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BEZEICHNUNG
printf, fprintf, sprintf, snprintf, vprintf, vfprintf, vsprintf,
vsnprintf - formatierte Ausgabe
BERSICHT
#include <stdio.h>
int printf(const char *format, ...);
int fprintf(FILE *stream, const char *format, ...);
int sprintf(char *str, const char *format, ...);
int snprintf(char *str, size_t size, const char *format, ...);
int asprintf(char **strp, const char *format, ...);
int dprintf(int d, const char *format, ...);
#include <stdarg.h>
int vprintf(const char *format, va_list ap);
int vfprintf(FILE *stream, const char *format, va_list ap);
int vsprintf(char *str, const char *format, va_list ap);
int vsnprintf(char *str, size_t size, const char *format, va_list ap);
int vasprintf(char **strp, const char *format, va_list ap);
int vdprintf(int d, const char *format, va_list ap);
BESCHREIBUNG
Die Funktionenfamilie printf erzeugt Ausgaben in einen format wie unten
beschrieben. Die Funktionen printf und vprintf schreiben ihre Ausgabe
auf stdout, dem Standardausgabekanal; fprintf und vfprintf schreiben in
den angegebenen Ausgabekanal stream; sprintf, snprintf, vsprintf und
vsnprintf schreiben in den String str.
Die Funktionen vprintf, vfprintf, vsprintf, vsnprintf sind äquivalent
zu den Functionen printf, fprintf, sprintf bzw. snprintf, nur dass sie
mit einer va_list statt einer variablen Zahl von Argumenten aufgerufen
werden. Diese Funktionen rufen das Makro va_end nicht auf. Daher ist
der Wert von ap nach dem Aufruf undefiniert. Die Anwendung sollte nach‐
her selbst va_end(ap) aufrufen.
Diese acht Funktionen schreiben die Ausgabe unter Kontrolle eines for‐
mat-Strings, der angibt, wie die folgenden Argumente (oder Argumente,
auf die mittels der Möglichkeit der variablen Zahl von Argumenten von
stdarg(3) zugegriffen wird) für die Ausgabe konvertiert werden.
R ckgabewert
Diese Funktionen geben die Anzahl der Zeichen zurück, die ausgegeben
wurden (ohne abschließendes "\0" zum Terminieren von Strings).
snprintf und vsnprintf schreiben maximal size Bytes (inklusive
abschließendem ’\0’), und geben -1 zurück, wenn die Ausgabe auf dieses
Limit gekürzt werden musste. (Zumindest bis glibc 2.0.6. Seit glibc
2.1 folgen diese Funktionen dem C99-Standard und geben die Anzahl der
Zeichen (ohne abschließendes "\0") zurück, die ausgegeben worden wären,
wenn genug Platz vorhanden gewesen wäre.)
Format des Formatstrings
Der Formatstring ist eine Zeichenkette, die, so vorhanden, in ihrem
initialen Shift-Zustand beginnt und endet. Der Formatstring setzt sich
zusammen aus Null oder mehr Anweisungen: normale Zeichen (nicht %),
welche unverändert zum Ausgabekanal kopiert werden; und Umwand‐
lungsspezifikationen, welche jeweils null oder mehr Argumente fordern.
Jede Umwandlungsspezifikation wird durch das Zeichen % eingeleitet und
endet mit einem Umwandlungsspezifikator. Dazwischen können (in dieser
Ordnung) null oder mehr Flags, eine optionale minimale Feldbreite, eine
optionale Genauigkeit und ein optionaler Längenmodifikator.
Die Argumente müssen (nach type promotion) genau zu den Umwand‐
lungsspezifikatoren passen. Standardmäßig werden die Argumente in der
Reihenfolge benutzt, in der sie angegeben sind, wobei jeder ‘*’ und
jeder Umwandlungsspezifikator das nächste Argument abfragt (und es ist
ein Fehler, wenn nicht ausreichend Argumente gegeben sind). Man kann
auch explizit angeben, welches Argument genommen wird, an jeder Stelle
wo ein ein Argument erforderlich ist, indem man ‘%m$’ anstelle von ‘*’
schreibt, wobei die Dezimalzahl m die Position des gewünschten Argu‐
ments in der Argumentenliste angibt, beginnend mit 1. Damit sind
printf("%*d", width, num);
und
printf("%2$*1$d", width, num);
äquivalent. Der zweite Stil erlaubt wiederholte Referenzen auf das gle‐
iche Argument. Der C99-Standard schließt den Stil mit ‘$’ nicht mit
ein, er stammt aus der Single Unix Specification. Wenn der Stil, der
‘$’ benutzt, eingesetzt wird, muss er durchgehend für alle Umwandlun‐
gen, die ein Argument nehmen, und alle Breiten- und Genauigkeitsargu‐
mente verwendet werden, darf aber mit ‘%%’, das kein Argument konsum‐
iert, vermischt werden. Es darf keine Lücken in der Zahl der Argumente,
die mit ‘$’ spezifiziert werden, geben; zum Beispiel muss, wenn Argu‐
ment 1 und 3 auftreten, auch Argument 2 irgendwo im Formatstring
erwähnt werden.
