, keinem oder einem
           Steuerprozess sowie einer beliebigen Anzahl von zusätzlichen Prozessen. Allerdings
           verwalten nicht alle Unit-Typen Prozesse dieser Typen. Für Einhänge-Units sind
           beispielsweise Steuerprozesse definiert (die die Aufrufe von /bin/mount und
           /bin/umount sind), aber es ist kein Hauptprozess definiert. Falls weggelassen, ist die
           Vorgabe all.

       -s, --signal=
           Bei der Verwendung mit kill wird das Signal ausgesucht, das an ausgewählte Prozesse
           gesandt wird. Muss eines der gut bekannten Signalkennungen wie SIGTERM, SIGINT oder
           SIGSTOP sein. Falls weggelassen, ist die Vorgabe SIGTERM.

       -f, --force
           Bei der Verwendung mit enable werden alle existierenden, im Konflikt stehenden
           Symlinks außer Kraft gesetzt.

           Bei der Verwendung mit edit werden alle festgelegten Units, die noch nicht existieren,
           erstellt.

           Bei der Verwendung mit halt, poweroff, reboot oder kexec werden die ausgewählten
           Aktionen ohne Herunterfahren aller Units ausgeführt. Allerdings werden alle Prozesse
           zwangsweise beendet und alle Dateisysteme ausgehängt oder neu nur lesbar wieder
           eingehängt. Dies ist daher eine drastische, aber relativ sichere Option, um einen
           sofortigen Neustart anzufragen. Falls --force zweimal für diese Aktionen festgelegt
           ist (mit der Ausnahme von kexec), werden sie sofort ausgeführt, ohne alle Prozesse zu
           beenden oder Dateisysteme auszuhängen. Warnung: Die zweifache Angabe von --force mit
           jeden dieser Aktionen kann zu Datenverlust führen. Beachten Sie, dass bei zweifacher
           Festlegung von --force die ausgewählte Aktion von systemctl selbst ausgeführt wird und
           kein Kontakt zum Systemverwalter aufgenommen wird. Dies bedeutet, dass dieser Befehl
           erfolgreich sein sollte, selbst wenn der Systemverwalter abgestürzt ist.

       --message=
           Bei der Verwendung mit halt, poweroff oder reboot wird eine kurze Nachricht, die den
           Grund für die Aktion beschreibt, gesetzt. Die Nachricht wird zusammen mit der
           Standard-Herunterfahrnachricht protokolliert.

       --now
           Bei der Verwendung mit enable werden die Units auch gestartet. Bei der Verwendung mit
           disable oder mask werden die Units auch gestoppt. Die Start- oder Stopp-Aktion wird
           nur durchgeführt, wenn die zugehörige Freigabe- oder Ausschaltaktion erfolgreich war.

       --root=
           Bei der Verwendung mit enable/disable/is-enabled (und verwandten Befehlen) werden die
           festgelegten Wurzelpfade beim Suchen nach Unit-Dateien verwandt. Falls diese Option
           vorhanden ist, wird systemctl auf dem Dateisystem direkt arbeiten, statt mit dem
           Daemon systemd zu kommunizieren, um die Änderungen auszuführen.

       --runtime
           Bei der Verwendung mit enable, disable, edit (und verwandten Befehlen) werden
           Änderungen nur temporär durchgeführt, so dass sie beim nächsten Neustart verloren
           sind. Dies hat den Effekt, dass Änderungen nicht in dem Unterverzeichnis von /etc,
           sondern in /run durchgeführt werden, mit identischen sofortigen Effekten, da
           allerdings die Änderungen bei letzterem beim Neustart verloren gehen, gehen auch die
           Änderungen verloren.

           Ähnlich erfolgen bei der Verwendung mit set-property die Änderungen nur temporär, so
           dass sie beim nächsten Neustart verloren sind.

       --preset-mode=
           Akzeptiert »full« (die Vorgabe), »enable-only« oder »disable-only«. Bei der Verwendung
           mit den Befehlen preset oder preset-all wird gesteuert, ob Units entsprechend der
           Voreinstellungsregeln ausgeschaltet oder freigegeben oder nur freigegeben oder nur
           ausgeschaltet werden sollen.

       -n, --lines=
           Steuert bei der Verwendung mit status die Anzahl der anzuzeigenden Journal-Zeilen,
           gezählt von der neuesten. Akzeptiert als Argument eine positive Ganzzahl oder 0, um
           die Journal-Ausgabe zu deaktivieren. Standardmäßig 10.

       -o, --output=
           Steuert bei der Verwendung mit status die Formatierung der angezeigten
           Journal-Einträge. Siehe journalctl(1) für die verfügbaren Auswahlmöglichkeiten.
           Standardmäßig »short«.

       --firmware-setup
           Zeigt der Firmware des Systems bei der Verwendung mit dem Befehl reboot an, dass in
           den Einrichtungsmodus gestartet werden soll. Beachten Sie, dass dies derzeit nur auf
           einigen EFI-Systemen und nur, falls das System in den EFI-Modus gestartet wurde,
           unterstützt wird.

       --plain
           Bei der Verwendung mit list-dependencies, list-units oder list-machines wird die
           Ausgabe als Liste statt als Baum dargestellt und die Aufzählungskreise werden
           weggelassen.

       -H, --host=
           Führt die Aktion aus der Ferne aus. Geben Sie den Rechnernamen oder einen
           Benutzernamen und Rechnernamen (getrennt durch »@«) an, zu dem verbunden werden soll.
           Dem Rechnernamen darf optional ein Port, auf dem SSH auf Anfragen wartet, getrennt
           durch »:« und dann ein Container auf dem festgelegten Host angehängt werden, womit
           direkt zu einem bestimmten Container auf dem angegebenen Rechner verbunden wird. Dies
           verwendet SSH, um mit der Maschinen-Verwalterinstanz auf dem Rechner in der Ferne zu
           kommunizieren. Container-Namen dürfen mit machinectl -H RECHNER aufgezählt werden.
           Stellen Sie IPv6-Adressen in Klammern.

       -M, --machine=
           Führt die Aktion in einem lokalen Container aus. Geben Sie den Namen des Containers
           an, zu dem verbunden werden soll.

       --no-pager
           Die Ausgabe nicht an ein Textanzeigeprogramm weiterleiten.

       --no-legend
           Gibt die Legende nicht aus, d.h. die Spaltenköpfe und die Fußzeile mit Hinweisen.

       -h, --help
           Zeigt einen kurzen Hilfetext an und beendet das Programm.

       --version
           Zeigt eine kurze Versionszeichenkette an und beendet das Programm.

BEFEHLE

       Die folgenden Befehle werden verstanden:

   Unit-Befehle
       list-units [MUSTER…]
           Listet Units auf, die systemd derzeit im Speicher hat. Dies schließt Units ein, die
           entweder direkt oder über eine Abhängigkeit referenziert sind, Units, die durch
           Anwendungen programmatisch festgelegt sind und Units, die in der Vergangenheit aktiv
           waren und fehlschlugen. Standardmäßig werden nur Units, die aktiv sind, wartende
           Aufträge haben oder die fehlschlugen, angezeigt; dies kann mit der Option --all
           geändert werden. Falls eines oder mehrere MUSTER festgelegt sind, werden nur Units,
           die auf diese passen, angezeigt. Die angezeigten Units werden zusätzlich durch --type=
           und --state= gefiltert, falls diese Optionen festgelegt sind.

           Produziert eine Ausgabe ähnlich zu

                 UNIT                         LOAD   ACTIVE SUB     DESCRIPTION
                 sys-module-fuse.device       loaded active plugged /sys/module/fuse
                 -.mount                      loaded active mounted Root Mount
                 boot-efi.mount               loaded active mounted /boot/efi
                 systemd-journald.service     loaded active running Journal Service
                 systemd-logind.service       loaded active running Login Service
               ● user@1000.service            loaded failed failed  User Manager for UID 1000
                 ...
                 systemd-tmpfiles-clean.timer loaded active waiting Daily Cleanup of Temporary Directories

               LOAD   = Reflects whether the unit definition was properly loaded.
               ACTIVE = The high-level unit activation state, i.e. generalization of SUB.
               SUB    = The low-level unit activation state, values depend on unit type.

               123 loaded units listed. Pass --all to see loaded but inactive units, too.
               To show all installed unit files use 'systemctl list-unit-files'.

           Die Kopfzeilen und die letzte Unit des angegebenen Typs werden unterstrichen, falls
           das Terminal dies unterstützt. Ein farbiger Punkt wird neben den Diensten, die
           maskiert, nicht gefunden oder sonstwie fehlgeschlagen sind, angezeigt.

           Die Spalte LOAD zeigt den Ladezustand, einen aus loaded, not-found, bad-setting,
           error, masked. Die Spalte ACTIVE zeigt den allgemeinen Unit-Zustand, einen aus active,
           reloading, inactive, failed, activating, deactivating. Die Spalte SUB zeigt den
           Unit-Typ-spezifischen detaillierten Zustand der Unit, mögliche Werte hängen vom
           Unit-Typ ab. Die Liste der möglichen LOAD-, ACTIVE- und SUB-Zustände ist nicht
           konstant und neue Systemd-Veröffentlichungen können sowohl Werte hinzufügen als auch
           welche entfernen.

               systemctl --state=help

           Der Befehl kann zur Anzeige der aktuell möglichen Menge von Werten verwandt werden.

