Provided by: dpkg_1.15.4ubuntu2_i386 bug

NAME

       dpkg - Paketverwalter für Debian

ÜBERSICHT

       dpkg [Optionen] Aktionen

WARNUNG

       Dieses     Handbuch    ist    für    Benutzer    gedacht,    die    die
       Kommandozeilenoptionen  und  Paketzustände   von   dpkg   detaillierter
       verstehen wollen, als durch dpkg --help beschrieben ist.

       Es  sollte  nicht  von  Paketbetreuern  verwendet werden, die verstehen
       wollen, wie dpkg ihr Paket installieren wird. Die Beschreibung von  den
       Tätigkeiten  von  dpkg  beim Installieren und Entfernen von Paketen ist
       besonders unzulänglich.

BESCHREIBUNG

       dpkg ist ein Werkzeug, um Debian-Pakete zu installieren, zu  bauen  und
       zu verwalten. Die primäre und benutzerfreundlichere Oberfläche für dpkg
       ist aptitude(1). dpkg selbst wird komplett über  Kommandozeilenoptionen
       gesteuert,  die  aus genau einer Aktion und Null oder mehreren Optionen
       bestehen. Der Aktionsparameter teilt dpkg mit, was zu tun ist, und  die
       Optionen steuern die Aktionen in irgendeiner Weise.

       dpkg  kann  auch  als  Oberfläche für dpkg-deb(1) verwendet werden. Die
       folgenden Aktionen  gehören  zu  dpkg-deb,  und  wenn  sie  angetroffen
       werden, startet dpkg einfach dpkg-deb mit den übergebenen Parametern:
           -b, --build,
           -c, --contents,
           -I, --info,
           -f, --field,
           -e, --control,
           -x, --extract,
           -X, --vextract und
           --fsys-tarfile.
       Bitte  lesen  Sie  dpkg-deb(1)  für  weitere  Informationen  über diese
       Aktionen.

INFORMATIONEN ÜBER PAKETE

       dpkg verwaltet einige nützliche Informationen über  verfügbare  Pakete.
       Die   Informationen   sind   in   drei   Klassen   unterteilt:  Status,
       Auswahlstatus und Schalter. Diese Werte sind hauptsächlich zur Änderung
       durch dselect gedacht.

   PAKETZUSTÄNDE
       nicht-installiert
              Das Paket ist nicht auf Ihrem System installiert.

       Config-Dateien
              Nur  die  Konfigurationsdateien  des  Pakets  existieren auf dem
              System.

       halb-installiert
              Die  Installation  des  Paketes   wurde   begonnen,   aber   aus
              irgendeinem Grund nicht abgeschlossen.

       entpackt
              Das Paket ist entpackt, aber nicht konfiguriert.

       halb-konfiguriert
              Das  Paket  ist  entpackt  und die Konfiguration wurde begonnen,
              aber aus irgendeinem Grund nicht abgeschlossen.

       triggers-awaited
              Das Paket erwartet Trigger-Verarbeitung durch ein anderes Paket.

       triggers-pending
              Das Paket wurde getriggert.

       installiert
              Das Paket ist entpackt und konfigurierte korrekt.

   PAKETAUSWAHL-STATUS
       installiere
              Das Paket ist zur Installation ausgewählt.

       halten Ein  Paket  das  mit  halten  markiert  ist, wird von dpkg nicht
              behandelt, es  sei  denn  Sie  erzwingen  dies  mit  der  Option
              --force-hold.

       deinstalliere
              Das  Paket  ist  zur  Deinstallation ausgewählt (d.h. wir wollen
              alle Dateien außer den Konfigurationsdateien entfernen).

       vollständig löschen
              Das Paket ist zum  vollständigen  Löschen  (»purge«)  ausgewählt
              (d.h.     wir     wollen     alle    Dateien    inklusive    der
              Konfigurationsdateien entfernen).

   PAKET-SCHALTER
       Neuinst. notw
              Ein mit Neuinst. notw  markiertes  Paket  ist  defekt  und  muss
              erneut  installiert  werden.  Diese Pakete können nicht entfernt
              werden,  es  sei  denn,  Sie  erzwingen  dies  mit  der   Option
              --force-remove-reinstreq.

AKTIONEN

       -i, --install Paketdatei...
              Installiere  das  Paket.  Falls  die  --recursive oder -R-Option
              angegeben  ist,  muss  sich  Paketdatei  stattdessen   auf   ein
              Verzeichnis beziehen.

