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BEZEICHNUNG
printf, fprintf, sprintf, snprintf, vprintf, vfprintf, vsprintf,
vsnprintf - formatierte Ausgabe
ÜBERSICHT
#include <stdio.h>
int printf(const char *format, ...);
int fprintf(FILE *stream, const char *format, ...);
int sprintf(char *str, const char *format, ...);
int snprintf(char *str, size_t size, const char *format, ...);
int asprintf(char **strp, const char *format, ...);
int dprintf(int d, const char *format, ...);
#include <stdarg.h>
int vprintf(const char *format, va_list ap);
int vfprintf(FILE *stream, const char *format, va_list ap);
int vsprintf(char *str, const char *format, va_list ap);
int vsnprintf(char *str, size_t size, const char *format, va_list ap);
int vasprintf(char **strp, const char *format, va_list ap);
int vdprintf(int d, const char *format, va_list ap);
BESCHREIBUNG
Die Funktionenfamilie printf erzeugt Ausgaben in einen format wie unten
beschrieben. Die Funktionen printf und vprintf schreiben ihre Ausgabe
auf stdout, dem Standardausgabekanal; fprintf und vfprintf schreiben in
den angegebenen Ausgabekanal stream; sprintf, snprintf, vsprintf und
vsnprintf schreiben in den String str.
Die Funktionen vprintf, vfprintf, vsprintf, vsnprintf sind äquivalent
zu den Functionen printf, fprintf, sprintf bzw. snprintf, nur dass sie
mit einer va_list statt einer variablen Zahl von Argumenten aufgerufen
werden. Diese Funktionen rufen das Makro va_end nicht auf. Daher ist
der Wert von ap nach dem Aufruf undefiniert. Die Anwendung sollte
nachher selbst va_end(ap) aufrufen.
Diese acht Funktionen schreiben die Ausgabe unter Kontrolle eines
format-Strings, der angibt, wie die folgenden Argumente (oder
Argumente, auf die mittels der Möglichkeit der variablen Zahl von
Argumenten von stdarg(3) zugegriffen wird) für die Ausgabe konvertiert
werden.
Rückgabewert
Diese Funktionen geben die Anzahl der Zeichen zurück, die ausgegeben
wurden (ohne abschließendes "\0" zum Terminieren von Strings).
snprintf und vsnprintf schreiben maximal size Bytes (inklusive
abschließendem ’\0’), und geben -1 zurück, wenn die Ausgabe auf dieses
Limit gekürzt werden musste. (Zumindest bis glibc 2.0.6. Seit glibc
2.1 folgen diese Funktionen dem C99-Standard und geben die Anzahl der
Zeichen (ohne abschließendes "\0") zurück, die ausgegeben worden wären,
wenn genug Platz vorhanden gewesen wäre.)
Format des Formatstrings
Der Formatstring ist eine Zeichenkette, die, so vorhanden, in ihrem
initialen Shift-Zustand beginnt und endet. Der Formatstring setzt sich
zusammen aus Null oder mehr Anweisungen: normale Zeichen (nicht %),
welche unverändert zum Ausgabekanal kopiert werden; und
Umwandlungsspezifikationen, welche jeweils null oder mehr Argumente
fordern. Jede Umwandlungsspezifikation wird durch das Zeichen %
eingeleitet und endet mit einem Umwandlungsspezifikator. Dazwischen
können (in dieser Ordnung) null oder mehr Flags, eine optionale
minimale Feldbreite, eine optionale Genauigkeit und ein optionaler
Längenmodifikator.
Die Argumente müssen (nach type promotion) genau zu den
Umwandlungsspezifikatoren passen. Standardmäßig werden die Argumente
in der Reihenfolge benutzt, in der sie angegeben sind, wobei jeder ‘*’
und jeder Umwandlungsspezifikator das nächste Argument abfragt (und es
ist ein Fehler, wenn nicht ausreichend Argumente gegeben sind). Man
kann auch explizit angeben, welches Argument genommen wird, an jeder
Stelle wo ein ein Argument erforderlich ist, indem man ‘%m$’ anstelle
von ‘*’ schreibt, wobei die Dezimalzahl m die Position des gewünschten
Arguments in der Argumentenliste angibt, beginnend mit 1. Damit sind
printf("%*d", width, num);
und
printf("%2$*1$d", width, num);
äquivalent. Der zweite Stil erlaubt wiederholte Referenzen auf das
gleiche Argument. Der C99-Standard schließt den Stil mit ‘$’ nicht mit
ein, er stammt aus der Single Unix Specification. Wenn der Stil, der
‘$’ benutzt, eingesetzt wird, muss er durchgehend für alle
Umwandlungen, die ein Argument nehmen, und alle Breiten- und
Genauigkeitsargumente verwendet werden, darf aber mit ‘%%’, das kein
Argument konsumiert, vermischt werden. Es darf keine Lücken in der Zahl
der Argumente, die mit ‘$’ spezifiziert werden, geben; zum Beispiel
muss, wenn Argument 1 und 3 auftreten, auch Argument 2 irgendwo im
Formatstring erwähnt werden.