           Dies ist der Standardbefehl.

       list-sockets [MUSTER…]
           Listet aktuell im Speicher befindliche Socket-Units, sortiert nach der Adresse, auf
           der sie auf Anfragen warten, auf. Falls eines oder mehrere MUSTER festgelegt sind,
           werden nur Socket-Units, die darauf passen, angezeigt. Produziert Ausgabe ähnlich zu

               LISTEN           UNIT                        ACTIVATES
               /dev/initctl     systemd-initctl.socket      systemd-initctl.service
               ...
               [::]:22          sshd.socket                 sshd.service
               kobject-uevent 1 systemd-udevd-kernel.socket systemd-udevd.service

               5 sockets listed.

           Beachten Sie: Da die Adressen Leerzeichen enthalten können, ist diese Ausgabe nicht
           für die programmatische Verarbeitung geeignet.

           Siehe auch --show-types, --all und --state=.

       list-timers [MUSTER…]
           Listet aktuell im Speicher befindliche Zeitgeber-Units, sortiert nach der Zeit, zu der
           sie ablaufen, auf. Falls eines oder mehrere MUSTER festgelegt sind, werden nur Units,
           die darauf passen, angezeigt. Produziert Ausgabe ähnlich zu

               NEXT                         LEFT          LAST                         PASSED     UNIT                         ACTIVATES
               n/a                          n/a           Thu 2017-02-23 13:40:29 EST  3 days ago ureadahead-stop.timer        ureadahead-stop.service
               Sun 2017-02-26 18:55:42 EST  1min 14s left Thu 2017-02-23 13:54:44 EST  3 days ago systemd-tmpfiles-clean.timer systemd-tmpfiles-clean.service
               Sun 2017-02-26 20:37:16 EST  1h 42min left Sun 2017-02-26 11:56:36 EST  6h ago     apt-daily.timer              apt-daily.service
               Sun 2017-02-26 20:57:49 EST  2h 3min left  Sun 2017-02-26 11:56:36 EST  6h ago     snapd.refresh.timer          snapd.refresh.service

           NEXT zeigt die nächste Zeit, zu der der Zeitgeber läuft.

           LEFT zeigt die Zeitdauer, bis der Zeitgeber das nächste Mal läuft.

           LAST zeigt die Zeit, zu der der Zeitgeber das letzte Mal lief.

           PASSED zeigt, welche Zeit vergangen ist, seitdem der Zeitgeber letztmalig lief.

           UNIT zeigt den Namen des Zeitgebers

           ACTIVATES zeigt den Namen des Dienstes, den der Zeitgeber beim Laufen aktiviert.

           Siehe auch --all und --state=.

       start MUSTER
           Startet (aktiviert) eine oder mehrere auf der Befehlszeile festgelegte Units.

           Beachten Sie, dass Glob-Muster auf der Menge der Primärnamen von Units, die momentan
           im Arbeitsspeicher sind, agieren. Units, die nicht aktiv und nicht in einem
           fehlgeschlagenen Zustand sind, sind normalerweise nicht im Speicher und es wird kein
           Muster auf sie passen. Bei instanziierten Units ist Systemd zusätzlich oft in
           Unkenntnis über den Instanzennamen, bis die Instanz gestartet wurde. Daher hat die
           Verwendung von Glob-Mustern mit start nur begrenzten Nutzen. Auch werden sekundäre
           Alias-Namen von Units nicht berücksichtigt.

       stop MUSTER
           Stoppt (deaktiviert) eine oder mehrere auf der Befehlszeile festgelegte Units.

       reload MUSTER
           Bittet alle auf der Befehlszeile aufgeführten Units, ihre Konfiguration neu zu laden.
           Beachten Sie, dass dies die Dienste-spezifische Konfiguration neu lädt, nicht die
           Unit-Konfiguration von Systemd. Falls Sie möchten, dass Systemd die Konfiguration
           einer Unit neu lädt, verwenden Sie den Befehl daemon-reload. Mit anderen Worten: Im
           Falle von Apache wird dies die httpd.conf neu in den Webserver laden, nicht die
           Systemd-Unit-Datei apache.service.

           Dieser Befehl sollte nicht mit dem Befehl daemon-reload verwechselt werden.

       restart MUSTER
           Stoppt und startet eine oder mehrere auf der Befehlszeile übergebene Units. Falls die
           Units noch nicht laufen, werden sie gestartet.

           Beachten Sie, dass das Neustarten einer Unit mit diesem Befehl nicht notwendigerweise
           alle Ressourcen der Unit herrausschreibt, bevor sie neu gestartet wird. Beispielsweise
           wird die Dienste-bezogene Dateideskriptorspeichereinrichtung (siehe
           FileDescriptorStoreMax= in systemd.service(5)) intakt bleiben, solange ein Auftrag in
           der Unit wartet und wird nur bereinigt, wenn die Unit komplett gestoppt wird und keine
           Aufträge mehr warten. Falls gewünscht ist, dass der Dateideskriptorspeicher auch
           rausgeschrieben wird, dann sollte während der Neustartaktion ein expliziter Befehl
           systemctl stop gefolgt von systemctl start eingegeben werden.

       try-restart MUSTER
           Stoppt und startet eine oder mehrere auf der Befehlszeile festgelegte Units, falls die
           Units laufen. Dies ist wirkungslos, falls die Units nicht laufen.

       reload-or-restart MUSTER
           Lädt eine oder mehrere Units neu, falls sie das unterstützen. Falls nicht, werden sie
           stattdessen gestoppt und dann gestartet. Falls die Units noch nicht laufen, werden sie
           gestartet.

       try-reload-or-restart MUSTER
           Lädt eine oder mehrere Units neu, falls sie das unterstützen. Falls nicht, werden sie
           stattdessen gestoppt und neugestartet. Dies ist wirkungslos, falls die Units nicht
           laufen.

       isolate UNIT
           Startet die auf der Befehlszeile festgelegte Unit und ihre Abhängigkeiten und stoppt
           alle anderen, außer sie haben IgnoreOnIsolate=yes (siehe systemd.unit(5)). Falls ein
           Unit-Name ohne Erweiterung angegeben wird, wird eine Erweiterung ».target« angenommen.

           Dies ist ähnlich zu der Änderung von Runleveln in traditionellen Init-Systemen. Der
           Befehl isolate wird sofort Prozesse stoppen, die in der neuen Unit nicht freigegeben
           sind, möglicherweise einschließlich der graphischen Umgebung oder des Terminals, das
           Sie gerade benutzen.

           Beachten Sie, dass dies nur auf Units erlaubt ist, bei denen AllowIsolate= aktiviert
           ist. Siehe systemd.unit(5) für Details.

       kill MUSTER
           Sendet ein Signal an einen oder mehrere Prozesse der Unit. Verwenden Sie --kill-who=,
           um den zu tötenden Prozess auszuwählen. Verwenden Sie --signal=, um das zu sendende
           Signal auszuwählen.

       is-active MUSTER
           Prüft, ob eine der festgelegten Units aktiv ist (d.h. läuft). Liefert einen Exit-Code
           von 0, falls mindestens eine aktiv ist oder einen von Null verschiedenen Wert
           andernfalls. Außer wenn --quiet festgelegt ist, wird dies auch den aktuellen Zustand
           der Unit auf der Standardausgabe ausgeben.

       is-failed MUSTER
           Prüft, ob eine der festgelegten Units im »fehlgeschlagenen« Zustand ist. Liefert einen
           Exit-Code von 0, falls mindestens eine fehlgeschlagen ist oder einen von Null
           verschiedenen Wert andernfalls. Außer wenn --quiet festgelegt ist, wird dies auch den
           aktuellen Zustand der Unit auf der Standardausgabe ausgeben.

       status [MUSTER…|PID…]]
           Zeigt knappe Laufzeitstatusinformationen über eine oder mehrere Units, gefolgt von den
           neusten Protokolldaten aus dem Journal. Falls keine Units festgelegt sind, wird der
           Systemstatus angezeigt. In Kombination mit --all wird auch der Status aller Units
           angezeigt (in Abhängigkeit von den mit -t festgelegten Einschränkungen). Falls eine
           PID übergeben wird, werden die Informationen über die Unit, zu der der Prozess gehört,
           angezeigt.

           Diese Funktion ist zur Erstellung menschenlesbarer Ausgabe gedacht. Falls Sie nach
           Computer-auswertbarer Ausgabe suchen, verwenden Sie stattdessen show. Standardmäßig
           zeigt diese Funktion nur die letzten 10 Ausgabezeilen und verkürzte Zeilen, um in das
           Terminal-Fenster zu passen. Dies kann mit --lines und --full geändert werden, siehe
           oben. Zusätzlich verwenden journalctl --unit=NAME oder journalctl --user-unit=NAME
           einen ähnlichen Filter für Nachrichten und könnten praktischer sein.

