Provided by: dvgrab_3.4-1build1_i386 bug

NAME

       dvgrab  —  Importiert  DV  oder MPEG2-Transport-Stream (HDV) Video- und
       Tondaten über FireWire- und USB-Verbindungen

ÜBERSICHT

       dvgrab [Optionen] [Basis] [-]

BESCHREIBUNG

       dvgrab ist ein Programm, mit dem DV  oder  HDV  (MPEG2-TS)  Video-  und
       Audiodaten   von  einem  digitalen  Camcorder  via  IEEE1394-Verbindung
       importiert werden können. Die  Daten  werden  in  einer  oder  mehreren
       Dateien     gespeichert     und     können     später     mit     einem
       Videobearbeitungsprogramm weiter verarbeitet werden.  dvgrab  kann  den
       Camcorder  fernsteuern,  aber  zeigt  das  Videomaterial  nicht auf dem
       Bildschirm an.

       dvgrab unterstützt auch  UVC-kompatible  (USB  Video  Class)  DV-Geräte
       durch das Linux-Kernelmodul »uvcvideo«, einen V4L2-Treiber.  Dabei gibt
       es aber keine Steuerung über AV/C, deshalb ist  der  interaktive  Modus
       ziemlich nutzlos.

       Aus   dem   Argument   Basis   wird   der   Dateiname   der  Videodatei
       zusammengesetzt: Basis-Zahl.Erw.  Zahl  ist  eine  bei  001  beginnende
       fortlaufende  Nummer  und  Erw  eine  Dateinamenserweiterung,  die  vom
       benutzten Dateiformat abhängt,  z. B.  avi.   Die  Namensgebung  weicht
       davon ab, wenn die Option -timestamp, -timecode oder -timesys verwendet
       wird  (siehe  unten).    Wenn   Basis   ein   vollständiger   Dateiname
       einschließlich  einer  Namenserweiterung  ist, dann versucht dvgrab das
       Ausgabeformat von dieser Erweiterung abzuleiten, aber es fügt  trotzdem
       Zahl  ein.  Die  voreingestellte  Basis  ist dvgrab-, wenn keine andere
       angegeben wurde.

       Wenn als  Basis  das  Zeichen  ’-’  verwendet  wird,  gibt  dvgrab  die
       unveränderten DV- oder HDV-Daten auf die Standardausgabe aus.  Wenn das
       Video in eine Datei importiert wird, werden  die  Daten  auch  auf  die
       Standardausgabe  geschrieben,  wenn  die  Standardausgabe  an eine Pipe
       angeschlossen oder umgeleitet ist.

       Sie können dvgrabs leistungsfähige  Datei-Schreibfunktionen  auch  für
       andere  Programme nutzen, die unveränderte DV- oder HDV-Daten erzeugen.
       Benutzen Sie dafür die Option -stdin und dvgrab versucht die  DV-  oder
       HDV-Daten von der Standardeingabe zu lesen, wenn es erkennt, dass es am
       Ausgang einer Pipe hängt und nicht interaktiv betrieben wird.

OPTIONEN

       Optionen, die länger als ein Buchstabe sind, können  durch  einen  oder
       zwei   führende   Bindestriche   angegeben   werden.   Optionsname  und
       Argumentwert können durch Leerzeichen oder Gleichheitszeichen  getrennt
       werden.

       -a [Zahl], -autosplit [Zahl]
                 Es  wird versucht den Anfang jeder neuen Aufnahme zu erkennen
                 und in einzelnen Dateien  zu  speichern.  Das  kann  mit  den
                 Optionen  -frames  und  -size kombiniert werden und mit einer
                 neuen  Datei  wird  begonnen,  wenn  eins   der   angegebenen
                 Ereignisse  eintritt.  Automatisches Teilen ist normalerweise
                 ausgeschaltet.

