Provided by:
debconf-doc_1.5.40ubuntu1_all 
NAME
debconf.conf - Konfigurations-Datei fur Debconf
BESCHREIBUNG
Debconf ist ein Konfigurationssystem fur Debian-Pakete.
/etc/debconf.conf und ~/.debconfrc sind Konfigurationsdateien, die
Debconf benutzt, um herauszufinden, welche Datenbanken es benutzen
soll. Diese Datenbanken werden fur das Speichern von zwei Arten von
Informationen benutzt; dynamische Konfigurationsdaten, die der Benutzer
eingibt, und statische Vorlagendaten. Debconf bietet ein flexibles,
erweiterbares Datenbanken-Backend. Neue Treiber konnen mit minimalem
Aufwand erzeugt werden, und Treiber-Satze konnen auf verschiedene Weise
kombiniert werden.
"UBERSICHT
# Dies ist eine einfache Konfigurationsdatei,
# die ausreichend ist, um Debconf zu benutzen
Config: configdb
Templates: templatedb
Name: configdb
Driver: File
Filename: /var/cache/debconf/config.dat
Name: templatedb
Driver: File
Mode: 644
Filename: /var/cache/debconf/templates.dat
DATEIFORMAT
Das Format dieser Datei ist eine Folge von Absatzen, jeweils getrennt
durch mindestens eine vollstandig leere Zeile. Kommentarzeilen, die mit
dem Zeichen >>#<< beginnen, werden ignoriert.
Der erste Absatz der Datei ist besonders, er wird benutzt, um Debconf
im Ganzen zu konfigurieren. Zwei Felder sind in diesem ersten Absatz
erforderlich:
Config Gibt den Namen der Datenbank an, aus der die
Konfigurationsdaten geladen werden.
Templates
Gibt den Namen der Datenbank an, die fur das
Zwischenspeichern von Vorlagen zu benutzen ist.
Zusatzliche Felder, die benutzt werden konnen, schlieBen ein:
Frontend
Die Benutzerschnittstelle, die Debconf benutzen soll,
dies uberstimmt jede Schnittstellen-Einstellung in der
Debconf-Datenbank.
Priority
Die Prioritat, die Debconf benutzen soll, dies uberstimmt
jede Prioritatseinstellung in der Debconf-Datenbank.
Admin-Email
Die E-Mail-Adressen, an die Debconf E-Mail schicken soll,
falls sichergestellt werden muss, dass der Administrator
eine wichtige Nachricht gesehen hat. StandardmaBig
>>root<<, dies kann auf jede gultige E-Mail-Adresse
gesetzt werden, um die E-Mail dorthin zu schicken. Dies
kann im Vorbeigehen durch die Umgebungsvariable
DEBCONF_ADMIN_EMAIL uberstimmt werden.
Debug Falls gesetzt, lasst dies Debconf Informationen zur
Fehlersuche auf die Standardfehlerausgabe ausgeben. Der
Wert, auf den dies gesetzt wird, kann so etwas wie
>>user<<, >>developer<<, >>db<< oder ein regularer
Ausdruck sein. Typischerweise, statt es permanent in
einer Konfigurationsdatei zu setzen, wollen Sie die
Fehlersuche nur zeitweise anstellen, und die
Umgebungsvariable DEBCONF_DEBUG kann stattdessen gesetzt
werden, um dies zu bewerkstelligen.
NoWarnings
Falls gesetzt, lasst dies Debconf Warnungen uber
verschiedene Dinge nicht anzeigen. Dies kann im
Vorbeigehen durch die Umgebungsvariable
DEBCONF_NOWARNINGS uberstimmt werden.
Log Lasst Debconf, wahrend es lauft, Informationen zur
Fehlersuche in das Syslog schreiben. Der Wert, auf den
dies gesetzt wird, kontrolliert, was protokolliert wird.
Siehe oben >>Debug<< fur eine Erklarung der Werte, die
gesetzt werden konnen, um zu kontrollieren, was
protokolliert wird.
Terse Falls auf >>true<< gesetzt, lasst dies einige
Debconf-Benutzerschnittstellen einen besonders knappen
Anzeigemodus benutzen, der so wenig wie moglich ausgibt.
