Provided by:
dpkg_1.14.16.6ubuntu3_i386 
NAME
dpkg - Paketverwalter für Debian
SYNOPSIS
dpkg [Optionen] Aktionen
WARNUNG
Dieses Handbuch ist für Benutzer gedacht, die die
Kommandozeilenoptionen und Paketzustände von dpkg detaillierter
verstehen wollen, als durch dpkg --help beschrieben ist.
Es sollte nicht von Paketbetreuern verwendet werden, die verstehen
wollen, wie dpkg ihr Paket installieren wird. Die Beschreibung von den
Tätigkeiten von dpkg beim Installieren und Entfernen von Paketen ist
besonders unzulänglich.
BESCHREIBUNG
dpkg ist ein Werkzeug, um Debian-Pakete zu installieren, zu bauen und
zu verwalten. Die primäre und benutzerfreundlichere Oberfläche für dpkg
ist dselect(1). dpkg selbst wird komplett über Kommandozeilenoptionen
gesteuert, die aus genau einer Aktion und Null oder mehreren Optionen
bestehen. Der Aktionsparameter teilt dpkg mit, was zu tun ist, und die
Optionen steuern die Aktionen in irgendeiner Weise.
dpkg kann auch als Oberfläche für dpkg-deb(1) verwendet werden. Die
folgenden Aktionen gehören zu dpkg-deb, und wenn sie angetroffen
werden, startet dpkg einfach dpkg-deb mit den übergebenen Parametern:
-b, --build,
-c, --contents,
-I, --info,
-f, --field,
-e, --control,
-x, --extract,
-X, --vextract und
--fsys-tarfile.
Bitte lesen Sie dpkg-deb(1) für weitere Informationen über diese
Aktionen.
INFORMATIONEN ÜBER PAKETE
dpkg verwaltet einige nützliche Informationen über verfügbare Pakete.
Die Informationen sind in drei Klassen unterteilt: Status,
<Auswahlstatus> und Schalter. Diese Werte sind Hauptsächlich zur
Änderung durch dselect gedacht.
PAKETZUSTÄNDE
installiert
Das Paket ist entpackt und konfigurierte korrekt.
halb-installiert
Die Installation des Paketes wurde begonnen, aber aus
irgendeinem Grund nicht abgeschlossen.
nicht-installiert
Das Paket ist nicht auf Ihrem System installiert.
entpackt
Das Paket ist entpackt, aber nicht konfiguriert.
halb-konfiguriert
Das Paket ist entpackt und die Konfiguration wurde begonnen,
aber aus irgendeinem Grund nicht abgeschlossen.
Config-Dateien
Nur die Konfigurationsdateien des Pakets existieren auf dem
System.
PAKETAUSWAHL-STATUS
installiere
Das Paket ist zur Installation ausgewählt.
deinstalliere
Das Paket ist zur Deinstallation ausgewählt (d.h. wir wollen
alle Dateien außer den Konfigurationsdateien entfernen).
säubern
Das Paket ist zum vollständigen Löschen (»purge«) ausgewählt
(d.h. wir wollen alle Dateien inklusive der
Konfigurationsdateien entfernen).
PAKET-SCHALTER
halten Ein Paket das mit halten markiert ist, wird von dpkg nicht
behandelt, es sei denn Sie erzwingen dies mit der Option
--force-hold.
Neuinst. notw
Ein mit Neuinst. notw markiertes Paket ist defekt und muss
erneut installiert werden. Diese Pakete können nicht entfernt
werden, es sei denn, Sie erzwingen dies mit der Option
--force-remove-reinstreq.
AKTIONEN
-i, --install Paketdatei...
Installiere das Paket. Falls die --recursive oder -R-Option
angegeben ist, muss sich Paketdatei stattdessen auf ein
Verzeichnis beziehen.
Die Installation besteht aus folgenden Schritten:
1. Extrahiere die Steuerdateien aus dem neuen Paket.
2. Falls eine andere Version des gleichen Pakets vor der der
neuen Installation installiert war, dann führe das prerm-Skript
des alten Paketes aus.
3. Führe das preinst-Skript aus, falls dies vom Paket
bereitgestellt wird.
4. Entpacke die neuen Dateien und sichere gleichzeitig die alten
Dateien, so dass diese, falls etwas schief geht,
wiederhergestellt werden können.
5. Falls eine andere Version des gleichen Pakets vor der der
neuen Installation installiert war, dann führe das postrm-Skript
des alten Paketes aus. Beachten Sie, dass dieses Skript nach dem
preinst-Skript des neuen Pakets ausgeführt wird, da neue Dateien
zeitgleich zu der Entfernung alter Dateien geschrieben werden.