           Systemd lädt Units implizit nach Notwendigkeit, daher wird die reine Ausführung von
           status versuchen, eine Datei zu laden. Der Befehl ist daher nicht nützlich, um zu
           bestimmen, ob etwas bereits geladen war oder nicht. Die Units könnten sich auch
           schnell entladen, nachdem die Aktion abgeschlossen ist, falls es keinen Grund gibt,
           sie danach im Speicher zu halten.

           Beispiel 1. Beispielausgabe von systemctl status

               $ systemctl status bluetooth
               ● bluetooth.service - Bluetooth service
                  Loaded: loaded (/lib/systemd/system/bluetooth.service; enabled; vendor preset: enabled)
                  Active: active (running) since Wed 2017-01-04 13:54:04 EST; 1 weeks 0 days ago
                    Docs: man:bluetoothd(8)
                Main PID: 930 (bluetoothd)
                  Status: "Running"
                   Tasks: 1
                  Memory: 648.0K
                     CPU: 435ms
                  CGroup: /system.slice/bluetooth.service
                          └─930 /usr/lib/bluetooth/bluetoothd

               Jan 12 10:46:45 example.com bluetoothd[8900]: Not enough free handles to register service
               Jan 12 10:46:45 example.com bluetoothd[8900]: Current Time Service could not be registered
               Jan 12 10:46:45 example.com bluetoothd[8900]: gatt-time-server: Input/output error (5)

           Der Punkt (»â—«) verwendet auf unterstützten Terminals Farbe, um den Unit-Zustand auf
           einen Blick zusammenzufassen. Weiß zeigt den Zustand »inactive« oder »deactivating«
           an. Rot zeigt einen Zustand »failed« oder »error« und grün zeigt einen Zustand
           »active«, »reloading« oder »activating« an.

           Die Zeile »Loaded:« in der Ausgabe wird »loaded« anzeigen, falls die Unit in den
           Speicher geladen wurde. Andere mögliche Werte für »Loaded:« sind u.A.: »error«, falls
           es ein Problem beim Laden gab, »not-found«, falls für diese Unit keine Unit-Datei
           gefunden wurde, »bad-setting«, falls eine essenzielle Unit-Datei-Einstellung nicht
           ausgewertet werden konnte und »masked«, falls die Unit-Datei maskiert wurde. Zusammen
           mit dem Pfad zu der Unit-Datei wird diese Zeile auch den Freigabezustand anzeigen.
           Freigegebene Befehle starten beim Systemstart. Lesen Sie die vollständige Tabelle der
           möglichen Freigabezustände — einschließlich der Definition von »masked« in der
           Dokumentation für den Befehl »is-enabled«.

           Die Zeile »Active:« zeigt den aktiven Zustand. Der Wert ist normalerweise »active«
           oder »inactive«. Aktiv kann gestartet, gebunden, eingesteckt usw., abhängig vom
           Unit-Typ, sein. Die Unit könnte auch gerade dabei sein, ihre Zustände zu ändern und
           einen Zustand »activating« oder »deactivating« melden. Ein besonderer Zustand »failed«
           wird erreicht, wenn der Zustand auf irgendeine Art, z.B. durch einen Absturz, der
           Beendigung mit einem Fehler-Code oder einer Zeitüberschreitung, fehlgeschlagen ist.
           Falls ein Fehlerzustand erreicht wurde, wird der Grund protokolliert.

       show [MUSTER…|AUFTRAG…]
           Zeigt die Eigenschaften einer oder mehrerer Units, von Aufträgen oder dem Verwalter
           selbst. Falls kein Argument festgelegt ist, werden die Eigenschaften des Verwalters
           angezeigt. Falls ein Unit-Name festgelegt ist, werden die Eigenschaften der Unit
           angezeigt und falls eine Auftragskennung festgelegt ist, werden die Eigenschaften des
           Auftrags angezeigt. Standardmäßig werden leere Eigenschaften unterdrückt. Verwenden
           Sie --all, um diese auch anzuzeigen. Um bestimmte anzuzeigende Eigenschaften
           auszuwählen, verwenden Sie --property=. Dieser Befehl ist dazu gedacht, wannimmer
           Computer-auswertbare Ausgabe benötigt wird. Verwenden Sie status, falls Sie
           formatierte, menschenlesbare Ausgabe wünschen.

           Viele durch systemctl show gezeigte Eigenschaften können direkt auf
           Konfigurationseigenschaften des System- und Diensteverwalters und seiner Unit-Dateien
           abgebildet werden. Beachten Sie, dass die durch den Befehl angezeigten Eigenschaften
           im Allgemeinen systemnahe, normalisierte Versionen der ursprünglichen
           Konfigurationseinstellungen sind und zusätzlich zur Konfiguration Laufzeitzustand
           offenlegen. Eigenschaften für Dienste-Units enthalten beispielsweise die Kennzeichnung
           des aktuellen Hauptprozesses des Dienstes als »MainPID« (was Laufzeitzustand ist) und
           die Zeiteinstellungen werden immer als Eigenschaften, die in »…Sec« enden,
           offengelegt, da Mikrosekunden die vom System- und Diensteverwalter verwandte normierte
           Zeiteinheit sind.

       cat MUSTER
           Zeigt zugrundeliegende Dateien von einer oder mehr Units. Gibt die »Fragmente« und
           »Ergänzungsdateien« (Quelldateien) von Units aus. Jeder Datei wird ein Kommentar
           vorangestellt, der den Dateinamen enthält. Beachten Sie, dass dieses die Inhalte der
           auf Platte zugrundeliegenden Dateien anzeigt, was sich von dem unterscheiden kann, was
           der Systemverwalter von diesen Units denkt, falls die Units seitdem aktualisiert
           wurden und nicht der Befehl daemon-reload aufgerufen worden war.

       set-property UNIT EIGENSCHAFT=WERT
           Setzt die festgelegten Unit-Eigenschaften zur Laufzeit, wo dies unterstützt wird. Dies
           erlaubt die Änderung von Konfigurationsparametereigenschaften wie
           Ressourcensteuereinstellungen zur Laufzeit. Es können nicht alle Eigenschaften zur
           Laufzeit geändert werden, aber viele Ressourcensteuereinstellungen (primär die in
           systemd.resource-control(5)). Die Änderungen werden sofort angewandt und auf Platte
           für zukünftige Systemstarts gespeichert, außer --runtime wird übergeben, wodurch die
           Einstellungen nur bis zum nächsten Systemneustart angewandt werden. Die Syntax der
           Eigenschaftszuweisung folgt eng der Syntax der Zuweisungen in Unit-Dateien.

           Beispiel: systemctl set-property foobar.service CPUShares=777

           Falls die festgelegte Unit-Datei inaktiv zu sein scheint, werden die Änderungen nur
           wie früher beschrieben auf Platte gespeichert, daher werden sie erst beim Starten der
           Unit zur Geltung kommen.

           Beachten Sie, dass dieser Befehl das Ändern mehrerer Eigenschaften auf einmal erlaubt,
           was gegenüber der individuellen Einstellung bevorzugt werden sollte. Ähnlich zu
           Unit-Dateikonfigurationseinstellungen wird die Zuweisung der leeren Liste die
           Eigenschaft zurücksetzen.

       help MUSTER…|PID
           Zeigt die Handbuchseiten für eine oder mehrere Units, falls verfügbar. Falls eine PID
           übergeben wird, wird die Handbuchseite für die Unit, zu der der Prozess gehört,
           gezeigt.

       reset-failed [MUSTER…]
           Setzt den Zustand »failed« der festgelegten Unit zurück oder, falls kein Unit-Name
           übergeben wird, setzt den Zustand aller Units zurück. Wenn eine Unit auf irgendeine
           Art fehlschlägt (d.h. sich der Prozess mit einem von Null verschiedenen Fehler-Code
           beendet, sich abnormal beendet oder in eine Zeitüberschreitung läuft), tritt sie
           automatisch in den Zustand »failed« und ihr Exit-Code und ihr Status wird zur Prüfung
           durch den Administrator aufgezeichnet, bis der Dienst gestoppt/neugestartet oder mit
           diesem Befehl zurückgesetzt ist.

           Zusätzlich zum Zurücksetzen des Status »failed« einer Unit setzt dies auch
           verschiedene andere Unit-bezogene Eigenschaften zurück: der
           Startratenbegrenzungszähler aller Unit-Typen wird auf Null zurückgesetzt, wie auch der
           Neustartzähler von Dienste-Units. Falls daher die Startbegrenzung (wie mit
           StartLimitIntervalSec=/StartLimitBurst= konfiguriert) einer Unit erreicht wird und die
           Unit es ablehnt, erneut gestartet zu werden, verwenden Sie diesen Befehl, um sie
           wieder startbar zu bekommen.

       list-dependencies [UNIT]
           Zeigt Units, die von der festgelegten Unit benötigt und gewünscht werden. Diese
           rekursive Liste folgt den Abhängigkeiten Requires=, Requisite=, ConsistsOf=, Wants=,
           BindsTo=. Falls keine Unit festgelegt ist, wird default.target impliziert.

           Standardmäßig werden nur Ziel-Units rekursiv expandiert. Wenn --all übergeben wird,
           werden auch alle anderen Units rekursiv expandiert.