Für einige numerische Umwandlungen wird ein Radixzeichen ("Dezi‐
malkomma") oder ein Tausender-Gruppierungszeichen verwendet. Des
tatsächlich benutzte Zeichen hängt vom LC_NUMERIC-Teil der Locale ab.
Die POSIX-Locale benutzt ‘.’ als Radixzeichen und hat kein Grup‐
pierungszeichen. Damit resultiert
printf("%’.2f", 1234567.89);
in ‘1234567.89’ in der POSIX-Locale, in ‘1234567,89’ in der Locale
nl_NL und in ‘1.234.567,89’ in der Locale da_DK.
Die Zeichen f r die Flags
Das Zeichen ‘%’ wird von null oder mehr der folgenden Flags gefolgt:
# gibt an, dass der Wert in eine ‘‘alternative Form’’ gewandelt
werden soll. Bei der Umwandlung o wird das erste Zeichen der
Ausgabe eine Null (indem ‘0’ vorangestellt wird, wenn der Wert
nicht schon Null war). Bei den Umwandlungen x und X wird einem
Ergebnis ungleich Null der String ‘0x’ (oder ‘0X’ bei X) vor‐
angestellt. Bei den Umwandlungen a, A, e, E, f, F, g und G
enthält das Ergebnis immer einen Dezimaltrennzeichen, auch wenn
ihm keine Ziffern folgen. (Normalerweise tritt ein Dezimal‐
trennzeichen nur in Ergebnissen auf, wenn ihm eine Ziffer
folgt.) Bei den Umwandlungen g und G werden nachfolgende Nullen
nicht aus dem Ergebnis entfernt, wie sie es normalerweise
würden. Für andere Umwandlungen ist das Ergebnis undefiniert.
0 Auffüllen mit Nullen. Bei den Umwandlungen d, i, o, u, x, X, a,
A, e, E, f, F, g und G wird der umgewandelte Wert links mit
Nullen, nicht mit Leerzeichen aufgefüllt. Werden sowohl 0 als
auch - angegeben, so wird 0 ignoriert. Wenn eine Genauigkeit
bei einer numerischen Umwandlung (d, i, o, u, x und X),
angegeben ist, wird das Flag 0 ignoriert. Für andere Umwandlun‐
gen ist das Ergebnis undefiniert.
- Linksbündige Ausgabe des umgewandelten Wertes an der Feldgrenze
gesetzt wird. (Standard ist rechtsbündige Ausrichtung.) Außer
bei der Umwandlung n wird der umgewandelte Wert rechts mit
Leerzeichen aufgefüllt statt links mit Leerzeichen oder Nullen.
Ein - übersteuert ein 0 falls beide angegeben sind.
(ein Leerzeichen) gibt an, dass ein Leerzeichen vor einer posi‐
tiven Zahl bleiben soll, die durch einen Vorzeichenwechsel ent‐
standen ist.
+ gibt an, dass vor alle durch Vorzeichenwechsel entstandenen
Zahlen das Vorzeichen (‘+’ oder ‘-’) gesetzt wird. Stan‐
dardmäßig wird ein Vorzeichen nur für negative Zahlen verwendet.
Ein + übersteuert ein Leerzeichen, falls beide angegeben sind.
Die obigen fünf Flags werden vom C-Standard definiert. Die SUSv2 spezi‐
fiziert ein weiteres Flag.