                 Die Angabe von Zahl ist optional. Ohne  diese  Angabe  findet
                 dvgrab  anhand  einer Signalisierung im Datenstrom oder einer
                 Unterbrechung in den Zeitstempeln selbst  heraus,  wann  eine
                 neue Datei beginnen soll. Dabei muss der Zeitsprung rückwärts
                 sein oder vorwärts mehr als 1 Sekunde  betragen.   Durch  die
                 Angabe  von  Zahl  kann die Dauer des Zeitsprungs eingestellt
                 werden  und  die  Signalisierung  einer  neuen  Aufnahme   im
                 Datenstrom  wird  nicht  mehr  beachtet. Dadurch kann man die
                 Aufnahme an größeren Zeitsprüngen, wie Minuten oder  Stunden,
                 teilen lassen.

                 Beispiel:  -autosplit=3600  teilt  die  Aufnahme  in  mehrere
                 Dateien, wenn  sie  Zeitsprünge  von  1  Stunde  oder  länger
                 enthält.

       -buffers Zahl
                 Die  Anzahl der wegen I/O-Verzögerungen zwischengespeicherten
                 Frames.  Voreingestellt ist 100.

       -card Zahl
                 dvgrab empfängt die Daten  von  der  FireWire-Karte  mit  der
                 Nummer  Zahl.  Standardmäßig  wird  die  erste  Karte mit der
                 ersten gefundenen Kamera verwendet.  In  Verbindung  mit  der
                 Option  -noavc  wird  der Bus nicht abgesucht.  In Verbindung
                 mit der Option -guid Hex-Zahl wird  nur  der  angegebene  Bus
                 nach einem Gerät mit der GUID Hex-Zahl abgesucht.

       -channel Zahl
                 Isochroner   Kanal,  von  dem  die  Daten  empfangen  werden.
                 Voreingestellt ist 63, das ist so  üblich  bei  DV-Camcordern
                 heutzutage.  Wenn  Sie  etwas anderes angeben, wird dem Gerät
                 zur Zeit nicht mitgeteilt, welchen Kanal es nutzen soll.  Sie
                 müssen  dem  Gerät  selbst übermitteln, welcher Kanal genutzt
                 wird.

       -cmincutsize Zahl
                 Diese Option bewirkt, dass eine Teilung und der Beginn  einer
                 neuen  Zusammenstellung  Zahl  Megabyte (eigentlich Mebibyte)
                 vor dem Ende der aktuellen  Zusammenstellung  erfolgt.  Diese
                 Option  kann  verhindern, dass kleine Dateien entstehen, wenn
                 die   Option   -csize   benutzt   wird.   Wenn   eine    neue
                 Zusammenstellung  auf  diese  Weise begonnen wird, merkt sich
                 das Programm den frei gebliebenen Speicherplatz.  Sollte  die
                 neue  Zusammenstellung  dort  hinein  passen,  wird  der neue
                 Startpunkt zurück gesetzt.

       -csize Zahl
                 Diese Option veranlasst dvgrab Dateien zu teilen,  wenn  eine
                 Zusammenstellung  von  Dateien  Zahl  Megabyte überschreitet.
                 Damit können Dateien aneinander gereiht werden und sie passen
                 genau  in  Zahl  Megabyte  (eigentlich  Mebibyte)  (z. B. zum
                 Archivieren auf DVD).  Wenn die Grenze erreicht wird, beginnt
                 eine neue Zusammenstellung.  (Siehe auch Option -cmincutsize)

       -debug Typ
                 Zeigt HDV-Debug-Informationen an, Typ ist einer oder  mehrere
                 von: all,pat,pmt,pids,pid=N,pes,packet,video,sonya1

       -d, -duration Zeit
                 Setzt   die   maximale  Dauer  des  Imports  inklusive  aller
                 Teildateien für  einen  einzelnen  Import-Vorgang  (mehrfache
                 Vorgänge  sind im interaktiven Modus möglich).  Der Wert Zeit
                 wird im »SMIL2 MediaClipping«-Zeitformat angegeben.
                 Siehe http://w3.org/AudioVideo/ für die Spezifikation.