           Die Optionen --reverse, --after, --before können zur Änderung, welche
           Abhängigkeitsarten gezeigt werden, verwandt werden.

           Beachten Sie, dass dieser Befehl nur die derzeit durch den Diensteverwalter im
           Speicher geladenen Units aufführt. Insbesondere ist dieser Befehl nicht dazu geeignet,
           eine vollständige Liste aller inversen Abhängigkeiten einer bestimmten Unit zu
           erhalten, da es nicht die von Units erklärten Abhängigkeiten aufführt, die derzeit
           nicht geladen sind.

   Unit-Dateibefehle
       list-unit-files [MUSTER…]
           Listet auf dem System installierte Units zusammen mit ihrem Freigabezustand (wie von
           is-enabled) gemeldet) auf. Falls ein oder mehrere Muster festgelegt sind, werden nur
           Units, deren Name auf sie passen, gezeigt (Muster, die auf Unit-Dateisystempfade
           passen, werden nicht unterstützt).

       enable UNIT, enable PFAD
           Gibt eine oder mehrere Units oder Unit-Instanzen frei. Dies wird eine Gruppe von
           Symlinks erzeugen, wie dies in dem Abschnitt »[Install]« der angezeigten Unit-Dateien
           kodiert ist. Nachdem die Symlinks erstellt wurden, wird die
           Systemverwalterkonfiguration neu geladen (auf einer zu daemon-reload äquivalenten
           Art), um sicherzustellen, dass die Änderungen sofort berücksichtigt werden. Beachten
           Sie, dass dies nicht den Effekt hat, dass die freigegebenen Units auch gestartet
           werden. Falls dies gewünscht ist, kombinieren Sie den Befehl mit dem Schalter --now
           oder rufen Sie später start mit geeigneten Argumenten auf. Beachten Sie, dass bei der
           Freigabe von Unit-Instanzen (d.h. Freigabe von Units der Form foo@bar.service)
           Symlinks mit dem gleichen Namen wie die erstellten Instanzen im
           Unit-Konfigurationsverzeichnis erstellt werden, allerdings zeigen sie auf die einzelne
           Vorlagen-Unit-Datei, aus der sie instanziiiert wurden.

           Dieser Befehl erwartet entweder gültige Unit-Namen (in diesem Fall werden verschiedene
           Unit-Datei-Verzeichnisse automatisch nach Unit-Dateien mit geeigneten Namen
           durchsucht) oder absolute Pfade zu Unit-Dateien (in diesem Fall werden die Dateien
           direkt eingelesen). Falls eine festgelegte Unit-Datei sich außerhalb der gewöhnlichen
           Unit-Dateiverzeichnisse befindet, wird ein zusätzlicher Symlink erstellt, der sie in
           den Unit-Konfigurationspfad verlinkt, und daher sicherstellt, dass sie durch Befehle
           wie start gefunden wird. Das Dateisystem, in dem sich die verlinkten Unit-Dateien
           befinden, muss verfügbar sein, wenn Systemd gestartet wird (z.B. ist alles unterhalb
           von /var nicht erlaubt, außer diese Verzeichnisse befinden sich auf dem
           Wurzeldateisystem).

           Dieser Befehl wird die ausgeführten Dateisystemaktionen ausgeben. Diese Ausgabe kann
           durch Übergabe von --quiet unterdrückt werden.

           Beachten Sie, dass diese Aktion nur die in dem Abschnitt »[Install]« der Unit-Dateien
           vorgeschlagenen Symlinks erstellt. Obwohl dieser Befehl die empfohlene Art ist, das
           Unit-Konfigurationsverzeichnis zu bearbeiten, steht es dem Administrator frei, manuell
           zusätzliche Änderungen vorzunehmen, indem er in diesem Verzeichnis Symlinks anlegt
           oder entfernt. Dies ist besonders nützlich, um Konfigurationen zu erstellen, die von
           den vorgeschlagenen Standardinstallationen abweichen. In diesem Falle muss der
           Administrator sicherstellen, daemon-reload wo notwendig aufzurufen, um
           sicherzustellen, dass die Änderungen berücksichtigt werden.

           Freigeben von Units sollte nicht mit dem Starten (Aktivieren) verwechselt werden, wie
           dies durch den Befehl start erfolgt. Freigeben und starten von Units ist orthogonal:
           Units können freigegeben sein, ohne gestartet zu sein und gestartet, ohne freigegeben
           zu sein. Die Freigabe hängt die Unit an verschiedenen vorgeschlagenen Stellen ein
           (beispielsweise so, dss die Unit automatisch beim Systemstart gestartet wird oder wenn
           ein bestimmte Art von Hardware eingesteckt wird). Starten führt den Daemon-Prozess
           tatsächlich aus (im Falle von Dienste-Units) oder bindet das Socket (im Falle von
           Socket-Units) und so weiter.

           Abhängig davon ob --system, --user, --runtime oder --global festgelegt wurde, gibt
           dies die Unit für das System, nur den aufrufenden Benutzer, nur für diesen Systemstart
           oder für alle zukünftigen Anmeldungen aller Benutzer frei. Beachten Sie, dass in
           letzterem Fall keine Systemd-Daemonkonfiguration neu geladen wird.

           Die Verwendung von enable auf maskierten Units wird nicht unterstützt und führt zu
           einem Fehler.

       disable UNIT
           Schaltet eine oder mehrere Units aus. Dies entfernt alle Symlinks auf die
           Unit-Dateien, die den festgelegten Units aus dem Unit-Konfigurationsverzeichnis
           hinterlegt sind und nimmt daher alle durch enable oder link vorgenommenen Änderungen
           zurück. Beachten Sie, dass dies alle Symlinks auf passende Unit-Dateien entfernt,
           einschließlich manuell erstellter Symlinks, und nicht nur die tatsächlich von enable
           oder link erstellten. Beachten Sie, dass zwar disable den Effekt von enable rückgängig
           macht, die zwei Befehle aber ansonsten nicht symmetrisch sind, da disable mehr
           Symlinks entfernen könnte, als ein vorheriger Aufruf von enable für die gleiche Unit
           erstellte.

           Dieser Befehl erwartet nur gültige Unit-Namen, er akzeptiert keine Pfade zu
           Unit-Dateien.

           Zusätzlich zu den als Argument angegebenen Unit-Dateien werden alle Units
           ausgeschaltet, die in der in Abschnitt »[Install]« aufgeführten Einstellung Also= in
           jeder der Unit-Dateien, auf die agiert wird, enthalten sind.

           Dieser Befehl lädt implizit die Systemverwalterkonfiguration nach Abschluss der Aktion
           neu. Beachten Sie, dass dieser Befehl die ausgeschalteten Units nicht implizit stoppt.
           Falls dies gewünscht ist, kombinieren Sie diesen Befehl entweder mit dem Schalter
           --now oder rufen Sie den Befehl stop mit geeigneten Argumenten später auf.

           Dieser Befehl wird Informationen über die ausgeführten Dateisystemaktionen (Entfernung
           der Symlinks) ausgeben. Durch Übergabe von --quiet kann diese Ausgabe unterdrückt
           werden.

           Dieser Befehl berücksichtigt --system, --user, --runtime und --global auf eine
           ähnliche Art wie enable.

       reenable UNIT
           Gibt eine oder mehrere Units erneut frei, wie dies auf der Befehlszeile festgelegt
           ist. Dies ist eine Kombination von disable und enable und ist nützlich, um die
           Symlinks, mit der eine Unit-Datei freigegeben wird, auf die in seinem Abschnitt
           »[Install]« festgelegten Vorgaben zurückzusetzen. Dieser Befehl erwartet nur einen
           Unit-Namen und akzeptiert keine Pfade zu Unit-Dateien.

       preset UNIT
           Setzt den Status Freigegeben/Ausgeschaltet einer oder mehrerer Unit-Dateien, wie auf
           der Befehlszeile festgelegt, auf die in den Voreinstellungsrichtliniendateien
           konfigurierten Standardwerte zurück. Dies hat den gleichen Effekt wie disable oder
           enable, abhängig davon, wie die Unit in den Voreinstellungsdateien aufgeführt ist.

           Verwenden Sie --preset-mode=, um zu steuern, ob Units freigegeben und ausgeschaltet
           oder nur freigegeben oder nur ausgeschaltet sein sollen.

           Falls die Unit keine Installationsinformationen überträgt, wird sie durch diesen
           Befehl ohne Rückmeldung ignoriert. UNIT muss ein echter Unit-Name sein, jeder
           Aliasname wird ohne Rückmeldung ignoriert.

           Für weitere Informationen über das Voreinstellungsrichtlinienformat, siehe
           systemd.preset(5). Für weitere Informationen über das Voreinstellungskonzept, ziehen
           Sie bitte das Dokument Preset[1] zu Rate.

       preset-all
           Setzt alle installierten Unit-Dateien auf die in der Voreinstellungsrichtliniendatei
           konfigurierten Vorgaben zurück (siehe oben).

