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dpkg-dev_1.15.5.6ubuntu4_all 
NAME
dpkg-source - Debian Quellpaket- (.dsc) Manipulations-Werkzeuge
ÜBERSICHT
dpkg-source [Optionen] Befehl
BESCHREIBUNG
dpkg-source packt und entpackt Debian Quellarchive.
Keiner dieser Befehle erlaubt es, mehrere Optionen zu einer zu
kombinieren, und sie erlauben es nicht, den Wert einer Option in einem
separaten Argument zu speichern.
BEFEHLE
-x Dateiname.dsc [Ausgabe-Verzeichnis]
Extrahiere ein Quellpaket. Ein nicht-Options-Argument muss
angegeben werden, der Name der Debian Quell-Steuer-Datei (.dsc).
Optional kann ein zweites nicht-Options-Argument angegeben
werden, um das Verzeichnis anzugeben, in das das Quellpaket
extrahiert werden soll. Dieses Verzeichis darf dann nicht
existieren. Falls kein Ausgabeverzeichnis angegeben ist, wird
das Quellpaket in das Verzeichnis namens Quelle-Version
unterhalb des aktuellen Arbeitsverzeichnisses extrahiert.
dpkg-source wird die Namen der anderen Datei(en) aus der
Steuerdatei einlesen, die das Quellpaket ergeben; es wird
angenommen, dass diese im gleichen Verzeichnis wie die .dsc
liegen.
Die Dateien in dem extrahierten Paket werden die Rechte und
Eigentümer haben, die erwartet würden, falls die Dateien und
Verzeichnisse einfach angelegt worden wären - Verzeichnisse und
Programmdateien werden 0777 und einfache Dateien 0666, beide
durch die umask der Person, die extrahiert, entsprechend
angepasst; falls das übergeordnete Verzeichnis setgid ist,
werden dies die extrahierten Verzeichnisse auch sein, und alle
Dateien und Verzeichnisse werden die Gruppeneigentümerschaft
erben.
Falls das Quellpaket ein nicht-Standard-Format verwendet
(derzeit bedeutet sind dies alle Formate außer »1.0«) wird sein
Name in debian/source/format gespeichert, so dass alle folgenden
Bauversuchen des Quellpakets standardmäßig das gleiche Format
verwenden.
-b Verzeichnis [Format-abhängige-Parameter]
Baue ein Quellpaket. Das erste nicht-Options-Argument wird als
Name des Verzeichnisses verwandt, das den debianisierten (d.h.
mit einem Unterverzeichnis debian und ggf. Änderungen an den
Originaldateien versehenen) Quellbaum enthält. Abhängig vom dem
zum Bau verwandten Quellpaketformat könnten zusätzliche
Parameter akzeptiert werden.
dpkg-source will build the source package with the first format
that works from this ordered list: the format(s) indicated with
the --format command-line option(s), the format indicated in
debian/source/format, "1.0", "3.0 (quilt)", "3.0 (native)". See
section SOURCE PACKAGE FORMATS for an extensive description of
the various source package formats.
--print-format Verzeichnis
Print the source format that would be used to build the source
package if dpkg-source -b directory was called (in the same
conditions and with the same parameters). In particular it’s
important that the upstream tarball (if any) can be found in the
current directory.
-h, --help
Zeige den Bedienungshinweis und beende.
--version
Gebe die Version aus und beende sich.
GENERISCHE BAUOPTIONEN
-cSteuerdatei
Bestimmt die Hauptquell-»control«-Datei, aus der Informationen
ausgelesen werden sollen. Der Standardwert ist debian/control.
Falls der Pfadname relativ ist, wird dieser relativ zum obersten
Verzeichnis des Quellbaums interpretiert.
-lChangelog-Datei
Bestimmt die »change log«-Datei, aus der Informationen
ausgelesen werden sollen. Der Standardwert ist debian/changelog.
Falls der Pfadname relativ ist, wird dieser relativ zum obersten
Verzeichnis des Quellbaums interpretiert.