Für einige numerische Umwandlungen wird ein Radixzeichen
("Dezimalkomma") oder ein Tausender-Gruppierungszeichen verwendet. Des
tatsächlich benutzte Zeichen hängt vom LC_NUMERIC-Teil der Locale ab.
Die POSIX-Locale benutzt ‘.’ als Radixzeichen und hat kein
Gruppierungszeichen. Damit resultiert
printf("%’.2f", 1234567.89);
in ‘1234567.89’ in der POSIX-Locale, in ‘1234567,89’ in der Locale
nl_NL und in ‘1.234.567,89’ in der Locale da_DK.
Die Zeichen für die Flags
Das Zeichen ‘%’ wird von null oder mehr der folgenden Flags gefolgt:
# gibt an, dass der Wert in eine ‘‘alternative Form’’ gewandelt
werden soll. Bei der Umwandlung o wird das erste Zeichen der
Ausgabe eine Null (indem ‘0’ vorangestellt wird, wenn der Wert
nicht schon Null war). Bei den Umwandlungen x und X wird einem
Ergebnis ungleich Null der String ‘0x’ (oder ‘0X’ bei X)
vorangestellt. Bei den Umwandlungen a, A, e, E, f, F, g und G
enthält das Ergebnis immer einen Dezimaltrennzeichen, auch wenn
ihm keine Ziffern folgen. (Normalerweise tritt ein
Dezimaltrennzeichen nur in Ergebnissen auf, wenn ihm eine Ziffer
folgt.) Bei den Umwandlungen g und G werden nachfolgende Nullen
nicht aus dem Ergebnis entfernt, wie sie es normalerweise
würden. Für andere Umwandlungen ist das Ergebnis undefiniert.
0 Auffüllen mit Nullen. Bei den Umwandlungen d, i, o, u, x, X, a,
A, e, E, f, F, g und G wird der umgewandelte Wert links mit
Nullen, nicht mit Leerzeichen aufgefüllt. Werden sowohl 0 als
auch - angegeben, so wird 0 ignoriert. Wenn eine Genauigkeit
bei einer numerischen Umwandlung (d, i, o, u, x und X),
angegeben ist, wird das Flag 0 ignoriert. Für andere
Umwandlungen ist das Ergebnis undefiniert.
- Linksbündige Ausgabe des umgewandelten Wertes an der Feldgrenze
gesetzt wird. (Standard ist rechtsbündige Ausrichtung.) Außer
bei der Umwandlung n wird der umgewandelte Wert rechts mit
Leerzeichen aufgefüllt statt links mit Leerzeichen oder Nullen.
Ein - übersteuert ein 0 falls beide angegeben sind.
â€â€˜ â€â€™ (ein Leerzeichen) gibt an, dass ein Leerzeichen vor einer
positiven Zahl bleiben soll, die durch einen Vorzeichenwechsel
entstanden ist.
+ gibt an, dass vor alle durch Vorzeichenwechsel entstandenen
Zahlen das Vorzeichen (‘+’ oder ‘-’) gesetzt wird.
Standardmäßig wird ein Vorzeichen nur für negative Zahlen
verwendet. Ein + übersteuert ein Leerzeichen, falls beide
angegeben sind.
Die obigen fünf Flags werden vom C-Standard definiert. Die SUSv2
spezifiziert ein weiteres Flag.
´ Für dezimalen Umwandlungen (i, d, u, f, F, g, G) gibt an, dass
die Ausgabe bei einem numerischen Argument guppiert werden soll,
wenn die lokale Spracherweiterung dieses angibt. Beachte, dass
viele Versionen vom gcc diese Option nicht parsen kann und
stattdessen eine Warnung ausgeben. SUSv2 schließt %’F nicht mit
ein.
glibc 2.2 fügt ein weiteres Flag hinzu.