           Verwenden Sie --preset-mode=, um zu steuern, ob Units freigegeben und ausgeschaltet
           oder nur freigegeben oder nur ausgeschaltet sein sollen.

       is-enabled UNIT
           Prüft, ob eine der festgelegten Unit-Dateien eingeschaltet ist (wie mit enable).
           Liefert einen Exit-Code 0 zurück, falls mindestens eine freigegeben ist, andernfalls
           eine von Null verschiedene Zahl. Gibt den derzeitigen Freigabestatus (siehe Tabelle)
           aus. Um diese Ausgabe zu unterdrücken, verwenden Sie --quiet. Um Installationsziele
           anzuzeigen, verwenden Sie --full.

           Tabelle 1.  Ausgabe von is-enabled
           ┌──────────────────┬───────────────────────────┬───────────┐
           │NameBeschreibungExit-Code │
           ├──────────────────┼───────────────────────────┼───────────┤
           │"enabled"         │ Über .wants/, .requires/  │           │
           ├──────────────────┤ oder Alias=-Symlinks      │           │
           │"enabled-runtime" │ freigegeben (dauerhaft    │ 0         │
           │                  │ in /etc/systemd/system/   │           │
           │                  │ oder flüchtig in          │           │
           │                  │ /run/systemd/system/).    │           │
           ├──────────────────┼───────────────────────────┼───────────┤
           │"linked"          │ Über einen oder mehrere   │           │
           ├──────────────────┤ Symlinks auf die          │           │
           │"linked-runtime"  │ Unit-Datei verfügbar      │           │
           │                  │ gemacht (dauerhaft in     │           │
           │                  │ /etc/systemd/system/      │           │
           │                  │ oder flüchtig in          │ > 0       │
           │                  │ /run/systemd/system/),    │           │
           │                  │ obwohl die Unit-Datei     │           │
           │                  │ selbst außerhalb des      │           │
           │                  │ Unit-Dateisuchpfades      │           │
           │                  │ liegen kann.              │           │
           ├──────────────────┼───────────────────────────┼───────────┤
           │"masked"          │ Komplett ausgeschaltet,   │           │
           ├──────────────────┤ so dass jede Startaktion  │           │
           │"masked-runtime"  │ darauf fehlschlägt        │           │
           │                  │ (dauerhaft in             │ > 0       │
           │                  │ /etc/systemd/system/      │           │
           │                  │ oder flüchtig in          │           │
           │                  │ /run/systemd/systemd/).   │           │
           ├──────────────────┼───────────────────────────┼───────────┤
           │"static"          │ Die Unit-Datei ist nicht  │ 0         │
           │                  │ freigegeben und hat       │           │
           │                  │ keine Vorkehrungen für    │           │
           │                  │ die Freigabe in dem       │           │
           │                  │ Unit-Dateiabschnitt       │           │
           │                  │ »[Install]«.              │           │
           ├──────────────────┼───────────────────────────┼───────────┤
           │"indirect"        │ Die Unit-Datei selbst     │ 0         │
           │                  │ ist nicht freigegeben,    │           │
           │                  │ hat aber etwas in der     │           │
           │                  │ Einstellung Also= im      │           │
           │                  │ Abschnitt »[Install]«     │           │
           │                  │ der Unit-Datei, wo        │           │
           │                  │ andere Unit-Dateien       │           │
           │                  │ aufgeführt sind, die      │           │
           │                  │ freigegeben werden        │           │
           │                  │ können, oder sie hat      │           │
           │                  │ einen Alias unter einem   │           │
           │                  │ anderen Namen durch       │           │
           │                  │ einen Symlink, der nicht  │           │
           │                  │ auch in Also= festgelegt  │           │
           │                  │ ist. Für                  │           │
           │                  │ Vorlagen-Unit-Dateien     │           │
           │                  │ ist eine Instanz, die     │           │
           │                  │ sich von der in           │           │
           │                  │ DefaultInstance=          │           │
           │                  │ festgelegten              │           │
           │                  │ unterscheidet,            │           │
           │                  │ freigegeben.              │           │
           ├──────────────────┼───────────────────────────┼───────────┤
           │"disabled"        │ Die Unit-Datei ist nicht  │ > 0       │
           │                  │ freigegeben, enthält      │           │
           │                  │ aber einen Abschnitt      │           │
           │                  │ »[Install]« mit           │           │
           │                  │ Installationsanweisungen. │           │
           ├──────────────────┼───────────────────────────┼───────────┤
           │"generated"       │ Die Unit wurde dynamisch  │ 0         │
           │                  │ mit einem                 │           │
           │                  │ Generatorwerkzeug         │           │
           │                  │ erstellt. Siehe           │           │
           │                  │ systemd.generator(7).     │           │
           │                  │ Erstellte Unit-Dateien    │           │
           │                  │ können nicht freigegeben  │           │
           │                  │ werden, sie werden        │           │
           │                  │ implizit durch ihren      │           │
           │                  │ Generator freigegeben.    │           │
           ├──────────────────┼───────────────────────────┼───────────┤
           │"transient"       │ Die Unit-Datei wurde      │ 0         │
           │                  │ dynamisch mit der         │           │
           │                  │ Laufzeit-API erstellt.    │           │
           │                  │ Flüchtige Units können    │           │
           │                  │ nicht freigegeben werden. │           │
           ├──────────────────┼───────────────────────────┼───────────┤
           │"bad"             │ Die Unit-Datei ist        │ > 0       │
           │                  │ ungültig oder ein anderer │           │
           │                  │ Fehler ist aufgetreten.   │           │
           │                  │ Beachten Sie, dass        │           │
           │                  │ is-enabled diesen Zustand │           │
           │                  │ nicht tatsächlich         │           │
           │                  │ zurückliefern wird,       │           │
           │                  │ sondern stattdessen eine  │           │
           │                  │ Fehlermeldung ausgeben    │           │
           │                  │ wird. Die durch           │           │
           │                  │ list-unit-files           │           │
           │                  │ dargestellte              │           │
           │                  │ Unit-Datei-Auflistung     │           │
           │                  │ könnte sie allerdings     │           │
           │                  │ enthalten.                │           │
           └──────────────────┴───────────────────────────┴───────────┘

       mask UNIT
           Blendet eine oder mehrere Units, wie auf der Befehlszeile festgelegt, aus. Dies wird
           die Unit-Dateien nach /dev/null linken, wodurch sie nicht gestartet werden können.
           Dies ist eine stärkere Version von disable, da sie alle Arten von Aktivierung der Unit
           verbietet, einschließlich der Freigabe und manueller Aktivierung. Verwenden Sie diese
           Option mit Vorsicht. Die Option --runtime wird berücksichtigt, um nur bis zum nächsten
           Systemneustart auszublenden. Die Option --now kann verwandt werden, um
           sicherzustellen, dass die Units auch gestoppt werden. Dieser Befehl erwartet nur
           gültige Unit-Namen, er akzeptiert keine Unit-Dateipfade.

       unmask UNIT
           Blendet eine oder mehrere Unit-Dateien, wie auf der Befehlszeile festgelegt, ein. Dies
           macht die Wirkung von mask rückgängig. Dieser Befehl erwartet nur gültige Unit-Namen,
           er akzeptiert keine Unit-Dateipfade.

       link PFAD
           Linkt eine Unit-Datei, die nicht im Unit-Dateisuchpfad ist, in den Dateisuchpfad.
           Dieser Befehl erwartet einen absoluten Pfad zu einer Unit-Datei. Die Wirkung kann mit
           disable zurückgenommen werden. Die Wirkung des Befehls besteht darin, dass die
           Unit-Datei für Befehle wie start verfügbar gemacht wird, obwohl sie nicht direkt im
           Unit-Dateisuchpfad installiert ist. Das Dateisystem, in dem sich die verlinkte
           Unit-Datei befindet, muss beim Start von Systemd zugreifbar sein (d.h. alles unterhalb
           von /home oder /var ist nicht erlaubt, außer diese Verzeichnisse befinden sich im
           Wurzeldateisystem).

       revert UNIT
           Bringt eine oder mehrere Unit-Dateien auf die Version des Lieferanten zurück. Dieser
           Befehl entfernt Ergänzungskonfigurationsdateien, die die festgelegte Unit verändern,
           sowie alle benutzerkonfigurierten Unit-Dateien, die eine passende, vom Lieferanten
           bereitgestellte Unit-Datei außer Kraft setzen. Konkret wird für eine Unit
           »foo.service« das passende Verzeichnis »foo.service.d/« mit allen darin enthaltenen
           Dateien entfernt, sowohl unterhalb der dauerhaften als auch der
           Laufzeitkonfigurationsverzeichnisse (d.h. unterhalb von /etc/systemd/system und
           /run/systemd/system). Falls es von der Unit-Datei eine durch den Lieferanten
           bereitgestellte Version gibt (d.h. eine Unit-Datei unterhalb von /usr), werden alle
           passenden dauerhaften und Laufzeit-Unit-Dateien, die diese außer Kraft setzen, auch
           entfernt. Beachten Sie, dass eine Unit-Datei, für die es keine vom Lieferanten
           bereitgestellte Version gibt (d.h. sie wurde nur unterhalb von /etc/systemd/system
           oder /run/systemd/system definiert, aber nicht in einer Unit-Datei unterhalb von
           /usr), nicht entfernt wird. Falls eine Unit ausgeblendet ist, wird sie eingeblendet.

