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BEZEICHNUNG

       mount.davfs - Hängt eine WebDAV-Resource ins Dateisystem ein

ÜBERSICHT

       mount.davfs [-h | --help] [-V | --version]
       mount {dir | webdavserver}

ÜBERSICHT (nur für root)

       mount -t davfs [-o option[,...]] webdavserver dir
       mount.davfs [-o option[,...]] webdavserver dir

BESCHREIBUNG

       mount.davfs  hängt  die WebDAV-Resource webdavserver in das Verzeichnis
       dir  des  lokalen  Dateisystems  ein.   WebDAV  (RFC  4918)  ist   eine
       HTTP-Erweiterung,  die die gemeinsame Bearbeitung von Web-Resourcen aus
       der Ferne erlaubt.  mount.davfs ist Teil des davfs2-Packets.

       davfs2   erlaubt   es,    Dokumente    auf    einem    Webserver    mit
       Standardanwendungen zu bearbeiten, die dafür keine WebDAV-Erweiterungen
       benötigen. Z.B. könnte eine Web-Site auf einem entfernten Webserver mit
       den  gleichen  Werkzeugen  bearbeitet  werden,  mit  denen sie erstellt
       wurde.  Oder man kann auf einem WebDAV-Server Dokumente speichern,  die
       man von verschiedenen Orten aus bearbeiten will.

       davfs2  unterstützt  TLS/SSL (falls die Neon-Bibliothek es unterstützt)
       und Verbindungen über einen Proxy. Es wird über das coda oder das  fuse
       Kernel-Dateisystem  in  das virtuelle Dateisystem eingebunden.  Derzeit
       werden     CODA_KERNEL_VERSION      2,      CODA_KERNEL_VERSION      3,
       FUSE_KERNEL_VERSION 5 und FUSE_KERNEL_VERSION 7 unterstützt.

       mount.davfs  wird normalerweise durch das mount(8)-Programm aufgerufen,
       wenn der Parameter -t davfs angegeben ist. Nach dem Einhängen läuft  es
       als  Hintergrundprozess.  Zum  Aushängen  wird  das  umount(8)-Programm
       benutzt.

       webdavserver ist  eine  vollständige  URL,  mit  Schema,  vollständigem
       Domain-Namen und Pfad. Das Schema kann http oder https sein.  Falls der
       Pfad Leerzeichen oder andere Zeichen mit Sonderfunktionen für die Shell
       enthält,  muss  diesen  Zeichen  ein  Escape-Zeichen  (\) vorangestellt
       werden, oder die URL muss in doppelte Anführungszeichen gesetzt werden.
       Siehe auch URLS UND EINHÄNGEPUNKTE MIT LEERZEICHEN.

       dir  ist  der  Einhängepunkt.  Es  kann  eine  absolute  oder  relative
       Pfadangabe sein.

       fstab kann wie gewohnt benutzt werden, um  Dateisysteme  anzugeben.  Im
       ersten  Feld  muss  anstelle  des  Gerätes  die  URL des WebDAV-Servers
       angegeben werden. Für jeden Einhängepunkt darf es nur einen Eintrag  in
       fstab geben.

OPTIONEN

       -V --version
              Zeige die Version an.

       -h --help
              Zeige einen Hilfe-Text an.

       -o     Eine  durch  Kommas  unterteilte  Liste  von  Optionen. Mögliche
              Optionen sind:

              [no]askauth
                     Frage (nicht) nach den vertraulichen Zugangsdaten für den
                     WebDAV-Server  oder  den  Proxy, falls diese nicht in der
                     secrets-Datei stehen.
                     Voreinstellung: askauth.
                     Hinfällig: Diese Option  wird  in  zukünftigen  Versionen
                     wahrscheinlich  entfernt.  Benutze stattdessen die Option
                     ask_auth      in       /etc/davfs2/davfs2.conf       oder
                     ~/.davfs2/davfs2.conf.