I Für dezimale Ganzzahlumwandlungen (i, d, u) benutzt die Ausgabe
die alternativen Ausgabeziffern der Locale, wenn es solche gibt
(zum Beispiel arabische Ziffern). Allerdings schließt die
Bibliothek keine Locale-Definitionen mit ein, die outdigits
definieren.
Die Feldbreite
Eine optionale Dezimalzahl, die die minimale Feldbreite angibt. Wenn
der umgewandelte Wert weniger Zeichen als die Feldbreite hat, wird er
links mit Leerzeichen aufgefüllt (oder rechts, wenn das Flag für
Linksbündigkeit gesetzt ist). Statt einer Dezimalzahl kann auch ‘*’
oder ‘*m$’ (für eine Dezimalzahl m) angegeben werden, um zu
spezifizieren, dass die Feldbreite im nächsten (oder m-ten) Argument
gegeben ist, welches den Type int haben muss. Eine negative Feldbreite
wird als Flag ‘-’ gefolgt von einer positiven Breite interpretiert. In
keinem Fall resultiert eine nichtexistierende oder kleine Feldbreite im
Abschneiden eines Feldes; ist das Ergebnis einer Umwandlung breiter als
die Feldbreite, so wird das Feld erweitert, um das Ergebnis
aufzunehmen.
Die Genauigkeit
Eine optionale Genauigkeit in der Form eines Punkts (‘.’) gefolgt von
einer optionalen Zahl. Statt einer Dezimalzahl kann auch ‘*’ oder
‘*m$’ (für eine Dezimalzahl m) angegeben werden, um zu spezifizieren,
dass die Genauigkeit im nächsten (oder m-ten) Argument gegeben ist,
welches den Type int haben muss. Wenn die Zahl weggelassen wird oder
es eine negative Zahle ist, wird eine Genauigkeit von Null angenommen.
Dies gibt die minimale Anzahl der Ziffern an, die bei den Umwandlungen
d, i, o, u, x und X erscheinen, bzw. die Anzahl der Ziffern nach dem
Dezimaltrennzeichen bei a, A, e, E, f und F , die maximale Anzahl von
signifikanten Ziffern bei g und G , oder die maximale Anzahl von
auszugebenden Zeichen eines Strings bei s und S.
Der Längenmodifikator
Im Folgenden steht "Ganzzahlumwandlung" für d, i, o, u, x oder X.
hh Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom
Typ signed char oder unsigned char, oder eine folgende n-
Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein signed-char-Argument.
h Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom
Typ short int oder unsigned short int, oder eine folgende n-
Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein short-int-Argument.
l Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom
Typ long int oder unsigned long int, oder eine folgende n-
Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein long-int-Argument,
oder eine folgende c-Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein
wchar_t-Argument,
ll Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom
Typ long long int oder unsigned long long int, oder eine
folgende n-Umwandlung entspricht einem Zeiger auf ein long-long-
int-Argument.
L Eine folgende a-, A-, e-, E-, f-, F-, g- oder G-Umwandlung
entspricht einem long double-Argument. (C99 erlaubt %LF, aber
SUSv2 nicht.)
q (‘quad’. Nur BSD 4.4 und Linux libc5. Nicht benutzen.) Dies ist
ein Synonym für ll.
j Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom
Typ intmax_t oder uintmax_t.
z Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom
Typ size_t oder ssize_t. (Linux libc5 hat Z in dieser
Bedeutung. Nicht benutzen.)
t Eine folgende Ganzzahlumwandlung entspricht einem Argument vom
Typ ptrdiff_t.
SUSv2 kennt nur die Längenmodifikatoren h (in hd, hi, ho, hx, hX, hn)
und l (in ld, li, lo, lx, lX, ln, lc, ls) und L (in Le, LE, Lf, Lg,
LG).
Der Umwandlungsspezifikator
Ein Zeichen, das den Typ der anzuwendenden Umwandlung angibt. Die
Umwandlungsspezifikatoren und ihre Bedeutung sind:
d,i Das Argument int (oder eine entsprechende Variante) wird
umgewandelt in eine vorzeichenbehaftete Dezimalzahl. Die
Genauigkeit, sofern vorhanden, gibt die minimale Anzahl vor
Ziffern an, die auftreten muss; wenn der umgewandelte Wert
weniger Ziffern benötigt, wird er links mit Nullen aufgefüllt.