           Dieser Befehl kann effektiv dazu verwandt werden, alle mit systemctl edit, systemctl
           set-property und systemctl mask vorgenommenen Änderungen zurückzusetzen und alle
           ursprünglichen Unit-Dateien mit ihren Einstellungen wieder zur Wirkung zu bringen.

       add-wants ZIEL UNIT, add-requires ZIELUNIT
           Fügt zu dem ZIEL für eine oder mehrere Units Abhängigkeiten »Wants=« bzw. »Requires=«
           hinzu.

           Dieser Befehl berücksichtigt --system, --user, --runtime und --global auf eine
           ähnliche Art wie enable.

       edit UNIT
           Bearbeitet ein Ergänzungsschnippsel oder eine gesamte Ersetzungsdatei, falls --full
           festgelegt ist, oder erweitert die festgelegte Unit oder setzt sie außer Kraft.

           Abhängig davon, ob --system (die Vorgabe), --user, oder --global festgelegt ist,
           erstellt dieser Befehl für jede Unit eine Ergänzungsdatei, entweder für das System,
           für den aufrufenden Benutzer oder für alle zukünftigen Anmeldungen aller Benutzer.
           Dann wird der Editor (siehe den Abschnitt »Umgebung« unten) mit temporären Dateien
           aufgerufen, die an den wirklichen Ort geschrieben werden, falls der Editor erfolgreich
           beendet wird.

           Falls --full festgelegt ist, wird diese die ursprüngliche Unit kopieren, statt
           Ergänzungsdateien zu erstellen.

           Falls --force festgelegt ist und eine der Units nicht existiert, werden neue
           Unit-Dateien für die Bearbeitung geöffnet.

           Falls --runtime festgelegt ist, wird die Änderung temporär in /run vorgenommen und
           geht beim nächsten Neustart verloren.

           Falls die temporäre Datei beim Beenden leer ist, wird die Änderung der zugehörigen
           Unit abgebrochen.

           Nachdem die Units bearbeitet wurden, wird die Systemd-Konfiguration neu geladen (auf
           eine Art, die äquivalent zu daemon-reload ist).

           Beachten Sie, dass dieser Befehl nicht zur Bearbeitung ferner Units verwandt werden
           kann und dass Sie keine Units, die in /etc liegen, temporär bearbeiten können, da
           diese vor /run Vorrang haben.

       get-default
           Liefert das Standardziel, in welches der Systemstart erfolgt, zurück. Dies liefert den
           Ziel-Unit-Namen, auf das der Alias (Symlink) von default.target zeigt.

       set-default ZIEL
           Setzt das Vorgabeziel, in das der Systemstart erfolgen soll. Dies setzt (als Symlink)
           den default.target-Alias auf die angegebene Ziel-Unit.

   Maschinenbefehle
       list-machines [MUSTER…]
           Listet den Rechner und alle laufenden Container mit ihren Zuständen auf. Falls eines
           oder mehrere MUSTER festgelegt sind, werden nur auf die Muster passende Container
           angezeigt.

   Auftragsbefehle
       list-jobs [MUSTER…]
           Listet laufende Aufträge auf. Falls eines oder mehrere MUSTER festgelegt sind, werden
           nur Aufträge von Units, die auf die Muster passen, angezeigt.

           Wird dies mit --after oder --before kombiniert, wird die Liste mit Informationen
           darüber angereichert, auf welchen anderen Auftrag jeder Auftrag wartet und welche
           anderen Aufträge auf ihn warten, siehe oben.

       cancel AUFTRAG
           Bricht einen oder mehrere auf der Befehlszeile durch ihre numerische Auftragskennung
           festgelegte Aufträge ab. Falls keine Auftragskennung festgelegt ist, werden alle
           wartenden Aufträge abgebrochen.

   Umgebungsbefehle
       show-environment
           Zeigt den Umgebungsblock des Systemd-Verwalters an. Dies ist der Umgebungsblock, der
           an alle vom Verwalter erzeugten Prozesse übergeben wird. Der Umgebungsblock wird in
           einer direkten Form, geeignet für die Einbindung in die meisten Shells, ausgegeben.
           Falls in den Variablenwerten keine besonderen Zeichen oder Leerraumzeichen enthalten
           sind, erfolgt keine Maskierung und die Zuweisungen haben die Form »VARIABLE=Wert«.
           Falls Leerraumzeichen oder Zeichen, die für die Shell eine besondere Bedeutung haben,
           vorhanden sind, wird Dollar-Einzelanführungszeichen-Maskierung verwandt und die
           Zuweisungen haben die Form »VARIABLE=$'Wert'«. Diese Syntax wird bekanntermaßen von
           bash(1), zsh(1), ksh(1) und der busybox(1)-ash(1), aber nicht von dash(1) und fish(1)
           unterstützt.

       set-environment VARIABLE=WERT
           Setzt eine oder mehrere Systemd-Verwalter-Umgebungsvariablen, wie auf der Befehlszeile
           festgelegt.

       unset-environment VARIABLE
           Setzt eine oder mehrere Umgebungsvariablen des Systemd-Verwalters zurück. Falls nur
           ein Variablenname festgelegt ist, wird er unabhängig von seinem Wert entfernt. Falls
           eine Variable und ein Wert festgelegt werden, wird die Variable nur entfernt, falls
           sie den festgelegten Wert hat.

       import-environment [VARIABLE…]
           Importiert alle, eine oder mehrere Umgebungsvariablen, die auf dem Client gesetzt
           sind, in den Umgebungsblock des Systemd-Verwalters. Falls keine Argumente übergeben
           werden, wird der gesamte Umgebungsblock importiert. Andernfalls sollte eine Liste mit
           einer oder mehrerer Umgebungsvariablennamen übergeben werden, dessen Wert auf der
           Client-Seite dann in den Umgebungsblock des Verwalters importiert wird.

   Lebenszyklusbefehle für den Verwalter
       daemon-reload
           Lädt die Systemverwalterkonfiguration neu. Dies wird alle Generatoren neu ausführen
           (siehe systemd.generator(7)), alle Unit-Dateien neu laden und den gesamten
           Abhängigkeitsbaum neu erstellen. Während der Daemon neu geladen wird, bleiben
           sämtliche Sockets, an denen Systemd aufgrund von Benutzerkonfiguration auf Anfragen
           wartet, erreichbar.

           Dieser Befehl sollte nicht mit dem Befehl reload durcheinandergebracht werden.

       daemon-reexec
           Führt den Systemd-Verwalter neu aus. Dies wird den Verwalterzustand serialisieren, die
           Prozesse neu ausführen und den Zustand wieder deserialisieren. Dieser Befehl ist
           eigentlich nur für die Fehlersuche und Paket-Upgrades geeignet. Manchmal mag er für
           schwergewichtige daemon-reload hilfreich sein. Während der Daemon neu ausgeführt wird,
           bleiben sämtliche Sockets, an denen Systemd aufgrund von Benutzerkonfiguration auf
           Anfragen wartet, erreichbar.

   Systembefehle
       is-system-running
           Prüft, ob das System einsatzfähig ist. Dies liefert Erfolg (Exit-Code 0) zurück, wenn
           das System komplett hochgefahren und im Betrieb und insbesondere nicht beim
           Hochfahren, beim Herunterfahren oder im Wartungsmodus ist und wenn keine Dienste
           fehlgeschlagen sind. Ansonsten wird ein Fehlschlag zurückgeliefert (Exit-Code ist
           nicht null). Zusätzlich wird der aktuelle Zustand in einer kurzen Zeichenkette auf der
           Standardausgabe ausgegeben, siehe nachfolgende Tabelle. Verwenden Sie --quiet zum
           Unterdrücken dieser Ausgabe.

           Verwenden Sie --wait, um darauf zu warten, dass der Systemstartprozess abgeschlossen
           ist, bevor der aktuelle Zustand angezeigt und der angemessene Fehlerstatus
           zurückgeliefert wird. Falls --wait in Verwendung ist, werden die Zustände initializing
           oder starting nicht gemeldet, stattdessen wird der Befehl blockieren, bis ein späterer
           Zustand (wie running oder degraded) erreicht ist.