              Die Installation besteht aus folgenden Schritten:

              1. Extrahiere die Steuerdateien aus dem neuen Paket.

              2.  Falls  eine  andere  Version des gleichen Pakets vor der der
              neuen Installation installiert war, dann führe das  prerm-Skript
              des alten Paketes aus.

              3.   Führe   das   preinst-Skript  aus,  falls  dies  vom  Paket
              bereitgestellt wird.

              4. Entpacke die neuen Dateien und sichere gleichzeitig die alten
              Dateien,    so    dass   diese,   falls   etwas   schief   geht,
              wiederhergestellt werden können.

              5. Falls eine andere Version des gleichen  Pakets  vor  der  der
              neuen Installation installiert war, dann führe das postrm-Skript
              des alten Paketes aus. Beachten Sie, dass dieses Skript nach dem
              preinst-Skript des neuen Pakets ausgeführt wird, da neue Dateien
              zeitgleich zu der Entfernung alter Dateien geschrieben werden.

              6.  Konfiguriere  das   Paket.   Lesen   Sie   --configure   für
              detaillierte Informationen wie dies geschieht.

       --unpack Paketdatei ...
              Entpacke  das  Paket,  aber  konfiguriere  es  nicht.  Falls die
              --recursive oder -R-Option angegeben ist, muss  sich  Paketdatei
              stattdessen auf ein Verzeichnis beziehen.

       --configure Paket ...|-a|--pending
              Rekonfiguriere  ein  entpacktes  Paket.  Falls -a oder --pending
              anstelle von Paket angegeben ist, werden  alle  entpackten  aber
              nicht konfigurierten Pakete konfiguriert.

              Die Konfiguration besteht aus folgenden Schritten:

              1.  Entpacke  die  Conffiles  und sichere gleichzeitig die alten
              Conffiles,   so   dass   diese,   falls   etwas   schief   geht,
              wiederhergestellt werden können.

              2.   Führe   das  postinst-Skript  aus,  falls  dies  vom  Paket
              bereitgestellt wird.

       --triggers-only Paket...|-a|--pending
              Verarbeite  nur  Trigger.  Alle  ausstehenden   Trigger   werden
              verarbeitet.  Falls  Paketnamen übergeben werden, werden nur die
              Trigger  dieser  Pakete  verarbeitet,  jedes  genau  einmal   wo
              notwendig.  Die  Verwendung  dieser  Option  kann  Pakete in die
              unzulässigen   Stati   triggers-awaited   und   triggers-pending
              bringen.  Durch  die Ausführung von »dpkg --configure --pending«
              kann dies später behoben werden.

       -r, --remove, -P, --purge Paket ...|-a|--pending
              Entferne ein installiertes Paket.  -r  oder  --remove  entfernen
              alles   außer   Conffiles.   Dies   könnte  die  Rekonfiguration
              vermeiden, falls das Paket  später  wieder  reinstalliert  wird.
              (Conffiles   sind   die   Konfigurationsdateien,   die   in  der
              debian/conffiles-Steuerdatei aufgeführt sind). -P  oder  --purge
              entfernt  alles, auch Conffiles. Falls -a oder --pending anstatt
              eines Paketnamens angegeben werden, dann werden alle Pakete, die
              entpackt  aber zur Entfernung oder vollständigen Löschung in der
              Datei    /var/lib/dpkg/status    markiert     sind,     entfernt
              beziehungsweise    vollständig    gelöscht.    Hinweis:   Einige
              Konfigurationsdateien können dpkg nicht  bekannt  sein,  da  sie
              separat  durch  die Konfigurationsskripte angelegt und verwaltet
              werden. In diesem Fall wird  dpkg  sie  nicht  selbst  entfernen
              sondern  das  Skript  postrm  (das von dpkg aufgerufen wird) des
              Pakets muss sich  während  des  vollständigen  Löschens  um  das
              Entfernen kümmern.

              Entfernung eines Paketes besteht aus den folgenden Schritte:

              1. Führe das prerm-Skript aus

              2. Entferne die installierten Dateien

              3. Führe das postrm-Skript aus

       --update-avail, --merge-avail Packages-Datei
              Aktualisiere  dpkgs  und  dselects  Verständnis  darüber, welche
              Pakete verfügbar sind. Mit der Aktion  --merge-avail  wird  alte
              Information   mit   der   Information   aus  der  Packages-Datei
              zusammengeführt. Mit der Aktion  --update-avail  wird  die  alte
              Information   durch   die  Information  aus  der  Packages-Datei
              ersetzt. Die mit Debian vertriebene Packages-Datei heißt einfach
              Packages.  dpkg  hält  seine Aufzeichnungen über die verfügbaren
              Pakete in /var/lib/dpkg/available.

