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NAME

       dpkg-source - Debian Quellpaket- (.dsc) Manipulations-Werkzeuge

ÜBERSICHT

       dpkg-source [Optionen] Befehl

BESCHREIBUNG

       dpkg-source packt und entpackt Debian Quellarchive.

       Keiner  dieser  Befehle  erlaubt  es,  mehrere  Optionen  zu  einer  zu
       kombinieren, und sie erlauben es nicht, den Wert einer Option in  einem
       separaten Argument zu speichern.

BEFEHLE

       -x Dateiname.dsc [Ausgabe-Verzeichnis]
              Extrahiere   ein  Quellpaket.  Ein  nicht-Options-Argument  muss
              angegeben werden, der Name der Debian Quell-Steuer-Datei (.dsc).
              Optional   kann  ein  zweites  nicht-Options-Argument  angegeben
              werden, um das Verzeichnis  anzugeben,  in  das  das  Quellpaket
              extrahiert  werden  soll.  Dieses  Verzeichis  darf  dann  nicht
              existieren. Falls kein Ausgabeverzeichnis  angegeben  ist,  wird
              das   Quellpaket   in   das  Verzeichnis  namens  Quelle-Version
              unterhalb des aktuellen Arbeitsverzeichnisses extrahiert.

              dpkg-source  wird  die  Namen  der  anderen  Datei(en)  aus  der
              Steuerdatei  einlesen,  die  das  Quellpaket  ergeben;  es  wird
              angenommen, dass diese im  gleichen  Verzeichnis  wie  die  .dsc
              liegen.

              Die  Dateien  in  dem  extrahierten  Paket werden die Rechte und
              Eigentümer haben, die erwartet würden,  falls  die  Dateien  und
              Verzeichnisse  einfach angelegt worden wären - Verzeichnisse und
              Programmdateien werden 0777 und  einfache  Dateien  0666,  beide
              durch   die  umask  der  Person,  die  extrahiert,  entsprechend
              angepasst;  falls  das  übergeordnete  Verzeichnis  setgid  ist,
              werden  dies  die extrahierten Verzeichnisse auch sein, und alle
              Dateien und  Verzeichnisse  werden  die  Gruppeneigentümerschaft
              erben.

              Falls   das   Quellpaket   ein  nicht-Standard-Format  verwendet
              (derzeit bedeutet sind dies alle Formate außer »1.0«) wird  sein
              Name in debian/source/format gespeichert, so dass alle folgenden
              Bauversuchen des Quellpakets standardmäßig  das  gleiche  Format
              verwenden.

       -b Verzeichnis [Format-abhngige-Parameter]
              Baue  ein  Quellpaket. Das erste nicht-Options-Argument wird als
              Name des Verzeichnisses verwandt, das den  debianisierten  (d.h.
              mit  einem  Unterverzeichnis  debian  und ggf. Änderungen an den
              Originaldateien versehenen) Quellbaum enthält. Abhängig vom  dem
              zum   Bau   verwandten   Quellpaketformat   könnten  zusätzliche
              Parameter akzeptiert werden.

              dpkg-source wird das Quellpaket mit dem ersten  Format  aus  der
              folgenden   geordneten   Liste   bauen,  das  funktioniert:  den
              Format(en),  die  mit  den   Kommandozeilenoption(en)   --format
              angegeben  sind, das in debian/source/format bezeichnete Format,
              »1.0«,  »3.0  (native)«.  Die  verschiedenen   Quellpaketformate
              werden  im Abschnitt QUELLPAKET-FORMATE ausführlich beschrieben.

       -h, --help
              Zeige den Bedienungshinweis und beende.

       --version
              Gebe die Version aus und beende sich.

GENERISCHE BAUOPTIONEN

       -cSteuerdatei
              Bestimmt die Hauptquell-»control«-Datei, aus  der  Informationen
              ausgelesen  werden  sollen. Der Standardwert ist debian/control.
              Falls der Pfadname relativ ist, wird dieser relativ zum obersten
              Verzeichnis des Quellbaums interpretiert.

       -lChangelog-Datei
              Bestimmt   die   »change   log«-Datei,   aus  der  Informationen
              ausgelesen werden sollen. Der Standardwert ist debian/changelog.
              Falls der Pfadname relativ ist, wird dieser relativ zum obersten
              Verzeichnis des Quellbaums interpretiert.

