Provided by: dpkg_1.14.16.6ubuntu3_i386 bug

NAME

       dpkg-deb - Debian-Paketarchiv (.deb) Manipulationswerkzeug

SYNOPSIS

       dpkg-deb [Optionen] Befehl

BESCHREIBUNG

       dpkg-deb  packt  und  entpackt  Debian-Archive und stellt Informationen
       über sie breit.

       Verwenden Sie dpkg, um Pakete auf Ihrem  System  hinzuzufügen  oder  zu
       entfernen

       Sie  können dpkg-deb durch Aufruf von dpkg mit beliebigen Optionen, die
       Sie an dpkg-deb übergeben wollen,  aufrufen.  dpkg  erkennt,  dass  Sie
       dpkg-deb wollten und es für Sie ausführen.

BEFEHLE

       -b, --build Verzeichnis [Archiv|Verzeichnis]
              Erstellt  ein  Debian-Archiv  aus  dem  Dateisytembaum,  der  in
              Verzeichnis    gespeichert    ist.    Verzeichnis    muss    ein
              DEBIAN-Unterverzeichnis   aufweisen,   das   die   Dateien   mit
              Steuerinformation wie die control-Datei selbst  enthält.  Dieses
              Verzeichnis  wird nicht in dem Dateisystemarchiv des Binärpakets
              auftauchen,  sondern  die   Dateien   selbst   werden   in   den
              Steuer-Informationsbereich des Binärpakets gepackt.

              Falls Sie nicht --nocheck wird dpkg-deb DEBIAN/control lesen und
              es parsen. Es prüft sie auf Syntax-Fehler und  andere  Probleme,
              und  zeigt  den  Namen  des zu bauenden Binärpakets an. dpkg-deb
              wird auch die Rechte der Betreuer-Skripte und anderer Dateien im
              DEBIAN-Steuer-Informationsverzeichnis prüfen.

              Falls  kein Archiv angegeben ist, wird dpkg-deb das Paket in die
              Datei Verzeichnis.deb schreiben.

              Falls das zu  erstellende  Archiv  bereits  existiert,  wird  es
              überschrieben.

              Falls  das  zweite Argument ein Verzeichnis ist wird dpkg-deb in
              die Datei Paket_Version_arch.deb oder  Paket_Version.deb,  falls
              kein  Architecture-Feld  in der Paket-Steuerdatei vorhanden ist,
              schreiben. Wenn ein Zielverzeichnis statt einer Datei  angegeben
              ist,  darf  die  Option  --nocheck  nicht  verwendet  werden (da
              dpkg-deb die Paketsteuerdatei lesen und parsen muss, um  den  zu
              verwendenden Dateinamen zu bestimmen).

       -I, --info Archiv [Befehlsdateiname ...]
              Stellt Informationen über ein Binärpaketarchiv bereit.

              Falls  keine  Steuer-Dateinameen  angegeben  sind,  wird es eine
              Zusammenfassung des Inhalts des Pakets sowie dessen  Steuerdatei
              ausgeben.

              Falls  Steuer-Dateinamen  angegeben  sind wird dpkg-deb diese in
              der  angegebenen  Reihenfolge   ausgeben;   falls   einige   der
              Komponenten  nicht  vorhanden sind, wird es eine Fehlernachricht
              nach Stderr über  jede  ausgeben  und  sich  mit  dem  Status  2
              beenden.

       -W, --show Archiv
              Stellt  Informationen  über Binärpaketarchive im Format dar, das
              mit   dem   Argument   --showformat   angegeben    wurde.    Das
              Standardformat  zeigt  den  Paketnamen  und  die Paketversion in
              einer Zeile, getrennt durch einen Tabulator.

       -f, --field Archiv [Befehlsfeldname ...]
              Extrahiert  die  Informationen  der  control-Datei   aus   einem
              Binärpaketarchiv.

              Falls  keine  Steuerdatei-Felder  angegeben  sind,  gibt  es die
              gesamte control-Datei aus.

              Falls welche angegeben sind, gibt dpkg-deb ihren Inhalt  in  der
              Reihenfolge aus, in der sie in der control-Datei angegeben sind.
              Falls  mehr  als  ein  Steuerdatei-Feld  angegeben  ist,  stellt
              dpkg-deb  jedem  Inhalt  seinen Feldnamen (und einen Doppelpunkt
              mit Leerzeichen) voran.

              Falls angeforderte Felder nicht gefunden werden wird kein Fehler
              gemeldet.

       -c, --contents Archiv
              Listet den Inhalt des Dateisystem-Archivanteils des Paketarchivs
              auf. Die Ausgabe erfolgt derzeit in dem Format, das von  tar  in
              der ausführlichen Auflistung erstellt wird.

       -x, --extract Archiv-Verzeichnis
              Extrahiert  den  Dateisystembaum  aus  einem  Paketarchiv in das
              angegebene Verzeichnis.

              Beachten  Sie,  dass  das  Extrahieren  eines  Pakets   in   das
              Wurzelverzeichnis  nicht  zu einer korrekten Installation führt!
              Verwenden Sie dpkg zur Paketinstallation.