Der knappe Modus kann temporar uber die Umgebungsvariable
DEBCONF_TERSE gesetzt werden.
Der erste Abschnitt der Datei kann wie folgt aussehen:
Config: configdb
Templates: templatedb
Jeder verbleibende Absatz in der Datei richtet eine Datenbank ein. Ein
Datenbankenabschnitt beginnt mit der Benennung der Datenbank:
Name: configdb
Dann wird angezeigt, welcher Datenbank-Treiber fur diese Datenbank
benutzt werden soll. Siehe unten TREIBER fur Informationen, welche
Treiber verfugbar sind.
Driver: File
Sie konnen angeben, dass die Datenbank nicht essenziell fur die
ordnungsgemaBe Funktionsweise von Debconf ist, indem Sie sagen, dass
sie nicht erforderlich ist. Dies lasst Debconf fortfahren, falls die
Datenbank aus irgendeinem Grund scheitert.
Required: false
Sie konnen jede Datenbank als nur-lesend markieren, und Debconf
schreibt nichts hinein.
Readonly: true
Sie konnen mit Accept- und Reject-Zeilen auch begrenzen, welche Arten
von Daten in die Datenbank gelangen konnen; siehe unten
ZUGRIFFSKONTROLLE.
Der Rest jedes Datenbanken-Absatz wird benutzt, um Konfiguration
speziell zu diesem Treiber bereitzustellen. Zum Beispiel muss der
Treiber Text ein Verzeichnis wissen, in das er die Datenbank packt, so
dass Sie sagen konnten:
Filename: /var/cache/debconf/config.dat
TREIBER
Eine Reihe von Treibern sind verfugbar, und mehr noch konnen mit wenig
Schwierigkeit geschrieben werden. Treiber gibt es in zwei generellen
Typen. Zuerst gibt es echte Treiber -- Treiber die tatsachlich auf
Daten in irgendeiner Form von Datenbank zugreifen und speichern, welche
im lokalen Dateisystem oder auf einem entfernten System sein konnen.
Dann gibt es Meta-Treiber, die andere Treiber kombinieren, um
interessantere Systeme zu formen. Lassen Sie uns mit ersteren beginnen.
File
Dieser Datenbank-Treiber erlaubt Debconf, eine
vollstandige Datenbank in einer einzelnen flachen
Textdatei zu speichern. Dies erlaubt einfaches
Archivieren, Transferieren zwischen Maschinen und
Editieren. Es ist eines der kompakteren Datenbank-Formate
hinsichtlich des benutzten Plattenplatz. Es ist auch eins
der langsamsten.
Als Nachteil muss die gesamte Datei eingelesen werden,
jedes Mal, wenn Debconf startet, und Speichern ist
ebenfalls langsam.
Die folgenden Dinge sind fur diesen Treiber
konfigurierbar:
Filename
Die Datei, die als Datenbank benutzt werden
soll. Dies ist ein erforderliches Feld.
Mode Die Berechtigungen, mit denen die Datei
erzeugt wird, falls sie nicht existiert.
StandardmaBig 600, weil die Datei unter
Umstanden Passworter enthalten konnte.
Format Das Format der Datei. Siehe unten FORMATE.
StandardmaBig wird ein RFC-822-ahnliches
Format benutzt.
Backup Ob von der alten Datei eine
Sicherheitskopie gemacht werden soll, bevor
sie verandert wird. StandardmaBig >>true<<.
Ein Beispiel-Absatz, der eine Datenbank unter Benutzung
dieses Treiber einrichtet:
Name: mydb
Driver: File
Filename: /var/cache/debconf/mydb.dat
DirTree
Dieser Datenbank-Treiber erlaubt Debconf, Daten in einer
hierarchischen Verzeichnisstruktur zu speichern. Die
Namen der verschiedenen Debconf-Vorlagen und -Fragen
werden benutzt, wie sie sind, um Verzeichnisse mit
Dateien darin zu formen. Dieses Datenbanken-Format ist
das einfachste, wenn es darum geht, von Hand zu stobern
und zu tricksen. Es hat sehr gute Lade- und
Speicher-Geschwindigkeiten. Es beansprucht typischerweise
auch den meisten Platz, weil viele kleine Dateien und
Unterverzeichnis zusatzlichen Raum nehmen.