       -FChangelog-Format
              Gibt das Format der  Änderungsprotokolldatei  an.  Standardmäßig
              wird das Format aus einer speziellen Zeile in der Nähe des Endes
              der   Änderungsprotokolldatei   gelesen   oder,    falls    dies
              fehlschlägt, wird das Debian-Standardformat angenommen.

       --format=Wert
              Versuche  zuerst  das übergebene Format zum Bau des Quellpakets.
              Falls mehrfach verwandt, werden sie der Reihe nach  ausprobiert.
              Es überschreibt jedes in debian/source/format angegebene Format.

       -VName=Wert
              Setzt    eine    Ausgabesubstitutionsvariable.     Lesen     Sie
              deb-substvars(5) für eine Besprechung des Ausgabesubstitution.

       -Tsubstvardatei
              Lese  Substitutionsvariablen  aus  substvardatei;  standardmäßig
              wird keine Datei gelesen.

       -DFeld=Wert
              Überschreibe oder ergänze ein Ausgabe-Steuerdatei-Feld.

       -Ufield
              Entferne ein Ausgabe-Steuerdatei-Feld.

       -ZKomprimierung
              Gibt  die  Komprimierung  an,  die  für  die  angelegte  Dateien
              (Tarbälle  und  Diffs)  verwendet wird. Beachten Sie, dass diese
              Option   nicht   dazu   führt,   dass   existierende    Tarbälle
              rekomprimiert   werden,   sie   betrifft   nur   neue   Dateien.
              Unterstützte  Werte  sind  gzip,  bzip2  und  lzma.   gzip   ist
              voreingestellt.

       -zStufe
              Zu verwendende Komprimierstufe. Wie bei -Z betrifft dies nur neu
              angelegte Dateien. Unterstützte Werte sind 1  bis  9,  best  (am
              besten) und fast (schnell). 9 ist voreingestellt.

       -i[Regexp]
              Sie  können  einen  regulären  Perl-Ausdruck  angeben,  der  auf
              Dateien passt, die Sie aus der Liste der Dateien  für  den  Diff
              entfernen  möchten;  diese  Liste  wird  von  einem  Find-Befehl
              generiert. Falls das Quellpaket als Version 3-Quellpaket mittels
              eines  VCS gebaut wird, ignoriert dies stattdessen Änderungen an
              bestimmten Dateien,  die  noch  nicht  übertragen  (»committed«)
              wurden  (mit  -i.*  werden  alle  davon ignoriert). -i aktiviert
              diese Option mit einem voreingestellten regulären Ausdruck,  der
              Steuerdateien      und     -Verzeichnisse     der     häufigsten
              Revisionskontrollsysteme,     Backups,     Swap-Dateien      und
              Bau-Ausgabeverzeichnisse  von  Libtool  herausgefiltert. Es kann
              nur  einen  aktiven  regulären  Ausdruck  geben,  von   mehrfach
              angegebenen -i-Optionen wird nur die letzte berücksichtigt.

              Dies  ist  sehr  hilfreich,  um irrelevante Dateien, die im Diff
              aufgenommen werden, zu entfernen. Falls Sie  zum  Beispiel  Ihre
              Quellen   in   einem   Revisionskontrollsystem   speichern   und
              »Checkout« verwenden möchten, um Ihr Quellpaket zu  bauen,  ohne
              die   zusätzlichen   Dateien   und   Verzeichnisse,   die  darin
              typischerweise enthalten sind (z.B.  CVS/,  .cvsignore,  .svn/),
              mit  aufzunehmen.  Der  voreingestellte  reguläre  Ausdruck  ist
              bereits sehr erschöpfend, aber falls Sie  ihn  ersetzen  müssen,
              beachten  Sie,  dass  er standardmäßig auf alle Teile des Pfades
              passen kann. Falls Sie daher nur den Anfang  eines  Pfades  oder
              komplette   Dateinamen   vergleichen   wollen,  müssen  Sie  die
              notwendigen Anker (z.B. »(^|/)«, »($|/)«) selbst  bereitstellen.

       -I[Dateimuster]
              Falls  diese  Option  angegeben  wird, wird der Dateiname an die
              --exclude-Option  von  tar(1)   weitergegeben,   wenn   es   zur
              Erstellung  der  Datei  .orig.tar oder .tar aufgerufen wird. Zum
              Beispiel führt  -ICVS  dazu,  dass  tar  über  CVS-Verzeichnisse
              hinweggeht,  wenn es eine .tar-Datei erstellt. Diese Option kann
              mehrfach wiederholt werden, um mehrere Muster  aufzuführen,  die
              ausgeschlossen werden sollen.