Für dezimalen Umwandlungen (i, d, u, f, F, g, G) gibt an, dass
die Ausgabe bei einem numerischen Argument guppiert werden soll,
wenn die lokale Spracherweiterung dieses angibt. Beachte, dass
viele Versionen vom gcc diese Option nicht parsen kann und
stattdessen eine Warnung ausgeben. SUSv2 schließt %’F nicht mit
ein.
glibc 2.2 fügt ein weiteres Flag hinzu.
I Für dezimale Ganzzahlumwandlungen (i, d, u) benutzt die Ausgabe
die alternativen Ausgabeziffern der Locale, wenn es solche gibt
(zum Beispiel arabische Ziffern). Allerdings schließt die Bib‐
liothek keine Locale-Definitionen mit ein, die outdigits
definieren.
Die Feldbreite
Eine optionale Dezimalzahl, die die minimale Feldbreite angibt. Wenn
der umgewandelte Wert weniger Zeichen als die Feldbreite hat, wird er
links mit Leerzeichen aufgefüllt (oder rechts, wenn das Flag für
Linksbündigkeit gesetzt ist). Statt einer Dezimalzahl kann auch ‘*’
oder ‘*m$’ (für eine Dezimalzahl m) angegeben werden, um zu spezi‐
fizieren, dass die Feldbreite im nächsten (oder m-ten) Argument gegeben
ist, welches den Type int haben muss. Eine negative Feldbreite wird als
Flag ‘-’ gefolgt von einer positiven Breite interpretiert. In keinem
Fall resultiert eine nichtexistierende oder kleine Feldbreite im
Abschneiden eines Feldes; ist das Ergebnis einer Umwandlung breiter als
die Feldbreite, so wird das Feld erweitert, um das Ergebnis
aufzunehmen.
Die Genauigkeit
Eine optionale Genauigkeit in der Form eines Punkts (‘.’) gefolgt von
einer optionalen Zahl. Statt einer Dezimalzahl kann auch ‘*’ oder
‘*m$’ (für eine Dezimalzahl m) angegeben werden, um zu spezifizieren,
dass die Genauigkeit im nächsten (oder m-ten) Argument gegeben ist,
welches den Type int haben muss. Wenn die Zahl weggelassen wird oder
es eine negative Zahle ist, wird eine Genauigkeit von Null angenommen.
Dies gibt die minimale Anzahl der Ziffern an, die bei den Umwandlungen
d, i, o, u, x und X erscheinen, bzw. die Anzahl der Ziffern nach dem
Dezimaltrennzeichen bei a, A, e, E, f und F , die maximale Anzahl von
signifikanten Ziffern bei g und G , oder die maximale Anzahl von
auszugebenden Zeichen eines Strings bei s und S.
Der L ngenmodifikator
Im Folgenden steht "Ganzzahlumwandlung" für d, i, o, u, x oder X.
hh Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom
Typ signed char oder unsigned char, oder eine folgende n-Umwand‐
lung entspricht einem Zeiger auf ein signed-char-Argument.
h Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom
Typ short int oder unsigned short int, oder eine folgende n-
Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein short-int-Argument.
l Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom
Typ long int oder unsigned long int, oder eine folgende n-
Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein long-int-Argument,
oder eine folgende c-Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein
wchar_t-Argument,
ll Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom
Typ long long int oder unsigned long long int, oder eine fol‐
gende n-Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein long-long-
int-Argument.
L Eine folgende a-, A-, e-, E-, f-, F-, g- oder G-Umwandlung
entspricht einem long double-Argument. (C99 erlaubt %LF, aber
SUSv2 nicht.)
q (‘quad’. Nur BSD 4.4 und Linux libc5. Nicht benutzen.) Dies ist
ein Synonym für ll.
j Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom
Typ intmax_t oder uintmax_t.
z Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom
Typ size_t oder ssize_t. (Linux libc5 hat Z in dieser Bedeu‐
tung. Nicht benutzen.)
t Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom
Typ ptrdiff_t.
SUSv2 kennt nur die Längenmodifikatoren h (in hd, hi, ho, hx, hX, hn)
und l (in ld, li, lo, lx, lX, ln, lc, ls) und L (in Le, LE, Lf, Lg,
LG).