              [no]auto
                     Kann (nicht) mit mount -a eingehängt werden.
                     Voreinstellung: auto.

              conf=absoluter Pfad
                     Eine  alternative  Benutzer-Konfigurationsdatei  für  den
                     Fall,   dass    die    Standard-Konfigurationsdatei    im
                     Home-Verzeichnis  des  Benutzers  nicht  verwendet werden
                     kann.
                     Voreinstellung: ~/.davfs2/davfs2.conf

              [no]dev
                     In  einem  davfs2-Dateisystem  sind  grundsätzlich  keine
                     Gerätedateien   (device  special  files)  möglich.  Diese
                     Option ist nur  wegen  der  Kompatibilität  mit  mount(8)
                     vorhanden und wird immer auf nodev gesetzt.

              dir_mode=mode
                     Standardwert  für  die  Dateirechte von Verzeichnissen in
                     oktaler Schreibweise. s-Bits für den Eigentümer  und  die
                     Gruppen werden stillschweigend ignoriert.
                     Voreinstellung:   wird   aus   der  umask  des  Benutzers
                     abgeleitet.  Wenn ein r-Bit gesetzt ist,  wird  auch  das
                     entsprechende x-Bit gesetzt.

              [no]exec
                     Die Ausführung von Programm-Dateien ist (nicht) erlaubt
                     Voreinstellung:  exec.  (Bei einem normalen Benutzer gibt
                     mount(8) als Voreinstellung noexec vor.)

              file_mode=mode
                     Standardwert für die Dateirechte von normalen Dateien  in
                     oktaler  Schreibweise.  s-Bits für den Eigentümer und die
                     Gruppen werden stillschweigend ignoriert.
                     Voreinstellung:  wird  aus  der   umask   des   Benutzers
                     abgeleitet; es werden keine x-Bits gesetzt.

              gid=group
                     Das  Dateisystem  gehört  zu  dieser  Gruppe. Es kann die
                     Nummer der Gruppe oder der  Name  angegeben  werden.  Der
                     Benutzer,  der  das  Dateisystem  einhängt, muss Mitglied
                     dieser Gruppe sein, es sei denn er ist root.
                     Voreinstellung: die primäre Gruppe des Benutzers.

              [no]locks
                     Benutze auf dem WebDAV-Server (keine) Sperren.
                     Voreinstellung: locks
                     Hinfällig: Diese Option  wird  in  zukünftigen  Versionen
                     wahrscheinlich  entfernt.  Benutze stattdessen die Option
                     use_locks      in      /etc/davfs2/davfs2.conf       oder
                     ~/.davfs2/davfs2.conf.

              [no]_netdev
                     Das   Dateisystem  benötigt  (k)eine  Netzwerkverbindung.
                     Diese Information  erlaubt  es  dem  Betriebssystem,  das
                     Dateisystem  beim Systemstart und beim Herunterfahren des
                     Netzwerks angemessen zu behandeln.
                     Voreinstellung: _netdev

              ro     Das Dateisystem erlaubt nur Lese-Zugriffe.
                     Voreinstellung: rw.

              rw     Auf  das   Dateisystem   kann   lesend   und   schreibend
                     zugegriffen werden.
                     Voreinstellung: rw.

              [no]suid
                     In  davfs2-Dateisystemen  sind grundsätzlich keine s-Bits
                     für den Besitzer und die Gruppe erlaubt. Die  Option  ist
                     nur zwecks Kompatibilität mit mount(8) vorhanden und wird
                     immer auf nosuid gesetzt.

              [no]user
                     Erlaube einem normalen Benutzer (nicht)  das  Dateisystem
                     einzuhängen.  Der  Name  des  Benutzers  wird in die mtab
                     geschrieben, damit er das  Dateisystem  wieder  aushängen
                     kann.  Die  Option user zieht die Optionen noexec, nosuid
                     und nodev nach sich, falls diese  nicht  explizit  anders
                     gesetzt  werden.  Diese Option hat nur in der fstab einen
                     Sinn.
                     Voreinstellung: normale Benutzer dürfen nicht mounten.

              [no]useproxy
                     Benutze (keinen) Proxy.
                     Voreinstellung: useproxy, falls eine Proxy angegeben ist.
                     Hinfällig:  Diese  Option  wird  in zukünftigen Versionen
                     wahrscheinlich entfernt. Benutze stattdessen  die  Option
                     use_proxy in /etc/davfs2/davfs2.conf.

              uid=user
                     Der  Beseitzer  des  Dateisystems.  Kann  als  numerische
                     Benutzerkennung oder als Name angegeben werden. Nur  wenn
                     root   das   Dateisystem   einhängt,  darf  sie  von  der
                     Benutzerkennung  des   Benutzers   abweichen,   der   das
                     Dateisystem einhängt.
                     Voreinstellung: Kennung des Benutzers.