              -I  fügt  standardmäßig von selbst --exclude-Optionen hinzu, die
              die   Steuerdateien   und    -Verzeichnisse    der    häufigsten
              Revisionskontrollsysteme,      Backups,     Swap-Dateien     und
              Bau-Ausgabeverzeichnisse von Libtool herausfiltern.

       Hinweis: Obwohl sie ähnliche Zwecke verfolgen, haben  -i  und  -I  eine
       sehr  verschiedene  Syntax  und  Semantik. -i kann nur einmal angegeben
       werden und nimmt einen regulären Perlausdruck an, der gegen den  vollen
       relativen  Pfad  jeder  Datei  geprüft wird. -I kann mehrfach angegeben
       werden und nimmt ein Dateinamen-Muster mit Shell-Jokerzeichen  an.  Das
       Muster wird gegen den vollen relativen Pfad aber auch individuell gegen
       jeden Teil des  Pfades  angewendet.  Die  exakte  Symantik  der  Option
       --exclude       ist       etwas       kompliziert,       lesen      Sie
       http://www.gnu.org/software/tar/manual/tar.html#wildcards   für    eine
       komplette Dokumentation.

       Der  voreingestellte  reguläre  Ausdruck  und Muster für beide Optionen
       können in der Ausgabe des Befehls --help gesehen werden.

GENERISCHE EXTRAHIERUNGSOPTIONEN

       --no-copy
              Kopiere die  Original-Tarbälle  in  die  Nähe  des  extrahierten
              Quellpakets.

       --no-check
              Prüfe Signaturen und Prüfsummen vor dem Entpacken nicht.

       --require-valid-signature
              Entpacken    des    Quellpakets   ablehnen,   falls   es   keine
              OpenPGP-Signatur    enthält,    die     entweder     mit     dem
              trustedkeys.gpg-Schlüsselring   des  Benutzers,  mit  einem  der
              Schlüsselringen des Lieferanten oder mit einem  der  offiziellen
              Debian-Schüsselringe (/usr/share/keyrings/debian-keyring.gpg und
              /usr/share/keyrings/debian-maintainers.gpg)   überprüft   werden
              kann.

QUELLPAKET-FORMATE

   Format: 1.0
       Ein Quellpaket in diesem Format besteht entweder aus einem .orig.tar.gz
       mit zugehörigem .diff.gz oder einem einzelnen .tar.gz (in  diesem  Fall
       wird das Paket als nativ bezeichnet).

       Extrahieren

       Extrahieren  eines  nativen  Pakets ist ein einfaches Extrahieren eines
       einzelnen  Tarballs   in   das   Zielverzeichnis.   Extrahieren   eines
       nicht-nativen  Pakets  erfolgt  zuerst durch Entpacken des .orig.tar.gz
       und dann durch  Anwendung  des  Patches  aus  der  .diff.gz-Datei.  Der
       Zeitstempel  aller  gepatchten  Dateien  wird  auf  den  Zeitpunkt  der
       Extrahierung   des    Quellpakets    zurückgesetzt    (das    vermeidet
       Zeitstempelversätze,  die  zu  Problemen  führen,  wenn  autogenerierte
       Dateien gepatcht werden). Der  Diff  kann  neue  Dateien  anlegen  (das
       gesamte  Debian-Verzeichnis  wird  auf diese Weise erstellt), kann aber
       keine Dateien entfernen (leere Dateien bleiben zurück).

       Bauen

       Bauen eines nativen Paket besteht nur aus dem Erstellen eines  einzigen
       Tarballs  mit  dem  Quellverzeichnis.  Bauen eines nicht-nativen Pakets
       schließt  das  Extrahieren  des  Original-Tarballs  in  ein   separates
       Verzeichnis  ».orig« und die Neuerstellung des .diff.gz durch Vergleich
       des Quellpaket-Verzeichnisses mit dem Verzeichnis .orig ein.