Die voreingestellte Genauigkeit ist 1. Wird 0 mit einer
expliziten Genauigkeit 0 gedruckt, so ist die Ausgabe leer.
o,u,x,X
Das unsigned-int-Argument wird in eine vorzeichenlose Oktal-
(o), Dezimal- (u), oder Hexadezimalzahl (x und X) umgewandelt.
Die Buchstaben abcdef werden für Umwandlungen x benutzt; die
Buchstaben ABCDEF für Umwandlungen X. Die Genauigkeit, sofern
vorhanden, gibt die minimale Anzahl vor Ziffern an, die
auftreten muss; wenn der umgewandelte Wert weniger Ziffern
benötigt, wird er links mit Nullen aufgefüllt. Die
voreingestellte Genauigkeit ist 1. Wird 0 mit einer expliziten
Genauigkeit 0 gedruckt, so ist die Ausgabe leer.
e,E Das Argument double wird gerundet und in das Format [-]d.ddde±dd
umgewandelt, wobei eine Ziffer vor dem Dezimaltrennzeichen
erscheint und die Anzahl der Ziffern dahinter der Genauigkeit
entspricht; wenn die Genauigkeit fehlt, wird sie als 6
angenommen; wenn die Genauigkeit Null ist, erscheint kein
Dezimaltrennzeichen. Eine Umwandlung E benutzt den Buchstaben E
(in Gegensatz zu e), um den Exponenten einzuleiten. Der
Exponent enthält immer mindestens zwei Ziffern; wenn der Wert
Null ist, ist der Exponent 00.
f,F Das Argument double wird gerundet und umgewandelt in dezimale
Notation im Format [-]ddd.ddd, wobei die Anzahl der Ziffern
hinter dem Dezimaltrennzeichen der Genauigkeit entspricht. Wenn
die Genauigkeit fehlt, wird sie als 6 angenommen; wenn die
Genauigkeit Null ist, erscheint kein Dezimaltrennzeichen. Wenn
ein Dezimaltrennzeichen erscheint, befindet sich mindestens eine
Ziffer davor.
(SUSv2 kennt F nicht und sagt, dass Zeichenkettenrepräsentationen für
Unendlich und NaN (Not a Number - keine Zahl) vorhanden sein können.
Der C99-Standard spezifiziert ‘[-]inf’ oder ‘[-]infinity’ für
Unendlich, und eine Zeichenkette beginnend mit ‘nan’ für NaN im Falle
von f, und ‘[-]INF’ oder ‘[-]INFINITY’ oder ‘NAN’ im Falle von F.)
g , G Das Argument double wird umgewandelt in das Format f oder e
(oder F oder E für die Umwandlung G). Die Genauigkeit gibt die
Anzahl der signifikanten Stellen an. Wenn die Genauigkeit
fehlt, werden 6 Ziffern zurückgegeben; wenn die Genauigkeit Null
ist, wird sie als 1 angenommen. Form e wird benutzt, wenn der
Exponent kleiner als -4 oder größer als oder gleich der
Genauigkeit ist. Nachfolgende Nullen im Bruchteil werden
entfernt; ein Dezimaltrennzeichen erscheint nur, wenn es von
mindestens einer Ziffer gefolgt wird.
a,A (C99; nicht in SUSv2) Für die Umwandlung a wird das double-
Argument in hexadezimale Notation gebracht (unter Benutzung der
Buchstaben abcdef) in der Form [-]0xh.hhhhp±d; für A sind
dagegen der Präfix 0X, die Buchstaben ABCDEF und das
Exponententrennzeichen P. Vor dem Dezimaltrennzeichen ist eine
hexadezimale Ziffer, die Anzahl der Stellen dahinter entspricht
der Genauigkeit. Die standardmäßige Genauigkeit genügt für eine
exakte Repräsentation des Wertes, wenn eine exakte
Repräsentation zur Basis 2 existiert und ist sonstigenfalls groß
genug, um Werte vom Typ double zu unterscheiden. Die Ziffer vor
dem Dezimaltrennzeichen ist unspezifiziert für
nichtnormalisierte Zahlen, und nicht Null, aber ansonsten
unspezifiziert, für normalisierte Zahlen.