                 Kurz beschrieben ist das Format:

                 XXX[.Y]h, XXX[.Y]min, XXX[.Y][s], XXXms,

                 [[HH:]MM:]SS[.ms] oder smpte=[[[HH:]MM:]SS:]FF.

       -every n
                 Diese  Option  veranlasst  dvgrab  nur   jedes   n-te   Frame
                 abzuspeichern (standardmäßig alle Frames).

       -f, -format dv1 | dv2 | avi | raw | dif | qt | mov | jpeg | jpg | mpeg2
       | hdv
                 Gibt das Format der Ausgabedatei(en) an. Das Dateiformat kann
                 auch ermittelt werden, wenn Sie eine  Erweiterung  zum  Namen
                 Basis  angeben.  Die  folgenden Erweiterungen werden erkannt:
                 avi, dv, dif, mov, jpg, jpeg und m2t (HDV).

                 dv1   und   dv2   sind   beides   AVI-Dateien    mit    etwas
                 unterschiedlichen   Formaten.   dv2  speichert  eine  Tonspur
                 zusätzlich zur  DV-Videospur,  was  kompatibler  mit  anderen
                 Anwendungen  ist.   dv1  speichert eine einzige DV-Spur, weil
                 das DV-Format grundsätzlich Ton und Video mischt. Obwohl  dv1
                 kleinere   Ausgabedateien   erzeugt,   verstehen   es  manche
                 Anwendungen nicht und verlangen dv2. dvgrab kann  sehr  große
                 AVI-Dateien  anlegen,  z. B.  über  2  oder  4 GB,  aber  die
                 Kompatibilität mit anderen Anwendungen nimmt über einer Größe
                 von 1 GB ab.

                 raw  speichert die Daten unverändert mit der Dateiendung .dv.
                 Diese Dateien können von einigen GNU/Linux-Werkzeugen gelesen
                 werden, genauso wie von »Apple Quicktime«.

                 dif eine Abwandlung des raw-Formats; die Dateien erhalten die
                 Endung  .dif.   Damit  können   sie   sofort   mit   Programm
                 »MainConcept MainActor5« geladen werden.

                 qt  ist  Quicktime-Format,  aber  erfordert,  dass dvgrab mit
                 »libquicktime« kompiliert wurde.

                 jpg oder jpeg ist  für  eine  Folge  von  JPEG-Bildern,  wenn
                 dvgrab  mit  den  Bibliotheken  libdv  und jpeglib kompiliert
                 wurde. Diese Option kann nur bei DV-Geräten  benutzt  werden,
                 nicht bei HDV (MPEG2-TS).

                 mpeg2 oder hdv ist für MPEG-2-Transportströme, wenn z. B. ein
                 HDV-Camcorder oder eine digitale TV-Settop-Box benutzt  wird.

                 Voreingestellt ist raw.

       -F, -frames Zahl
                 Diese  Option  veranlasst  dvgrab  höchstens  Zahl Frames pro
                 Datei abzuspeichern, bevor eine neue Datei  angefangen  wird,
                 dabei bedeutet Zahl = 0 unbegrenzt.  Die Spieldauer der Datei
                 hängt vom verwendeten Videosystem ab.   PAL  zeigt  25,  NTSC
                 ungefähr 30 Frames pro Sekunde.

       -guid Hex-Zahl
                 Wenn  Sie  mehr  als ein DV-Gerät haben, wählen Sie eins aus,
                 indem Sie die GUID  Hex-Zahl  (hexadezimales  Format)  dieses
                 Geräts  angeben. Das Format ist in /proc/bus/ieee1394/devices
                 oder bei Kernel 2.6 im Dateisystem /sys zu sehen.   Wenn  Sie
                 eine GUID angeben, baut dvgrab eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung
                 auf, anstatt auf die Meldung des Geräts zu warten.  Wenn  Sie
                 als  Hex-Zahl  den Wert 1 eingeben, versucht dvgrab das Gerät
                 zu finden und baut eine  Punkt-zu-Punkt-Verbindung  auf.  Das
                 ist  besonders bei MPEG2-TS Settop-Boxen nützlich, die häufig
                 eine Verbindungsverwaltung erfordern, um mit der  Übertragung
                 zu beginnen.