SICHERHEITSREGELN

       Um  ein  Dateisystem einzuhängen, braucht mount.davfs root-Rechte. Aber
       es ist ein Sicherheitsrisiko, einen  Hintergrundprozess,  der  mit  dem
       Internet  verbunden  ist,  mit  root-Rechten  laufen zu lassen. Deshalb
       ändert mount.davfs seine Benutzer- und Gruppenkennung, wenn es  in  den
       Hinterdrund wechselt.

              Wenn  mount.davfs von root gestartet wird, läuft es als Benutzer
              davfs2 und Gruppe davfs2. Dies kann  in  /etc/davfs2/davfs2.conf
              geändert werden.

              Wenn es von einem normalen Benutzer gestartet wird, läuft es mit
              dessen Benutzerkennung und Gruppe davfs2.

       Da das Dateisystem über eine unsichere  Internet-Verbindung  angebunden
       sein  kann,  ist  das Risiko erhöht, dass darin Dateien mit schädlichem
       Inhalt sind.  Deshalb hat mount.davfs  etwas  stärkere  Einschränkungen
       als mount(8).

              Die  Optionen  nosuid  und  nodev werden immer gesetzt; das kann
              auch root nicht ändern.

              Damit normale Benutzer ein Dateisystem einhängen können,  müssen
              sie  der Gruppe davfs2 angehören und es muss durch einen Eintrag
              in der fstab erlaubt werden.

              Wenn ein normaler Benutzer ein Dateisystem  einhängt,  darf  der
              Einhängepunkt  nicht  innerhalb  des  Home-Verzeichnisses  eines
              anderen Benutzers liegen.

              Wenn in der fstab die Optionen uid und/oder gid angegeben  sind,
              kann  ein  normaler Benutzer das Dateisystem nur einhängen, wenn
              es seine Benutzerkennung ist und wenn er zur angegebenen  Gruppe
              gehört.

       WARNHINWEIS:  Wenn root durch einen Eintrag in der fstab einem normalen
       Benutzer erlaubt, ein Dateisystem  einzuhängen,  dann  erlaubt  er  ihm
       damit auch, die dazu gehörigen vertraulichen Zugangsdaten aus der Datei
       /etc/davfs2/secrets zu lesen, sowie den nötigen privaten Schlüssel  des
       dazu  gehörigen  Client-Zertifikats.   Das sollte man nur tun, wenn man
       diese Informationen dem Benutzer auch direkt geben würde.

URLS UND EINHÄNGEPUNKTE MIT LEERZEICHEN

       Zeichen mit Sonderfunktion, wie z.B. das  Leerzeichen,  in  Pfadangaben
       sind Mist. Unterschiedliche Programme und Protokolle interpretieren sie
       unterschiedlich und haben unterschiedliche Escape-Regeln.

       In  der  fstab  müssen  Leerzeichen  durch  den  dreistelligen  oktalen
       Zeichencode  mit  vorangestelltem  Escape-Zeichen  ersetzt werden. Also
       z.B.       http://foo.bar/path\040with\040spaces      anstelle      von
       http://foo.bar/path with spaces. Möglicherweise muss auch das #-Zeichen
       durch \043 ersetzt werden.

       Für  die  Dateien  davfs2.conf  und  secrets   sind   die   Regeln   im
       davfs2.conf(5)-Handbuch beschrieben.

       Auf der Kommandozeile müssen die Regeln der Shell beachtet werden.

       Nachdem  Anführungszeichen  entfernt  und  die  Escape-Folgen durch das
       jeweilige  Programms  ersetzt  wurden,   müssen   die   URL   und   der
       Einhängepunkt   aus   fstab,  davfs2.conf  und  secrets  oder  von  der
       Kommandozeile exakt die gleiche Zeichenfolge ergeben.

CACHE

       mount.davfs versucht den Netzwerkverkehr durch Verwendung  eines  Cache
       zu verringern. Informationen über Verzeichnisse werden im Hauptspeicher
       gehalten  und  heruntergeladene  Dateien  werden  auf  der   Festplatte
       gespeichert.

       mount.davfs    betrachtet    Informationen   über   Verzeichnisse   und
       Dateiattribute für eine (konfigurierbare)  Zeit  als  gültig.  Es  holt
       diese  Informationen  nur  dann  erneut  vom  Server,  wenn  diese Zeit
       abgelaufen ist oder es andere Hinweise hat, dass die Informationen sich
       geändert  haben.  Wenn  jemand  anderes  auf  dem Server eine Datei neu
       anlegt oder löscht, kann es deshalb etwas dauern, bis dies  im  lokalen
       Dateisystem sichtbar wird.