              Ein einfacher Befehl, um die Datei available in einem Rutsch  zu
              holen  und  zu  aktualisieren  ist dselect update. Beachten Sie,
              dass diese Datei nahezu nutzlos ist,  falls  Sie  nicht  dselect
              sondern eine APT-basierte Oberfläche verwenden: APT verfügt über
              sein eigenes System, die verfügbaren Pakete zu überwachen.

       -A, --record-avail Paketdatei ...
              Aktualisiere mit den  Informationen  aus  dem  Paket  Paketdatei
              dpkgs  und dselects Verständnis darüber, welche Pakete verfügbar
              sind. Falls die --recursive oder -R-Option angegeben  ist,  muss
              sich Paketdatei stattdessen auf ein Verzeichnis beziehen.

       --forget-old-unavail
              Jetzt  veraltet  und  ohne  Funktion,  da dpkg automatisch nicht
              installierte nicht verfügbare Pakete vergisst.

       --clear-avail
              Lösche die existierenden Informationen  darüber,  welche  Pakete
              verfügbar sind.

       -C, --audit
              Suche nach Pakete, die in Ihrem System nur teilweise installiert
              wurden. dpkg wird Vorschläge machen,  was  mit  ihnen  geschehen
              soll, um sie in Funktion zu bringen.

       --get-selections [Paket-Name-Muster...]
              Hole   Liste   von  Paketauswahlen  und  schreibe  sie  auf  die
              Standardausgabe. Ohne Muster  werden  nicht-installierte  Pakete
              (d.h.  solche,  die vorher »vollständig gelöscht« wurden) werden
              nicht angezeigt.

       --set-selections
              Setze die  Paketauswahl  durch  Einlesen  einer  Datei  von  der
              Standardeingabe.   Diese   Datei   sollte   im  Format  »<Paket>
              <Zustand>« sein, wobei  Zustand  einer  aus  »install«,  »hold«,
              »deinstall«  oder  »purge«  ist.  Leerzeilen und Kommentarzeilen
              (beginnend mit »#«) sind auch erlaubt.

       --clear-selections
              Setze den erbetenen Zustand von jedem  nicht-essenziellen  Paket
              auf   »Deinstallation«.   Dies  ist  dazu  gedacht,  direkt  vor
              --set-selections verwendet zu werden, um jedes Paket, dass nicht
              in der Liste von --set-selections vorkommt, zu deinstallieren.

       --yet-to-unpack
              Sucht  nach  Paketen dir zur Installation ausgewählt wurden, die
              aber aus irgendeinem Grund noch nicht installiert wurden.

       --print-architecture
              Gebe die Architektur der Pakete aus, die dpkg installiert
              (beispielsweise »i386«).

       --compare-versions Ver1 Op Ver2
              Vergleiche Versionsnummern, wobei Op ein binärer Operator
              ist.  dpkg  liefert  Erfolg  (Nullergebnis)   falls   die
              angegebene   Bedingung   erfüllt  ist  und  einen  Fehler
              (nicht-Null-Ergebnis) andernfalls. Es gibt  zwei  Gruppen
              von  Operatoren,  die  sich  in der Behandlung von leeren
              Ver1 oder Ver2  unterscheiden.  Die  folgenden  behandeln
              leere Versionen als jünger als jede andere Version: lt le
              eq ne ge gt. Die folgenden behandeln eine  leere  Version
              als  älter als jede Version: lt-nl le-nl ge-nl gt-nl. Die
              folgenden   sind   nur   aus   Kompatibilität   mit   der
              Steuerdateisyntax bereitgestellt: < << <= = >= >> >.

       --command-fd <n>
              Akzeptiert     eine     Reihe     von     Befehlen     an
              Eingabe-Dateideskriptor <n>. Hinweis: Zusätzliche auf der
              Kommandozeile  und  durch diesen Dateideskriptor gesetzte
              Optionen werden nicht für nachfolgende  Befehle,  die  im
              gleichen Lauf ausgeführt werden, zurückgesetzt.

       --help Zeige eine kurze Hilfenachricht an.