       -h, -help Zeigt eine Zusammenfassung der Optionen.

       -I, -input Datei
                 Liest von der Datei anstelle von FireWire. Sie können ’-’ für
                 die Standardeingabe anstelle von -stdin verwenden.

       -i, -interactive
                 Versetzt dvgrab  in  den  interaktiven  Modus,  sodass  jeder
                 Tastendruck  die  Kamera  steuert  oder  den Import (capture)
                 startet   oder   stoppt.   Andernfalls   läuft   dvgrab    im
                 Session-Modus,  wobei  es  sofort anfängt einzulesen und nach
                 Festlegung oder Unterbrechung (durch STRG-c) aufhört.

       -jpeg-deinterlace
                 Zusammen mit -format jpeg entflechtet  (deinterlace)  es  die
                 Ausgabe  durch  Verdoppelung  der Zeilen im oberen Feld. Dies
                 ist  eine  einfache  Form  des  Deinterlace,  wobei  50%  der
                 Auflösung verloren geht.

       -jpeg-height Zahl
                 Zusammen  mit -format jpeg wird die Ausgabe auf eine Höhe von
                 Zahl (1 - 2048) skaliert.

       -jpeg-overwrite
                 Zusammen mit -format jpeg wird die selbe Datei  immer  wieder
                 überschrieben, anstatt eine Folge von Dateien anzulegen.

       -jpeg-quality Zahl
                 Zusammen  mit  -format  jpeg setzt es die JPEG-Qualitätsstufe
                 von 0 (schlechteste) bis 100 (beste).

       -jpeg-temp Datei
                 Beim Erstellen des JPEGs wird eine temporäre  Datei  benutzt,
                 die  in  die Zieldatei umbenannt wird, wenn sie komplett ist.
                 Das ist nützlich, wenn dvgrab mit der Option  -jpeg-overwrite
                 zur Erstellung eines Webcam-Bildes genutzt wird.

       -jpeg-width Zahl
                 Zusammen  mit  -format  jpeg wird die Ausgabe auf eine Breite
                 von Zahl (1 - 2048) skaliert.

                 Die skalierte Breite und Höhe des JPEGs müssen beide entweder
                 kleiner  oder  größer  als die normale Frame-Größe sein.  Zum
                 Beispiel, auch wenn eine skalierte Breite von  700  und  Höhe
                 von 525 Bildpunkten ein Verhältnis von 4:3 ergibt, ist dieses
                 Bild für NTSC unzulässig, weil 700 kleiner  als  die  normale
                 Breite von 720 ist, aber die Höhe ist größer als 480.

                 Weil  DV nicht-quadratische Bildpunkte verwendet, ist es gut,
                 das Bild auf ein Seitenverhältnis von 4:3  mit  quadratischen
                 Bildpunkten    skalieren    zu    können.   Für   NTSC   sind
                 Beispielgrößen:  800x600,  640x480  und  320x240.   Für   PAL
                 beispielsweise 384x270 und 768x540.

       -jvc-p25
                 Entfernt  die  Signalisierung  »remove_first_field« und setzt
                 den Wert für Bilder pro Sekunde auf 25, um  einen  Datenstrom
                 zu  korrigieren,  der  in  JVCs  Modus  »HDV P25« aufgenommen
                 wurde.

       -lockstep
                 Richtet den Import  an  einem  Vielfachen  von  -frames  aus,
                 basierend auf dem Zeitstempel.  Das dient der Redundanz, wenn
                 mehr als ein Rechner von dem selben FireWire-Gerät importiert
                 und  Sie  sicher  stellen wollen, dass jede Datei das gleiche
                 Filmmaterial enthält. Damit die Dateien auf jedem Rechner den
                 gleichen  Namen  haben, benutzen Sie die Option -timecode und
                 die gleiche Basis.