       Dies  betrifft  nicht  den  Inhalt  von  Dateien und die Auflistung von
       Verzeichnisinhalten. Wenn eine Datei  geöffnet  wird,  wird  immer  der
       Server     nach    einer    evtl.    neuen    Version    gefragt.    Im
       davfs2.conf(5)-Handbuch finden sich Hinweise, wie dies angepasst werden
       kann.

SPERREN, VERLORENGEGANGENE ÄNDERUNGEN UND BACKUP-DATEIEN

       Mit  WebDAV  wurden  Sperren  eingefürht  und mount.davfs benutzt diese
       standardmäßig.  Normalerweise  verhindern  diese,   dass   zwei   Leute
       gleichzeitig die selbe Datei ändern. Aber nicht immer:

              In  /etc/davfs2/davfs2.conf  oder  ~/.davfs2/davfs2.conf könnten
              die Sperren deaktiviert sein.

              Möglicherweise unterstützt der Server keine Sperren (sie sind in
              WevDAV nicht zwingend vorgeschrieben).

              Durch  eine schlechte Netzwerkverbindung könnte das rechtzeitige
              Erneuern einer Sperre verhindert werden.

              Ein anderer WebDAV-Client könnte deine Sperre benutzen (das  ist
              nicht schwierig und könnte auch aus Versehen geschehen).

       mount.davfs  prüft  deshalb  immer,  ob  sich eine Datei auf dem Server
       geändert  hat,  bevor  es  eine  neue  Version  hochlädt.   Dummerweise
       verstehen  nicht  alle  Server bedingte PUT-Anfragen, weshalb dazu eine
       zusätzliche Anfrage nötig ist. Wenn es nicht möglich  ist,  eine  lokal
       geänderte   Datei   auf   den   Server   hochzuladen,   wird   sie   im
       Backup-Verzeichnis   lost+found   gespeichert.   Du   solltest   dieses
       Verzeichnis  ab  und  zu  überprüfen  und  entscheiden,  was mit diesen
       Dateien zu tun ist.

       Manchmal gibt ein Client eine Sperre nicht wieder frei.  Möglicherweise
       ist  er  abgestürzt  oder die Netzwerkverbindung ist zusammengebrochen.
       Wenn mount.davfs feststellt, dass eine Datei auf  dem  Server  gesperrt
       ist,  prüft  es,  ob  die Sperre vom Benutzer mit Hilfe von mount.davfs
       angelegt wurde. In diesem Fall versucht es, die  vorhandene  Sperre  zu
       verwenden.  Dies  gelingt  aber  nicht  immer.  Deshalb  sollten Server
       Sperren automatisch entfernen, wenn  sie  vom  Client  nicht  innerhalb
       einer vorgegebenen Zeit erneuert werden.

       WebDAV  erlaubt  es  auch, Dateien zu sperren, die gar nicht existieren
       (damit niemand anderes den Namen benutzt, wenn  ein  Client  eine  neue
       Datei  anlegen  will).  Solche  gesperrten, nicht existierenden Dateien
       erscheinen im Dateisystem  mit  der  Größe  0  und  dem  Änderungsdatum
       1970-01-01.  Wenn  Sperren  nicht  ordnungsgemäß  wieder  frei  gegeben
       werden, kann u.U. nicht mehr auf  die  Datei  zugegriffen  werden.  Mit
       Hilfe  von  cadaver(1)  <http://www.webdav.org/cadaver/>  können solche
       Sperren entfernt werden.

EIGENTÜMER UND DATEIRECHTE

       davfs2 regelt die Zugriffskontrolle durch Unix-Dateirechte.   Aber  das
       Änderen  des  Eigentümers  und  der  Dateirechte ist nur lokal wirksam.
       Damit kann der Besitzer eines Dateisystems  festlegen,  welche  anderen
       lokalen Benutzer auf sein Dateisystem zugreifen dürfen.

       Der  Server  weiß  davon nichts. Für ihn gibt es nur den einen Benutzer
       (ausgewiesen  durch  die  vertraulichen  Zugangsdaten).   Ein   anderer
       WebDAV-Client,  der  mit dem gleichen Server verbunden ist, bekommt von
       diesen lokalen Änderungen an Eigentümer und Dateirechten nichts mit.

       Es gibt eine Ausnahme: Das Execute-Bit für Dateien wird auf dem  Server
       als  WebDAV-Eigenschaft  gespeichert.  Mann  sollte  dies eher als eine
       Information über den Dateityp betrachten, denn als ein  Dateirecht.  Ob
       die Datei lokal ausführbar ist, wird weiterhin durch die Mount-Optionen
       und die lokalen Rechte festgelegt.

