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net-tools_1.60-23ubuntu3_i386 
NAME
route - Anzeigen der IP-Routen-Tabelle
SYNOPSIS
route [-CFvnee]
route [-v] [-A Addressfamilie] add [-net|-host] Ziel [netmask Nm] [gw
Gw] [metric N] [mss M] [window W] [irtt I] [reject] [mod] [dyn]
[reinstate] [[dev] Schnittstelle]
route [-v] [-A Adressfamilie] del [-net|-host] Ziel [gw Router]
[netmask Nm] [metric N] [[dev] Schnittstelle]
route [-V] [--version] [-h] [--help]
BESCHREIBUNG
Route wird zum Ändern der IP-Routing-Tabelle der Kernels verwendet.
Seine primäre Verwendung ist statische Routen für bestimmte Rechner
oder Netzwerke über eine Schnittstelle einzutragen, nachdem diese mit
dem Programm ifconfig(8) konfiguriert wurde.
OPTIONEN
-v schaltet ausführliche Ausgaben an.
-A Adressfamilie
Benutzt die angegebene Adresse, z.B. inet oder inet6.
-n zeigt numerische Adressen an, d.h. es wird nicht mehr versucht
IP-Adressen in symbolische Hostnamen umzuwandeln. Dies kann
z.B. nützlich sein, wenn der Nameserver nicht mehr erreichbar
ist, z.B. weil keine Route existiert.
-e Schaltet das Ausgabeformat von netstat(8) für die Anzeige der
Routentabelle an. -ee gibt eine sehr lange Zeile mit allen
Routenparametern aus der Routentabelle aus.
-net Das Ziel ist ein Netzwerk.
-host daS Ziel ist ein Rechner
-F Zeit die FIB Routentabelle des Kerns an. Das Ausgabeformat kann
mit den Optionen -e and -ee geändert werden.
-C zeigt den Routencache des Kernels an.
del Löescht eine Route.
add fügt eine Route zu.
Ziel Das Zielnetzwerk oder ‐System. Die Angabe von sowohl IP-
Adressen in Form von dezimalen durch Punkt getrennten Quadrupeln
als auch Rechner‐ und Netznamen ist zulässig.
netmask Nm
ändert die Netzwerksmaske der Route, die zugefügt werden soll.
gw Router
Alle IP-Pakete für das Zielnetzwerk / ‐System werden zum
angegebenen Router weitergeleitet.
ANMERKUNG: Das angegebene Ziel muß zuerst erreichbar sein.
Üblicherweise bedeutet das, das zuerst eine statische Route zum
Router eingetragen werden. Wird die Adresse einer lokalen
Schnittstelle angegeben, so wird sie benutzt um zu entscheiden
zu welcher Schnittstelle die Pakete weitergeleitet werden.
Dieses Merkmal dient der Kompatibilität mit BSD.
metric M
Setzt das Metric-Feld der Routentabelle, das von Routendämonen
verwendet wird, auf M.
mss M Setzt den MSS-Wert (Maximum Segment Size) für TCP-Verbindungen
über diese Route auf M bytes. Diese Einstellung kann verwendet
werden um eine kleinere MTU zu erzwingen, wenn Path MTU
Discovery nicht funktioniert (normalerweise weil ein Firewall
dazwischen ist der ICMP Fragmentation Needed blockt). Die
Standardeinstellung ist die MTU des Netzwerkinterfaces minus
Headers oder eine kleinere falls bekannt.
window W
Setzt das TCP-Fenster für Verbindungen über diese Route auf W
bytes. Dies wird üblicherweise nur auf AX.25-Netzwerken und mit
Treibern, die Probleme mit aufeinanderfolgenden Paketen haben,
benutzt.
irtt A Setzt die Anfängliche Paketumlaufzeit (IRTT, Initial Round Trip
Time) für TCP-Verbindungen auf A millisekunden. Erlaubte Werte
sind im Bereich von 1-12000 Milisekunden. Dies wird
üblicherweise nur auf AX.25 Netzwerken benutzt. Wenn
ausgelassen, dann wird der Standardwert aus RFC1122 von 300ms
benutzt.
reject Installiert eine Blockaderoute, die im Abbruch der Suche nach
einer Route resultiert. Dies wird zum Beispiel benutzt um
Netzwerke auszumaskieren, bevor die Standardroute verwendet
wird. Dieses Merkmal ist NICHT zur Verwendung als Firewall
gedacht.
mod, dyn, reinstate
Installiert eine dynamische oder modifizierte Route. Beide
Flaggen werden im allgemeinen nur von Routendämonen verwendet
und dienen im route(8) Kommando nur zu diagnostischen Zwecken.
dev Schnittstelle
Erzwingt, daß die Route mit der angegebenen Schnittstelle
assoziiert wird. Ansonsten würde der Kern selbstständig
versuchen, die Schnittstelle durch Überprüfung bereits
existierender Routen, Schnittstellenspezifikationen und der
Stelle, zu der die Route zugefügt wird. In den meisten normalen
Netzwerken wird dies nicht benötigt.
Wird als letzte Option dev Schnittstelle angegeben, so kann das
Schlüsselwort dev ausgelassen werden, da es Standardwert ist.
Ansonsten ist die Reihenfolge der Optionen (metric, netmask, gw
und dev), die die Route verändern, egal.
