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dpkg-dev_1.15.4ubuntu2_all 
NAME
dpkg-buildpackage - baue Binär- oder Quellpakete aus Quellen
ÜBERSICHT
dpkg-buildpackage [Optionen]
BESCHREIBUNG
dpkg-buildpackage ist ein Programm, das den Prozess des Bauens eines
Debian-Paketes automatisiert. Es besteht aus den folgenden Schritten:
1. Es bereitet die Bauumgebung vor, indem verschiedene
Umgebungsvariablen gesetzt werden (siehe UMGEBUNGSVARIABLEN).
2. Es prüft, dass Bauabhängigkeiten und -konflikte erfüllt sind (falls
-d nicht angegeben ist).
3. Falls ein spezielles Ziel mit der Option -T oder --target ausgewählt
wurde, ruft es diese Ziel auf und endet hier. Andernfalls ruft es
fakeroot debian/ rules clean auf, um den Bau-Baum zu bereinigen
(falls -nc nicht angegeben ist).
4. Es ruft dpkg-source auf, um das Quellpaket zu erstellen (falls nicht
mit -b, -B oder -A ein rein-binärer Bau erbeten wurde).
5. Es ruft debian/rules build, gefolgt von fakeroot debian/rules
Programm-Ziel auf (falls nicht ein reiner Quellbau mit -S erbeten
wurde). Beachten Sie, dass Programm-Ziel entweder binary
(Standardfall, oder falls -b angegeben wurde) oder binary-arch
(falls -B angegeben wurde) oder binary-indep (falls -A angegeben
wurde) lautet.
6. Es ruft gpg auf, um die .dsc-Datei zu signieren (falls vorhanden und
-us nicht angegeben wurde).
7. Es ruft dpkg-genchanges auf, um eine .changes-Datei zu erstellen.
Viele Optionen von dpkg-buildpackage werden an dpkg-genchanges
weitergeleitet.
8. Es ruft gpg auf, um die .changes-Datei zu signieren (falls -uc nicht
angegeben wurde).
9. Falls -tc angegeben ist, wird fakeroot debian/rules clean erneut
aufgerufen.
OPTIONEN
-b Spezifiziert einen rein binären Bau, keine Quelldateien sollen
gebaut und/oder vertrieben (im Sinne von verteilen) werden. Wird
an dpkg-genchanges weitergegeben.
-B Spezifiziert einen rein binären Bau, beschränkt auf
architekturabhängige Pakete. Wird an dpkg-genchanges
weitergegeben.
-A Spezifiziert einen rein binären Bau, beschränkt auf
architekturunabhängige Pakete. Wird an dpkg-genchanges
weitergegeben.
-S Spezifiziert einen reinen Bau der Quellen, keine Binärpakete
müssen erstellt werden. Wird an dpkg-genchanges weitergegeben.
--target=Ziel
--target Ziel
-TZiel
Ruft debian/rules Ziel auf, nachdem die Bauumgebung eingerichtet
wurde und beendet den Paketbauprozess hier. Falls auch --as-root
angegeben wurde, wird der Befehl mit root-Rechten ausgeführt
(siehe -r). Beachten Sie, dass offizielle Ziele, bei denen die
Debian-Richtlinien verlangen, dass Sie mit root-Rechten
ausgeführt werden, diese Option nicht benötigen.
--as-root
Ergibt nur mit --target einen Sinn. Erfordert, dass das Ziel mit
Root-Rechten ausgeführt wird.
-si
-sa
-sd
-vVersion
-CÄnderungsbeschreibung
-mBetreueradresse
-eBetreueradresse
Wird unverändert an dpkg-genchanges weitergegeben. Lesen Sie
dessen Handbuchseite.
-aArchitektur
Spezifiziert die Debian-Architektur, für die gebaut wird. Die
Architektur der Maschine, auf der gebaut wird, wird automatisch
bestimmt, und ist auch die Voreinstellung für die
Gastgebermaschine (»host machine«).
Falls sich die Host-Architektur von der Bau-Architektur
unterscheidet (wie diese bei Cross-Kompilierung der Fall ist)
und falls die Umgebungsvariable PKG_CONFIG_LIBDIR nicht gesetzt
ist, dann wird sie auf einen Wert gesetzt, der für
Cross-Kompilierung geeignet ist
(»/usr/gnu-system-type/lib/pkgconfig/:/usr/share/pkgconfig«).