-FChangelog-Format
Gibt das Format der Änderungsprotokolldatei an. Standardmäßig
wird das Format aus einer speziellen Zeile in der Nähe des Endes
der Änderungsprotokolldatei gelesen oder, falls dies
fehlschlägt, wird das Debian-Standardformat angenommen.
--format=Wert
Versuche zuerst das übergebene Format zum Bau des Quellpakets.
Falls mehrfach verwandt, werden sie der Reihe nach ausprobiert.
Es überschreibt jedes in debian/source/format angegebene Format.
-VName=Wert
Setzt eine Ausgabesubstitutionsvariable. Lesen Sie
deb-substvars(5) für eine Besprechung des Ausgabesubstitution.
-Tsubstvardatei
Lese Substitutionsvariablen aus substvardatei; standardmäßig
wird keine Datei gelesen.
-DFeld=Wert
Überschreibe oder ergänze ein Ausgabe-Steuerdatei-Feld.
-Ufield
Entferne ein Ausgabe-Steuerdatei-Feld.
-Zcompression, --compression=compression
Gibt die Komprimierung an, die für die angelegte Dateien
(Tarbälle und Diffs) verwendet wird. Beachten Sie, dass diese
Option nicht dazu führt, dass existierende Tarbälle
rekomprimiert werden, sie betrifft nur neue Dateien.
Unterstützte Werte sind gzip, bzip2, lzma und xz. gzip ist
voreingestellt. xz wird erst seit Dpkg-dev 1.15.5 unterstützt.
-zlevel, --compression-level=level
Zu verwendende Komprimierstufe. Wie bei -Z betrifft dies nur neu
angelegte Dateien. Unterstützte Werte sind 1 bis 9, best (am
besten) und fast (schnell). 9 ist voreingestellt.
-i[Regexp]
Sie können einen regulären Perl-Ausdruck angeben, der auf
Dateien passt, die Sie aus der Liste der Dateien für den Diff
entfernen möchten; diese Liste wird von einem Find-Befehl
generiert. Falls das Quellpaket als Version 3-Quellpaket mittels
eines VCS gebaut wird, ignoriert dies stattdessen Änderungen an
bestimmten Dateien, die noch nicht übertragen (»committed«)
wurden (mit -i.* werden alle davon ignoriert). -i aktiviert
diese Option mit einem voreingestellten regulären Ausdruck, der
Steuerdateien und -Verzeichnisse der häufigsten
Revisionskontrollsysteme, Backups, Swap-Dateien und
Bau-Ausgabeverzeichnisse von Libtool herausgefiltert. Es kann
nur einen aktiven regulären Ausdruck geben, von mehrfach
angegebenen -i-Optionen wird nur die letzte berücksichtigt.
Dies ist sehr hilfreich, um irrelevante Dateien, die im Diff
aufgenommen werden, zu entfernen. Falls Sie zum Beispiel Ihre
Quellen in einem Revisionskontrollsystem speichern und
»Checkout« verwenden möchten, um Ihr Quellpaket zu bauen, ohne
die zusätzlichen Dateien und Verzeichnisse, die darin
typischerweise enthalten sind (z.B. CVS/, .cvsignore, .svn/),
mit aufzunehmen. Der voreingestellte reguläre Ausdruck ist
bereits sehr erschöpfend, aber falls Sie ihn ersetzen müssen,
beachten Sie, dass er standardmäßig auf alle Teile des Pfades
passen kann. Falls Sie daher nur den Anfang eines Pfades oder
komplette Dateinamen vergleichen wollen, müssen Sie die
notwendigen Anker (z.B. »(^|/)«, »($|/)«) selbst bereitstellen.
-I[Dateimuster]
Falls diese Option angegeben wird, wird der Dateiname an die
--exclude-Option von tar(1) weitergegeben, wenn es zur
Erstellung der Datei .orig.tar oder .tar aufgerufen wird. Zum
Beispiel führt -ICVS dazu, dass tar über CVS-Verzeichnisse
hinweggeht, wenn es eine .tar-Datei erstellt. Diese Option kann
mehrfach wiederholt werden, um mehrere Muster aufzuführen, die
ausgeschlossen werden sollen.