       Wenn das Dateisystem ausgehängt wird, werden die Attribute der  Dateien
       im  Cache  gespeichert, ebenso die der übergeordneten Verzeichnisse. Es
       werden aber keine Attribute von Verzeichnissen gespeichert,  die  keine
       Dateien enthalten, die im Cache sind.

DATEIEN

       /etc/davfs2/davfs2.conf
              Systemweite Konfigurationsdatei.

       ~/.davfs2/davfs2.conf
              Konfigurationsdatei  im  Home-Verzeichnis des Benutzers. Sie hat
              Vorrang vor der systemweiten Konfigurationsdatei. Wenn sie nicht
              existiert, legt mount.davfs eine Vorlage an.

       /etc/davfs2/secrets
              Enthält  vertrauliche Zugangsdaten für den WebDAV-Server und den
              Proxy,    sowie    Passwörter    zur     Entschlüsselung     von
              Client-Zertifikaten.  Die Datei darf nur Schreib- und Leserechte
              für root haben.

       ~/.davfs2/secrets
              Enthält vertrauliche Zugangsdaten für den WebDAV-Server und  den
              Proxy,     sowie     Passwörter     zu    Entschlüsselung    von
              Client-Zertifikaten. Die Datei darf nur Schreib- und  Leserechte
              für  den  Besitzer  haben.   Zugangsdaten  und Passwörter werden
              vorrangig dieser Datei entnommen.  Wenn keine  gefunden  werden,
              wird  die  systemweite  Datei durchsucht.  Wenn die Zugangsdaten
              und Passörter nicht gefunden werden, wird  der  Benutzer  danach
              gefragt  (falls nicht anders konfiguriert). Wenn die Datei nicht
              existiert, legt mount.davfs eine Vorlage an.

       /etc/davfs2/certs
              Hier  können  vertrauenswürdige  Server-Zertifikate  gespeichert
              werden, die nicht auf normale Weise mit Hilfe der CA-Zertifikate
              des Systems überprüft werden können. Das ist dann sinnvoll, wenn
              der  Server  ein  selbst  gemachtes  Zertifikat  benutzt. Um ein
              solches    Zertifikat    zu    benutzen,    muss     dies     in
              /etc/davfs2/davfs2.conf  oder ~/.davfs2/davfs2.conf konfiguriert
              werden. Die Zertifikate müssen im PEM-Format vorliegen.
              Vergiss nicht, das Zertifikat selbst zu prüfen.

       ~/.davfs2/certs
              Hier  können  vertrauenswürdige  Server-Zertifikate  gespeichert
              werden, die nicht auf normale Weise mit Hilfe der CA-Zertifikate
              des Systems überprüft werden können. Das ist dann sinnvoll, wenn
              der  Server  ein  selbst  gemachtes  Zertifikat  benutzt. Um ein
              solches    Zertifikat    zu    benutzen,    muss     dies     in
              ~/.davfs2/davfs2.conf   konfiguriert   werden.  Die  Zertifikate
              müssen im PEM-Format vorliegen.
              Vergiss nicht, das Zertifikat selbst zu prüfen.

       /etc/davfs2/certs/private
              Hier können  Client-Zertifikate  im  PKCS#12-Format  gespeichert
              werden.  Die  Benutzung  muss  in  /etc/davfs2/davfs2.conf  oder
              ~/.davfs2/davfs2.conf konfiguriert werden. Das Verzeichnis  darf
              nur Schreib-, Lese- und Ausführungsrecht für root haben.

       ~/.davfs2/certs/private
              Hier  können  Client-Zertifikate  im  PKCS#12-Format gespeichert
              werden. Die Benutzung muss in ~/.davfs2/davfs2.conf konfiguriert
              werden.    Das   Verzeichnis   darf   nur  Schreib-,  Lese-  und
              Ausführungsrecht für den Besitzer haben.

       /var/run/mount.davfs
              Hier  speichert  der  Hintergrundprozess  eine  PID-Datei.   Das
              Verzeichnis  muss  zur  Gruppe  davfs2  gehören; die Gruppe muss
              Schreibrecht  haben  und  das  Sticky-Bit  muss   gesetzt   sein
              (Dateimodus 1775). Der Name der PID-Datei wird vom Einhängepunkt
              abgeleitet.