-tGNU-Systemtyp
Spezifiziere den GNU-Systemtyp, für den wir bauen. Er kann
anstelle von -a oder als Ergänzung verwandt werden, um den
Standard GNU-Systemtyp der Ziel-Debian-Architektur zu
überschreiben.
-jAufträge
Anzahl an Aufträgen, die simultan laufen dürfen, äquivalent zu
der Option von make(1) mit dem gleichen Namen. Fügt sich selbst
zu der Umgebungsvariablen MAKEFLAGS hinzu, was dazu führen
sollte, dass alle folgenden Aufrufe von make diese Option erben
werden. Fügt auch parallel=Aufträge zu der Umgebungsvariablen
DEB_BUILD_OPTIONS hinzu, was es debian/rules-Dateien erlaubt,
diese Information für eigene Zwecke zu verwenden. Der Eintrag
parallel=Aufträge in der Umgebungsvariablen DEB_BUILD_OPTIONS
überschreibt den Wert von -j, falls diese Option angegeben ist.
-D Prüfe Bauabhängigkeiten und -konflikte; Abbruch falls diese
nicht erfüllt sind. Dies ist das Standardverhalten.
-d Überprüfe Bauabhängigkeiten und -konflikte nicht.
-nc Bereinige den Quellbaum nicht (impliziert -b, falls ansonsten
nichts aus -B, -A oder -S gewählt wurde).
-tc Den Quellbaum säubern (verwendet root-werde-Befehl debian/rules
clean) nachdem das Paket gebaut wurde.
-rroot-werde-Befehl
Wenn dpkg-buildpackage einen Teil des Bauprozesses als Root
ausführen muss, stellt es dem auszführenden Befehl den
root-werde-Befehl voran, falls dieser angegeben wurde.
Andernfalls wird standardmäßig fakeroot verwendet, falls es
vorhanden ist. Der root-werde-Befehl sollte der Name des
Programmes im PATH sein und wird als Argumente den Namen des
wirklich auszuführenden Befehles und dessen Argumente erhalten.
root-werde-Befehl kann Parameter enthalten (die durch
Leerzeichen voneinander getrennt sein müssen), aber keine
Shell-Metazeichen. Typischerweise ist der root-werde-Befehl
fakeroot, sudo, super oder really. su ist nicht geeignet, da es
nur die Shell des Benutzers mit -c aufrufen kann, anstatt
Argumente individuell zur Ausführung des Programms zu übergeben.
-Rrules-Datei
Der Bau eines Debian-Pakets erfolgt gewöhnlich durch Aufruf von
debian/rules als ein Befehl mit mehreren Standardparametern. Mit
dieser Option ist es möglich, einen anderen Programmaufruf zum
Bau des Paketes zu verwenden (es können durch Leerzeichen
getrennte Parameter angegeben werden). Alternativ kann die
Standard-debian/rules-Datei mit einem anderen Make-Programm
ausgeführt werden (zum Beispiel durch die Verwendung von
/usr/local/bin/make -f debian/rules als rules-Datei).
-psignier-Befehl
Wenn dpkg-buildpackage GPG oder PGP zum Signieren einer
Quellsteuerdatei ((.dsc)) oder einer .changes-Datei benötigt,
wird es statt gpg den signier-Befehl ausführen (und dabei falls
notwendig den PATH durchsuchen). Falls signier-Befehl seine
Argumente im GPG- statt im PGP-Stil verlangt, sollten Sie die
-sgpg-Option verwenden. signier-Befehl sollte keine Leerzeichen
oder andere Metazeichen der Shell enthalten.
-kSchlüssel-id
Geben Sie die Schlüssel-ID zur Signatur von Paketen an.
-us Das Quellpaket nicht signieren.
-uc Die .changes-Datei nicht signieren.
-i[Regexp]
-I[Muster]
-s[nsAkurKUR]
-z, -Z
Wird unverändert an dpkg-source weitergegeben. Lesen Sie dessen
Handbuchseite.