-I fügt standardmäßig von selbst --exclude-Optionen hinzu, die
die Steuerdateien und -Verzeichnisse der häufigsten
Revisionskontrollsysteme, Backups, Swap-Dateien und
Bau-Ausgabeverzeichnisse von Libtool herausfiltern.
Hinweis: Obwohl sie ähnliche Zwecke verfolgen, haben -i und -I eine
sehr verschiedene Syntax und Semantik. -i kann nur einmal angegeben
werden und nimmt einen regulären Perlausdruck an, der gegen den vollen
relativen Pfad jeder Datei geprüft wird. -I kann mehrfach angegeben
werden und nimmt ein Dateinamen-Muster mit Shell-Jokerzeichen an. Das
Muster wird gegen den vollen relativen Pfad aber auch individuell gegen
jeden Teil des Pfades angewendet. Die exakte Symantik der Option
--exclude ist etwas kompliziert, lesen Sie
http://www.gnu.org/software/tar/manual/tar.html#wildcards für eine
komplette Dokumentation.
Der voreingestellte reguläre Ausdruck und Muster für beide Optionen
können in der Ausgabe des Befehls --help gesehen werden.
GENERISCHE EXTRAHIERUNGSOPTIONEN
--no-copy
Kopiere die Original-Tarbälle in die Nähe des extrahierten
Quellpakets.
--no-check
Prüfe Signaturen und Prüfsummen vor dem Entpacken nicht.
--require-valid-signature
Entpacken des Quellpakets ablehnen, falls es keine
OpenPGP-Signatur enthält, die entweder mit dem
trustedkeys.gpg-Schlüsselring des Benutzers, mit einem der
Schlüsselringen des Lieferanten oder mit einem der offiziellen
Debian-Schüsselringe (/usr/share/keyrings/debian-keyring.gpg und
/usr/share/keyrings/debian-maintainers.gpg) überprüft werden
kann.
QUELLPAKET-FORMATE
Falls Sie nicht wissen, welches Quellformat Sie verwenden sollen,
verwenden Sie wahrscheinlich am besten entweder »3.0 (quilt)« oder »3.0
(native)«. Sie werden in der nahen Zukunft die Standardformate werden.
Lesen Sie http://wiki.debian.org/Projects/DebSrc3.0 für Informationen
über den Einsatz dieser Formate innerhalb von Debian.
Format: 1.0
Ein Quellpaket in diesem Format besteht entweder aus einem .orig.tar.gz
mit zugehörigem .diff.gz oder einem einzelnen .tar.gz (in diesem Fall
wird das Paket als nativ bezeichnet).
Extrahieren
Extrahieren eines nativen Pakets ist ein einfaches Extrahieren eines
einzelnen Tarballs in das Zielverzeichnis. Extrahieren eines
nicht-nativen Pakets erfolgt zuerst durch Entpacken des .orig.tar.gz
und dann durch Anwendung des Patches aus der .diff.gz-Datei. Der
Zeitstempel aller gepatchten Dateien wird auf den Zeitpunkt der
Extrahierung des Quellpakets zurückgesetzt (das vermeidet
Zeitstempelversätze, die zu Problemen führen, wenn autogenerierte
Dateien gepatcht werden). Der Diff kann neue Dateien anlegen (das
gesamte Debian-Verzeichnis wird auf diese Weise erstellt), kann aber
keine Dateien entfernen (leere Dateien bleiben zurück).
Bauen
Bauen eines nativen Paket besteht nur aus dem Erstellen eines einzigen
Tarballs mit dem Quellverzeichnis. Bauen eines nicht-nativen Pakets
schließt das Extrahieren des Original-Tarballs in ein separates
Verzeichnis ».orig« und die Neuerstellung des .diff.gz durch Vergleich
des Quellpaket-Verzeichnisses mit dem Verzeichnis .orig ein.