       /var/cache/davfs2
              Dieses systemweite Cache-Verzeichnis wird benutzt, wenn root das
              Dateisystem  einhängt. Es muss zur Gruppe davfs2 gehören und die
              Gruppe muss Lese-, Schreib- und Ausfürungsrecht haben. Für jedes
              Dateisystem  wird  ein  Unterverzeichnis  angelegt. Der Name des
              Unterverzeichnisses wird aus der URL, dem Einhängepunkt und  dem
              Benutzernamen gebildet.

       ~/.davfs2/cache
              Cache-Verzeichnis  im  Home-Verzeichnis des Benutzers. Für jedes
              Dateisystem wird ein Unterverzeichnis angelegt.

       mount.davfs versucht fehlende Verzeichnisse zu erstellen. Aber es lässt
       die Pfoten von /etc/davfs2.

UMGEBUNGSVARIABLEN

       https_proxy http_proxy all_proxy
              Wenn   kein   Proxy  konfiguriert  ist,  wird  der  Wert  dieser
              Umgebungsvariablen benutzt. Der Proxy kann mit und ohne  Schema,
              sowie mit und ohne Port angegeben werden.
              http_proxy=[http://]foo.bar[:3218]
              Wird  nur  benutzt,  wenn  der  Benutzer  root  das  Dateisystem
              einhängt.

       no_proxy
              Eine durch Kommas  getrennte  Liste  von  Domainnamen,  auf  die
              direkt  zugegriffen  werden  soll. * passt auf alle Domainnamen.
              Ein Domainname, der mit einem Punkt . beginnt, umfasst auch alle
              Subdomains.
              Wird  nur  benutzt,  wenn  der  Benutzer  root  das  Dateisystem
              einhängt.
              Wird nicht benutzt, wenn der  Proxy  in  /etc/davfs2  festgelegt
              wird.

BEISPIELE

       Normaler Benutzer (z.B filomena):

       Damit  ein  normaler  Benutzer  ein Dateisystem einhängen kann, ist ein
       Eintrag in fstab nötig.
              http://webdav.org/dav /media/dav davfs noauto,user 0 0

       Falls   ein   Proxy   benutzt   werden    soll,    sollte    dies    in
       /etc/davfs2/davfs2.conf konfiguriert werden.
              proxy proxy.mycompany.com:8080

       Die    vertraulichen    Zugangsdaten   für   den   Server   werden   in
       /home/filomena/.davfs2/secrets gespeichert.
              proxy.mycompany.com filomena "my secret"
              /media/dav webdav-username password

       Jetzt kann Benutzerin filomena das Dateisystem einhängen durch
              mount /media/dav

       und dieselbe Benutzerin filomena kann es aushängen durch
              umount /media/dav

       Nur Benutzer root:

       Die WebDAV-Resource https://asciigirl.com/webdav  wird  im  Verzeichnis
       /mount/site  eingehängt.  Der  Netzwerkverkehr  wird verschlüsselt. Die
       vertraulichen   Zugangsdatenen   für    http://webdav.org/dav    werden
       /etc/davfs2/secrets entnommen. Falls sie da nicht gefunden werden, wird
       der Benutzer gefragt.
              mount     -t      davfs      -o      uid=otto,gid=users,mode=775
              https://asciigirl.com/webdav /mount/site

       Die WebDAV-Resource http://linux.org.ar/repos wird auf /dav eingehängt.
              mount.davfs            -o            uid=otto,gid=users,mode=775
              http://linux.org.ar/repos/ /dav

FEHLER

       davfs2 unterstützt weder harte noch weiche Links.

AUTOREN

       Dieses  Handbuch wurde von Luciano Bello <luciano@linux.org.ar> für die
       Version 0.2.3 von davfs2 in Debian geschrieben.

       Für    spätere    Versionen    wurde    es    von    Werner     Baumann
       <wbaumann@users.sourceforge.net> angepasst.

       davfs2 wurde von Sung Kim <hunkim@gmail.com> entwickelt.

       Version  1.0.0  (und  spätere)  von  davfs2 sind eine fast vollständige
       Neufassung von Werner Baumann.

ÜBERSETZER

       Das Handbuch wurde von  Werner  Baumann  <werner.baumann@onlinehome.de>
       übersetzt. 2008-01-02

DAVFS2 HOME

       http://dav.sourceforge.net/

SIEHE AUCH

       umount.davfs(8), davfs2.conf(5), mount(8), umount(8), fstab(5)