6. Konfiguriere das Paket. Lesen Sie --configure für
detaillierte Informationen wie dies geschieht.
--unpack Paketdatei ...
Entpacke das Paket, aber konfiguriere es nicht. Falls die
--recursive oder -R-Option angegeben ist, muss sich Paketdatei
stattdessen auf ein Verzeichnis beziehen.
--configure Paket ...|-a|--pending
Rekonfiguriere ein entpacktes Paket. Falls -a oder --pending
anstelle von Paket angegeben ist, werden alle entpackten aber
nicht konfigurierten Pakete konfiguriert.
Die Konfiguration besteht aus folgenden Schritten:
1. entpacke die Konfigurationsdateien und sichere gleichzeitig
die alten Konfigurationsdateien, so dass diese, falls etwas
schief geht, wiederhergestellt werden können.
2. Führe das postinst-Skript aus, falls dies vom Paket
bereitgestellt wird.
-r, --remove, -P, --purge Paket ...|-a|--pending
Entferne ein installiertes Paket. -r oder --remove entfernen
alles außer Konfigurationsdateien. Dies könnte die
Rekonfiguration vermeiden, falls das Paket später wieder
reinstalliert wird. (Konfigurationsdateien sind die Dateien, die
in der debian/conffiles-Steuerdatei aufgeführt sind). -P oder
--purge entfernt alles, auch Konfigurationsdateien. Falls -a
oder --pending anstatt eines Paketnamens angegeben werden, dann
werden alle Pakete, die entpackt aber zur Entfernung oder
Säuberung in der Datei /var/lib/dpkg/status markiert sind,
entfernt oder respektive gesäubert.
Entfernung eines Paketes besteht aus den folgenden Schritte:
1. Führe das prerm-Skript aus
2. Entferne die installierten Dateien
3. Führe das postrm-Skript aus
--update-avail, --merge-avail Packages-Datei
Aktualisiere dpkgs und dselects Verständnis darüber, welche
Pakete verfügbar sind. Mit der Aktion --merge-avail wird alte
Information mit der Information aus der Packages-Datei
zusammengeführt. Mit der Aktion --update-avail wird die alte
Information durch die Information aus der Packages-Datei
ersetzt. Die mit Debian vertriebene Packages-Datei heißt einfach
Packages. dpkg hält seine Aufzeichnungen über die verfügbaren
Pakete in /var/lib/dpkg/available.
Ein einfacherer Befehl, um die available-Datei in einem Aufruf
abzurufen und zu aktualisieren ist dselect update.
-A, --record-avail Paketdatei ...
Aktualisiere mit den Informationen aus dem Paket Paketdatei
dpkgs und dselects Verständnis darüber, welche Pakete verfügbar
sind. Falls die --recursive oder -R-Option angegeben ist, muss
sich Paketdatei stattdessen auf ein Verzeichnis beziehen.
--forget-old-unavail
Vergiss Informationen über nicht-installierte, nicht-verfügbare
Pakete.
--clear-avail
Lösche die existierenden Informationen darüber, welche Pakete
verfügbar sind.
-C, --audit
Suche nach Pakete, die in Ihrem System nur teilweise installiert
wurden. dpkg wird Vorschläge machen, was mit ihnen geschehen
soll, um sie in Funktion zu bringen.
--get-selections [Paket-Name-Muster...]
Hole eine Liste von Paketauswahlen und schreibe sie auf die
Standardausgabe. Ohne Muster werden Pakete im Zustand »Säubern«
nicht angezeigt.
--set-selections
Setze die Paketauswahl durch Einlesen einer Datei von der
Standardeingabe. Diese Datei sollte im Format »<Paket>
<Zustand>« sein, wobei Zustand einer aus »install«, »hold«,
»deinstall« oder »purge« ist. Leerzeilen und Kommentarzeilen
(beginnend mit »#«) sind auch erlaubt.
--clear-selections
Setze den erbetenen Zustand von jedem nicht-essenziellen Paket
auf »Deinstallation«. Dies ist dazu gedacht, direkt vor
--set-selections verwendet zu werden, um jedes Paket, dass nicht
in der Liste von --set-selections vorkommt, zu deinstallieren.
--yet-to-unpack
Sucht nach Paketen dir zur Installation ausgewählt wurden, die
aber aus irgendeinem Grund noch nicht installiert wurden.