Bau-Optionen (mit -b):
Falls ein zweites nicht-Options-Argument angegeben ist, sollte es der
Namen des Originalquellverzeichnisses oder der Tardatei sein. Falls das
Paket Debian-spezifisch ist, dann sollte dieses Argument die leere
Zeichenkette sein, da es kein Debianisierungs-Diff gibt. Falls kein
zweites Argument übergeben wird, dann schaut dpkg-source nach der
ursprünglichen Tardatei Paket_Upstream-Version.orig.tar.Erweiterung
oder dem ursprünglichen Quellverzeichnis Verzeichnis.orig, abhängig von
den -sX-Argumenten.
-sa, -sp, -sk, -su und -sr werden keine existierenden Tardateien oder
Verzeichnisse überschreiben. Falls dies gewünscht ist, sollten
stattdessen -sA, -sP, -sK, -sU und -sR verwendet werden.
-sk Gibt an, dass die Originalquellen als Tardatei erwartet werden
sollen, standardmäßig
Paket_Ursprungsversion.orig.tarErweiterung. Es wird diese
Originalquellen als Tardatei am Platz belassen, oder sie in das
aktuelle Verzeichnis kopieren, falls sie dort noch nicht sind.
Der Tarball wird nach Verzeichnis.orig für die Erstellung des
Diffs entpackt.
-sp Wie -sk, aber das Verzeichnis wird danach entfernt.
-su Gibt an, dass die Originalquellen als Verzeichnis erwartet
werden, standardmäßig Paket-Ursprungsversion.orig. dpkg-source
wird daraus ein neues Original-Quellarchiv erstellen.
-sr Wie -su, aber das Verzeichnis wird nach der Verwendung entfernt.
-ss Gibt an, dass die Originalquellen sowohl als Verzeichnis als
auch als Tardatei verfügbar sind. dpkg-source wird das
Verzeichnis zur Erstellung des Diffs verwenden, aber die
Tardatei für die .dsc. Diese Option muss mit Vorsicht verwendet
werden - falls das Verzeichnis und die Tardatei nicht zusammen
passen, wird ein fehlerhaftes Quellarchiv erstellt.
-sn Gibt an, dass nicht nach Originalquellen geschaut und kein Diff
erstellt werden soll. Das zweite Argument, falls angegeben, muss
die leere Zeichenkette sein. Dies wird für Debian-spezifische
Pakete verwendet, die keine Quellen von Originalautoren und
somit kein Debianisierungs-Diff haben.
-sa oder -sA
Gibt an, dass nach dem Original-Quellarchiv als Tardatei oder
als Verzeichnis gesucht werden soll - das zweite Argument, falls
vorhanden, kann eines von beiden sein, oder die leere
Zeichenkette (dies ist äquivalent zur Verwendung von -sn). Falls
eine Tardatei gefunden wird, wird diese zur Erstellung eines
Diffs entpackt und danach entfernt (dies ist äquivalent zu -sp);
falls ein Verzeichnis gefunden wird, wird dieses gepackt, um die
Originalquellen zu erstellen und danach entfernt (dies ist
äquivalent zu -sr); falls keines von beiden gefunden wird, wird
angenommen, dass das Paket kein Debianisierungs-Diff sondern nur
ein direktes Quellarchiv (dies ist äquivalent zu -sn). Falls
sowohl ein Verzeichnis als auch eine Tar-Datei gefunden werden,
dann ignoriert dpkg-source das Verzeichnis, und überschreibt es,
falls -sA angegeben wurde (dies ist äquivalent zu -sP) oder löst
einen Fehler aus, falls -sa angegeben wurde. -sA ist die
Voreinstellung.
Extrahierungs-Optionen (mit -x):
In allen Fällen werden die Originalquellbäume entfernt.
-sp Verwendet beim Extrahieren. Die Originalquellen (falls
vorhanden) werden als Tar-Datei belassen. Falls diese sich nicht
im aktuellen Verzeichnis befinden oder falls eine existierende,
aber davon verschiedene Datei bereits vorhanden ist, wird sie
dort hin kopiert. (Dies ist die Voreinstellung.)