       -lockstep_maxdrops Anzahl
                 Wenn hintereinander die Anzahl Frames verworfen wurden,  dann
                 wird  die  Datei  geschlossen  und  der  Import  am  nächsten
                 »Lockstep«-Intervall  wieder  gestartet.   Wenn  die   Anzahl
                 gleich -1 ist, dann ist diese Funtion ausgeschaltet.  Das ist
                 voreingestellt.

       -lockstep_totaldrops Zahl
                 Wenn die absolute Anzahl Frames verworfen wurden,  dann  wird
                 die   Datei   geschlossen   und   der   Import   am  nächsten
                 »Lockstep«-Intervall  wieder  gestartet.   Wenn  die   Anzahl
                 gleich -1 ist, dann ist diese Funtion ausgeschaltet.  Das ist
                 voreingestellt.

       -noavc
                 Schaltet die Kamerasteuerung aus. Das sollte benutzt  werden,
                 wenn  Live-Videodaten  von  der  Videokamera  im Kamera-Modus
                 importiert werden, weil dabei das AV/C-Kommando  »Wiedergabe«
                 die  Aufnahme  der Kamera starten würde.  Möglicherweise wird
                 das eingelegte Band überspielt.  Die  Option  wirkt  auf  den
                 interaktiven  und nicht-interaktiven Modus, weil im letzteren
                 Fall  auch  Start-  und  Stopp-Signale  zur  Kamera  gesendet
                 werden, wenn der Import gestartet oder gestoppt wird.

       -nostop
                 Beim  Beenden  von  dvgrab  wird  der AV/C-VTR-Befehl »Stopp«
                 nicht gesendet.

       -opendml
                 Zusammen mit -format dv2 erstellt  es  eine  OpenDML-konforme
                 DV-AVI-Datei   vom   Typ 2.  Das  ist  für  dv2-Dateien  >1GB
                 erforderlich. dv1 unterstützt schon Dateien >1GB.

       -r, -recordonly
                 Wenn die Kamera im Aufnahmemodus ist, wird  dvgrab  nur  dann
                 Daten einlesen, wenn die Kamera aufnimmt und nicht in »Pause«
                 ist. Normalerweise liest dvgrab immer  Daten  ein,  wenn  die
                 Kamera  im  Aufnahmemodus ist und überlässt die Steuerung dem
                 Benutzer des Rechners. Mit dieser Option verhält sich  dvgrab
                 wie  ein  Videorekorder,  bei  dem  der  Bediener  der Kamera
                 bestimmt, wann eingelesen wird.  Das  ist  zusammen  mit  der
                 Option  -autosplit  sehr  nützlich,  um  für  jede Szene eine
                 eigene Datei  anzulegen.  Dazu  wird  AV/C  benötigt  und  es
                 funktioniert nicht zusammen mit der Option -noavc.

       -rewind
                 Die Kassette wird bis an den Anfang zurück gespult, bevor mit
                 dem Dateneinlesen begonnen wird. Dazu wird AV/C benötigt  und
                 es funktioniert nicht im interaktiven Modus.

       -showstatus
                 Normalerweise  werden  Informationen  zum  Einlesen  nach dem
                 Schreiben jeder Datei angezeigt. Mit dieser Option  wird  der
                 Importstatus  während  des  Einlesens angezeigt und bei jedem
                 Frame aktualisiert.

       -s, -size Zahl
                 Diese  Option  veranlasst  dvgrab  höchstens  Zahl   Megabyte
                 (eigentlich  Mebibyte)  pro  Datei  abzuspeichern, bevor eine
                 neue Datei angelegt wird, dabei bedeutet Zahl = 0 unbegrenzte
                 Dateigröße.  Voreingestellt ist die Grenze auf 1024 MB.