       Bau-Optionen (mit -b):

       Falls ein zweites nicht-Options-Argument angegeben ist, sollte  es  der
       Namen des Originalquellverzeichnisses oder der Tardatei sein. Falls das
       Paket Debian-spezifisch ist, dann  sollte  dieses  Argument  die  leere
       Zeichenkette  sein,  da  es  kein Debianisierungs-Diff gibt. Falls kein
       zweites Argument übergeben  wird,  dann  schaut  dpkg-source  nach  der
       ursprünglichen   Tardatei   Paket_Upstream-Version.orig.tar.Erweiterung
       oder dem ursprünglichen Quellverzeichnis Verzeichnis.orig, abhängig von
       den -sX-Argumenten.

       -sa,  -sp,  -sk, -su und -sr werden keine existierenden Tardateien oder
       Verzeichnisse  überschreiben.  Falls  dies   gewünscht   ist,   sollten
       stattdessen -sA, -sP, -sK, -sU und -sR verwendet werden.

       -sk    Gibt  an,  dass die Originalquellen als Tardatei erwartet werden
              sollen,                                            standardmäßig
              Paket_Ursprungsversion.orig.tarErweiterung.    Es   wird   diese
              Originalquellen als Tardatei am Platz belassen, oder sie in  das
              aktuelle  Verzeichnis  kopieren, falls sie dort noch nicht sind.
              Der Tarball wird nach Verzeichnis.orig für  die  Erstellung  des
              Diffs entpackt.

       -sp    Wie -sk, aber das Verzeichnis wird danach entfernt.

       -su    Gibt  an,  dass  die  Originalquellen  als  Verzeichnis erwartet
              werden, standardmäßig  Paket-Ursprungsversion.orig.  dpkg-source
              wird daraus ein neues Original-Quellarchiv erstellen.

       -sr    Wie -su, aber das Verzeichnis wird nach der Verwendung entfernt.

       -ss    Gibt an, dass die Originalquellen  sowohl  als  Verzeichnis  als
              auch   als   Tardatei   verfügbar  sind.  dpkg-source  wird  das
              Verzeichnis  zur  Erstellung  des  Diffs  verwenden,  aber   die
              Tardatei  für die .dsc. Diese Option muss mit Vorsicht verwendet
              werden - falls das Verzeichnis und die Tardatei  nicht  zusammen
              passen, wird ein fehlerhaftes Quellarchiv erstellt.

       -sn    Gibt  an, dass nicht nach Originalquellen geschaut und kein Diff
              erstellt werden soll. Das zweite Argument, falls angegeben, muss
              die  leere  Zeichenkette  sein. Dies wird für Debian-spezifische
              Pakete verwendet, die  keine  Quellen  von  Originalautoren  und
              somit kein Debianisierungs-Diff haben.

       -sa oder -sA
              Gibt  an,  dass  nach dem Original-Quellarchiv als Tardatei oder
              als Verzeichnis gesucht werden soll - das zweite Argument, falls
              vorhanden,   kann   eines   von  beiden  sein,  oder  die  leere
              Zeichenkette (dies ist äquivalent zur Verwendung von -sn). Falls
              eine  Tardatei  gefunden  wird,  wird diese zur Erstellung eines
              Diffs entpackt und danach entfernt (dies ist äquivalent zu -sp);
              falls ein Verzeichnis gefunden wird, wird dieses gepackt, um die
              Originalquellen zu  erstellen  und  danach  entfernt  (dies  ist
              äquivalent  zu -sr); falls keines von beiden gefunden wird, wird
              angenommen, dass das Paket kein Debianisierungs-Diff sondern nur
              ein  direktes  Quellarchiv  (dies  ist äquivalent zu -sn). Falls
              sowohl ein Verzeichnis als auch eine Tar-Datei gefunden  werden,
              dann ignoriert dpkg-source das Verzeichnis, und überschreibt es,
              falls -sA angegeben wurde (dies ist äquivalent zu -sP) oder löst
              einen  Fehler  aus,  falls  -sa  angegeben  wurde.  -sA  ist die
              Voreinstellung.

       Extrahierungs-Optionen (mit -x):

       In allen Fällen werden die Originalquellbäume entfernt.

       -sp    Verwendet   beim   Extrahieren.   Die   Originalquellen   (falls
              vorhanden) werden als Tar-Datei belassen. Falls diese sich nicht
              im aktuellen Verzeichnis befinden oder falls eine  existierende,
              aber  davon  verschiedene  Datei bereits vorhanden ist, wird sie
              dort hin kopiert. (Dies ist die Voreinstellung.)

       -su    Entpackt den Originalquellbaum.