--print-architecture
Gebe die Architektur der Pakete aus, die dpkg installiert
(beispielsweise »i386«).
--compare-versions Ver1 Op Ver2
Vergleiche Versionsnummern, wobei op ein binärer Operator
ist. dpkg liefert Erfolg (Nullergebnis) falls die
angegebene Bedingung erfüllt ist und einen Fehler
(Nicht-Null-Ergebnis) andernfalls. Es gibt zwei Gruppen
von Operatoren, die sich in der Behandlung von leeren
ver1 oder ver2 unterscheiden. Die folgenden behandeln
leere Versionen als jünger als jede andere Version: lt le
eq ne ge gt. Die folgenden behandeln eine leere Version
als älter als jede Version: lt-nl le-nl ge-nl gt-nl. Die
folgenden sind nur aus Kompatibilität mit der
Steuerdateisyntax bereitgestellt: < << <= = >= >> >.
--command-fd <n>
Akzeptiert eine Reihe von Befehlen an
Eingabe-Dateideskriptoren <n>. Hinweis: Zusätzliche auf
der Kommandozeile und durch diesen Datei-Deskriptor
gesetzte Optionen werden nicht für nachfolgende Befehle,
die im gleichen Lauf ausgeführt werden, zurückgesetzt.
--help Zeige eine kurze Hilfenachricht an.
--force-help
Gebe Hilfe über die --force-Sache-Optionen.
-D, --debug=help
Gib Hilfe über Debugging-Optionen.
--licence, --license
Zeige die dpkg-Lizenz an.
--version
Zeige dpkg Versionsinformationen an.
dpkg-deb-Aktionen
Lesen Sie dpkg-deb(1) für weitere Informationen über die
folgenden Aktionen.
-b, --build Verzeichnis [Archiv|Verzeichnis]
Baue ein deb-Paket.
-c, --contents Archiv
Liste den Inhalt eines deb-Paketes auf.
-e, --control Dateiname [Verzeichnis]
Extrahiere Steuerinformationen von einem Paket.
-x, --extract Archiv Verzeichnis
Extrahiere die vom Paket enthaltenen Dateien.
-f, --field Archiv [Steuerfeld] ...
Zeige das/die Steuerfeld(er) eines Paketes an.
--fsys-tarfile Archiv
Zeige die von einem Debian-Paket enthaltene Dateisystem-Tardatei an.
-I, --info Archiv [Steuerdatei]
Zeige Informationen über ein Paket.
dpkg-query-Aktionen
Lesen Sie dpkg-query(1) für weitere Informationen über
die folgenden Aktionen.
-l, --list Paketnamen-Muster ...
Liste auf das übergebene Suchmuster passende Pakete auf.
-s, --status Paketname ...
Berichte den Status der spezifizierten Pakete.
-L, --listfiles Paketname ...
Liste die aus Paketname auf Ihrem System installierten Dateien auf.
-S, --search Dateinamen-Suchmuster ...
Suche nach einem Dateinamen in installierten Paketen.
-p, --print-avail Paketname
Zeige Details über Paketname, wie in /var/lib/dpkg/available
gefunden.
OPTIONEN
Alle Optionen können auf der Kommandozeile oder in der
dpkg-Konfigurationsdatei /etc/dpkg/dpkg.cfg angegeben werden.
Jede Zeile in der Konfigurationsdatei ist entweder eine Option
(exakt die gleiche wie die Befehlszeilenoption nur ohne führende
Gedankenstriche) oder ein Kommentar (falls es mit # beginnt).
--abort-after=Zahl
Ändere nach wie vielen Fehlern dpkg abbrechen wird. Der
Standardwert ist 50.
-B, --auto-deconfigure
Wenn ein Paket entfernt wird besteht die Möglichkeit,
dass ein anderes installiertes Paket von dem entfernten
Paket abhängt. Die Angabe dieser Option führt zur
automatischen Dekonfiguration des Paketes, das von dem
entfernten Paket abhängt.
-DOktal, --debug=Oktal
Schalte Debugging ein. Oktal wird durch bitweise
Oder-Verknüpfung der gewünschten Werte von der
nachfolgenden Liste gebildet (beachten Sie, dass sich
diese Werte in zukünftigen Veröffentlichungen verändern
können). -Dh oder --debug=help zeigen diese
Debugging-Werte an.