Die folgenden Dinge sind fur diesen Treiber
konfigurierbar:
Directory
Das Verzeichnis, in das die Dateien gelegt
werden. Erforderlich.
Extension
Eine Erweiterung, die den Namen von Dateien
hinzugefugt werden. Muss auf eine
nicht-leere Zeichenkette gesetzt werden;
standardmaBig >>.dat<<
Format Das Format der Datei. Siehe unten FORMATE.
StandardmaBig wird ein RFC-822-ahnliches
Format benutzt.
Backup Ob von der alten Datei eine
Sicherheitskopie gemacht werden soll, bevor
sie verandert wird. StandardmaBig >>true<<.
Ein Beispiel-Absatz, der eine Datenbank unter Benutzung
dieses Treiber einrichtet:
Name: mydb
Driver: DirTree
Directory: /var/cache/debconf/mydb
Extension: .txt
PackageDir
Dieser Datenbank-Treiber ist ein Kompromiss zwischen den
Datenbanken >>File<< und >>DirTree<<. Er benutzt ein
Verzeichnis, in dem es (ungefahr) eine Datei pro Paket,
das Debconf benutzt, gibt. Dies ist ziemlich schnell,
wahrend es wenig mehr Platz als der Datenbank-Treiber
>>File<< benutzt.
Dieser Treiber ist auf dieselbe Weise wie der Treiber
DirTree konfigurierbar, und zusatzlich:
Mode Die Berechtigungen, mit denen Dateien erzeugt
werden. StandardmaBig 600, da die Dateien unter
Umstanden Passworter enthalten konnten.
Ein Beispiel-Absatz, der eine Datenbank unter Benutzung
dieses Treiber einrichtet:
Name: mydb
Driver: PackageDir
Directory: /var/cache/debconf/mydb
LDAP
WARNUNG: Dieser Datenbank-Treiber ist gegenwartig
experimentell. Mit Vorsicht zu benutzen.
Dieser Datenbank-Treiber greift fur
Debconf-Konfigurationsdaten auf ein LDAP-Verzeichnis zu.
Wegen ihrer vertrackten Natur sollte auf
LDAP-Verzeichnisse typischerweise im Nur-Lese-Modus
zugegriffen werden. Dies ist notwendig, weil mehrere
gleichzeitige Zugriffe stattfinden konnen, und es ist
generell besser fur die Daten-Konsistenz, dass niemand
versucht, die Daten zu verandern, wahrend der Zugriff
erfolgt. Selbstverstandlich wird Schreibzugriff
unterstutzt, in den Fallen, in denen Sie die
Konfigurationsdaten in dem Verzeichnis aktualisieren
wollen.
Fur Informationen uber das Einrichten eines LDAP-Server
fur Debconf lesen Sie
/usr/share/doc/debconf-doc/README.LDAP (im Paket
debconf-doc)
Um diesen Datenbank-Treiber zu benutzen, mussen Sie das
Paket libnet-ldap-perl installieren. Debconf schlagt
dieses Paket vor, hangt aber nicht von ihm ab.
Bitte erwagen Sie sorgfaltig die
Sicherheits-Auswirkungen, die die Verwendung einer
entfernten Debconf-Datenbank mit sich bringt. Solange Sie
nicht der Quelle und dem zwischengelegenen Netzwerk
vertrauen, ist dies keine sichere Sache.
Die folgenden Dinge sind fur diesen Treiber
konfigurierbar:
server Hostname oder IP-Adresse des LDAP-Servers,
mit dem verbunden werden soll.
port Der Port, auf dem mit dem LDAP-Server
verbunden werden soll. Falls nicht
angegeben, wird der standardmaBige Port
benutzt.
basedn Die DN, unter der alle
Konfigurationselemente gespeichert werden.
Von jedem Konfigurationselement wird
angenommen, dass es in einer DN cn=<item
name>,<Base DN> existiert. Falls dieser
Struktur nicht gefolgt wird, wird fur
nichts garantiert.
binddn Die DN, als die das Verzeichnis zu binden
ist. Anonyme Bindung wird benutzt, falls
keine angegeben wird.
bindpasswd
Das bei einer authentifizierten Bindung zu
benutzende Passwort (benutzt mit binddn
oben). Falls nicht angegeben, wird anonyme
Bindung benutzt.
