Provided by: manpages-de_2.14-1_all bug

BEZEICHNUNG

       systemd.automount - Unit-Konfiguration für Automount

ÜBERSICHT

       automount.automount

BESCHREIBUNG

       Eine Unit-Konfigurationsdatei, deren Namen in ».automount« endet, kodiert Informationen
       über einen von Systemd gesteuerten und überwachten Dateisystem-Automount-Einhängepunkt.

       Diese Handbuchseite führt die für diesen Unit-Typ spezifischen Konfigurationsoptionen auf.
       Siehe systemd.unit(5) für die gemeinsamen Optionen aller Unit-Konfigurationsdateien. Die
       gemeinsamen Konfigurationseinträge werden in den generischen Abschnitten [Unit] und
       [Install] konfiguriert. Die Automount-spezifischen Konfigurationsoptionen werden in dem
       Abschnitt [Automount] konfiguriert.

       Automount-Units müssen nach dem Automount-Verzeichnis, das sie steuern, benannt sein.
       Beispiel: Der Automount-Einhängepunkt /home/lennart muss in einer Unit-Datei
       home-lennart.automount konfiguriert sein. Für Details über die Maskierungslogik, die zur
       Umwandlung eines Dateisystempfades in einen Unit-Namen verwandt wird, siehe
       systemd.unit(5). Beachten Sie, dass Automount-Units nicht aus Vorlagen erstellt werden
       können und dass es auch nicht möglich ist, mehrere Namen zu einer Automount-Unit durch
       Erstellung zusätzlicher Symlinks auf seine Unit-Datei hinzuzufügen.

       Für jede Automount-Unit-Datei muss eine passende Einhänge-Unit-Datei (siehe
       systemd.mount(5) für Details) existieren, die aktiviert wird, wenn auf den Automount-Pfad
       zugegriffen wird. Beispiel: Falls eine Automount-Unit home-lennart.automount aktiv ist und
       der Benutzer auf /home/lennart zugreift, wird die Einhänge-Unit home-lennart.mount
       aktiviert.

       Automount-Units können für die Implementierung bedarfsgesteuerter Einhängungen sowie zur
       parallelisierten Einhängung von Dateisystemen benutzt werden.

AUTOMATISCHE ABHÄNGIGKEITEN

   Implizite Abhängigkeiten
       Die folgenden Abhängigkeiten werden implizit hinzugefügt:

       ·   Falls eine Automount-Unit unterhalb einer anderen Einhänge-Unit in der
           Dateisystemhierarchie ist, wird automatisch sowohl eine Anforderungs- und eine
           Ordnungsabhängigkeit zwischen beiden Units erstellt.

       ·   Zwischen einer Automount-Unit und der von ihr aktivierten Einhänge-Unit wird eine
           implizite Before=-Abhängigkeit erstellt.

   Standardabhängigkeiten
       Die folgenden Abhängigkeiten werden hinzugefügt, es sei denn, DefaultDependencies=no ist
       gesetzt:

       ·   Automount-Units erhalten automatisch Before= und Conflicts= von umount.target, um
           während des Herunterfahrens gestoppt zu werden.

FSTAB

       Automount-Units können entweder über Unit-Dateien oder mittels /etc/fstab (siehe fstab(5)
       für Details) konfiguriert werden.

       Für Details darüber, wie Systemd /etc/fstab auswertet, siehe systemd.mount(5).

       Falls ein Automount-Einhängepunkt sowohl in /etc/fstab als auch in einer Unit-Datei
       konfiguriert wird, hat die letzte Konfiguration Vorrang.

OPTIONEN

       Automount-Dateien müssen einen Abschnitt [Automount] enthalten, der Informationen über die
       Dateisystem-Automount-Einhängungen, die sie überwacht, transportiert. Die für den
       Abschnitt [Automount] speziellen Optionen von Automount-Units sind die folgenden:

       Where=
           Akzeptiert einen absoluten Pfad eines Verzeichnisses des Automount-Einhängepunktes.
           Falls der Automount-Einhängepunkt zum Zeitpunkt der Installation des
           Automount-Einhängepunktes nicht existiert, wird er erstellt. Diese Zeichenkette muss
           sich im Dateinamen der Unit wiederspiegeln. (Siehe oben.) Diese Option ist
           verpflichtend.

       DirectoryMode=
           Verzeichnisse von Automount-Einhängepunkten (und alle Elternverzeichnisse) werden
           falls notwendig automatisch erstellt. Diese Option legt den beim Erstellen dieser
           Verzeichnisse zu verwendenden Dateizugriffsmodus fest. Akzeptiert einen Zugriffsmodus
           in oktaler Schreibweise. Standardmäßig 0755.

       TimeoutIdleSec=
           Konfiguriert eine Leerlaufzeitüberschreitung. Sobald die Einhängung für die
           festgelegte Zeit im Leerlauf war, wird Systemd ein Aushängen versuchen. Akzeptiert
           einen einheitenfreien Wert in Sekunden oder einen Zeitbereichswert wie »5min 20s«.
           Übergeben Sie 0, um die Zeitüberschreitungslogik zu deaktivieren. Die
           Zeitüberschreitung ist standardmäßig deaktiviert.

SIEHE AUCH

       systemd(1), systemctl(1), systemd.unit(5), systemd.mount(5), mount(8), automount(8),
       systemd.directives(7)

ÜBERSETZUNG

       Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Helge Kreutzmann
       <debian@helgefjell.de> erstellt.

       Diese Übersetzung ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License
       Version 3 oder neuer bezüglich der Copyright-Bedingungen. Es wird KEINE HAFTUNG
       übernommen.

       Wenn Sie Fehler in der Übersetzung dieser Handbuchseite finden, schicken Sie bitte eine E-
       Mail an <debian-l10n-german@lists.debian.org>.