BEISPIELE
route add -net 127.0.0.0
erzeugt die normale Loopbackroute mit der Netzmaske 255.0.0.0
(Netzwerk Klasse A, ermittelt aus der Zieladresse) und assoziert
sie mit der Schnittstelle lo unter der Annahme, daß dieses Gerät
vorher mit ifconfig(8) konfiguriert wurde.
route add -net 192.56.76.0 netmask 255.255.255.0 dev eth0
Legt eine Route zum Netzwerk 192.56.76.x über eth0 an. Die
Angabe der Klasse C Netzmaske ist in diesem Fall nicht nötig,
192.* Klasse C IP-Adressen sind. Das Wort dev darf in diesem
Fall ausgelassen werden.
route add default gw mango-gw
legt eine Standardroute, d.h. eine Route die verwendet wird,
wenn keine andere Route passt, an. Alle Pakete über diese Route
werden über mango-gw weitergeleitet. Die Schnittstelle, die
tatsächlich für diese Route verwendet wird, hängt davon ab, wie
mango-gw erreicht werden kann. Zuvor muß mango-gw bereits über
eine andere Route erreicht werden können.
route add ipx4 sl0
Legt eine Route zum Rechner ipx4 über die SLIP-Schnittstelle an.
Dabei wird angenommen daß ipx4 der SLIP-Rechner auf der
Gegenseite ist.
route add -net 192.57.66.0 netmask 255.255.255.0 gw ipx4
Dieses Kommando sorgt dafür, dass das Netz 192.57.66.x über die
obige Route über die SLIP-Schnittstelle weitergeleitet wird.
route add 224.0.0.0 netmask 240.0.0.0 dev eth0
Dieses etwas obscure Beispiel wird hier dokumentiert, um zu
zeigen, wie Multicastrouten angelegt werden. Durch diese Route
werden alle Pakete der Klasse D (Multicast) über eth0
weitergeleitet. Diese die korrekte Konfiguration für einen Kern
mit Multicast-Unterstützung.
route add 10.0.0.0 netmask 255.0.0.0 reject
Dies installiert eine zurückweisende Route für das private
Netzwerk 10.x.x.x.
AUSGABE
Die Ausgabe der Kernelroutentabelle besteht aus folgenden Spalten
Ziel Das Zielnetzwerk oder ‐System.
Router Die Adresse des weiterleitenden Routers oder "*", wenn keine
gesetzt ist.
Genmask
Die Netzmaske für das Zielnetz; ’255.255.255.255’ für eine
einzeles Zielsystem und ’0.0.0.0’ für die Standardroute (.
default).
Flaggen
Mögliche Flaggen sind
U Route ist aktiviert ( up)
H Ziel ist ein einzelner Rechner
G Benutzt einen Router als gateway
R modifiziert eine Route bei dynamischem Routen
D Route ist dynamisch von einem daemon oder redirect-Paket
erzeugt worden.
M modified von einem Routendämon oder redirekt-Paket.
! (zurückweisendeRoute)
Metric Der Abstand zum Ziel, d.h. üblicherweise die Anzahl der
Zwischenrouter. Dieser Wert wird von aktuellen Kernen nicht
verwendet, kann aber u.U. von Routendämonen benötigt werden.
Ref Anzahl der Referenzen auf diese Route. Wird vom Linux Kern
nicht benutzt.
Benutzer
Zahl der Suchvorgänge nach dieser Route. Abhängig von -F und -C
werden entweder fehlgeschlagene Suchen im Cache (-F) oder Cache-
Treffer (-C) Count of lookups for the route. Depending on the
use of -F and -C this will be either route cache misses (-F) or
hits (-C).
Schnittstelle
Schnittstelle auf die Pakete für diese Route geleitet werden.
MSS Maximale Segmentgröße für TCP-Verbindungen über diese Route.
Fenster
Voreinstellung für die Fenstergröße von Verbindungen über diese
Route.
irtt Anfängliche Paketumlaufszeit (IRTT, Initial Round Trip Time).
Der Kern benutzt diesen Wert um die bestmöglichen Parameter für
das TCP-Protokoll abzuschätzen ohne möglicherweise auf eventuell
langsame Antworten warten zu müssen.
HH (cached only)
Die Anzahl der ARP-Einträge und gecachten Routen, die den
Hardware- headercache der gecachten Route referenzieren. Die
ist -1 wenn keine Hardwareadresse nicht für den Eintrag der
gecachten Route benötigt wird, z.B. für lo.
Arp (nur gecachet)
Nur wenn die Hardwareadresse für die gecachte Route aktuell ist.
DATEIEN
/proc/net/ipv6_route
/proc/net/route
/proc/net/rt_cache
SIEHE AUCH
ifconfig(8), netstat(8), arp(8), rarp(8)
GESCHICHTE
Route für Linux wurde ursprünglich von Fred N. van Kempen geschrieben
(waltje@uwalt.nl.mugnet.org) und dann von Johannes Stille und Linus
Torvalds für pl15. Alan Cox hat die mss und window Optionen für Linux
1.1.22 zugefügt. Bernd Eckenfels hat schließlich die Unterstützung für
irtt beigesteuert und den Code mit dem von Netstat vereinigt.
AUTOREN
Route wird zur Zeit von Phil Blundel <Philip.Blundell@pobox.com> und
Bernd Eckenfels <net-tools@lina.inka.de> gewartet.
Übersetzung
Ralf Bächle <ralf@gnu.org>