Diese Option sollte nicht im generellen
Falle benutzt werden. Anonyme Bindung
sollte die meiste Zeit fur Nur-Lese-Zugriff
ausreichend sein. Bindungs-DN und -Password
sollte fur den gelegentlichen Fall
reserviert werden, in dem Sie die
Debconf-Konfigurationsdaten aktualisieren
wollen.
keybykey
Aktiviere Zugriff auf individuelle
LDAP-Eintrage, anstatt sie am Anfang alle
auf einmal zu holen. Dies ist sehr
nutzlich, falls Sie die Abfrage bestimmter
Debconf-Schlussel in Ihren LDAP-Protokollen
uberwachen wollen. Auf diese Weise konnten
Sie auch eigenen Behandlungscode auf der
Seite des LDAP-Servers schreiben.
Beachten Sie, dass, wenn diese Option
gesetzt ist, die Verbindung zum LDAP-Server
wahrend des gesamten Debconf-Laufs aktiv
gehalten wird. Dies ist ein wenig
verschieden zu dem
Alles-in-Einem-Verhalten, wo zwei kurze
LDAP-Verbindungen erfolgen; am Anfang, um
alle Eintrage zu holen, und am Ende, um
mogliche Anderungen zu speichern.
Ein Beispiel-Absatz, der eine Datenbank einrichtet, die
diesen Treiber benutzt, unter Annahme, dass die entfernte
Datenbank auf example.com ist und anonym zugegriffen
werden kann:
Name: ldapdb
Driver: LDAP
Readonly: true
Server: example.com
BaseDN: cn=debconf,dc=example,dc=com
KeyByKey: 0
Noch ein Beispiel, diesmal ist die LDAP-Datenbank auf
localhost, und kann beschrieben werden:
Name: ldapdb
Driver: LDAP
Server: localhost
BaseDN: cn=debconf,dc=domain,dc=com
BindPasswd: secret
KeyByKey: 1
Pipe
Dieser Datenbankentreiber fur besondere Anlasse liest und
schreibt die Datenbank von der Standardein/-ausgabe. Er
mag fur Leute mit besonderen Bedurfnissen nutzlich sein.
Die folgenden Dinge sind fur diesen Treiber
konfigurierbar:
Format Das zu lesende und zu schreibende Format.
Siehe unten FORMATE. StandardmaBig ein
RFC-822-ahnliches Format.
Infd Nummer des Dateideskriptors von dem gelesen
werden soll. Liest standardmaBig von Stdin.
Falls auf >>none<< gesetzt, liest die
Datenbank beim Starten keine Daten.
Outfd Nummer des Dateideskriptors auf den
geschrieben werden soll. Schreibt
standardmaBig auf Stdout. Falls auf
>>none<< gesetzt, wird die Datenbank beim
SchlieBen verworfen.
Das sind alle echten Treiber, lassen Sie uns nun zu den
Meta-Treibern gehen.
Stack
Dieser Treiber stapelt eine Anzahl anderer Datenbanken
(jeglichen Typs), und erlaubt, auf sie zuzugreifen, als
ob sie eine einzige waren. Wenn Debconf einen Wert
anfragt, gibt die erste Datenbank in dem Stapel, die den
Wert enthalt, ihn zuruck. Falls Debconf etwas in die
Datenbank schreibt, wird normalerweise auf den ersten
Treiber in dem Stapel, der das modifizierte Element
enthalt, geschrieben, und falls es keiner hat, wird das
neue Element der ersten schreibbaren Datenbank auf dem
Stapel hinzugefugt.
Die Dinge werden interessanter, falls eine der
Datenbanken auf dem Stapel nur-lesend ist. Betrachten wir
einen Stapel der Datenbanken Foo, Bar und Baz, wo Foo und
Baz beide nur-lesend sind. Debconf will ein Element
andern, und dieses Element ist nur in Baz prasent, die
nur-lesend ist. Der Stapel-Treiber ist klever genug, zu
erkennen, dass das nicht funktioniert, und kopiert das
Element von Baz nach Bar, und das Schreiben findet in Bar
statt. Nun wird das Element in Baz von dem in Bar
verdeckt, und ist fur Debconf nicht mehr sichtbar.