Nummer Beschreibung
1 Allgemein-hilfreiche Fortschrittsinformationen
2 Aufruf und Status der Betreuerskripte
10 Ausgabe für jede verarbeitete Datei
100 Umfangreiche Ausgabe für jede verarbeitete Datei
20 Ausgabe für jede Konfigurationsdatei
200 Umfangreiche Ausgabe für jede Konfigurationsdatei
40 Abhängigkeiten und Konflikte
400 Umfangreiche Abhängigkeiten/Konflikte-Ausgabe
1000 Umfangreiches Gelaber beispielsweise über das
dpkg/info Verzeichnis
2000 Verrückte Mengen an Gelaber
--force-Sachen, --no-force-Sachen, --refuse-Sachen
Erzwinge oder verweigere (no-force und refuse bedeuten
das gleiche) bestimmte Sachen. Sachen ist eine
Komma-separierte Liste von Dingen, die im folgenden
beschrieben sind. --force-help zeigt eine Nachricht an,
die diese beschreibt. Mit (*) markierte Dinge werden
standardmäßig erzwungen.
Warnung. Diese Optionen sind hauptsächlich für den
Einsatz durch Experten gedacht. Der Einsatz ohne
komplettes Verständnis der Effekte kann Ihr gesamtes
System zerstören.
all: Schaltet alle »force«-Optionen ein (oder aus).
downgrade(*): Installiere ein Paket, selbst wenn eine
neuere Version davon bereits installiert ist.
Warnung: Derzeit führt Dpkg keine
Abhängigkeitsüberprüfung bei der Installation älterer
Versionen (als bereits installiert) durch (sog.
Downgrade) und wird Sie daher nicht warnen, falls dadurch
die Abhängigkeit eines anderen Pakets nicht mehr erfüllt
ist. Dies kann ernsthafte Seiteneffekte haben, ein
Downgrade einer essenziellen Systemkomponente kann Ihr
gesamtes System unbrauchbar machen. Verwenden Sie diese
Option mit Vorsicht.
configure-any: Konfiguriere auch jedes entpackte, aber
unkonfigurierte Paket von dem das aktuelle Paket abhängt.
hold: Verarbeite auch Pakete, die mit »halten« markiert
sind.
remove-reinstreq: Entferne ein Paket, selbst falls es
defekt ist und zur Neuinstallation markiert ist. Dies
kann beispielsweise dazu führen, dass Teile des Pakets
auf dem System bleiben und von dpkg vergessen werden.
remove-essential: Entferne, selbst falls das Paket als
essenziell betrachtet wird. Essenzielle Pakete enthalten
hauptsächlich sehr grundlegende Unix-Befehle. Diese zu
entfernen kann dazu führen, dass das gesamte System nicht
mehr arbeitet - verwenden Sie diese Option daher mit
Vorsicht.
depends: Verwandle alle Abhängigkeitsprobleme in
Warnungen.
depends-version: Ignoriere Versionen bei der Prüfung von
Abhängigkeiten.
breaks: Installiere, selbst falls dies ein anderes Paket
beschädigt.
conflicts: Installiere, selbst wenn es mit einem anderen
Paket in Konflikt steht. Dies ist gefährlich, da dies
gewöhnlich dazu führt, dass einige Dateien überschrieben
werden.
confmiss: Installiere immer fehlende
Konfigurationsdateien. Dies ist gefährlich, da es
bedeutet, dass eine Änderung (die Entfernung) an der
Datei nicht erhalten wird.
confnew: Falls eine Conffile modifiziert wurde,
installiere immer die neue Version ohne Rückfrage, es sei
denn, --force-confdef ist ebenfalls angegeben, in welchem
Falle die Standardaktion bevorzugt wird.
confold: Falls eine Conffile modifiziert wurde, behalte
immer die alte Version ohne Rückfrage, es sei denn,
--force-confdef ist ebenfalls angegeben, in welchem Falle
die Standardaktion bevorzugt wird.
confdef: Falls eine Conffile verändert wurde, wähle immer
die Standardaktion. Falls es keine Standardaktion gibt,
halte an um den Benutzer zu fragen, es sei denn,
--force-confnew oder --force-confold sind ebenfalls
angegeben, in welchem Falle dies verwendet wird, um die
endgültige Aktion zu bestimmen.
overwrite: Überschreibe die Datei aus einem Paket mit
einer Datei aus einem anderen Paket.
overwrite-dir Überschreibe das Verzeichnis aus einem
Paket mit einer Datei aus einem anderen Paket.
overwrite-diverted: Überschreibe eine umgelenkte
(»diverted«) Datei mit einer nicht-umgelenkten.
architecture: Verarbeite sogar Pakete mit der falschen
Architektur.
bad-path: Im PATH fehlen wichtige Programme, daher sind
Probleme wahrscheinlich.
not-root: Versuche Sachen zu (de)installieren, selbst
falls nicht root.
bad-verify: Installiere ein Paket selbst wenn die
Authentizitätsprüfung fehlschlägt.
