Provided by:
net-tools_1.60-23ubuntu3_i386 
NAME
netstat - Anzeige von Netzwerksverbindungen, Routentabellen,
Schnittstellenstatistiken, maskierten Verbindungen, Netlink-Nachrichten
und Mitgliedschaft in Multicastgruppen
SYNOPSIS
netstat [-venaoc] [--tcp|-t] [--udp|-u] [--raw|-w] [--groups|-g]
[--unix|-x] [--inet|--ip] [--ax25] [--ipx] [--netrom]
netstat [-veenc] [--inet] [--ipx] [--netrom] [--ddp] [--ax25]
{--route|-r}
netstat [-veenpac] {--interfaces|-i}
netstat [-enc] {--masquerade|-M}
netstat [-cn] {--netlink|-N}
netstat {-V|--version} {-h|--help}
BESCHREIBUNG
Netstat zeigt Informationen des Linux Netzwerkssystems an.
Bitte beachten Sie, dass der Inhalt der deutschen man-page nicht
vollständig ist, im Moment.
(no option)
Ohne Optionen zeigt netstat den Zustand von offenen Sockets an. Wird
keine Adressfamilie angegeben, dann werden die offenen Sockets aller
konfigurierten Adressfamilien gedruckt. Die Option -e gibt zusätzliche
Informationen aus (User ID). Mit der Option -v gibt netstat zusätzlich
Fehlermeldungen über von Kernel nicht unterstützte Adressfamilien aus.
Die Option -p gibt zusätzlich die PID und den Namen des Programms, das
den Socket geöffnet hat, aus. -a druckt alle Sockets einschließlich
der auf Verbinungen wartenden Serversockets aus. Die Adressfamilie
inet zeigt RAW, UDP und TCP Sockets an.
-r, --route
Die -r, --route Option gibt die Routentabellen des Kernels im gleichen
Format wie route -e aus. netstat -er benutzt das Ausgabeformat von
route. Wegen Details siehe route(8).
-i, --interfaces
Wird die -i, --interfaces Option verwendet, so wird eine Tabelle aller
Schnittstellen ausgedruckt. Die Ausgabe ist im Format von ifconfig -e
und wird in ifconfig(8) beschrieben. netstat -ei druckt eine Tabelle
für Interfaces wie ifconfig. Die -a Option schließt Schnittstellen,
die gar nicht konfiguriert sind in die Ausgabe ein, d.h. die die U=UP
Flagge nicht gesetzt haben).
-M, --masquerade
Eine Liste aller maskierten Sitzungen wird dargestellt. Der -e
Schalter schließt zusätzlich Information über Sequenznummern und
Deltas, die durch das Umschreiben von FTP-Sitzungen (PORT Kommando)
verursacht werden. Maskieren wird dazu verwendet um Maschinen mit
inoffiziellen Netzwerkssitzungen vor der Außenwelt zu verstecken. Dies
wird in ipfw(4), ipfwadm(8) und ipfw(8) beschrieben.
-N, --netlink
Aktuelle Kern unterstützen die Kommunikation zwischen Kern und
Anwendungen durch eine Option namens Netlink. Netlink ermöglicht es
Informationen über die Erzeugung und das Löschen von Schnittstellen
oder Routen von /dev/route (36,0) zu erhalten.
OPTIONEN
-v, --verbose
macht detailiertere Ausgaben. Insbesondere wird ausgegeben, welche
Adressfamilien nicht im Kern konfiguriert sind.
-n, --numeric
gibt numerische Adressen aus, anstelle zu versuchen, den symbolischen
Rechner, Port oder Benutzernamen auszugeben.
-p, --programs
Zeigt den Prozessnamen und die PID des Eigentümers des Sockets, der
ausgegeben wird. Nur der Eigentümer eines Prozess oder Root haben alle
die dazu nötigen Privilegien.
-A, --af Familie
benutzt einen alternativen Weg, um Adressfamilien zu setzen. Familie
ist eine von Kommatas abgetrennte Liste von Schlüsselworten für
Adressfamilien wie inet, unix, ipx, ax25, netrom und ddp. Dies hat den
gleichen Effekt wie die Langoptionen --inet, --unix, --ipx, --ax25,
--netrom und --ddp.