Dieses ist vor allem nutzlich, falls Sie viele Systeme
auf eine zentrale, nur-lesende Datenbank verweisen
wollen, wobei immer noch auf jedem System erlaubt ist,
Dinge zu uberstimmen. Wenn dem Bild Zugriffskontrollen
hinzugefugt werden, erlauben Ihnen Stapel viele andere
interessante Dinge zu tun, wie alle Passworter in eine
Datenbank umzuleiten, wahrend eine Datenbank darunter
alles andere behandelt.
Nur ein Konfigurationselement wird zum Einrichten eines
Stapels benotigt:
Stack Hier geben Sie eine Liste anderer
Datenbanken namentlich an, um dem Treiber
zu sagen, was den Stapel bildet.
Zum Beispiel:
Name: megadb
Driver: stack
Stack: passworddb, configdb, companydb
WARNUNG: Der Stapel-Treiber ist noch nicht sehr gut
getestet. Auf eigenes Risiko zu verwenden.
Backup
Dieser Treiber leitet alle Anfragen an einen anderen
Datenbankentreiber weiter. Aber er kopiert auch alle
Schreibe-Anfragen als Sicherheitskopie an einen zweiten
Datenbankentreiber.
Sie mussen fur die Einrichtung dieses Treibers die
folgenden Felder angeben.
Db Die Datenbank, von der gelesen und auf die
geschrieben werden soll.
Backupdb
Der Name der Datenbank, an die Kopien von
Schreibzugriffen gesendet werden sollen.
Zum Beispiel:
Name: backup
Driver: Backup
Db: mydb
Backupdb: mybackupdb
Debug
Dieser Treiber leitet alle Anfragen an einen anderen
Datenbankentreiber weiter, und gibt eine wortreiche
Ausgabe zur Fehlersuche uber Anfrage und Ergebnis aus.
Sie mussen fur die Einrichtung dieses Treibers die
folgenden Felder angeben.
Db Die Datenbank, von der gelesen und auf die
geschrieben werden soll.
ZUGRIFFSKONTROLLEN
Wenn Sie eine Datenbank einrichten, konnen Sie auch einige
Felder benutzen, um Zugriffskontrollen anzugeben. Sie konnen zum
Beispiel angeben, dass eine Datenbank nur Passworter akzeptiert,
oder eine Datenbank nur Dinge mit >>foo<< in ihrem Namen
annehmen lassen.
Readonly
Wie vorher erwahnt, macht diese Zugriffskontrolle, falls
auf >>true<< gesetzt, eine Datenbank nur-lesend. Debconf
liest aus ihr Werte, aber schreibt niemals etwas in sie
hinein.
Accept-Name
Der Text in diesem Feld ist ein Perl-kompatibler
regularer Ausdruck, der auf die Namen der Elemente, wie
sie von der Datenbank angefragt werden, angewendet wird.
Nur wenn der Name eines Elements mit dem regularen
Ausdruck ubereinstimmt, erlaubt die Datenbank Debconf auf
es zuzugreifen oder es zu modifizieren.
Reject-Name
Wie Accept-Name, auBer dass jedes Element, dessen Namen
mit diesem regularen Ausdruck ubereinstimmt,
zuruckgewiesen wird.
Accept-Type
Noch ein regularer Ausdruck, dieser wird auf den Typ des
zugegriffenen Elementes angewendet. Nur falls der Typ auf
den Ausdruck passt, wird der Zugriff gestattet.
Reject-Type
Wie Accept-Type, auBer dass jeder Typ, der auf diesen
regularen Ausdruck passt, zuruckgewiesen wird.
FORMATE
Einige der Datenbankentreiber benutzen Format-Module, um das
eigentliche Format zu kontrollieren, in welchem die Datenbank
auf Platte gespeichert wird. Diese Formate werden gegenwartig
unterstutzt:
822 Dies ist ein Dateiformat, das ungefahr auf dem
RFC-822-Format fur Kopfzeilen von E-Mails basiert.
Ahnliche Formate werden uberall in Debian benutzt; bei
der dpkg-Status-Datei und so weiter.