       --force-help
              Gebe Hilfe über die --force-Sache-Optionen.

       -Dh, --debug=help
              Gib Hilfe über Debugging-Optionen.

       --licence, --license
              Zeige die dpkg-Lizenz an.

       --version
              Zeige dpkg Versionsinformationen an.

       dpkg-deb-Aktionen
              Lesen  Sie dpkg-deb(1) für weitere Informationen über die
              folgenden Aktionen.

              -b, --build Verzeichnis [Archiv|Verzeichnis]
                  Baue ein deb-Paket.
              -c, --contents Archiv
                  Liste den Inhalt eines deb-Paketes auf.
              -e, --control Dateiname [Verzeichnis]
                  Extrahiere Steuerinformationen von einem Paket.
              -x, --extract Archiv Verzeichnis
                  Extrahiere die vom Paket enthaltenen Dateien.
              -f, --field Archiv [Steuerfeld] ...
                  Zeige das/die Steuerfeld(er) eines Paketes an.
              --fsys-tarfile Archiv
                  Zeige die von einem Debian-Paket enthaltene Dateisystem-Tardatei an.
              -I, --info Archiv [Steuerdatei]
                  Zeige Informationen über ein Paket.

       dpkg-query-Aktionen
              Lesen Sie dpkg-query(1) für  weitere  Informationen  über
              die folgenden Aktionen.

              -l, --list Paketnamen-Muster ...
                  Liste auf das übergebene Suchmuster passende Pakete auf.
              -s, --status Paketname ...
                  Berichte den Status des spezifizierten Pakets.
              -L, --listfiles Paketname ...
                  Liste die aus Paketname auf Ihrem System installierten Dateien auf.
              -S, --search Dateinamen-Suchmuster ...
                  Suche nach einem Dateinamen in installierten Paketen.
              -p, --print-avail Paketname
                  Zeige Details über Paketname, wie in /var/lib/dpkg/available
                  gefunden. Benutzer von APT-basierten Oberflächen sollten stattdessen
                  apt-cache show Paketname verwenden.

OPTIONEN

       Alle   Optionen   können   auf   der   Kommandozeile,   in   der
       dpkg-Konfigurationsdatei /etc/dpkg/dpkg.cfg oder in den  Dateien
       im   Konfigurationsverzeichnis  /etc/dpkg/dpkg.cfg.d/  angegeben
       werden. Jede Zeile in der Konfigurationsdatei ist entweder  eine
       Option  (exakt  die gleiche wie die Befehlszeilenoption nur ohne
       führende Gedankenstriche) oder ein Kommentar (falls  sie  mit  #
       beginnt).

       --abort-after=Zahl
              Ändere  nach  wie vielen Fehlern dpkg abbrechen wird. Der
              Standardwert ist 50.

       -B, --auto-deconfigure
              Wenn ein Paket entfernt  wird  besteht  die  Möglichkeit,
              dass  ein  anderes installiertes Paket von dem entfernten
              Paket  abhängt.  Die  Angabe  dieser  Option  führt   zur
              automatischen  Dekonfiguration  des  Paketes, das von dem
              entfernten Paket abhängt.

       -DOktal, --debug=Oktal
              Schalte  Debugging  ein.  Oktal   wird   durch   bitweise
              Oder-Verknüpfung    der   gewünschten   Werte   von   der
              nachfolgenden Liste gebildet  (beachten  Sie,  dass  sich
              diese  Werte  in zukünftigen Veröffentlichungen verändern
              können).   -Dh    oder    --debug=help    zeigen    diese
              Debugging-Werte an.

                Nummer  Beschreibung
                    1   Allgemein hilfreiche Fortschrittsinformationen
                    2   Aufruf und Status der Betreuerskripte
                   10   Ausgabe für jede verarbeitete Datei
                  100    Umfangreiche  Ausgabe  für  jede  verarbeitete
              Datei
                   20   Ausgabe für jede Konfigurationsdatei
                  200       Umfangreiche     Ausgabe      für      jede
              Konfigurationsdatei
                   40   Abhängigkeiten und Konflikte
                  400   Umfangreiche Abhängigkeiten/Konflikte-Ausgabe
                10000   Trigger-Aktivierung und -Verarbeitung
                20000   Umfangreiche Ausgabe bezüglich Trigger
                40000   Alberne Menge an Ausgabe bezüglich Trigger
                 1000    Umfangreiches  Gelaber beispielsweise über das
              dpkg/info-Verzeichnis
                 2000   Verrückte Mengen an Gelaber

       --force-Sachen, --no-force-Sachen, --refuse-Sachen

              Erzwinge oder verweigere (no-force  und  refuse  bedeuten
              das   gleiche)   bestimmte   Sachen.   Sachen   ist  eine
              Komma-separierte  Liste  von  Dingen,  die  im  folgenden
              beschrieben  sind.  --force-help zeigt eine Nachricht an,
              die diese beschreibt.  Mit  (*)  markierte  Dinge  werden
              standardmäßig erzwungen.