-c, --continuous
Mit dieser Option wiederholt netstat im Sekundenabstand die Ausgabe,
bis es abgebrochen wird.
AUSGABE
Aktive Internet-Verbindungen (TCP, UDP, RAW)
Proto
Das von Socket verwendete Protokoll (TCP, UDP, RAW).
Recv-Q
Die Anzahl von Bytes, die noch nicht von der Anwendung vom Socket
abgeholt wurden.
Send-Q
Die Anzahl von Bytes, die von der Gegenseite noch nicht bestätigt
wurde.
Lokale Adresse
Die lokale Adresse (lokaler Rechnername) und Portnummer des Sockets.
Außer bei Verwendung der -n Option wird die Socketadresse nach dem
kanonischen Rechnernamen und die Portnummer in den zugehörigen
Dienstenamen aufgelßt.
Gegenadresse
Die Adresse und Portnummer der Gegenseite des Sockets. Wie bei lokalen
Adressen schaltet der -n Schalter die Umwandlung von Rechneradresse und
Portnummer ab.
State
Der Zustand des Sockets. Da RAW-Sockets keinen und UDP-Sockets
üblicherweise keinen Zustand haben, kann diese Spalte leer bleiben.
Normalerweise ist sie einer von mehreren Werten:
VERBUNDEN
The socket has an established connection.
SYN_SENT
Es wird versucht auf dem Socket eine Verbindung aufzubauen.
SYN_RECV
Eine Verbindungsanfrage wurde von der Gegenseite empfangen.
FIN_WAIT1
Der Socket wurde geschloßen und die Verbindung wird beendet.
FIN_WAIT2
Die Verbindung ist geschlßen und der Socket wartet darauf, daß
sie von der Gegenseite ebenfalls geschloßen wird.
TIME_WAIT
Der Socket ist nach dem Schließen im Wartezustand um Pakete
handzuhaben, die sich eventuell noch im Netzwerk befinden.
CLOSE Der Socket wird nicht benutzt.
CLOSE_WAIT
Die Gegenseite hat die Verbindung beendet und das Schließen des
Sockets wird erwartet.
LAST_ACK
Die Gegenseite hat die Verbindung beendet und der Socket ist
geschloßen; die Bestätigung wird abgewartet.
LISTEN Der Socket wartet auf eingehende Verbindungen. Diese Sockets
werden nur angezeit, wenn die The socket is listening for
incoming connections. Those sockets are only displayed if the
-a,--listening Option gegeben wird.
CLOSING
Beide Sockets sind geschloßen es wurden aber noch nicht alle
Daten geschickt.
UNKNOWN
Der Zustand des Sockets ist unbekannt.
Benutzer
Der Name oder die Benutzer-ID des Eigentümers des Sockets.
PID/Program name
Durch einen Schrägstrich abgetrenntes Paar von Prozess-ID und
Programmname des Programms, das diesen Socket besitzt. Die Option -p
schaltet die Anzeige dieser Spalte ein. Es werden root Privilegien
benötigt um die nötigen Daten zu erhalten. Für IPX Sockets sind diese
Daten nicht verfügbar.
Timer
(Dies muß noch geschrieben werden)
Aktive Sockets in der UNIX Domäne
Proto
Das Protokoll (in der Regel unix), das vom Socket verwendet wird.
RefZäh
Der Referenzzähler, d.h. die Zahl der Prozesse, die diesen Socket
benutzen.
Flaggen
Die Flaggen, die angezeigt werden sind SO_ACCEPTON (angezeigt als ACC),
SO_WAITDATA (W) oder SO_NOSPACE (N). SO_ACCECPTON wird auf
unverbundenen Sockets verwendet, wenn die zugehörigen Sockets auf
Verbindungsanfragen warten. Die anderen Flaggen sind normalerweise
nicht von Interesse.
Typ
Es gibt verschiedene Arten von Socketzugriff:
SOCK_DGRAM
Der Socket wird im verbindungslosen Datagram-Modus verwendet.
SOCK_STREAM
Dies ist ein verbindungsorientierter Stream-Socket.
SOCK_RAW
Der Socket wird als RAW-Socket verwendet.
SOCK_RDM
Dieser Socket bedient zuverlßig zugestellte Nachrichten.
SOCK_SEQPACKET
Dies ist ein Socket, der die Zustellung in der richtigen
Reihenfolge garantiert.
