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BEZEICHNUNG
socket - erzeuge einen Kommunikationsendpunkt
SYNTAX
#include <sys/types.h>
#include <sys/socket.h>
int socket(int domain, int type, int protocol);
BESCHREIBUNG
Socket erzeugt einen Kommunikationsendpunkt und gibt den zugehörigen
Deskriptor zurück.
Der Parameter domain spezifiziert die Kommunikationsdomain, in der die
Kommunikation stattfinden soll, also die Protokollfamilie, die benutzt
werden soll. Diese Familien sind in der Include-Datei <sys/socket.h>
definiert.
Zurzeit werden folgende Domains unterstützt:
Name Zweck Handbuchseite
PF_UNIX,PF_LOCAL Lokale Kommunikation unix(7)
PF_INET IPv4 Internet-Protokoll ip(7)
PF_INET6 IPv6 Internet-Protokoll
PF_IPX IPX - Novell-Protokoll
PF_NETLINK Kernel User Interface Device netlink(7)
PF_X25 ITU-T X.25 / ISO-8208-Protokoll x25(7)
PF_AX25 Amateur-Radio AX.25-Protokoll
PF_ATMPVC Zugriff auf raw ATM PVCs
PF_APPLETALK Appletalk ddp(7)
PF_PACKET Low-Level Paketschnittstelle packet(7)
Der Socket hat den in type angegebenen Typ, der die Art der
Kommunikation bestimmt. Zurzeit sind folgende Arten definiert:
SOCK_STREAM
stellt einen sequenziellen, verlässlichen, zwei-Wege,
verbindungsbasierten Bytestream zur Verfügung. Ein “out-of-
band”-Übertragungsmechanismus kann unterstützt werden.
SOCK_DGRAM
bietet Datagramme (verbindungslos, unverlässliche Nachricht
einer festen (meist kleinen) maximalen Länge).
SOCK_SEQPACKET
bietet einen sequenziellen, verlässlichen, zwei-Weg-basierten
Übertragungspfad für Datagramme einer festen maximalen Länge.
Der Empfänger muss ein ganzes Paket mit jedem Funktionsaufruf
lesen.
SOCK_RAW
stellt Zugriff auf interne Netzwerkprotokolle und Schnittstellen
zur Verfügung.
SOCK_RDM
bietet eine verlässliche Datagramm-Schicht, die kein Sortieren
garantiert.
SOCK_PACKET
ist veraltet und sollte nicht in neuen Programmen benutzt
werden. Siehe packet(7).
protocol bezeichnet ein spezielles Protokoll, das auf diesem Socket
benutzt wird. Normalerweise gibt es nur ein einziges Protokoll, das
von einem speziellen Socket einer Protokollfamilie unterstützt wird.
Nichtsdestotrotz ist es möglich, dass mehrere Protokolle existieren.
In diesem Fall muss das zu verwendende Protokoll auf diese Art
angegeben werden. Die Protokollnummer ist individuell für eine
bestimmte “Kommunikationsdomain”. Siehe dazu auch protocols(5).
In getprotoent(3), ist beschrieben, wie Protokollnamen in
Protokollnummern umgewandelt werden können.
Sockets des Typs SOCK_STREAM sind vollduplex-orientierte Bytestreams,
ähnlich wie Pipes. Sie erhalten die Record-Grenzen nicht. Ein Stream-
Socket muss sich in einem connected-Modus befinden, bevor mit ihm
irgendwelche Daten gesendet oder empfangen werden können. Eine
Verbindung zu einem anderen Socket wird mit connect(2) hergestellt.
Einmal verbunden, können Daten mit read(2) und write(2) übertragen
werden bzw. mit Varianten von send(2) oder recv(2). Wenn eine
Verbindung abgebaut werden soll, wird close(2) ausgeführt. Out-of-band
Daten können, wie in send(2) beschrieben, gesendet und, wie in recv(2)
beschrieben, empfangen werden.
Die Kommunikationsprotokolle, die verwendet werden, um ein SOCK_STREAM
zu implementieren, stellen sicher, dass Daten weder verloren gehen noch
verdoppelt werden. Wenn ein Datum, für das das Partnerprotokoll
ausreichend Puffer zur Verfügung hat, in einem angemessenen Zeitraum
nicht erfolgreich übertragen werden kann, wird angenommen, dass die
Verbindung unterbrochen (“broken”) ist. Wenn SO_KEEPALIVE für den
Socket gesetzt ist, überprüft das Protokoll auf eine
protokollspezifische Art, ob das andere Ende noch immer existiert. Ein
SIGPIPE-Signal wird erzeugt, wenn ein Prozess versucht, auf einem
kaputten Stream zu senden oder zu empfangen. Dies beendet Prozesse, die
das Signal nicht verarbeiten.
