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BEZEICHNUNG

       proc - Prozess-Informationen in einem Pseudo-Dateisystem

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              man -LC 5 proc

       eingeben.

BESCHREIBUNG

       /proc ist ein Pseudo-Dateisystem und dient (anstelle von /dev/kmem) als
       Schnittstelle zu den Kernel-Datenstrukturen.  Die meisten Eintrage sind
       nur lesbar,  einige  Dateien  erlauben  aber  auch  das  Verandern  der
       Kernelvariablen.

       Die  folgende  Ubersicht  bietet einen Schnelldurchgang durch den /proc
       Verzeichnisbaum.

       [Zahl] Fur jeden laufenden Prozess gibt es ein numerisches
              Unterverzeichnis mit der Nummer der Prozesskennung.  In jedem
              dieser Unterverzeichnisse gibt es die folgenden Pseudo-Dateien
              und Verzeichnisse.

              cmdline
                     Hierin steht die komplette Kommandozeile fur diesen
                     Prozess (auBer er ist ausgelagert oder ein Zombie - in
                     diesem Falle gibt ein Leseversuch 0 Zeichen zuruck).
                     Diese Datei ist Nullterminiert, nicht mit einem
                     Zeilenvorschub.

              cwd    Dies ist ein Link auf das aktuelle Arbeitsverzeichnis des
                     Prozesses.  Um dieses fur z. B. Prozess 20
                     herauszufinden, kann man Folgendes tun:
                     cd /proc/20/cwd; /bin/pwd

              Achtung: pwd ist haufig in die Shell eingebaut; diese interne
              Funktion konnte in diesem Zusammenhang versagen (daher
              "/bin/pwd").

              environ
                     Diese Datei enthalt die Prozess-Umgebung.  Die Eintrage
                     sind Nullterminiert, am Ende der Liste kann ebenfalls ein
                     Nullbyte stehen.  Um also die Umgebung von Prozess 1 zu
                     auszugeben:
                     (cat /proc/1/environ; echo) | tr "\000" "\n"

              (Ein Grund dafur steht unter lilo(8).)

              exe    ein Zeiger auf die ausgefuhrte Binardatei, als
                     symbolischer Link.  readlink(2) auf die exe Spezialdatei
                     ergibt eine Zeichenkette in diesem Format:

                     [device]:inode ([Geratekennung]:Dateieintragskennung)

                     [0301]:1502 ware also z. B. Inode 1502 auf dem major
                     device 03 (IDE-, MFM- Festplatten), minor device 01
                     (erste Partition der ersten Platte).

                     Der symbolische Link wird ganz normal aufgelost, das
                     Offnen von "exe" fuhrt zum Offnen der Binardatei.  Man
                     kann sogar Folgendes eingeben: /proc/[Zahl]/exe um eine
                     Kopie des Prozesses als [Zahl] laufen zu lassen.

                     find(1) mit der Option -inum zeigt, in welchem
                     Verzeichnis die Datei liegt.

              fd     In diesem Unterverzeichnis stehen die Dateideskriptoren
                     der von diesem Prozess geoffneten Dateien.  Diese
                     Eintrage sind symbolische Links zu den eigentlichen
                     Dateien (wie beim exe-Eintrag).  0 ist Standardeingabe, 1
                     ist Standardausgabe, 2 ist der Standardfehlerkanal usw.

                     Damit kann man Programme "hereinlegen", die aus/in
                     Dateien lesen/schreiben (an Stelle von Standard-
                     Ein/Ausgabe).  Angenommen, -i bezeichnet die
                     Eingabedatei, -o die Ausgabedatei:
                     foobar -i /proc/self/fd/0 -o /proc/self/fd/1 ...
                     Und schon arbeitet das Programm als Filter.  Allerdings
                     funktioniert das nur mit Programmen, die keine
                     Suchvorgange in ihren Dateien durchfuhren, denn die
                     Dateien in fd lassen sich nicht durchsuchen.

                     /proc/self/fd/N ist in etwa dasselbe wie /dev/fd/N in
                     einigen UNIX und UNIX-ahnlichen Systemen.  Die meisten
                     MAKEDEV-Skripte in Linux sind einfach symbolische Links
                     auf /proc/self/fd.

              maps   Eine Datei mit den derzeitigen Speicherbereichen und
                     ihren Zugriffsrechten.

                     Das Format ist:
                        address           perms offset   dev   inode
                        00000000-0002f000 r-x-- 00000400 03:03 1401
                        0002f000-00032000 rwx-p 0002f400 03:03 1401
                        00032000-0005b000 rwx-p 00000000 00:00 0
                        60000000-60098000 rwx-p 00000400 03:03 215
                        60098000-600c7000 rwx-p 00000000 00:00 0
                        bfffa000-c0000000 rwx-p 00000000 00:00 0

              Dabei ist address der Adressbereich, den der Prozess belegt,
              perms ist ein Satz von Rechten:
                   r = read (lesen)
                   w = write (schreiben)
                   x = execute (ausfuhren)
                   s = shared (geteilt (mit anderen Prozessen))
                   p = private (copy on write) (Kopieren bei Schreibzugriffen)

              offset ist der Abstand zum Anfang (der Datei oder was auch
              immer), dev ist das Gerat (major:minor) und inode ist die inode
              auf diesem Gerat.  Ist inode 0, dann ist keine Datei mit diesem
              Speicherbereich verbunden, wie z. B. im Falle von bss.