-su Entpackt den Originalquellbaum.
-sn Stellt sicher, dass die Originalquellen weder in das aktuelle
Verzeichnis kopiert noch entpackt werden. Jeder
Originalquellbaum, der im aktuellen Verzeichnis war, wird
dennoch entfernt.
Alle -sX-Optionen schließen sich paarweise aus. Falls Sie mehr als eine
angeben, wird nur die letzte verwendet.
--skip-debianization
Überspringt die Anwendung des Debian-Diffs auf die Quellen der
Originalautoren.
Format: 2.0
Auch als »wig&pen« bekannt. Dieses Format wird nicht für den breiten
Einsatz empfohlen, es wird durch das Format »3.0 (quilt)« ersetzt.
Wig&pen war die erste Spezifikation eines Paketformats der nächsten
Generation.
Das Verhalten dieses Formats ist identisch zum Format »3.0 (quilt)«,
abgesehen davon, dass es keine explizite Liste von Patches verwendet.
Alle Dateien in debian/patches/, die auf den regulären Perlausdruck
[\w-]+ passen, müssen gültige Patches sein: sie werden zum Zeitpunkt
der Extrahierung angewandt.
Wenn ein neues Quellpaket gebaut wird, werden alle Änderungen an den
Quellen der Originalautoren in einem Patch mit Namen
zz_debian-diff-auto gespeichert.
Format: 3.0 (native)
Dieses Format ist eine Erweiterung des nativen Paketformats wie es im
1.0-Format definiert ist. Es unterstützt alle Kompressionsmethoden und
ignoriert standardmäßig alle VCS-spezifischen Dateien und Verzeichnisse
sowie viele temporäre Dateien (lesen Sie den Standardwert der Option -I
bei der Ausgabe von --help).
Format: 3.0 (quilt)
Ein Quellpaket in diesem Format enthält mindestens einen
Original-Tarball (.orig.tar.erw, wobei erw gz, bz2, lzma und xz sein
kann) und einen Debian-Tarball (.debian.tar.erw). Es kann auch
zusätzliche Original-Tarbälle (.orig-Komponente.tar.erw)) enthalten.
Komponente kann nur alphanumerische Zeichen und Gedankenstriche (»-«)
enthalten.
Extrahieren
Der Haupt-Originaltarball wird zuerst extrahiert, dann werden alle
zusätzlichen Originaltarbälle in Unterverzeichnisse extrahiert, die
nach dem Komponenten-Teil ihres Dateinamens benannt werden (jedes
bereits existierende Verzeichnis wird ersetzt). Der Debian-Tarball wird
auf das Quellverzeichnis extrahiert, nachdem jedes bereits existierende
debian-Verzeichnis entfernt wurde. Beachten Sie, dass der
Debian-Tarball ein debian-Unterverzeichnis enthalten muss, er aber auch
Binärdateien außerhalb dieses Verzeichnisses enthalten darf (sehen Sie
hierzu die Option --include-binaries).
Dann werden alle in debian/patches/debian.series oder
debian/patches/series aufgeführten Patches angewandt. Falls die erstere
Datei verwandt wird und die letztere nicht existiert (oder ein Symlink
ist), dann wird die letztere mit einem Symlink zu ersterer ersetzt.
Dies ist zur Vereinfachung der Verwendung von Quilt gedacht, um den
Satz an Patches zu verwalten. Beachten Sie allerdings, dass dpkg-source
zwar Seriendateien auswertet, in denen explizite Optionen für die
Anwendung der Patches verwandt werden (diese werden auf jede Zeile nach
dem Patch-Dateinamen und einem oder mehreren Leerzeichen gespeichert),
diese Optionen dann aber ignoriert und immer erwartet, dass die Patches
mit der Option -p1 von patch angewandt werden können. Es wird daher
eine Warnung ausgeben, wenn es auf solche Optionen trifft, und der Bau
wird wahrscheinlich fehlschlagen.