SOCK_SEQPACKET-Sockets benutzen dieselben Systemcalls wie
SOCK_STREAM-Sockets. Der einzige Unterschied besteht darin, dass
read(2) nur die angeforderte Menge an Daten zurückliefert und alle
restlichen verwirft. Außerdem werden alle Nachrichtengrenzen der
eingehenden Datagramme beibehalten.
SOCK_DGRAM- und SOCK_RAW-Sockets erlauben das Senden von Datagrammen zu
Empfängern, die im send(2) Aufruf genannt werden. Datagramme werden
grundsätzlich mit recvfrom(2) empfangen, das das nächste Datagramm
zusammen mit der Absenderadresse zurückliefert.
SOCK_PACKET ist ein veralteter Socket-Typ, um rohe Pakete direkt vom
Gerätetreiber zu empfangen. Benutzen Sie stattdessen packet(7).
Ein fcntl(2)-Aufruf kann mit dem F_SETOWN-Argument benutzt werden, um
eine Prozessgruppe anzugeben, die ein SIGURG-Signal empfangen soll,
wenn out-of-band Daten ankommen, oder ein SIGPIPE-Signal, wenn eine
SOCK_STREAM-Verbindung unerwartet zusammenbricht. Damit kann ebenfalls
der Prozess oder die Prozessgruppe eingestellt werden, welche I/O und
asynchrone Benachrichtigung von I/O-Ereignissen mit dem SIGIO-Signal
erhält. F_SETOWN zu benutzen entspricht dem Aufruf der Systemfunktion
ioctl(2) mit dem Argument SIOSETOWN
Wenn das Netzwerk dem Protokollmodul einen Fehler meldet (z. B. durch
eine ICMP-Nachricht unter IP), wird der Flag gesetzt, der auf einen
unbearbeiteten Fehler (“pending error”) hinweist. Der nächste
Funktionsaufruf für diesen Socket liefert den Code des Fehlers zurück.
Bei manchen Protokollen ist es möglich, eine socket-spezifische
Fehlerliste einzuschalten, um genaue Informationen über den Fehler zu
erhalten. Siehe IP_RECEIVER in ip(7).
Die Arbeitsweise von Sockets wird von Socket-Level-Optionen gesteuert.
Diese sind in der Include-Datei <sys/socket.h> definiert.
setsockopt(2) und getsockopt(2) werden verwendet, um diese Optionen zu
setzen bzw. zu lesen.
BEMERKUNG
Die unter BSD 4.* benutzten Konstanten für Protokoll-Familien sind
PF_UNIX, PF_INET usw., während AF_UNIX usw. für Adressfamilien verwandt
werden. Allerdings verspricht die BSD Handbuchseite bereits: “Die
Protokollfamilie ist generell dieselbe wie die Adressfamilie”, und die
folgenden Standards benutzen überall AF_*.
RÜCKGABEWERTE
-1 wird zurückgegeben, wenn ein Fehler auftritt, ansonsten wird die
Nummer des Deskriptors zurückgegeben, der den Socket referenziert.
FEHLER
EPROTONOSUPPORT
Der Protokolltyp, der in protocol angegeben ist, wird nicht von
dieser Kommunikationsdomain unterstützt.
ENFILE Es ist nicht genügend Kernelspeicher vorhanden, um eine neue
Socket-Struktur anzulegen.
EMFILE Die Dateideskriptortabelle des Prozesses ist voll.
EACCESS
Es ist dem Prozess nicht erlaubt, einen Socket vom angegebenen
Typ und/oder Protokoll zu erzeugen.
ENOBUFS oder ENOMEM
Es ist nicht ausreichend Speicher verfügbar. Der Socket kann
nicht erzeugt werden bis ausreichend Ressourcen freigemacht
wurden.
EINVAL Unbekanntes Protokoll oder Protokollfamilie nicht verfügbar.
KONFORM ZU
4.4BSD (die socket-Funktion taucht in BSD 4.2 auf). Generell portabel
auf/von nicht-BSD-Systemen, die den BSD-Socket-Layer unterstützen
(inklusive System-V-Varianten).
BUGS
SOCK_UUCP ist noch nicht implementiert.
SIEHE AUCH
accept(2), bind(2), connect(2), getprotoent(3), getsockname(2),
getsockopt(2), ioctl(2), listen(2), read(2), recv(2), select(2),
send(2), shutdown(2), socketpair(2), write(2)
“An Introductory 4.3 BSD Interprocess Communication Tutorial” ist in
UNIX Programmers Supplementary Documents Volume 1 abgedruckt.
“BSD Interprocess Communication Tutorial“ ist in UNIX Programmers
Supplementary Documents Volume 1 abgedruckt.