           Tabelle 2.  Ausgabe von is-system-running
           ┌─────────────┬──────────────────────────┬───────────┐
           │NameBeschreibungExit-Code │
           ├─────────────┼──────────────────────────┼───────────┤
           │initializing │ Früher Systemstart, vor  │ > 0       │
           │             │ basic.target erreicht    │           │
           │             │ oder der Wartungs-       │           │
           │             │ Zustand betreten wurde.  │           │
           ├─────────────┼──────────────────────────┼───────────┤
           │starting     │ Späte Startphase, bevor  │ > 0       │
           │             │ die                      │           │
           │             │ Auftragswarteschlange    │           │
           │             │ erstmalig in den         │           │
           │             │ Leerlauf geht oder eines │           │
           │             │ der Rettungsziele        │           │
           │             │ erreicht wird.           │           │
           ├─────────────┼──────────────────────────┼───────────┤
           │running      │ Das System ist komplett  │ 0         │
           │             │ betriebsbereit.          │           │
           ├─────────────┼──────────────────────────┼───────────┤
           │degraded     │ Das System ist           │ > 0       │
           │             │ betriebsbereit, aber     │           │
           │             │ eine oder mehrere Units  │           │
           │             │ sind fehlgeschlagen.     │           │
           ├─────────────┼──────────────────────────┼───────────┤
           │maintenance  │ Das Rettungs- oder       │ > 0       │
           │             │ Notfallziel ist aktiv.   │           │
           ├─────────────┼──────────────────────────┼───────────┤
           │stopping     │ Der Verwalter fährt sich │ > 0       │
           │             │ herunter.                │           │
           ├─────────────┼──────────────────────────┼───────────┤
           │offline      │ Der Verwalter läuft      │ > 0       │
           │             │ nicht. Insbesondere ist  │           │
           │             │ dies der                 │           │
           │             │ Betriebszustand, falls   │           │
           │             │ ein inkompatibles        │           │
           │             │ Programm als             │           │
           │             │ Systemverwalter (PID 1)  │           │
           │             │ läuft.                   │           │
           ├─────────────┼──────────────────────────┼───────────┤
           │unknown      │ Der Betriebszustand      │ > 0       │
           │             │ konnte aufgrund von      │           │
           │             │ fehlenden Ressourcen     │           │
           │             │ oder einer anderen       │           │
           │             │ Fehlerursache nicht      │           │
           │             │ bestimmt werden.         │           │
           └─────────────┴──────────────────────────┴───────────┘

       default
           Betritt den Standardmodus. Dies ist zu systemctl isolate default.target äquivalent.
           Diese Aktion blockiert standardmäßig, verwenden Sie --no-block für asynchrones
           Verhalten.

       rescue
           Betritt den Rettungsmodus. Dies ist zu systemctl isolate rescue.target äquivalent.
           Diese Aktion blockiert standardmäßig, verwenden Sie --no-block für asynchrones
           Verhalten.

       emergency
           Betritt den Notfallmodus. Dies ist zu systemctl isolate emergency.target äquivalent.
           Diese Aktion blockiert standardmäßig, verwenden Sie --no-block für asynchrones
           Verhalten.

       halt
           Fährt das System herunter und hält es an. Dies ist größtenteils äquivalent zu
           systemctl start halt.target --job-mode=replace-irreversibly --no-block, gibt aber auch
           eine Wall-Nachricht an alle Benutzer aus. Dieser Befehl ist asynchron; er wird
           zurückkehren, nachdem die Halt-Aktion in die Warteschlange eingereiht ist, ohne darauf
           zu warten, dass er abgeschlossen ist. Beachten Sie, dass diese Aktion einfach den
           Betriebssystemkernel nach dem Herunterfahren anhalten wird, die Hardware verbleibt
           eingeschaltet. Verwenden Sie systemctl poweroff, um das System auszuschalten (siehe
           unten).

           Falls mit --force kombiniert, wird das Herunterfahren aller laufenden Dienste
           übersprungen, alle Prozesse werden aber getötet und alle Dateisysteme ausgehängt oder
           nur lesbar eingehängt, sofort danach erfolgt das Anhalten des Systems. Falls --force
           zweimal festgelegt ist, wird die Aktion sofort ausgeführt, ohne irgendeinen Prozess zu
           beenden oder ein Dateisystem auszuhängen. Dies kann zu Datenverlust führen. Beachten
           Sie, dass die Halt-Aktion von systemctl selbst ausgeführt wird, wenn --force zweimal
           angegeben wird und der Systemverwalter dann nicht kontaktiert wird. Dies bedeutet,
           dass der Befehl selbst dann erfolgreich sein sollte, wenn der Systemverwalter
           abgestürzt ist.

       poweroff
           Fährt das System herunter und schaltet es aus. Dies ist größtenteils zu systemctl
           start poweroff.target --job-mode=replace-irreversibly --no-block äquivalent, gibt aber
           auch eine Wall-Nachricht an alle Benutzer aus. Dieser Befehl ist asynchron; er wird
           zurückkehren, nachdem die Ausschalt-Aktion in die Warteschlange eingereiht ist, ohne
           darauf zu warten, dass er abgeschlossen ist.

           Falls mit --force kombiniert, wird das Herunterfahren aller laufenden Dienste
           übersprungen, alle Prozesse werden aber getötet und alle Dateisysteme ausgehängt oder
           nur lesbar eingehängt, sofort danach erfolgt das Ausschalten des Systems. Falls
           --force zweimal festgelegt ist, wird die Aktion sofort ausgeführt, ohne irgendeinen
           Prozess zu beenden oder ein Dateisystem auszuhängen. Dies kann zu Datenverlust führen.
           Beachten Sie, dass die Ausschalt-Aktion von systemctl selbst ausgeführt wird, wenn
           --force zweimal angegeben wird und der Systemverwalter dann nicht kontaktiert wird.
           Dies bedeutet, dass der Befehl selbst dann erfolgreich sein sollte, wenn der
           Systemverwalter abgestürzt ist.

       reboot [Arg]
           Fährt das System herunter und startet es neu. Dies ist größtenteils zu systemctl start
           reboot.target --job-mode=replace-irreversibly --no-block äquivalent, gibt aber auch
           eine Wall-Nachricht an alle Benutzer aus. Dieser Befehl ist asynchron; er wird
           zurückkehren, nachdem die Neustart-Aktion in die Warteschlange eingereiht ist, ohne
           darauf zu warten, dass er abgeschlossen ist.

           Falls mit --force kombiniert, wird das Herunterfahren aller laufenden Dienste
           übersprungen, alle Prozesse werden aber getötet und alle Dateisysteme ausgehängt oder
           nur lesbar eingehängt, sofort danach erfolgt der Neustart des Systems. Falls --force
           zweimal festgelegt ist, wird die Aktion sofort ausgeführt, ohne irgendeinen Prozess zu
           beenden oder ein Dateisystem auszuhängen. Dies kann zu Datenverlust führen. Beachten
           Sie, dass die Neustart-Aktion von systemctl selbst ausgeführt wird, wenn --force
           zweimal angegeben wird und der Systemverwalter dann nicht kontaktiert wird. Dies
           bedeutet, dass der Befehl selbst dann erfolgreich sein sollte, wenn der
           Systemverwalter abgestürzt ist.

           Falls das optionale Argument Arg angegeben ist, wird es als das optionale Argument an
           den Systemaufruf reboot(2) übergeben. Der Wert ist architektur- und
           firmwarespezifisch. Beispielsweise könnte »recovery« zum Auslösen der
           Systemwiederherstellung, »fota« könnte zum Auslösen der schnurlosen
           Firmware-Aktualisierung verwandt werden.

       kexec
           Fährt das System herunter und startet mit kexec neu. Dies ist zu systemctl start
           kexec.target --job-mode=replace-irreversibly --no-block äquivalent. Dieser Befehl ist
           asynchron; er wird zurückkehren, nachdem die Neustart-Aktion in die Warteschlange
           eingereiht ist, ohne darauf zu warten, dass er abgeschlossen ist.

           Falls mit --force kombiniert, wird das Herunterfahren aller laufenden Dienste
           übersprungen, alle Prozesse werden aber getötet und alle Dateisysteme ausgehängt oder
           nur lesbar eingehängt, sofort danach erfolgt der Neustart des Systems.

       exit [EXIT-CODE]
           Bittet den Diensteverwalter, sich zu beenden. Dies wird nur für
           Benutzerdiensteverwalter (d.h. im Zusammenspiel mit der Option --user) oder in
           Containern unterstützt und ist andernfalls zu poweroff äquivalent. Dieser Befehl ist
           asynchron; er wird zurückkehren, nachdem die Beende-Aktion in die Warteschlange
           eingereiht ist, ohne darauf zu warten, dass er abgeschlossen ist.