              mem    Nicht zu verwechseln mit /dev/mem (1,1), trotz der
                     gleichen Geratenummern.  /dev/mem ist der phsikalische
                     Speicher vor Adressumsetzung.  Die mem-Datei hier ist der
                     Speicher, den dieser Prozess belegt.  Dieser kann derzeit
                     nicht ge-mmap(2)'t werden; das wird erst moglich, wenn
                     der Kernel uber einen allgemeingultigen mmap(2) verfugt.
                     (Wenn Sie das lesen, ist es vielleicht schon der Fall.)

              mmap   Verzeichnis mit Speicherverweisen von mmap(2) als
                     symbolische Links wie xe, fd/* usw.  Da maps (s.w.o.)
                     eine Obermenge dieser Information darstellt, kann
                     /proc/*/mmap als als uberflussig betrachtet werden.

                     "0" ist normalerweise libc.so.4.

                     /proc/*/mmap wurde ab Linux Kernel 1.1.40 entfernt. (Es
                     war wirklich uberflussig!)

              root   Unix und Linux unterstutzen das Konzept eines root-
                     Dateisystems fur jeden Prozess, gesetzt mit dem chroot(2)
                     Systemaufruf.  Root zeigt auf das so gesetzte Verzeichnis
                     und verhalt sich ansonsten wie auch exe, fd/* usw.

              stat   Informationen uber den Zustand des Prozesses.  Wird
                     benutzt von ps(1).

                     Die Felder, mit scanf(3) - gemaBen Formatbezeichnern:

                     pid %d Die Prozess-Identifikation.

                     comm %s
                            Der Name der ausfuhrbaren Datei, in Klammern.
                            Sichtbar unabhangig vom Swapstatus.

                     state %c
                            Ein Zeichen aus der Zeichenkette "RSDZT",
                            R=running (aktiv), S=sleeping (inaktiv), D (nicht
                            aktivierbar oder ausgelagert), Z=zombie
                            (Prozessleiche) und T=traced/stopped (reagiert auf
                            ein Signal).

                     ppid %d
                            Die Prozess-ID des Elternprozesses.

                     pgrp %d
                            Die Gruppen-ID des Prozesses.

                     session %d
                            Die Sitzungs-ID des Prozesses.

                     tty %d Das tty, das der Prozess benutzt.

                     tpgid %d
                            Die Prozessgruppen-ID des Prozesses, der derzeit
                            Eigentumer des tty ist, mit dem der Prozess
                            verbunden ist.

                     flags %u
                            Die Flags des Prozesses. Derzeit ist bei jedem
                            Flag das Bit fur Mathe-Koprozessor gesetzt, da
                            crt0.s die Koprozessor-Simulation sicherstellt;
                            daher wird dieses bei der Ausgabe unterdruckt.
                            Dies ist wahrscheinlich ein Fehler, da nicht jeder
                            Prozess ein kompiliertes C Programm darstellt.
                            Das Mathe-Bit sollte dezimal 4 sein und das Trace-
                            Bit ist dezimal 10.

                     minflt %u
                            Die Anzahl geringfugiger Fehler, die kein
                            Nachladen einer Speicherseite von Platte
                            erforderlich gemacht haben.

                     cminflt %u
                            Die Anzahl geringfugiger Fehler des Prozesses und
                            seiner Kindprozesse.

                     majflt %u
                            Die Anzahl groBerer Fehler (mit Nachladen einer
                            Speicherseite).

                     cmajflt %u
                            dito, fur Prozess und Kindprozesse.

                     utime %d
                            Die Anzahl jiffies (Kernel-Zeiteinheiten), die dem
                            Prozess im User-Modus zugewiesen wurden.

                     stime %d
                            Anzahl jiffies im Kernel-Modus.

                     cutime %d
                            Anzahl jiffies im User-Modus fur Prozess und
                            Kindprozesse.

                     cstime %d
                            Anzahl jiffies im Kernel-Modus fur Prozess und
                            Kindprozesse.

                     counter %d
                            Die derzeitig maximale Anzahl von jiffies fur die
                            nachste Zeitscheibe des Prozesses, oder (falls der
                            Prozess gerade lauft) die Anzahl der noch
                            verfugbaren jiffies.

                     priority %d
                            Der Standard-Nice-Wert plus funfzehn.  Dieser Wert
                            ist im Kernel niemals negativ.

                     timeout %u
                            Zeit bis zum nachsten Timeout des Prozesses (in
                            jiffies).

                     itrealvalue %u
                            Zeit (in jiffies), bevor dem Prozess aufgrund
                            eines Intervalltimers ein SIGALRM gesendet wird.

                     starttime %d
                            Zeitpunkt, zu dem der Prozess gestartet wurde
                            (jiffies seit Systemstart)

                     vsize %u
                            GroBe des virtuellen Speichers.