       -sn    Stellt sicher, dass die Originalquellen weder  in  das  aktuelle
              Verzeichnis     kopiert     noch    entpackt    werden.    Jeder
              Originalquellbaum,  der  im  aktuellen  Verzeichnis  war,   wird
              dennoch entfernt.

       Alle -sX-Optionen schließen sich paarweise aus. Falls Sie mehr als eine
       angeben, wird nur die letzte verwendet.

       --skip-debianization
              Überspringt die Anwendung des Debian-Diffs auf die  Quellen  der
              Originalautoren.

   Format: 2.0
       Auch  als  »wig&pen«  bekannt. Dieses Format wird nicht für den breiten
       Einsatz empfohlen, es wird durch  das  Format  »3.0  (quilt)«  ersetzt.
       Wig&pen  war  die  erste  Spezifikation eines Paketformats der nächsten
       Generation.

       Das Verhalten dieses Formats ist identisch zum  Format  »3.0  (quilt)«,
       abgesehen  davon,  dass es keine explizite Liste von Patches verwendet.
       Alle Dateien in debian/patches/, die  auf  den  regulären  Perlausdruck
       [\w-]+  passen,  müssen  gültige Patches sein: sie werden zum Zeitpunkt
       der Extrahierung angewandt.

       Wenn ein neues Quellpaket gebaut wird, werden alle  Änderungen  an  den
       Quellen    der    Originalautoren    in    einem    Patch   mit   Namen
       zz_debian-diff-auto gespeichert.

   Format: 3.0 (native)
       Dieses Format ist eine Erweiterung des nativen Paketformats wie  es  im
       1.0-Format  definiert ist. Es unterstützt alle Kompressionsmethoden und
       ignoriert standardmäßig alle VCS-spezifischen Dateien und Verzeichnisse
       sowie viele temporäre Dateien (lesen Sie den Standardwert der Option -I
       bei der Ausgabe von --help).

   Format: 3.0 (quilt)
       Ein   Quellpaket   in   diesem   Format   enthält   mindestens    einen
       Original-Tarball  (.orig.tar.erw, wobei erw gz, bz2 und lzma sein kann)
       und einen Debian-Tarball (.debian.tar.erw). Es  kann  auch  zusätzliche
       Original-Tarbälle   (.orig-Komponente.tar.erw))  enthalten.  Komponente
       kann nur alphanumerische Zeichen und Gedankenstriche (»-«) enthalten.

       Extrahieren

       Der Haupt-Originaltarball wird  zuerst  extrahiert,  dann  werden  alle
       zusätzlichen  Originaltarbälle  in  Unterverzeichnisse  extrahiert, die
       nach dem  Komponenten-Teil  ihres  Dateinamens  benannt  werden  (jedes
       bereits existierende Verzeichnis wird ersetzt). Der Debian-Tarball wird
       auf das Quellverzeichnis extrahiert, nachdem jedes bereits existierende
       debian-Verzeichnis    entfernt    wurde.   Beachten   Sie,   dass   der
       Debian-Tarball ein debian-Unterverzeichnis enthalten muss, er aber auch
       Binärdateien  außerhalb dieses Verzeichnisses enthalten darf (sehen Sie
       hierzu die Option --include-binaries).

       Dann    werden    alle     in     debian/patches/debian.series     oder
       debian/patches/series aufgeführten Patches angewandt. Falls die erstere
       Datei verwandt wird und die letztere nicht existiert (oder ein  Symlink
       ist),  dann  wird  die  letztere mit einem Symlink zu ersterer ersetzt.
       Dies ist zur Vereinfachung der Verwendung von  Quilt  gedacht,  um  den
       Satz an Patches zu verwalten. Beachten Sie allerdings, dass dpkg-source
       zwar Seriendateien auswertet,  in  denen  explizite  Optionen  für  die
       Anwendung der Patches verwandt werden (diese werden auf jede Zeile nach
       dem Patch-Dateinamen und einem oder mehreren Leerzeichen  gespeichert),
       diese Optionen dann aber ignoriert und immer erwartet, dass die Patches
       mit der Option -p1 von patch angewandt werden  können.  Es  wird  daher
       eine  Warnung ausgeben, wenn es auf solche Optionen trifft, und der Bau
       wird wahrscheinlich fehlschlagen.

       Ähnlich wie bei Quilt können Patches auch Dateien entfernen.

       Die  Datei  debian/patches/.dpkg-source-applied  wird  angelegt,  falls
       einige Patches während der Extrahierung angewandt wurden.