Ähnlich wie bei Quilt können Patches auch Dateien entfernen.
The file .pc/applied-patches is created if some patches have been
applied during the extraction.
Bauen
All original tarballs found in the current directory are extracted in a
temporary directory by following the same logic as for the unpack, the
debian directory is copied over in the temporary directory, and all
patches except the automatic patch (debian-changes-version or
debian-changes, depending on --single-debian-patch) are applied. The
temporary directory is compared to the source package directory and the
diff (if non-empty) is stored in the automatic patch. If the automatic
patch is created/deleted, it’s added/removed from the series file and
from the quilt metadata.
Any change on a binary file is not representable in a diff and will
thus lead to a failure unless the maintainer deliberately decided to
include that modified binary file in the debian tarball (by listing it
in debian/source/include-binaries). The build will also fail if it
finds binary files in the debian sub-directory unless they have been
whitelisted through debian/source/include-binaries.
Das aktualisierte debian-Verzeichnis und die Liste der veränderten
Programme wird dann zur Erstellung des Debian-Tarballs verwandt.
Der automatisch erstellte Diff enthält keine Änderungen an
VCS-spezifischen sowie vielen temporären Dateien (lesen Sie hierzu den
zur Option -i zugeordneten Standardwert in der Ausgabe von --help).
Insbesondere wird das von Quilt verwandte .pc-Verzeichnis während der
Erstellung des automatischen Patches ignoriert.
Note: dpkg-source expects the source tree to have all patches listed in
the series file applied when you generate the source package. This is
not the case when the source tree has been obtained by unpacking a
source package using the Format: 1.0 for instance. To mitigate the
problem, dpkg-source will apply the patches by itself if it believes
that they have not yet been applied. To detect this situation, it uses
the following heuristic: it finds the list of supposedly unapplied
patches (they are listed in the series file but not in
.pc/applied-patches), and if the first patch in that set can be applied
without errors, it will apply them all. The option --no-preparation
can be used to disable this behaviour.
Bau-Optionen
--allow-version-of-quilt-db=version
Allow dpkg-source to build the source package if the version of
the quilt metadata is the one specified, even if dpkg-source
doesn’t know about it. Effectively this says that the given
version of the quilt metadata is compatible with the version 2
that dpkg-source currently supports. The version of the quilt
metadata is stored in .pc/.version.
--include-removal
Ignoriere entfernte Dateien nicht und füge sie zu dem
automatisch generierten Patch hinzu.
--include-timestamp
Füge Zeitstempel zu dem automatisch generierten Patch hinzu.
--include-binaries
Füge alle veränderten Programme zu dem debian-Tarball hinzu.
Füge sie auch in debian/source/include-binaries: sie werden in
folgenden Bauten standardmäßig hinzugefügt und diese Option wird
daher dann nicht mehr benötigt.
--no-preparation
Versuche nicht den Bau-Baum durch Anwenden aller derzeit nicht
angewandten Patches vorzubreiten.
--single-debian-patch
Use debian/patches/debian-changes instead of
debian/patches/debian-changes-version for the name of the
automatic patch generated during build. This option is
particularly useful when the package is maintained in a VCS and
a patch set can’t reliably be generated. Instead the current
diff with upstream should be stored in a single patch. When
using this option, it is recommended to create a
debian/source/patch-header file explaining how the Debian
changes can be best reviewed, for example in the VCS that is
used.
Extrahierungs-Optionen
--skip-debianization
Überspringt das Entpacken des Debian-Tarballs auf die Quellen
der Originalautoren.
--skip-patches
Wende am Ende der Extrahierung keine Patches an.
Format: 3.0 (custom)
Dieses Format ist besonders. Es stellt kein echtes Quellpaket dar, kann
aber zur Erstellung eines Quellpakets mit beliebigen Dateien verwandt
werden.
Bau-Optionen
Alle Argumente, die keine Optionen sind, werden als Dateien verstanden,
die in das generierte Quellpaket integriert werden sollen. Sie müssen
existieren und sich bevorzugt im aktuellen Verzeichnis befinden.