       -srt
                 Es   werden   Untertiteldateien  mit  dem  Aufnahmedatum  und
                 -uhrzeit im »SRT«-Format erstellt.  Für  jede  abgespeicherte
                 Videodatei  werden  zwei zusätzliche Dateien mit den Endungen
                 ».srt0«   und   ».srt1«   angelegt.    Sie   enthalten    das
                 Aufnahmedatum  und  -uhrzeit  als Untertitel im »SRT«-Format.
                 Die Datei »*.srt0« enthält Untertitel, deren  Zeitbasis  sich
                 an  der  laufenden  Zeit,  vom Beginn der aktuellen Datei an,
                 orientiert. Diese Datei sollte beim Umwandeln in  ein  Format
                 wie   AVI   verwendet  werden.  Die  Datei  »*.srt1«  enthält
                 Untertitel, deren  Zeitbasis  sich  an  der  von  der  Kamera
                 übertragenen Zeit orientiert. Das Programm »MPlayer« kann mit
                 diesen Untertiteln umgehen.

       -stdin
                 Liest den Datenstrom aus einer Pipe  an  der  Standardeingabe
                 anstatt vom FireWire-Treiber.

       -timecode
                 Baut  den  Zeitstempel  des  ersten Frames jeder Datei in den
                 Dateinamen ein.

       -t, -timestamp
                 Baut Datum und Uhrzeit der Aufnahme in den Dateinamen ein.

       -timesys
                 Verwendet das Datum und  -uhrzeit  des  Systems  anstatt  der
                 Aufnahme für den Dateinamen. Das ist nützlich, wenn Umwandler
                 verwendet werden, die das Aufnahmedatum und -uhrzeit  in  den
                 DV-Daten nicht ändern.

       -V, -v4l2
                 Liest  von  einem  USB-Video-Class-(UVC)-Gerät  ein,  das  DV
                 unterstützt.  Der Kernel-Treiber  »uvcvideo«  via  V4L2  wird
                 benutzt.   Das  Standard-Gerät ist /dev/video. Mit der Option
                 -input können Sie eine andere Gerätedatei einstellen.

       -v, -version
                 Zeigt die Programmversion.

       -24p
                 Setzt bei »Quicktime DV« die Framerate  auf  24  fps  in  der
                 Quicktime-Datei. Das funktioniert aber nur, wenn die Aufnahme
                 im Modus »24p« erfolgte.

       -24pa
                 Setzt bei »Quicktime DV« die Framerate  auf  24  fps  in  der
                 Quicktime-Datei       und      macht      zusätzlich      das
                 »2:3:3:2 pull down«-Verfahren    rückgängig,    indem     die
                 »interlaced C-Frames«  entfernt werden. Das funktioniert aber
                 nur, wenn die  Aufnahme  im  Modus  »24p advanced«  erfolgte.
                 Siehe http://www.adamwilt.com/24p/.

BEISPIELE

       dvgrab foo-
                 Importiert Videodaten von der standardmäßigen FireWire-Quelle
                 und speichert sie in Dateien foo-001.avi, foo-002.avi, usw.

       dvgrab -frames 25 foo-
                 Eine   PAL-Video-Quelle   vorausgesetzt,   speichert   dieses
                 Kommando eine Sekunde Videodaten pro Datei.

       dvgrab -autosplit -frames 750 -timestamp foo-
                 Liest  Videodaten  von  der  voreingestellten FireWire-Quelle
                 ein, teilt sie in Stücke von  30  Sekunden  (angenommen  PAL)
                 oder  am  Beginn einer neuen Aufnahme und benennt die Dateien
                 nach den Datums- und Zeitinformationen des Videostroms.

       dvgrab -autosplit -size 1998 -csize 4400 -cmincutsize 10 foo-
                 Importiert     Videodaten     von     der     standardmäßigen
                 FireWire-Quelle, teilt sie in Stücke, wenn eine neue Aufnahme
                 beginnt oder die aktuelle Datei 1998  Megabyte  überschreitet
                 oder  die  aktuelle  Zusammenstellung  von Dateien größer als
                 4400 Megabyte  wird.  Außerdem  beschränkt  es  die  kleinste
                 Dateigröße,   die   durch   Teilung   einer  Zusammenstellung
                 entsteht, auf 10 Megabyte.