       Bauen

       Alle  im  aktuellen  Verzeichnis gefundenen Original-Tarbälle werden in
       ein temporäres Verzeichnis entpackt. Hierbei wird die gleiche Logik wie
       für   das  Entpacken  verwandt,  das  debian-Verzeichnis  wird  in  das
       temporäre    Verzeichnis    kopiert    und    alle    Patches     außer
       debian-changes-Version  werden  angewandt.  Änderungen  an Binärdateien
       können in einem Diff nicht dargestellt werden und führen daher zu einem
       Fehlschlag,  es  sei  denn,  der  Betreuer  hat  sich  absichtlich dazu
       entschlossen, die veränderte Binärdatei dem Debian-Tarball hinzuzufügen
       (indem  er  sie  in debian/source/include-binaries aufgeführt hat). Der
       Bau   wird   auch    fehlschlagen,    falls    er    Binärdateien    im
       debian-Unterverzeichnis        findet,       die       nicht       über
       debian/source/include-binaries freigegeben wurden.

       Das aktualisierte debian-Verzeichnis  und  die  Liste  der  veränderten
       Programme wird dann zur Erstellung des Debian-Tarballs verwandt.

       Der   automatisch   erstellte   Diff   enthält   keine   Änderungen  an
       VCS-spezifischen sowie vielen temporären Dateien (lesen Sie hierzu  den
       zur  Option  -i  zugeordneten  Standardwert in der Ausgabe von --help).
       Insbesondere wird das von Quilt verwandte .pc-Verzeichnis  während  der
       Erstellung des automatischen Patches ignoriert.

       Hinweis:  dpkg-source  erwartet, dass alle Patches aus der Series-Datei
       auf dem Quellbaum angewandt wurden, wenn Sie das Quellpaket generieren.
       Dies  ist z.B. nicht der Fall, wenn der Quellbaum durch Entpacken eines
       Quellpakets  im  Format:  1.0  erhalten  wurde.  Um  das   Problem   zu
       entschärfen,  wird  dpkg-source  die  Patches selbst anwenden, falls es
       glaubt, dass sie noch nicht angewandt wurden.  Um  diese  Situation  zu
       erkennen,    verwendet   es   die   folgende   Heuristik:   Falls   ein
       Unterverzeichnis .pc erkannt wird, wird quilt unapplied aufgerufen,  um
       herauszufinden,  ob  einige Patches noch nicht angewandt wurden. Danach
       wird es den ersten Patch der Serie (oder -  falls  vorhandenden  -  den
       ersten  von  quilt unapplied zurückgelieferten nicht angewandten Patch)
       anwenden und überprüfen, dass er ohne  Fehler  angewandt  werden  kann.
       Falls  diese  Überprüfung  gelingt  schließt  es, dass die Patches noch
       nicht  angewandt  wurden  und  wendet   sie   alle   an.   Die   Option
       --no-preparation kann zum Abschalten dieses Verhaltens verwandt werden.

       Bau-Optionen

       --include-removal
              Ignoriere  entfernte  Dateien  nicht  und  füge   sie   zu   dem
              automatisch generierten Patch hinzu.

       --include-timestamp
              Füge Zeitstempel zu dem automatisch generierten Patch hinzu.

       --include-binaries
              Füge  alle  veränderten  Programme  zu dem debian-Tarball hinzu.
              Füge sie auch in debian/source/include-binaries: sie  werden  in
              folgenden Bauten standardmäßig hinzugefügt und diese Option wird
              daher dann nicht mehr benötigt.

       --no-preparation
              Versuche nicht den Bau-Baum durch Anwenden aller  derzeit  nicht
              angewandten Patches vorzubreiten.

       Extrahierungs-Optionen

       --skip-debianization
              Überspringt  das  Entpacken  des Debian-Tarballs auf die Quellen
              der Originalautoren.

       --skip-patches
              Wende am Ende der Extrahierung keine Patches an.

       --without-quilt
              Verwende zur Anwendung der Patches nicht Quilt, sondern den Code
              von dpkg-source. Auf dem entpackten Verzeichnis kann Quilt nicht
              direkt verwandt werden,  aber  es  wird  auch  frei  von  Quilts
              temporären Dateien sein.

   Format: 3.0 (custom)
       Dieses Format ist besonders. Es stellt kein echtes Quellpaket dar, kann
       aber zur Erstellung eines Quellpakets mit beliebigen  Dateien  verwandt
       werden.