c Wenn kein Modifikator l vorhanden ist, wird das Argument int
umgewandelt in einen unsigned char und das resultierende Zeichen
ausgegeben. Wenn ein l vorhanden ist, wird das wint_t-Argument
(breites Zeichen) mit einem Ruf der Funktion wcrtomb zu einer
Multibyte-Folge umgewandelt, mit der Konvertierung beginnend im
initialen Zustand, und die resultierende Multibyte-Zeichenkette
wird ausgegeben.
s Wenn kein Modifikator l vorhanden ist, wird das Argument const
char * erwartet als ein Zeiger auf ein Array vom Typ Character
(Zeiger auf einen String). Zeichen aus diesem Array werden bis
zu (aber nicht einschließlich) des terminierenden NUL-Zeichens
ausgegeben; wenn eine Genauigkeit angegeben ist, werden nicht
mehr Zeichen als die angegebene Anzahl ausgegeben. Wenn eine
Genauigkeit angegeben ist braucht kein Null-Zeichen vorhanden zu
sein; wenn die Genauigkeit nicht angegeben ist oder größer als
die Array-Größe ist, muss das Array ein beendendes Zeichen NUL
enthalten. Wenn ein l vorhanden ist, wird das const-
wchar_t-*-Argument als ein Zeiger auf ein Array von breiten
Zeichen erwartet. Breite Zeichen aus dem Array werden zu
Multibyte-Zeichen umgewandelt (jedes mit einem Ruf von wcrtomb,
beginnend im initialen Zustand vor dem ersten breiten Zeichen),
bis zu und einschließlich des terminierenden breiten NUL-
Zeichens. Wenn eine Genauigkeit angegeben ist, werden nicht
mehr Bytes als die angegebene Anzahl ausgegeben, aber es werden
keine partiellen Multibyte-Zeichen ausgegeben. Man beachte, dass
die Genauigkeit die Anzahl der Bytes, nicht der breiten Zeichen
oder Bildschirmpositionen angibt. Das Array muss ein
terminierendes breites NUL-Zeichen enthalten, wenn nicht eine
Genauigkeit gegeben ist, die so klein ist, dass die Zahl der
geschriebenen Bytes sie übersteigt, bevor das Ende des Arrays
erreicht ist.
C (Nicht in C99, aber in SUSv2.) Synonym für lc. Nicht benutzen.
S (Nicht in C99, aber in SUSv2.) Synonym für ls. Nicht benutzen.
p Das Zeiger-Argument void * wird hexadezimal ausgegeben (wie bei
%#x oder %#lx).
n Die Anzahl der bis hierhin ausgegebenen Zeichen wird in dem
Integer gespeichert, der durch das Zeiger-Argument int * (bzw.
Äquivalent) gegeben ist. Kein Argument wird umgewandelt.
% Ein ‘%’ wird ausgegeben. Kein Argument wird umgewandelt. Die
komplette Umwandlungsspezifikation ist ‘%%’.
BEISPIELE
Um pi mit fünf Dezimalstellen auszugeben:
#include <math.h>
#include <stdio.h>
fprintf(stdout, "pi = %.5f\n", 4 * atan(1.0));
Um Datum und Zeit in der Form ‘Sunday, July 3, 10:02’ auszugeben, wobei
weekday und month Zeiger auf Strings sind:
#include <stdio.h>
fprintf(stdout, "%s, %s %d, %.2d:%.2d\n",
weekday, month, day, hour, min);
Die meisten Länder benutzen die Reihenfolge Tag-Monat-Jahr. Deshalb
muss eine internationalisierte Version in der Lage sein, die Argumente
in der durch das Format angegebenen Reihenfolge zu drucken:
#include <stdio.h>
fprintf(stdout, format,
weekday, month, day, hour, min);
wobei format von der Locale abhängt, und möglicherweise die Argumente
permutiert. Mit dem Wert
"%1$s, %3$d. %2$s, %4$d:%5$.2d\n"
bekommt man dann ‘Sonntag, 3. Juli, 10:02’.