--ignore-depends=Paket,...
Ignoriere Abhängigkeitsüberprüfungen für ein bestimmtes
Paket (tatsächlich wird die Überprüfung durchgeführt,
aber nur Warnungen über Konflikte werden angezeigt, sonst
nichts).
--new, --old
Wähle das alte oder neue Binärpaketformat. Dies ist eine
dpkg-deb(1)-Option.
--nocheck
Lese oder überprüfe den Inhalt der Steuerdatei beim
Paketbau nicht. Dies ist eine dpkg-deb(1)-Option.
--no-act, --dry-run, --simulate
Erledige alles, was gemacht werden soll, aber schreibe
keine Änderungen. Dies wird verwendet um zu sehen, was
mit der spezifizierten Änderung passieren würde ohne
tatsächlich etwas zu modifizieren.
Stellen Sie sicher, dass --no-act vor dem
Aktions-Parameter steht, oder Sie könnten mit
unerwünschten Ergebnissen enden. (Beispielsweise wird
dpkg --purge foo --no-act zuerst das Paket foo bereinigen
und dann versuchen, das Paket --no-act zu bereinigen,
obwohl Sie wahrscheinlich davon ausgingen, dass
tatsächlich gar nichts passieren sollte)
-R, --recursive
Behandle rekursiv alle regulären Dateien, die auf das
Muster *.deb passen und im angegeben Verzeichnis sowie
allen Unterverzeichnis liegen. Dies kann mit den Aktionen
-i, -A, --install, --unpack und --avail verwendet werden.
-G Installiere ein Paket nicht, falls bereits eine neuere
Version des gleichen Paketes installiert ist. Dies ist
ein Alias für --refuse-downgrade.
--admindir=Verz
Ändere das voreingestellte administrative Verzeichnis
(standardmäßig /var/lib/dpkg), in dem viele Dateien
liegen, die Informationen über den Status von
installierten und deinstallierten Pakete usw. liegen.
--instdir=Verz
Ändere das voreingestellte Installationsverzeichnis.
Dieses Verzeichnis gibt an, wo Pakete installiert werden.
instdir (standardmäßig /) ist auch das Verzeichnis, das
an chroot(2) vor dem Aufruf der Installationsskripte des
Paketes übergeben wird, was bedeutet, dass die Skripte
instdir als ein Wurzelverzeichnis sehen.
-root=Verz
Durch Ändern von root wird instdir auf Verz und admindir
auf Verz/var/lib/dpkg geändert.
-O, --selected-only
Bearbeite nur die Pakete, die zur Installation ausgewählt
sind. Die eigentliche Markierung erfolgt mit dselect oder
durch dpkg, wenn es Pakete bearbeitet. Beispielsweise
wird ein Paket bei der Entfernung als für die
Deinstallation-ausgewählt markiert.
-E, --skip-same-version
Installiere das Paket nicht, falls die gleiche Version
des Pakets bereits installiert ist.
--status-fd <n>
Sende Paketstatusinformationen an den Dateideskriptor
<n>. Diese Option kann mehrfach angegeben werden.
Statusaktualisierungen sind von der Form: »status: <Pkt>:
<Pkt Status>«. Fehler werden als »status: <Pkt>: error:
Ausführliche-Fehlermeldung« berichtet.
Konfigurationsdateikonflikte werden als »status:
Conffile-Eingabeaufforderung: conffile :
»aktuelle-conffile« »neue-conffile« useredited
distedited« berichtet.
--log=Dateiname
Protokollierstatus-Änderungsaktualisierungen und
-Aktionen in Dateiname anstatt in die Standard-Datei
/var/log/dpkg.log. Falls diese Option mehrfach übergeben
wird, wird der letzte Dateiname verwendet.
Protokollnachrichten sind von der Form »YYYY-MM-DD
HH:MM:SS status <Zustand> <Pkt> <installierte-Version>«
für Statusänderungsaktualisierungen; »YYYY-MM-DD HH:MM:SS
<Aktion> <Pkt> <installierte-Version>
<verfügbare-Version>« für Aktionen wobei <Aktion>
entweder install, upgrade, remove oder purge ist; und
»YYYY-MM-DD HH:MM:SS conffile <Dateiname> <Entscheidung>«
für Conffile-Änderungen ist, wobei <Entscheidung>
entweder install oder keep ist.