              Warnung.   Diese  Optionen  sind  hauptschlich  fr  den
              Einsatz  durch  Experten  gedacht.   Der   Einsatz   ohne
              komplettes  Verstndnis  der  Effekte  kann  Ihr gesamtes
              System zerstren.

              all: Schaltet alle »force«-Optionen ein (oder aus).

              downgrade(*): Installiere ein  Paket,  selbst  wenn  eine
              neuere Version davon bereits installiert ist.

              Warnung:       Derzeit       fhrt       Dpkg       keine
              Abhngigkeitsberprfung  bei  der  Installation  lterer
              Versionen   (als   bereits   installiert)   durch   (sog.
              Downgrade) und wird Sie daher nicht warnen, falls dadurch
              die  Abhngigkeit eines anderen Pakets nicht mehr erfllt
              ist.  Dies  kann  ernsthafte  Seiteneffekte  haben,   ein
              Downgrade  einer  essenziellen  Systemkomponente kann Ihr
              gesamtes System unbrauchbar machen. Verwenden  Sie  diese
              Option mit Vorsicht.

              configure-any:  Konfiguriere  auch  jedes entpackte, aber
              unkonfigurierte Paket von dem das aktuelle Paket abhängt.

              hold:  Verarbeite  auch Pakete, die mit »halten« markiert
              sind.

              remove-reinstreq: Entferne ein  Paket,  selbst  falls  es
              defekt  ist  und  zur  Neuinstallation markiert ist. Dies
              kann beispielsweise dazu führen, dass  Teile  des  Pakets
              auf dem System bleiben und von dpkg vergessen werden.

              remove-essential:  Entferne,  selbst  falls das Paket als
              essenziell betrachtet wird. Essenzielle Pakete  enthalten
              hauptsächlich  sehr  grundlegende  Unix-Befehle. Diese zu
              entfernen kann dazu führen, dass das gesamte System nicht
              mehr  arbeitet  -  verwenden  Sie  diese Option daher mit
              Vorsicht.

              depends:   Verwandle   alle   Abhängigkeitsprobleme    in
              Warnungen.

              depends-version:  Ignoriere Versionen bei der Prüfung von
              Abhängigkeiten.

              breaks: Installiere, selbst falls dies ein anderes  Paket
              beschädigt.

              conflicts:  Installiere, selbst wenn es mit einem anderen
              Paket in Konflikt steht. Dies  ist  gefährlich,  da  dies
              gewöhnlich  dazu führt, dass einige Dateien überschrieben
              werden.

              confmiss: Installiere immer ein fehlendes Conffile.  Dies
              ist  gefährlich,  da es bedeutet, dass eine Änderung (die
              Entfernung) an der Datei nicht erhalten wird.

              confnew:   Falls   eine   Conffile   modifiziert   wurde,
              installiere immer die neue Version ohne Rückfrage, es sei
              denn, --force-confdef ist ebenfalls angegeben, in welchem
              Falle die Standardaktion bevorzugt wird.

              confold:  Falls  eine Conffile modifiziert wurde, behalte
              immer die alte  Version  ohne  Rückfrage,  es  sei  denn,
              --force-confdef ist ebenfalls angegeben, in welchem Falle
              die Standardaktion bevorzugt wird.

              confdef: Falls eine Conffile verändert wurde, wähle immer
              die  Standardaktion.  Falls es keine Standardaktion gibt,
              halte  an  um  den  Benutzer  zu  fragen,  es  sei  denn,
              --force-confnew   oder   --force-confold  sind  ebenfalls
              angegeben, in welchem Falle dies verwendet wird,  um  die
              endgültige Aktion zu bestimmen.

              overwrite:  Überschreibe  die  Datei  aus einem Paket mit
              einer Datei aus einem anderen Paket.

              overwrite-dir  Überschreibe  das  Verzeichnis  aus  einem
              Paket mit einer Datei aus einem anderen Paket.

              overwrite-diverted:    Überschreibe    eine   umgeleitete
              (»diverted«) Datei mit einer nicht umgeleiteten.

              architecture: Verarbeite sogar Pakete  mit  der  falschen
              Architektur.

              bad-path:  Im  PATH fehlen wichtige Programme, daher sind
              Probleme wahrscheinlich.

              not-root: Versuche  Sachen  zu  (de)installieren,  selbst
              falls nicht root.

              bad-verify:   Installiere   ein  Paket  selbst  wenn  die
              Authentizitätsprüfung fehlschlägt.