BEISPIEL
Hier ist ein komplizierteres Beispiel einer Datei debconf.conf.
# Dieser Absatz richtet Debconf generell ein.
Config: stack
Templates: templates
Log: developer
Debug: developer
# Dies ist meine eigene lokale Datenbank.
Name: mydb
Driver: DirTree
Directory: /var/cache/debconf/config
# Dies ist eine weitere Datenbank, in der ich
# nur Konfiguration fur den X-Server habe.
Name: X
Driver: File
Filename: /etc/X11/debconf.dat
Mode: 644
# Es ist ein wenig schwer, zu bestimmen,
# welche Fragen zu X11 gehoren; man sollte
# eine tiefere Baumstruktur verwenden, so
# dass ich nur auf ^X/ zu schauen brauchte
# Ach ja.
Accept-Name: xserver|xfree86|xbase
# Die ist die globale Debconf-Datenbank
# unserer Firma, (fur mich) nur lesbar.
Name: company
Driver: LDAP
Server: debconf.foo.com
BaseDN: cn=debconf,dc=foo,dc=com
BindDN: uid=admin,dc=foo,dc=com
BindPasswd: secret
Readonly: true
# Ich mochte keine Passworter, die in
# ihr enthalten sein konnten.
Reject-Type: password
# Falls diese DB aus welchem Grund auch nicht
# zugreifbar ist, mache einfach weiter.
Required: false
# In dieser Datenbank halte ich
# sicher Passworter
Name: passwords
Driver: File
Filename: /etc/debconf/passwords
Mode: 600
Accept-Type: password
# Lassen Sie uns sie alle in
# einem Datenbankenstapel
# zusammenpacken
Name: stack
Driver: Stack
Stack: passwords, X, mydb, company
# Also kommen alle Passworter in die
# Passwortdatenbank. Die meiste
# Konfiguration fur X11 kommt in die
# Datenbank X, und alles andere kommt
# in meine Datenbank. Werte werden der
# Reihe nach in diesen nachgeschlagen,
# und wenn keine einen bestimmten Wert
# hat, wird in der Firmen-weiten LDAP-
# Datenbank nachgeschlagen (auBer es
# ist ein Passwort).
# Auch fur das Halten von Vorlagen wird eine
# Datenbank benutzt. Wir brauchen diese
# nicht so hubsch zu machen.
Driver: File
Mode: 644
Format: 822
Filename: /var/cache/debconf/templates
ANMERKUNGEN
Falls Sie in dieser Datei etwas wie ${HOME} benutzen, wird es
durch den Wert der benannten Umgebungsvariablen ersetzt.
Umgebungsvariablen konnen auch benutzt werden, um die
Datenbanken im Vorbeigehen zu uberstimmen, siehe debconf(7).
Bei den Feldnamen (der Teil der Zeile vor dem Doppelpunkt) wird
nicht auf GroB-/Kleinschreibung geachtet. Aber bei den Werten.
GEPLANTE ERWEITERUNGEN
Mehr Treiber und Formate. Einige Ideen beinhalten: Ein
SQL-Treiber, mit der Fahigkeit, auf eine entfernte Datenbank
zuzugreifen. Ein DHCP-Treiber, der einige besondere Dinge wie
Hostname, IP-Adresse und DNS-Server verfugbar macht. Ein
Treiber, der Werte aus TXT-Feldern in offentlichen DNS-Eintragen
zieht. Ein Format, das kompatibel mit der Ausgabe von cdebconf
ist. Ein Uberstimmungstreiber, der die Wert-Felder oder Flags
von allen Anfragen, die durch ihn hindurchgeleitet werden,
uberstimmen kann.
DATEIEN
/etc/debconf.conf
~/.debconfrc
"UBERSETZUNG
Die deutsche Ubersetzung wurde 2008 von Florian Rehnisch
<eixman@gmx.de> und 2008-2009 von Helge Kreutzmann
<debian@helgefjell.de> angefertigt. Diese Ubersetzung ist Freie
Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License Version
2 oder neuer fur die Kopierbedingungen. Es gibt KEINE HAFTUNG.
SIEHE AUCH
debconf(7)
AUTOR
Joey Hess <joeyh@debian.org>
DEBCONF.CONF(5)