--admindir=Verz
--admindir Verz
Ändert den Ablageort der dpkg-Datenbank. Der Standardort ist
/var/lib/dpkg.
-h, --help
Zeige den Bedienungshinweis und beende.
--version
Gebe die Version aus und beende sich.
UMGEBUNGSVARIABLEN
Von dpkg-architecture gesetzte Variablen
Beim Aufruf von dpkg-architecture werden die Parameter von -a und -t
durchgereicht. Jede Variable, die von seiner Option -s ausgegeben wird,
wird in die Bauumgebung integriert.
Compiler-Schalter
Einige Umgebungsvariablen für Einstellungen der Optionen des Compilers
und Linkers werden auf Standardwerte gesetzt, falls sie noch nicht in
der Umgebung gesetzt wurden. Beachten Sie, dass dieser Mechanismus erst
in dpkg-dev Version 1.14.17 eingeführt wurde und noch nicht alle
rules-Dateien und Bauwerkzeuge diese Variablen berücksichtigen.
CFLAGS Optimierungs-Optionen, die an das Debian-Bausystem weitergegeben
und vom Paketbausystem bei Bedarf überschrieben werden
können/sollten (Vorgabewert: -g -O2 oder -g -O0 falls noopt in
DEB_BUILD_OPTIONS angegeben ist). Das Überschreiben der Optionen
kann dazu verwendet werden, explizit eine höhere
Optimierungsstufe zu setzen oder um Compiler-Fehler zu umgehen,
die nur bei einigen Optimierungsstufen auftreten (die letzte
Optimierungsstufe »gewinnt«).
CFLAGS_APPEND
Optimierungsoptionen, die an die Compiler-Schalter angehängt
werden, die nicht vom Paket überschrieben werden dürfen
(hauptsächlich zum Testen). Standardmäßig leer.
CXXFLAGS
Identisch zu CFLAGS für C++-Quellen.
CXXFLAGS_APPEND
Identisch zu CFLAGS_APPEND für C++-Quellen.
FFLAGS Identisch zu CFLAGS für Fortran-Quellen.
FFLAGS_APPEND
Identisch zu CFLAGS_APPEND für Fortran-Quellen.
CPPFLAGS
Präprozessor-Schalter, die an das Debian-Bausystem weitergegeben
und vom Paketbausystem bei Bedarf überschrieben werden
können/sollten (Vorgabewert: leer). Dieses Makro wird selten
benutzt (die meisten Bausysteme verwenden einfach CFLAGS statt
CPPFLAGS).
CPPFLAGS_APPEND
Präprozessor-Schalter, die an die Präprozessor-Schalter
angehängt werden, die nicht vom Paket überschrieben werden
dürfen (hauptsächlich zum Testen). Standardmäßig leer.
LDFLAGS
Optionen die beim Linken von Programmen oder
Laufzeitbibliotheken an den Compiler weitergegeben werden (falls
der Linker direkt aufgerufen wird, müssen -Wl und , aus diesen
Optionen entfernt werden). Standardmäßig leer.
LDFLAGS_APPEND
Optimierungs-Optionen, die an den Compiler beim Linken von Code
angehängt werden und die nicht vom Paket überschrieben werden
dürfen (hauptsächlich zum Testen). Standardmäßig leer.
FEHLER
Es sollte möglich sein, Leerzeichen und Metazeichen der Shell in und
Anfangsargumente für root-werde-Befehl und signier-Befehl anzugeben.
ÜBERSETZUNG
Die deutsche Übersetzung wurde 2004, 2006-2009 von Helge Kreutzmann
<debian@helgefjell.de>, 2007 von Florian Rehnisch <eixman@gmx.de> und
2008 von Sven Joachim <svenjoac@gmx.de> angefertigt. Diese Übersetzung
ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License
Version 2 oder neuer für die Kopierbedingungen. Es gibt KEINE HAFTUNG.
SIEHE AUCH
dpkg-source(1), dpkg-architecture(1), dpkg-genchanges(1), fakeroot(1),
gpg(1).
AUTOREN
Copyright © 1995-1996 Ian Jackson
Copyright © 2000 Wichert Akkerman
Copyright © 2007 Frank Lichtenheld
Copyright © 2008 Raphaël Hertzog
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