       --ignore-depends=Paket,...
              Ignoriere Abhängigkeitsüberprüfungen für  ein  bestimmtes
              Paket  (tatsächlich  wird  die  Überprüfung durchgeführt,
              aber nur Warnungen über Konflikte werden angezeigt, sonst
              nichts).

       --new, --old
              Wähle  das alte oder neue Binärpaketformat. Dies ist eine
              dpkg-deb(1)-Option.

       --nocheck
              Lese oder  überprüfe  den  Inhalt  der  Steuerdatei  beim
              Paketbau nicht. Dies ist eine dpkg-deb(1)-Option.

       --no-act, --dry-run, --simulate
              Erledige  alles,  was  gemacht werden soll, aber schreibe
              keine Änderungen. Dies wird verwendet um  zu  sehen,  was
              mit  der  spezifizierten  Änderung  passieren  würde ohne
              tatsächlich etwas zu modifizieren.

              Stellen   Sie   sicher,    dass    --no-act    vor    dem
              Aktions-Parameter    steht,    oder   Sie   könnten   mit
              unerwünschten  Ergebnissen  enden.  (Beispielsweise  wird
              dpkg --purge foo --no-act zuerst das Paket foo bereinigen
              und dann versuchen, das  Paket  --no-act  zu  bereinigen,
              obwohl   Sie   wahrscheinlich   davon   ausgingen,   dass
              tatsächlich gar nichts passieren sollte)

       -R, --recursive
              Behandle rekursiv alle regulären  Dateien,  die  auf  das
              Muster  *.deb  passen  und im angegeben Verzeichnis sowie
              allen Unterverzeichnis liegen. Dies kann mit den Aktionen
              -i, -A, --install, --unpack und --avail verwendet werden.

       -G     Installiere ein Paket nicht, falls  bereits  eine  neuere
              Version  des  gleichen  Paketes installiert ist. Dies ist
              ein Alias für --refuse-downgrade.

       --admindir=Verz
              Ändere  das  voreingestellte  administrative  Verzeichnis
              (standardmäßig   /var/lib/dpkg),  in  dem  viele  Dateien
              liegen,   die   Informationen   über   den   Status   von
              installierten und deinstallierten Pakete usw. liegen.

       --instdir=Verz
              Ändere   das   voreingestellte  Installationsverzeichnis.
              Dieses Verzeichnis gibt an, wo Pakete installiert werden.
              instdir  (standardmäßig  /) ist auch das Verzeichnis, das
              an chroot(2) vor dem Aufruf der Installationsskripte  des
              Paketes  übergeben  wird,  was bedeutet, dass die Skripte
              instdir als ein Wurzelverzeichnis sehen.

       -root=Verz
              Durch Ändern von root wird instdir auf Verz und  admindir
              auf Verz/var/lib/dpkg geändert.

       -O, --selected-only
              Bearbeite nur die Pakete, die zur Installation ausgewählt
              sind. Die eigentliche Markierung erfolgt mit dselect oder
              durch  dpkg,  wenn  es  Pakete bearbeitet. Beispielsweise
              wird ein Paket bei der Entfernung als »zur Deinstallation
              ausgewählt« markiert.

       -E, --skip-same-version
              Installiere  das  Paket  nicht, falls die gleiche Version
              des Pakets bereits installiert ist.

       --pre-invoke=command
       --post-invoke=command
              Set an invoke hook command to be run via “sh  -c”  before
              or after the dpkg run for the unpack, configure, install,
              triggers-only, remove and purge dpkg actions. This option
              can  be  specified  multiple times. The order the options
              are specified  is  preserved,  with  the  ones  from  the
              configuration  files  taking precedence.  The environment
              variable DPKG_HOOK_ACTION is set for  the  hooks  to  the
              current  dpkg  action.  Note:  front-ends might call dpkg
              several times per invokation, which might run  the  hooks
              more times than expected.