Der Umwandlungsspezifikator
Ein Zeichen, das den Typ der anzuwendenden Umwandlung angibt. Die
Umwandlungsspezifikatoren und ihre Bedeutung sind:
d,i Das Argument int (oder eine entsprechende Variante) wird umge‐
wandelt in eine vorzeichenbehaftete Dezimalzahl. Die
Genauigkeit, sofern vorhanden, gibt die minimale Anzahl vor Zif‐
fern an, die auftreten muss; wenn der umgewandelte Wert weniger
Ziffern benötigt, wird er links mit Nullen aufgefüllt. Die vor‐
eingestellte Genauigkeit ist 1. Wird 0 mit einer expliziten
Genauigkeit 0 gedruckt, so ist die Ausgabe leer.
o,u,x,X
Das unsigned-int-Argument wird in eine vorzeichenlose Oktal-
(o), Dezimal- (u), oder Hexadezimalzahl (x und X) umgewandelt.
Die Buchstaben abcdef werden für Umwandlungen x benutzt; die
Buchstaben ABCDEF für Umwandlungen X. Die Genauigkeit, sofern
vorhanden, gibt die minimale Anzahl vor Ziffern an, die
auftreten muss; wenn der umgewandelte Wert weniger Ziffern
benötigt, wird er links mit Nullen aufgefüllt. Die vor‐
eingestellte Genauigkeit ist 1. Wird 0 mit einer expliziten
Genauigkeit 0 gedruckt, so ist die Ausgabe leer.
e,E Das Argument double wird gerundet und in das Format [-]d.ddde±dd
umgewandelt, wobei eine Ziffer vor dem Dezimaltrennzeichen
erscheint und die Anzahl der Ziffern dahinter der Genauigkeit
entspricht; wenn die Genauigkeit fehlt, wird sie als 6 angenom‐
men; wenn die Genauigkeit Null ist, erscheint kein Dezimal‐
trennzeichen. Eine Umwandlung E benutzt den Buchstaben E (in
Gegensatz zu e), um den Exponenten einzuleiten. Der Exponent
enthält immer mindestens zwei Ziffern; wenn der Wert Null ist,
ist der Exponent 00.
f,F Das Argument double wird gerundet und umgewandelt in dezimale
Notation im Format [-]ddd.ddd, wobei die Anzahl der Ziffern hin‐
ter dem Dezimaltrennzeichen der Genauigkeit entspricht. Wenn
die Genauigkeit fehlt, wird sie als 6 angenommen; wenn die
Genauigkeit Null ist, erscheint kein Dezimaltrennzeichen. Wenn
ein Dezimaltrennzeichen erscheint, befindet sich mindestens eine
Ziffer davor.
(SUSv2 kennt F nicht und sagt, dass Zeichenkettenrepräsentationen für
Unendlich und NaN (Not a Number - keine Zahl) vorhanden sein können.
Der C99-Standard spezifiziert ‘[-]inf’ oder ‘[-]infinity’ für
Unendlich, und eine Zeichenkette beginnend mit ‘nan’ für NaN im Falle
von f, und ‘[-]INF’ oder ‘[-]INFINITY’ oder ‘NAN’ im Falle von F.)
g , G Das Argument double wird umgewandelt in das Format f oder e
(oder F oder E für die Umwandlung G). Die Genauigkeit gibt die
Anzahl der signifikanten Stellen an. Wenn die Genauigkeit
fehlt, werden 6 Ziffern zurückgegeben; wenn die Genauigkeit Null
ist, wird sie als 1 angenommen. Form e wird benutzt, wenn der
Exponent kleiner als -4 oder größer als oder gleich der
Genauigkeit ist. Nachfolgende Nullen im Bruchteil werden ent‐
fernt; ein Dezimaltrennzeichen erscheint nur, wenn es von min‐
destens einer Ziffer gefolgt wird.
a,A (C99; nicht in SUSv2) Für die Umwandlung a wird das double-Argu‐
ment in hexadezimale Notation gebracht (unter Benutzung der
Buchstaben abcdef) in der Form [-]0xh.hhhhp±d; für A sind dage‐
gen der Präfix 0X, die Buchstaben ABCDEF und das Exponenten‐
trennzeichen P. Vor dem Dezimaltrennzeichen ist eine hexadezi‐
male Ziffer, die Anzahl der Stellen dahinter entspricht der
Genauigkeit. Die standardmäßige Genauigkeit genügt für eine
exakte Repräsentation des Wertes, wenn eine exakte Repräsenta‐
tion zur Basis 2 existiert und ist sonstigenfalls groß genug, um
Werte vom Typ double zu unterscheiden. Die Ziffer vor dem Dezi‐
maltrennzeichen ist unspezifiziert für nichtnormalisierte
Zahlen, und nicht Null, aber ansonsten unspezifiziert, für nor‐
malisierte Zahlen.