--no-debsig
Versuche nicht, Paketsignaturen zu überprüfen.
DATEIEN
/etc/dpkg/dpkg.cfg
Konfigurationsdatei mit Standardeinstellungen der
Optionen.
/var/log/dpkg.log
Standard-Protokolldatei (lesen Sie /etc/dpkg/dpkg.cfg(5)
und die Option --log).
Die anderen unten aufgeführten Dateien sind in ihrem
Standardverzeichnis, lesen Sie den Text zur Option --admindir um
zu sehen, wie sie den Ort dieser Dateien ändern können.
/var/lib/dpkg/available
Liste der verfügbaren Pakete.
/var/lib/dpkg/status
Statusse der verfügbaren Pakete. Diese Datei enthält
Informationen darüber, ob ein Paket zur Entfernung
markiert ist oder nicht, ob es installiert ist oder nicht
usw. Lesen Sie den Abschnitt INFORMATIONEN ÜBER PAKETE
für weitere Informationen.
Die folgenden Dateien sind Komponenten von Binärpaketen. Lesen
Sie deb(5) für weitere Informationen über sie:
control
conffiles
preinst
postinst
prerm
postrm
UMGEBUNGSVARIABLEN
DPKG_NO_TSTP
Definieren sie diese zu irgendetwas, falls Sie es
bevorzugen, dass dpkg eine neue Shell startet statt sich
selber zu suspendieren, während es einen »Shell-Escape«
durchführt.
SHELL Das Programm, das dpkg ausführen wird, wenn es eine neue
Shell startet.
COLUMNS
Setzt die Anzahl von Spalten die dpkg verwenden soll,
wenn es formatierten Text anzeigt. Derzeit nur von -l
verwendet.
BEISPIELE
Um Pakete mit Bezug zum vi(1)-Editor aufzulisten:
dpkg -l '*vi*'
Um die Einträge von zwei Paketen in /var/lib/dpkg/available zu
sehen:
dpkg --print-avail elvis vim | less
Wenn Sie die Liste der Pakete selbst durchsuchen wollen:
less /var/lib/dpkg/available
Um ein installiertes Elvis-Paket zu entfernen:
dpkg -r elvis
Um ein Paket zu installieren, müssen Sie es erst in einem Archiv
oder auf einer CD-ROM finden. Die »available«-Datei zeigt, dass
das vim-Paket im Bereich »editors« ist:
cd /cdrom/hamm/hamm/binary/editors
dpkg -i vim_4.5-3.deb
Um eine lokale Kopie der Paketauswahl-Zustände zu erstellen:
dpkg --get-selections >meine_auswahl
Sie können diese Datei zu einem anderen Computer bringen und sie
dort mit folgenden Befehlen installieren:
dpkg --clear-selections
dpkg --set-selections <myselections
Beachten Sie, dass dies nichts wirklich installiert oder
entfernt, sondern lediglich den Auswahlzustand der angeforderten
Pakete setzt. Sie werden eine andere Anwendung benötigen, um die
angeforderten Pakete tatsächlich herunterzuladen und zu
installieren. Starten Sie beispielsweise dselect und wählen Sie
Installieren.
Gewöhnlich werden Sie feststellen, dass dselect(1) eine
bequemere Art ist, den Paketauswahlzustand zu ändern.
ZUSÄTZLICHE FUNKTIONALITÄT
Zusätzliche Funktionalität kann durch die Installation jedes der
folgenden Pakete erhalten werden: apt, aptitude und debsums.
ÜBERSETZUNG
Die deutsche Übersetzung wurde 2004, 2006, 2007, 2008 von Helge
Kreutzmann <debian@helgefjell.de> und 2007 von Florian Rehnisch
<eixman@gmx.de> angefertigt. Diese Übersetzung ist Freie
Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License Version
2 oder neuer für die Kopierbedingungen. Es gibt KEINE HAFTUNG.
SIEHE AUCH
dselect(1), dpkg-deb(1), dpkg-query(1), deb(5), deb-control(5),
dpkg.cfg(5) und dpkg-reconfigure(8).
FEHLER
--no-act gibt gewöhnlich weniger Informationen als hilfreich
sein könnten.
AUTOREN
Lesen Sie /usr/share/doc/dpkg/THANKS für die Liste der Leute,
die zu dpkg beigetragen haben.