       --status-fd n
              Schicke       maschinenlesbare      Paketstatus-      und
              Fortschrittsinformationen an den Dateideskriptor n. Diese
              Option  kann  mehrfach  angegeben werden. Die Information
              besteht typischerweise aus einem Datensatz pro  Zeile  in
              folgendem Format:

              status: Paket: Status
                     Paketstatus   geändert;  Status  entsprechend  der
                     Statusdatei.

              status: Paket : error : ausfhrliche-Fehlermeldung
                     Ein  Fehler  ist  aufgetreten.  Unglücklicherweise
                     kann   zum   Zeitpunkt   der   Erstellung   dieser
                     Informationen           ausfhrliche-Fehlermeldung
                     Zeilenumbrüche enthalten. In Standorteinstellungen
                     (»locales«),  in   denen   Übersetzer   sorgfältig
                     gearbeitet    haben,    wird    allerdings   jeder
                     Zeilenumbruch von einem Leerzeichen gefolgt.

              status: Datei : conffile-prompt :  »echt-alt«  »echt-neu«
              benutzer-edit dist-edit
                     Dem Benutzer wird eine Conffile-Frage gestellt.

              processing: Stufe: Paket
                     Versandt  genau  bevor   eine   Verarbeitungsstufe
                     beginnt.  Stufe  ist  eine der folgenden: upgrade,
                     install (beide werden vor dem Entpacken versandt),
                     configure, trigproc, remove, purge.

       --log=Dateiname
              Protokolliere     Statusänderungsaktualisierungen     und
              -Aktionen in  Dateiname  anstatt  in  die  Standard-Datei
              /var/log/dpkg.log.  Falls diese Option mehrfach übergeben
              wird,    wird    der    letzte    Dateiname    verwendet.
              Protokollnachrichten   sind   von  der  Form  »JJJJ-MM-TT
              HH:MM:SS status <Zustand>  <Pkt>  <installierte-Version>«
              für Statusänderungsaktualisierungen; »JJJJ-MM-TT HH:MM:SS
              <Aktion>           <Pkt>           <installierte-Version>
              <verfügbare-Version>«   für   Aktionen,   wobei  <Aktion>
              entweder install, upgrade, remove  oder  purge  ist;  und
              »YYYY-MM-DD HH:MM:SS conffile <Dateiname> <Entscheidung>«
              für   Conffile-Änderungen   ist,   wobei   <Entscheidung>
              entweder install oder keep ist.

       --no-debsig
              Versuche nicht, Paketsignaturen zu überprüfen.

       --no-triggers
              Führe    keine    Trigger   in   diesem   Durchlauf   aus
              (Aktivierungen werden dennoch aufgezeichnet). Falls  dies
              mit --configure Paket oder --triggers-only Paket verwandt
              wird, wird das  Postinst  des  benannten  Pakets  dennoch
              ausgeführt,  selbst  falls nur ein Trigger-Lauf notwendig
              ist. Die Verwendung dieser  Option  kann  Pakete  in  die
              unzulässigen  Stati triggers-awaited und triggers-pending
              bringen.  Durch  die  Ausführung  von  »dpkg  --configure
              --pending« kann dies später behoben werden.

       --triggers
              Annulliert ein vorheriges --no-triggers.

DATEIEN

       /etc/dpkg/dpkg.cfg
              Konfigurationsdatei    mit    Standardeinstellungen   der
              Optionen.

       /var/log/dpkg.log
              Standard-Protokolldatei (lesen Sie  /etc/dpkg/dpkg.cfg(5)
              und die Option --log).

       Die   anderen   unten   aufgeführten   Dateien   sind  in  ihrem
       Standardverzeichnis, lesen Sie den Text zur Option --admindir um
       zu sehen, wie sie den Ort dieser Dateien ändern können.

       /var/lib/dpkg/available
              Liste der verfügbaren Pakete.

       /var/lib/dpkg/status
              Statusse  der  verfügbaren  Pakete.  Diese  Datei enthält
              Informationen  darüber,  ob  ein  Paket  zur   Entfernung
              markiert ist oder nicht, ob es installiert ist oder nicht
              usw. Lesen Sie den Abschnitt  INFORMATIONEN  ÜBER  PAKETE
              für weitere Informationen.

              Die Statusdatei wird täglich nach /var/backups gesichert.
              Dies  kann  hilfreich  sein,  falls  sie   aufgrund   von
              Problemen  mit  dem  Dateisystem  verloren  gegangen oder
              beschädigt worden ist.