              Verzeichnis (aber nicht die übergeordneten) wird falls notwendig
              erstellt.

       -X, --vextract Archiv-Verzeichnis
              Ist  wie  --extract (-x), gibt aber beim Arbeiten eine Liste von
              extrahierten Dateien aus.

       --fsys-tarfile Archiv
              Extrahiert die Dateisystembaum-Daten aus  einem  Binärpaket  und
              schickt   sie  zur  Standardausgabe  im  tar-Format.  Dies  kann
              zusammen mit tar(1) verwendet werden, um  eine  bestimmte  Datei
              aus einem Paketarchiv zu extrahieren.

       -e, --control Archiv [Verzeichnis]
              Extrahiert  die Steuer-Informationsdateien aus einem Paketarchiv
              in das angegebene Verzeichnis.

              Falls kein Verzeichnis angegeben ist, wird das  Unterverzeichnis
              DEBIAN im aktuellen Verzeichnis verwendet.

              Das  Zielverzeichnis  (aber  nicht  übergeordnete)  wird,  falls
              notwendig, erstellt.

       -h, --help
              Zeige den Bedienungshinweis und beende.

       --version
              Gebe die Version aus und beende sich.

       --licence, --license
              Zeigt die Kopier-Lizenzierungsbedingungen und beendet sich.

OPTIONEN

       --showformat=Format
              Diese  Option  wird  dazu  verwendet,  das  Format  der  Ausgabe
              anzugeben,  das  --show  verwenden  wird.  Das  Format  ist eine
              Zeichenkette, die für jede aufgeführte Datei ausgegeben wird.

              Die Zeichenkette darf jedes Statusfeld in der Form »${Feldname}«
              referenzieren,  eine  Liste  der  möglichen  Felder  kann  licht
              mittels  -I  für  das  gleiche  Paket  ermittelt  werden.   Eine
              komplette   Erläuterung   der  Formatieroptionen  (darunter  die
              Escape-Sequenzen und Feld-Tabulatoren) kann in der Erklärung der
              Option --showformat von dpkg-query(1) gefunden werden.

              Die       Voreinstellung      für      dieses      Feld      ist
              "${Package}\t${Version}\n".

       -zKomprimierstufe
              Gibt     die     Komprimierstufe     an,     die     an      das
              Komprimier-Backendprogramm   beim  Bau  eines  Pakets  übergeben
              werden soll.

       -Zkomprimier_Art
              Gibt die  Art  der  Komprimierung  beim  Bau  eines  Pakets  an.
              Erlaubte  Werte  sind gzip, bzip2, lzma und none (voreingestellt
              ist gzip).

       --new  Stellt sicher, dass dpkg-deb ein Archiv im »neuen« Format  baut.
              Dies ist die Voreinstellung.

       --old  Zwingt  dpkg-deb  dazu,  ein  Archiv im »alten« Format zu bauen.
              Dieses    alte    Format    wird    nicht    so    leicht    von
              nicht-Debian-Werkzeugen  eingelesen  und ist jetzt veraltet; der
              einzige Zweck ist zum Bau von Paketen,  die  von  Dpkg-Versionen
              kleiner 0.93.76 (September 1995) eingelesen werden sollen. Diese
              Dpkg-Version wurde nur als i386 a.out-Programm veröffentlicht.

       --nocheck
              Unterdrückt die normalen Überprüfungen von dpkg-deb --build über
              die  vorgeschlagenen  Inhaltes  eines  Archivs. Damit können Sie
              jedes Archiv bauen, das Sie möchten, egal wie defekt es ist.

       -D, --debug
              Aktiviert Fehlersuch-Ausgaben (»debugging«). Dies ist nicht sehr
              interessant.

FEHLER

       dpkg-deb -I paket1.deb paket2.deb macht das Falsche.

       Es  gibt  keine  Authentifizierung von .deb-Dateien; in der Tat gibt es
       sogar noch nicht mal eine direkte Prüfsumme.

       Versuchen Sie nicht, nur mit dpkg-deb  Software  zu  installieren!  Sie
       müssen  dpkg selber verwenden, um sicherzustellen, dass alle Dateien an
       den richtigen Ort platziert werden, die Paketskripte ausgeführt  werden
       und sein Status und Inhalt aufgezeichnet wird.

ÜBERSETZUNG

       Die  deutsche  Übersetzung  wurde  2004,  2006,  2007,  2008  von Helge
       Kreutzmann  <debian@helgefjell.de>  und  2007  von   Florian   Rehnisch
       <eixman@gmx.de> angefertigt. Diese Übersetzung ist Freie Dokumentation;
       lesen Sie die GNU General Public License Version 2 oder neuer  für  die
       Kopierbedingungen.  Es gibt KEINE HAFTUNG.

SIEHE AUCH

       deb(5), deb-control(5), dpkg(1), dselect(1).

AUTOR

       Copyright (C) 1995-1996 Ian Jackson

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