SOCK_PACKET
Socket mit direktem (RAW) Zugriff auf die Schnittstelle.
UNKNOWN
Wer weiß, was uns die Zukunft bringt soll es hier hinschreiben
:-)
Zustand
Dieses Feld enthält eines der folgenden Schlüsselworte:
FREI Der Socket ist unbenutzt
HÖrt Der Socket lauscht nach Verbindungsanfragen. Diese Sockets
werden nur angezeigt, wenn die -a,--listening Option gesetzt
ist.
VERBINDUNGSAUFBAU
Auf dem Socket wird gerade eine Verbindung aufgebaut.
VERBUNDEN
Auf dem Socket ist Verbindung aufgebaut.
VERBINDUNGSABBAU
Die Verbindung des Sockets wird gerade abgebaut.
(empty)
Der Socket hat keine Verbundung zu einem anderen Socket.
UNKNOWN
Ein Socket sollte niemals in diesem Zustand sein.
PID/Programmname
Prozess-ID und Programmname des Programs, das diesen Socket hält.
Details siehe oben unter Aktive Internetverbindungen.
Pfad
This displays the path name as which the corresponding processes
attached to the socket.
Aktive IPX-Sockets
(Dieser Abschnitt sollte von jemandem, der davon Ahnung hat geschrieben
werden.)
Aktive NET/ROM-Verdingungen
(Dieser Abschnitt sollte von jemandem, der davon Ahnung hat geschrieben
werden.)
Aktive AX.25-Verbindungen
(Dieser Abschnitt sollte von jemandem, der davon Ahnung hat geschrieben
werden.)
BEMERKUNGEN
Seit der Kern Version 2.2 zeigt netstat -i keine
Schnittstellenstatistiken von Schnittstellenaliasen mehr an. Um
Statistiken per Schnittstelle zur erhalten, müssen jetzt mit dem
ipchains(8) Befehl explizite Regeln zugefügt werden.
DATEIEN
/etc/services -- Die Zuordungstabelle für Netzwerksdienste
/proc/net/dev -- Informationen üeber Netzwerksschnittstellen
/proc/net/raw -- Informationen über RAW-Sockets
/proc/net/tcp -- Informationen über TCP-Sockets
/proc/net/udp -- Informationen über UDP-Sockets
/proc/net/igmp -- IGMP-bezogene Informationen
/proc/net/unix -- Informationen über UNIX-Sockets
/proc/net/ipx -- Informationen üeber IPX-Sockets
/proc/net/ax25 -- Informationen über AX25-Sockets
/proc/net/appeltalk -- Informationen über Appletalk-/DDP-Sockets
/proc/net/nr -- Informationen über NET/ROM-Sockets
/proc/net/route -- Informationen zu Kernelrouten
/proc/net/ax25_route -- Kernelinformationen zum AX25-Routen
/proc/net/ipx_route -- Kernelinformationen zum IPX-Routen
/proc/net/nr_nodes -- Kernelliste der NET/ROM-Knoten
/proc/net/nr_neigh -- Kernelliste der NET/ROM-Nachbarn
/proc/net/ip_masquerade -- Liste der maskierten Verbindungen.
SIEHE AUCH
route(8), ifconfig(8), ipfw(4), ipfw(8), ipfwadm(8) ipchains(8)
PROBLEME
Ändert sich der Zustand des Sockets während er gerade angezeigt wird,
so kann unsinnige Information ausgegeben werden. Dies ist jedoch
unwahrscheinlich.
Die netstat -i die beschrieben wird sollte nach einigem Säubern der
BETA-Version des Codes des Net-Tools Packets funktionieren.
AUTOREN
Die Benutzerschnittstelle wurde von Fred Baumgarten
<dc6iq@insu1.etec.uni-karlsruhe.de> geschrieben, die Manpage zum
größten Teil von Matt Welsh <mdw@tc.cornell.edu>. Sie wurde von Alan
Cox <Alan.Cox@linux.org> aktualisiert, benötigt aber weitere Arbeit.
Die Manpage und der eigentliche netstat Befehl wuren von Bernd
Eckenfels <ecki@linux.de> vollständig neu geschrieben.
Übersetzung
Ralf Bächle <ralf@gnu.org>