Mindestens eine Datei muss angegeben werden.
--target-format=Wert
Notwendig. Definiert das echte Format des generierten
Quellpakets. Die generierte .dsc-Datei wird diesen Wert und
nicht »3.0 (custom)« in ihrem Format-Feld enthalten.
Format: 3.0 (git) und 3.0 (bzr)
Diese Formate sind experimentell. Sie generieren einen einzigen
Tarball, der das korrespondierende VCS-Depot enthält.
Extrahieren
Der Tarball wird entpackt und dann wird das VCS verwandt, um den
aktuellen Zweig auszuchecken.
Bauen
Bevor fortgefahren wird, werden einige Überprüfungen ausgeführt, um
sicherzustellen, dass keine nicht-ignorierten, nicht-übertragene
(»uncommitted«) Änderungen vorliegen.
Dann wird der VCS-spezifische Teil des Quellpakets in ein temporäres
Verzeichnis kopiert. Bevor dieses temporäre Verzeichnis in einen
Tarball gepackt wird, werden verschiedene Bereinigungen durchgeführt,
um Platz zu sparen.
DATEIFORMATE
debian/source/format
Diese Datei enthält auf einer einzelnen Zeile das Format, das zum Bau
des Quellpakets verwandt werden soll (mögliche Formate sind oben
beschrieben). Leerzeichen am Zeilenanfang oder -ende sind nicht
erlaubt.
debian/source/include-binaries
Diese Datei enthält eine Liste von Binärdateien (eine pro Zeile), die
in den Debian-Tarball aufgenommen werden sollen. Leerzeichen am Anfang
und Ende der Zeile werden entfernt. Zeilen, die mit »#« anfangen, sind
Kommentare und werden übersprungen. Leere Zeilen werden ignoriert.
debian/source/options
This file contains a list of long options that should be automatically
prepended to the set of command line options of a dpkg-source -b or
dpkg-source --print-format call. Options like --compression and
--compression-level are well suited for this file.
Each option should be put on a separate line. Empty lines and lines
starting with "#" are ignored. The leading "--" should be stripped and
short options are not allowed. Optional spaces are allowed around the
"=" symbol and optional quotes are allowed around the value. Here’s an
example of such a file:
# let dpkg-source create a debian.tar.bz2 with maximal compression
compression = "bzip2"
compression-level = 9
# use debian/patches/debian-changes as automatic patch
single-debian-patch
Note: format options are not accepted in this file, you should use
debian/source/format instead.
debian/source/patch-header
Free form text that is put on top of the automatic patch generated in
formats "2.0" or "3.0 (quilt)".
debian/patches/series
Diese Datei führt alle Patches auf, die (in der angegebenen
Reihenfolge) auf das Quellpaket der Originalautoren angewandt werden
müssen. Leerzeichen am Anfang und Ende werden entfernt. Zeilen, die mit
»#« anfangen, sind Kommentare und werden übersprungen. Leere Zeilen
werden ignoriert. Die verbleibenen Zeilen beginnen mit dem Dateinamen
eines Patches (relativ zum Verzeichnis debian/patches/) bis zum ersten
Leerzeichen oder bis zum Zeilenende. Bis zum Ende der Zeile oder bis
zum ersten »#« gefolgt von einem oder mehreren Leerzeichen (dies
markiert den Beginn eines Kommentars, der bis zum Zeilenende geht)
können optionale Quilt-Befehle folgen.
FEHLER
Die Stelle, an der das Überschreiben von Feldern passiert, verglichen
mit bestimmten Standard-Ausgabe-Feldeinstellungen, ist eher konfus.
ÜBERSETZUNG
Die deutsche Übersetzung wurde 2004, 2006-2009 von Helge Kreutzmann
<debian@helgefjell.de>, 2007 von Florian Rehnisch <eixman@gmx.de> und
2008 von Sven Joachim <svenjoac@gmx.de> angefertigt. Diese Übersetzung
ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License
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