       Die folgenden Dateien sind Komponenten von  Binärpaketen.  Lesen
       Sie deb(5) für weitere Informationen über sie:

       control

       conffiles

       preinst

       postinst

       prerm

       postrm

UMGEBUNGSVARIABLEN

       DPKG_NO_TSTP
              Definieren   sie  diese  zu  irgendetwas,  falls  Sie  es
              bevorzugen, dass dpkg eine neue Shell startet statt  sich
              selber  zu  suspendieren, während es einen »Shell-Escape«
              durchführt.

       SHELL  Das Programm, das dpkg ausführen wird, wenn es eine  neue
              Shell startet.

       COLUMNS
              Setzt  die  Anzahl  von  Spalten die dpkg verwenden soll,
              wenn es formatierten Text anzeigt.  Derzeit  nur  von  -l
              verwendet.

       DPKG_RUNNING_VERSION
              Defined  by  dpkg on the maintainer script environment to
              the version of the currently running dpkg instance.

       DPKG_MAINTSCRIPT_PACKAGE
              Wird von dpkg für die Betreuer-Skript-Umgebung auf den in
              Arbeit befindlichen Paketnamen gesetzt.

       DPKG_MAINTSCRIPT_ARCH
              Wird  von  dpkg  für die Betreuer-Skript-Umgebung auf die
              Architektur gesetzt, für die das Paket gebaut wurde.

BEISPIELE

       Um Pakete mit Bezug zum vi(1)-Editor aufzulisten:
            dpkg -l '*vi*'

       Um die Einträge von zwei Paketen in  /var/lib/dpkg/available  zu
       sehen:
            dpkg --print-avail elvis vim | less

       Wenn Sie die Liste der Pakete selbst durchsuchen wollen:
            less /var/lib/dpkg/available

       Um ein installiertes Elvis-Paket zu entfernen:
            dpkg -r elvis

       Um ein Paket zu installieren, müssen Sie es erst in einem Archiv
       oder auf einer CD-ROM finden. Die »available«-Datei zeigt,  dass
       das vim-Paket im Bereich »editors« ist:
            cd /cdrom/pool/main/v/vim
            dpkg -i vim_4.5-3.deb

       Um eine lokale Kopie der Paketauswahl-Zustände zu erstellen:
            dpkg --get-selections >meine_auswahl

       Sie können diese Datei zu einem anderen Computer bringen und sie
       dort mit folgenden Befehlen installieren:
            dpkg --clear-selections
            dpkg --set-selections <meine_auswahl

       Beachten  Sie,  dass  dies  nichts  wirklich  installiert   oder
       entfernt, sondern lediglich den Auswahlzustand der angeforderten
       Pakete setzt. Sie werden eine andere Anwendung benötigen, um die
       angeforderten   Pakete   tatsächlich   herunterzuladen   und  zu
       installieren. Führen Sie beispielsweise apt-get  dselect-upgrade
       aus.

       Gewöhnlich   werden   Sie   feststellen,  dass  dselect(1)  eine
       bequemere Art ist, den Paketauswahlzustand zu ändern.

ZUSÄTZLICHE FUNKTIONALITÄT

       Zusätzliche Funktionalität kann durch die Installation jedes der
       folgenden Pakete erhalten werden: apt, aptitude und debsums.

ÜBERSETZUNG

       Die   deutsche  Übersetzung  wurde  2004,  2006-2009  von  Helge
       Kreutzmann <debian@helgefjell.de>,  2007  von  Florian  Rehnisch
       <eixman@gmx.de>  und  2008  von  Sven  Joachim <svenjoac@gmx.de>
       angefertigt. Diese Übersetzung ist  Freie  Dokumentation;  lesen
       Sie  die GNU General Public License Version 2 oder neuer für die
       Kopierbedingungen.  Es gibt KEINE HAFTUNG.

SIEHE AUCH

       aptitude(1),  apt(1),  dselect(1),  dpkg-deb(1),  dpkg-query(1),
       deb(5), deb-control(5), dpkg.cfg(5) und dpkg-reconfigure(8).

FEHLER

       --no-act  gibt  gewöhnlich  weniger  Informationen als hilfreich
       sein könnten.

AUTOREN

       Lesen Sie /usr/share/doc/dpkg/THANKS für die  Liste  der  Leute,
       die zu dpkg beigetragen haben.