                 Dieses Beispiel ist sehr gut geeignet, um DV-Daten  auf  DVDs
                 zu  sichern,  weil  2 GByte  ungefähr die maximale Dateigröße
                 ist,   mit   der   die   (aktuelle)    Linux-Umsetzung    des
                 ISO9660-Dateisystems umgehen kann.

                 Achtung:  Es  ist  möglich  in  ISO9660-Dateisystemen Dateien
                 größer   als   2 GByte   anzulegen,   aber   die    aktuellen
                 Linux-Treiber  für  ISO9660  können diese nicht lesen. Neuere
                 Kernel  können  evtl.   mit   Dateien   größer   2 GByte   im
                 ISO9660-Dateisystem umgehen.

       dvgrab -format hdv -autosplit
                 Liest  von einem HDV-Camcorder ein, versucht den Anfang jeder
                 neuen Aufnahme  zu  erkennen  und  in  einzelnen  Dateien  zu
                 speichern.

       dvgrab -format mpeg2 -guid 1
                 Nimmt von einer digitalen TV-Settop-Box auf.

       dvgrab -jpeg-over -jpeg-w=320 -jpeg-h=240 -d smpte=1 webcam.jpeg
                 Liest  ein einzelnes Frame ein, speichert es als JPEG mit dem
                 Namen »webcam.jpg« und endet.  Dieses Beispiel zeigt auch die
                 Verwendung   von   Optionen.  Sie  müssen  von  einem  langen
                 Optionsnamen nur so viel angeben, damit er eindeutig ist. Sie
                 können  Leerzeichen  oder  Gleichheitzeichen benutzen, um den
                 Optionsnamen und den Wert zu trennen.  Das  Dateiformat  wird
                 von  der  Erweiterung  des  Dateinamens  abgeleitet. Weil die
                 Option -jpeg-overwrite  verwendet  wird,  ist  der  Dateiname
                 genau »webcam.jpeg« und enthält keine Zahlen.

       dvgrab -V Importiert über USB von einem UVC-konformen DV-Gerät.

       dvgrab -v4l -input /dev/video1
                 Importiert  über  USB  von  einem  UVC-konformen DV-Gerät und
                 benutzt die Gerätedatei /dev/video1.

       dvgrab -format=hdv -autosplit=28800 -srt foo-
                 Liest von einem HDV-Camcorder ein und speichert jede Aufnahme
                 in  einer  eigenen  Datei, wenn sie einen Zeitunterschied von
                 mehr als 8 Stunden  zur  vorherigen  hat.  Das  erzeugt  eine
                 eigene  Datei für jeden Tag (gut für Urlaubsvideos). Außerdem
                 werden Untertiteldateien angelegt.  Angenommen,  die  Dateien
                 »foo-001.m2t«  und  »foo-002.m2t«  werden erstellt, so werden
                 auch die dazu  gehörenden  Untertiteldateien  »foo-001.srt0«,
                 »foo-001.srt1«,  »foo-002.srt0«  und »foo-002.srt1« angelegt.
                 Die Dateien  können  benutzt  werden,  um  Aufnahmedatum  und
                 -uhrzeit beim Anschauen des Videos anzuzeigen.

AUTOR

       Dan  Dennedy  <dan@dennedy.org>  und Daniel Kobras <kobras@debian.org>.
       Erik Schanze <eriks@debian.org> hat sie ins Deutsche übersetzt.

       Mehr Informationen  und  Unterstützung  finden  Sie  auf  der  Webseite
       http://www.kinodv.org/ .