           Falls EXIT_CODE übergeben wurde, wird sich der Diensteverwalter mit dem festgelegten
           Exit-Code beenden.

       switch-root WURZEL [INIT]
           Schaltet auf ein anderes Wurzelverzeichnis und führt darunter einen neuen
           Systemverwalter aus. Dies ist für den Einsatz in anfänglichen RAM-Platten (»initrd«)
           gedacht und wird vom Systemverwalter der Initrd (d.h. dem »Init«-Prozess) auf dem
           Hauptsystemverwalterprozess wechseln, der vom tatsächlichen Datenträger des Rechners
           geladen wird. Dieser Aufruf akzeptiert zwei Argumente: das Verzeichnis, das das neue
           Wurzelverzeichnis werden soll und der Pfad des neuen Systemverwalterprogramms
           darunter, das als PID 1 ausgeführt werden soll. Falls letzterer nicht angegeben wird
           oder die leere Zeichenkette ist, wird automatisch nach einem Systemd-Programm gesucht
           und dieses als Init verwandt/. Falls der Systemverwalterpfad nicht angegeben wird, der
           leeren Zeichenkette gleicht oder identisch zu dem Pfad zu dem Systemdprogramm ist,
           wird der Zustand des Systemverwalterprozesses der Initrd an den Hauptsystemverwalter
           übergeben, womit Letzterem eine Selbstüberprüfung des Zustands der in der
           Initird-Systemstartphase beteiligten Dienste ermöglicht wird.

       suspend
           Suspendiert das System. Dies wird die Aktivierung der besonderen Ziel-Unit
           suspend.target auslösen. Dieser Befehl ist asynchron; er wird zurückkehren, nachdem
           die Suspendier-Aktion erfolgreich in die Warteschlange eingereiht ist. Er wird nicht
           darauf warten, dass der Suspendier-/Wiederaufnahmezyklus abgeschlossen ist.

       hibernate
           Bringt das System in den Ruhezustand. Dies wird die Aktivierung der besonderen
           Ziel-Unit hibernate.target auslösen. Dieser Befehl ist asynchron; er wird
           zurückkehren, nachdem die Ruhezustandsaktion erfolgreich in die Warteschlange
           eingereiht ist. Er wird nicht darauf warten, dass der Ruhezustand-/Wiederaufwachzyklus
           abgeschlossen ist.

       hybrid-sleep
           Das System in den Ruhezustand bringen und suspendieren. Dies wird die Aktivierung der
           besonderen Ziel-Unit hybrid-sleep.target auslösen. Dieser Befehl ist asynchron; er
           wird zurückkehren, nachdem die hybride Schlafaktion erfolgreich in die Warteschlange
           eingereiht ist. Er wird nicht darauf warten, dass der Schlaf-/Wiederaufwachzyklus
           abgeschlossen ist.

       suspend-then-hibernate
           Das System nach einer in systemd-sleep.conf festgelegten Verzögerung suspendieren und
           in den Ruhezustand bringen. Dies wird die Aktivierung der besonderen Ziel-Unit
           suspend-then-hibernate.target auslösen. Dieser Befehl ist asynchron; er wird
           zurückkehren, nachdem die hybride Schlafaktion erfolgreich in die Warteschlange
           eingereiht ist. Er wird nicht darauf warten, dass der Schlaf-/Wiederaufwachzyklus oder
           Ruhezustand-/Wiederaufwachzyklus abgeschlossen ist.

   Parametersyntax
       Die oben aufgeführten Unit-Befehle akzeptieren entweder einen einzelnen Unit-Namen (als
       UNIT bezeichnet) oder mehrere Unit-Festlegungen (als MUSTER … bezeichnet). Im ersten Fall
       muss der Unit-Name mit oder ohne Endung angegeben werden. Falls die Endung nicht
       festgelegt ist (der Unit-Name »abgekürzt« wurde), wird Systemctl eine geeignete Endung
       anhängen, standardmäßig ».service«, und typabhängige Endungen im Falle von Befehlen, die
       nur auf bestimmte Unit-Typen agieren. Beispielsweise sind

           # systemctl start sshd

       und

           # systemctl start sshd.service

       äquivalent, wie auch

           # systemctl isolate default

       und

           # systemctl isolate default.target

       Beachten Sie, dass der (absolute) Pfad zu den Geräteknoten automatisch in einen
       Geräte-Unit-Namen und andere (absolute) Pfade zu Einhänge-Unit-Namen umgewandelt werden.

           # systemctl status /dev/sda
           # systemctl status /home

       ist äquivalent zu:

           # systemctl status dev-sda.device
           # systemctl status home.mount

       Im zweiten Fall werden Shell-artige Globs mit den primären Namen aller derzeit im Speicher
       befindlichen Units abgeglichen; wörtliche Unit-Namen, mit oder ohne eine Endung, werden
       wie im ersten Fall behandelt. Das bedeutet, dass sich wörtliche Unit-Namen immer auf genau
       eine Unit beziehen, aber Globs auf null Units passen können, was nicht als Fehler
       betrachtet wird.

       Glob-Muster verwenden fnmatch(3), daher werden normale Shell-artige Glob-Regeln verwandt
       und »*«, »?« und »[]« dürfen verwendet werden. Siehe glob(7) für weitere Details. Die
       Muster werden mit den primären Namen der derzeit im Speicher befindlichen Units verglichen
       und Muster, die auf nichts passen, werden ohne Rückmeldung übersprungen. Beispielsweise
       wird

           # systemctl stop sshd@*.service

       alle sshd@.service-Instanzen stoppen. Beachten Sie, dass Aliasnamen von Units und Units,
       die sich nicht im Speicher befinden, für die Glob-Erweiterung nicht berücksichtigt werden.

       Für Unit-Dateibefehle sollte die festgelegte UNIT der Name der Unit-Datei (möglicherweise
       abgekürzt, siehe oben) oder der absolute Pfad zu der Unit-Datei sein:

           # systemctl enable foo.service

       oder

           # systemctl link /path/to/foo.service

EXIT-STATUS

       Bei Erfolg wird 0 zurückgegeben, anderenfalls ein Fehlercode ungleich Null.

       systemctl verwendet die durch LSB definierten Rückgabewerte, wie sie in LSB 3.0.0[2]
       definiert sind.

       Tabelle 3. LSB-Rückgabe-Codes
       ┌─────┬────────────────────────┬───────────────────────┐
       │WertBeschreibung in LSBVerwendung in Systemd │
       ├─────┼────────────────────────┼───────────────────────┤
       │0    │ "Programm läuft oder   │ Unit ist aktiv        │
       │     │ Dienst ist OK"         │                       │
       ├─────┼────────────────────────┼───────────────────────┤
       │1    │ "Programm ist tot und  │ Unit ist nicht        │
       │     │ /var/run-PID-Datei     │ fehlgeschlagen (von   │
       │     │ existiert"             │ is-failed verwandt)   │
       ├─────┼────────────────────────┼───────────────────────┤
       │2    │ "Programm ist tot und  │ nicht benutzt         │
       │     │ /var/lock-Sperrdatei   │                       │
       │     │ existiert"             │                       │
       ├─────┼────────────────────────┼───────────────────────┤
       │3    │ "Programm läuft nicht" │ Unit ist nicht aktiv  │
       ├─────┼────────────────────────┼───────────────────────┤
       │4    │ "Programm- oder        │ keine solche Unit     │
       │     │ Dienstezustand         │                       │
       │     │ unbekannt"             │                       │
       └─────┴────────────────────────┴───────────────────────┘

       Die Abbildung der LSB-Dienstezustände auf Systemd-Unit-Zustände ist nicht perfekt. Daher
       ist es besser, sich nicht auf diese Rückgabewerte zu verlassen, sondern stattdessen nach
       bestimmten Unit-Zuständen und Unterzuständen zu schauen.

UMGEBUNGSVARIABLEN

       $SYSTEMD_EDITOR
           Der bei der Bearbeitung von Units zu verwendende Editor: setzt $EDITOR und $VISUAL
           außer Kraft. Falls weder $SYSTEMD_EDITOR, $EDITOR noch $VISUAL vorhanden sind oder
           falls es auf eine leere Zeichenkette gesetzt ist oder falls seine Ausführung
           fehlschlug, wird Systemctl versuchen, gut bekannte Editoren in dieser Reihenfolge
           auszuführen: editor(1), nano(1), vim(1), vi(1).

       $SYSTEMD_PAGER
           Zu verwendendes Textanzeigeprogramm, wenn --no-pager nicht angegeben ist, setzt $PAGER
           außer Kraft. Falls weder $SYSTEMD_PAGER noch $PAGER gesetzt sind, wird eine Reihe
           wohlbekannter Textanzeigeprogrammimplementierungen der Reihe nach ausprobiert,
           einschließlich less(1) und more(1), bis eines gefunden wird. Falls keine
           Textanzeigeprogrammimplementierung gefunden wird, wird keines aufgerufen. Setzen der
           Umgebungsvariablen auf die leere Zeichenkette oder den Wert »cat« ist äquivalent zur
           Übergabe von --no-pager.

       $SYSTEMD_LESS
           Setzt die an less übergebenen Optionen (standardmäßig »FRSXMK«) außer Kraft.

           Falls der Wert von $SYSTEMD_LESS kein »K« enthält und less das aufgerufene
           Textanzeigeprogramm ist, wird Strg+C durch das Programm ignoriert. Dies ermöglicht es
           less, sich um Strg+C selbst zu kümmern.

       $SYSTEMD_LESSCHARSET
           Setzt den an less übergebenen Zeichensatz (standardmäßig »utf-8«, falls das aufrufende
           Terminal als UTF-8-kompatibel erkannt wurde) außer Kraft.

SIEHE AUCH

       systemd(1), journalctl(1), loginctl(1), machinectl(1), systemd.unit(5),
       systemd.resource-control(5), systemd.special(7), wall(1), systemd.preset(5),
       systemd.generator(7), glob(7)

ANMERKUNGEN

        1. Voreinstellung
           https://www.freedesktop.org/wiki/Software/systemd/Preset

        2. LSB 3.0.0
           http://refspecs.linuxbase.org/LSB_3.0.0/LSB-PDA/LSB-PDA/iniscrptact.html

ÜBERSETZUNG

       Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Helge Kreutzmann
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