c Wenn kein Modifikator l vorhanden ist, wird das Argument int
umgewandelt in einen unsigned char und das resultierende Zeichen
ausgegeben. Wenn ein l vorhanden ist, wird das wint_t-Argument
(breites Zeichen) mit einem Ruf der Funktion wcrtomb zu einer
Multibyte-Folge umgewandelt, mit der Konvertierung beginnend im
initialen Zustand, und die resultierende Multibyte-Zeichenkette
wird ausgegeben.
s Wenn kein Modifikator l vorhanden ist, wird das Argument const
char * erwartet als ein Zeiger auf ein Array vom Typ Character
(Zeiger auf einen String). Zeichen aus diesem Array werden bis
zu (aber nicht einschließlich) des terminierenden NUL-Zeichens
ausgegeben; wenn eine Genauigkeit angegeben ist, werden nicht
mehr Zeichen als die angegebene Anzahl ausgegeben. Wenn eine
Genauigkeit angegeben ist braucht kein Null-Zeichen vorhanden zu
sein; wenn die Genauigkeit nicht angegeben ist oder größer als
die Array-Größe ist, muss das Array ein beendendes Zeichen NUL
enthalten. Wenn ein l vorhanden ist, wird das const-
wchar_t-*-Argument als ein Zeiger auf ein Array von breiten
Zeichen erwartet. Breite Zeichen aus dem Array werden zu Multi‐
byte-Zeichen umgewandelt (jedes mit einem Ruf von wcrtomb,
beginnend im initialen Zustand vor dem ersten breiten Zeichen),
bis zu und einschließlich des terminierenden breiten NUL-
Zeichens. Wenn eine Genauigkeit angegeben ist, werden nicht
mehr Bytes als die angegebene Anzahl ausgegeben, aber es werden
keine partiellen Multibyte-Zeichen ausgegeben. Man beachte, dass
die Genauigkeit die Anzahl der Bytes, nicht der breiten Zeichen
oder Bildschirmpositionen angibt. Das Array muss ein ter‐
minierendes breites NUL-Zeichen enthalten, wenn nicht eine
Genauigkeit gegeben ist, die so klein ist, dass die Zahl der
geschriebenen Bytes sie übersteigt, bevor das Ende des Arrays
erreicht ist.
C (Nicht in C99, aber in SUSv2.) Synonym für lc. Nicht benutzen.
S (Nicht in C99, aber in SUSv2.) Synonym für ls. Nicht benutzen.
p Das Zeiger-Argument void * wird hexadezimal ausgegeben (wie bei
%#x oder %#lx).
n Die Anzahl der bis hierhin ausgegebenen Zeichen wird in dem
Integer gespeichert, der durch das Zeiger-Argument int * (bzw.
Äquivalent) gegeben ist. Kein Argument wird umgewandelt.
% Ein ‘%’ wird ausgegeben. Kein Argument wird umgewandelt. Die
komplette Umwandlungsspezifikation ist ‘%%’.
BEISPIELE
Um pi mit fünf Dezimalstellen auszugeben:
#include <math.h>
#include <stdio.h>
fprintf(stdout, "pi = %.5f\n", 4 * atan(1.0));
Um Datum und Zeit in der Form ‘Sunday, July 3, 10:02’ auszugeben, wobei
weekday und month Zeiger auf Strings sind:
#include <stdio.h>
fprintf(stdout, "%s, %s %d, %.2d:%.2d\n",
weekday, month, day, hour, min);
Die meisten Länder benutzen die Reihenfolge Tag-Monat-Jahr. Deshalb
muss eine internationalisierte Version in der Lage sein, die Argumente
in der durch das Format angegebenen Reihenfolge zu drucken:
#include <stdio.h>
fprintf(stdout, format,
weekday, month, day, hour, min);
wobei format von der Locale abhängt, und möglicherweise die Argumente
permutiert. Mit dem Wert
"%1$s, %3$d. %2$s, %4$d:%5$.2d\n"
bekommt man dann ‘Sonntag, 3. Juli, 10:02’.