Um einen genügend großen String zu allozieren und in ihn zu schreiben
(Code stimmt sowohl für glibc 2.0 als auch glibc 2.1):
#include <stdio.h>
#include <stdlib.h>
#include <stdarg.h>
char *
make_message(const char *fmt, ...) {
/* Guess we need no more than 100 bytes. */
int n, size = 100;
char *p;
va_list ap;
if ((p = malloc (size)) == NULL)
return NULL;
while (1) {
/* Try to print in the allocated space. */
va_start(ap, fmt);
n = vsnprintf (p, size, fmt, ap);
va_end(ap);
/* If that worked, return the string. */
if (n > -1 && n < size)
return p;
/* Else try again with more space. */
if (n > -1) /* glibc 2.1 */
size = n+1; /* precisely what is needed */
else /* glibc 2.0 */
size *= 2; /* twice the old size */
if ((p = realloc (p, size)) == NULL)
return NULL;
}
}
SIEHE AUCH
printf(1), wcrtomb(3), wprintf(3), scanf(3), locale(5).
STANDARDS
Die Funktionen fprintf, printf, sprintf, vprintf, vfprintf, und
vsprintf sind konform zu ANSI X3.159-1989 (‘ANSI C’) und ISO/IEC
9899:1999 (‘ISO C99’). Die Funktionen snprintf und vsnprintf sind
konform zu ISO/IEC 9899:1999.
Hinsichtlich des Rückgabewerts von snprintf widersprechen sich SUSv2
und der C99-Standard: wird snprintf mit size=0 gerufen, dann vereinbart
SUSv2 einen unspezifizierten Rückgabewert kleiner als 1, während C99 es
zulässt, dass str in diesem Fall NULL ist, und (wie immer) den
Rückgabewert als die Anzahl der Zeichen, die, wäre der Ausgabestring
groß genug gewesen, geschrieben worden wären, angibt.
Linux’ libc5 kennt die fünf Standardflags von C und das ’-Flag, Locale,
%m$ und *m$. Sie kennt die Längenmodifikatoren h, l, L, Z und q,
akzeptiert aber L und q sowohl für long double als auch für long long
(das ist ein Bug). Sie erkennt FDOU nicht mehr, fügt aber einen neuen
Umwandlungsspezifikator m hinzu, welcher strerror(errno) ausgibt.
glibc 2.0 fügt Umwandlungsspezifikatoren C und S hinzu.
glibc 2.1 fügt Längenmodifikatoren hh, j, t und z sowie
Umwandlungsspezifikatoren a und A hinzu.
glibc 2.2 fügt den Umwandlungsspezifikatoren F mit der Bedeutung von
C99 hinzu, sowie das Flag I.
GESCHICHTE
Unix V7 defininiert die drei Routinen printf, fprintf, sprintf und hat
das Flag ‘-’, die Breite oder Genauigkeit ‘*’, den Längenmodifikator l
und die Umwandlungsspezifikatoren doxfegcsu sowie D, O, U, X als
Synonyme für ld, lo, lu, lx. Das stimmt auch noch für BSD 2.9.1, aber
BSD 2.10 hat die Flags ‘#’, ‘+’ und ‘ ’ und erwähnt D, O, U, X nicht
mehr. BSD 2.11 hat vprintf, vfprintf, vsprintf und warnt davor, D, O,
U, X zu benutzen. BSD 4.3 Reno hat das Flag ‘0’, die
Längenmodifikatoren h nd L und die Umwandlungsspezifikatoren n, p, E,
G, X (mit der heutigen Bedeutung) und rät von D, O, U ab. BSD 4.4
führt die Funktionen snprintf und vsnprintf und den Längenmodifikator q
ein. FreeBSD hat auch die Funktionen asprintf und vasprintf, die einen
Puffer, der groß genug für sprintf ist, alloziert.
BUGS
Da sprintf und vsprintf einen beliebig langen String annehmen, muss der
Rufer Acht geben, nicht den tatsächlich verfügbaren Platz zu
überschreiten; dies ist oft unmöglich sicherzustellen. Man beachte,
dass die Länge der Strings oft abhängig von der Locale und schwierig
vorherzusagen sind. Stattdessen snprintf und vsnprintf benutzen (oder
asprintf und vasprintf).
printf(fred); weist häufig auf einen Fehler hin, da fred das Zeichen
‘%’ enthalten kann. Kommt fred von ungeprüfter Nutzereingabe, kann es
%n enthalten und veranlasst print, in den Speicher zu schreiben und
erzeugt damit ein Sicherheitsloch.