       Bau-Optionen

       Alle Argumente, die keine Optionen sind, werden als Dateien verstanden,
       die in das generierte Quellpaket integriert werden sollen.  Sie  müssen
       existieren  und  sich  bevorzugt  im  aktuellen  Verzeichnis  befinden.
       Mindestens eine Datei muss angegeben werden.

       --target-format=Wert
              Notwendig.  Definiert   das   echte   Format   des   generierten
              Quellpakets.  Die  generierte  .dsc-Datei  wird  diesen Wert und
              nicht »3.0 (custom)« in ihrem Format-Feld enthalten.

   Format: 3.0 (git) und 3.0 (bzr)
       Diese  Formate  sind  experimentell.  Sie  generieren  einen   einzigen
       Tarball, der das korrespondierende VCS-Depot enthält.

       Extrahieren

       Der  Tarball  wird  entpackt  und  dann  wird  das VCS verwandt, um den
       aktuellen Zweig auszuchecken.

       Bauen

       Bevor fortgefahren wird, werden  einige  Überprüfungen  ausgeführt,  um
       sicherzustellen,   dass   keine   nicht-ignorierten,  nicht-übertragene
       (»uncommitted«) Änderungen vorliegen.

       Dann wird der VCS-spezifische Teil des Quellpakets  in  ein  temporäres
       Verzeichnis  kopiert.  Bevor  dieses  temporäre  Verzeichnis  in  einen
       Tarball gepackt wird, werden verschiedene  Bereinigungen  durchgeführt,
       um Platz zu sparen.

DATEIFORMATE

   debian/source/format
       Diese  Datei  enthält auf einer einzelnen Zeile das Format, das zum Bau
       des Quellpakets  verwandt  werden  soll  (mögliche  Formate  sind  oben
       beschrieben).   Leerzeichen  am  Zeilenanfang  oder  -ende  sind  nicht
       erlaubt.

   debian/source/include-binaries
       Diese Datei enthält eine Liste von Binärdateien (eine pro  Zeile),  die
       in  den Debian-Tarball aufgenommen werden sollen. Leerzeichen am Anfang
       und Ende der Zeile werden entfernt. Zeilen, die mit »#« anfangen,  sind
       Kommentare und werden übersprungen. Leere Zeilen werden ignoriert.

   debian/patches/series
       Diese   Datei   führt   alle  Patches  auf,  die  (in  der  angegebenen
       Reihenfolge) auf das Quellpaket der  Originalautoren  angewandt  werden
       müssen. Leerzeichen am Anfang und Ende werden entfernt. Zeilen, die mit
       »#« anfangen, sind Kommentare und  werden  übersprungen.  Leere  Zeilen
       werden  ignoriert.  Die verbleibenen Zeilen beginnen mit dem Dateinamen
       eines Patches (relativ zum Verzeichnis debian/patches/) bis zum  ersten
       Leerzeichen  oder  bis  zum Zeilenende. Bis zum Ende der Zeile oder bis
       zum ersten »#«  gefolgt  von  einem  oder  mehreren  Leerzeichen  (dies
       markiert  den  Beginn  eines  Kommentars,  der bis zum Zeilenende geht)
       können optionale Quilt-Befehle folgen.

FEHLER

       Die Stelle, an der das Überschreiben von Feldern  passiert,  verglichen
       mit bestimmten Standard-Ausgabe-Feldeinstellungen, ist eher konfus.

ÜBERSETZUNG

       Die  deutsche  Übersetzung  wurde  2004, 2006-2009 von Helge Kreutzmann
       <debian@helgefjell.de>, 2007 von Florian Rehnisch  <eixman@gmx.de>  und
       2008  von Sven Joachim <svenjoac@gmx.de> angefertigt. Diese Übersetzung
       ist Freie Dokumentation; lesen  Sie  die  GNU  General  Public  License
       Version 2 oder neuer für die Kopierbedingungen.  Es gibt KEINE HAFTUNG.

SIEHE AUCH

       dpkg-deb(1), dpkg(1), dselect(1).

AUTOREN

       Copyright © 1995-1996 Ian Jackson
       Copyright © 2000 Wichert Akkerman
       Copyright © 2007-2009 Raphaël Hertzog

       Dies ist Freie Software; lesen  Sie  die  GNU  General  Public  License
       Version  2 oder neuer für die Kopierbedingungen. Es gibt KEINE Haftung.