Um einen genügend großen String zu allozieren und in ihn zu schreiben
(Code stimmt sowohl für glibc 2.0 als auch glibc 2.1):
#include <stdio.h>
#include <stdlib.h>
#include <stdarg.h>
char *
make_message(const char *fmt, ...) {
/* Guess we need no more than 100 bytes. */
int n, size = 100;
char *p;
va_list ap;
if ((p = malloc (size)) == NULL)
return NULL;
while (1) {
/* Try to print in the allocated space. */
va_start(ap, fmt);
n = vsnprintf (p, size, fmt, ap);
va_end(ap);
/* If that worked, return the string. */
if (n > -1 && n < size)
return p;
/* Else try again with more space. */
if (n > -1) /* glibc 2.1 */
size = n+1; /* precisely what is needed */
else /* glibc 2.0 */
size *= 2; /* twice the old size */
if ((p = realloc (p, size)) == NULL)
return NULL;
}
}
printf(1), wcrtomb(3), wprintf(3), scanf(3), locale(5).
STANDARDS
Die Funktionen fprintf, printf, sprintf, vprintf, vfprintf, und
vsprintf sind konform zu ANSI X3.159-1989 (‘ANSI C’) und ISO/IEC
9899:1999 (‘ISO C99’). Die Funktionen snprintf und vsnprintf sind kon‐
form zu ISO/IEC 9899:1999.
Hinsichtlich des Rückgabewerts von snprintf widersprechen sich SUSv2
und der C99-Standard: wird snprintf mit size=0 gerufen, dann vereinbart
SUSv2 einen unspezifizierten Rückgabewert kleiner als 1, während C99 es
zulässt, dass str in diesem Fall NULL ist, und (wie immer) den
Rückgabewert als die Anzahl der Zeichen, die, wäre der Ausgabestring
groß genug gewesen, geschrieben worden wären, angibt.
Linux’ libc5 kennt die fünf Standardflags von C und das ’-Flag, Locale,
%m$ und *m$. Sie kennt die Längenmodifikatoren h, l, L, Z und q, akzep‐
tiert aber L und q sowohl für long double als auch für long long (das
ist ein Bug). Sie erkennt FDOU nicht mehr, fügt aber einen neuen
Umwandlungsspezifikator m hinzu, welcher strerror(errno) ausgibt.
glibc 2.0 fügt Umwandlungsspezifikatoren C und S hinzu.
glibc 2.1 fügt Längenmodifikatoren hh, j, t und z sowie Umwand‐
lungsspezifikatoren a und A hinzu.
glibc 2.2 fügt den Umwandlungsspezifikatoren F mit der Bedeutung von
C99 hinzu, sowie das Flag I.
GESCHICHTE
Unix V7 defininiert die drei Routinen printf, fprintf, sprintf und hat
das Flag ‘-’, die Breite oder Genauigkeit ‘*’, den Längenmodifikator l
und die Umwandlungsspezifikatoren doxfegcsu sowie D, O, U, X als Syn‐
onyme für ld, lo, lu, lx. Das stimmt auch noch für BSD 2.9.1, aber BSD
2.10 hat die Flags ‘#’, ‘+’ und ‘ ’ und erwähnt D, O, U, X nicht mehr.
BSD 2.11 hat vprintf, vfprintf, vsprintf und warnt davor, D, O, U, X zu
benutzen. BSD 4.3 Reno hat das Flag ‘0’, die Längenmodifikatoren h nd
L und die Umwandlungsspezifikatoren n, p, E, G, X (mit der heutigen
Bedeutung) und rät von D, O, U ab. BSD 4.4 führt die Funktionen
snprintf und vsnprintf und den Längenmodifikator q ein. FreeBSD hat
auch die Funktionen asprintf und vasprintf, die einen Puffer, der groß
genug für sprintf ist, alloziert.
BUGS
Da sprintf und vsprintf einen beliebig langen String annehmen, muss der
Rufer Acht geben, nicht den tatsächlich verfügbaren Platz zu überschre‐
iten; dies ist oft unmöglich sicherzustellen. Man beachte, dass die
Länge der Strings oft abhängig von der Locale und schwierig
vorherzusagen sind. Stattdessen snprintf und vsnprintf benutzen (oder
asprintf und vasprintf).
printf(fred); weist häufig auf einen Fehler hin, da fred das Zeichen
‘%’ enthalten kann. Kommt fred von ungeprüfter Nutzereingabe, kann es
%n enthalten und veranlasst print, in den Speicher zu schreiben und
erzeugt damit ein Sicherheitsloch.