                     rss %u Resident Set Size: Anzahl der Seiten, die der
                            Prozess im echten Speicher hat minus drei (fur
                            Verwaltung).  Dabei zahlen nur die Seiten von
                            Text, Data und Stack.  Nicht abgerufene oder
                            ausgelagerte Bereiche zahlen nicht mit.

                     rlim %u
                            Derzeitige Obergrenze in Bytes fur den rss dieses
                            Prozesses (ublicherweise 2,147,483,647).

                     startcode %u
                            Die Adresse, oberhalb derer Programmtext
                            ausgefuhrt werden kann.

                     endcode %u
                            Die Adresse, unterhalb derer Programmtext
                            ausgefuhrt werden kann.

                     startstack %u
                            Stack Startadresse.

                     kstkesp %u
                            Derzeitiger Wert von esp (32-bit Stack Zeiger),
                            wie in der Kernel Stack Seite fur diesen Prozess
                            steht.

                     kstkeip %u
                            Derzeitiger EIP (32-bit Anweisungs Zeiger).

                     signal %d
                            Das Bitmap anstehender Signale (ublicherweise 0).

                     blocked %d
                            Das Bitmap blockierter Signale (meist 0, 2 fur
                            Shells).

                     sigignore %d
                            Das Bitmap Ignorierter Signale.

                     sigcatch %d
                            Das Bitmap aufgefangener Signale.

                     wchan %u
                            Dies ist der "Kanal", in dem der Prozess wartet.
                            Es ist die Adresse eines Systemaufrufs und kann
                            uber einer Namensliste in einen Text gewandelt
                            werden, wenn das notig ist.  (Wenn Sie uber eine
                            sehr aktuelle /etc/psdatabase verfugen, versuchen
                            Sie es mit ps -l um dem WCHAN-Feld bei der Arbeit
                            zuzusehen.)

       cpuinfo
              Dies ist eine Sammlung von Informationen, die von der CPU und
              der Systemarchitektur abhangen.  Die Liste sieht fur jede
              unterstutzte Archtektur anders aus.  Die einzigen Eintrage, die
              man uberall antrifft sind cpu, welche (Uberraschung!) die gerade
              benutzte CPU anzeigt und BogoMIPS, eine Systemkonstante, die
              wahrend der Kernel-Initialisierung errechnet wird.

       devices
              Eine Textliste der "major" Geratenummern und Gerategruppen.
              Kann von MAKEDEV Skripten genutzt werden um konsistent zum
              Kernel zu bleiben.

       dma    Eine Liste von registrierten ISA DMA-Kanalen, die zurzeit
              benutzt werden.

       filesystems
              Eine Textliste der Dateisysteme, die in den Kernel einkompiliert
              wurden.  Wird auch von mount(1) benutzt, wenn das Dateisystem
              nicht explizit angegeben wird.

       interrupts
              Hier wird die Anzahl jeder Unterbrechungs-Anforderung pro IRQ
              mitgezahlt (zumindest) bei einer i386-Architektur.  Sehr leicht
              zu lesen, ASCII-formatiert.

       ioports
              Eine Liste der derzeit registrierten und benutzten Ein-/Ausgabe-
              Port-Regionen.

       kcore  Diese Datei reprasentiert den physikalischen Speicher des
              Systems und hat das core-Dateiformat.  Mit dieser Pseudodatei
              und einem unge-strip-ten Kernel (/usr/src/linux/tools/zSystem)
              kann GDB dazu eingesetzt werden, den derzeitigen Zustand der
              Kernel-Datenstrukturen zu untersuchen.

              Die Gesamtlange dieser Datei ist die GroBe des physikalischen
              Speichers (RAM) plus 4KB.

       kmsg   Diese Datei kann anstelle von syslog(2) Systemaufrufen benutzt
              werden, um Meldungen des Kernels zu protokollieren.  Ein Prozess
              muss Superuser-Privilegien haben, um diese Datei zu lesen und
              nur ein einziger Prozess sollte dies tun.  Die Datei sollte
              nicht ausgelesen werden, wenn ein Syslog-Prozess lauft, der den
              syslog(2) Systemaufruf zur Protokollierung benutzt.

              Diese Datei kann mit dmesg(8) dargestellt werden.

       ksyms  Hier stehen die vom Kernel exportierten Symbol-Definitionen, die
              von modules(X) - Tools benutzt werden, um die ladbaren Module
              dynamisch zu linken und binden.

       loadavg
              Die Kennziffern zur durchschnittlichen Systemauslastung (load
              average) geben die Anzahl der Jobs an, die sich in der
              Ausfuhrliste (run queue) befinden, beziehungsweise auf Ein- oder
              Ausgaben von der Festplatte warten, und zwar uber die letzten 1,
              5 und 15 Minuten gemittelt.  Es handelt sich um dieselben
              Angaben, die von uptime(1) und anderen Programmen gemacht
              werden.

       malloc Diese Datei taucht nur auf, wenn wahrend des Kompilierens
              CONFIGDEBUGMALLOC definiert war.

       meminfo
              Wird von free(1) benutzt, um die Menge freien und belegten
              Speichers (sowohl physikalisch als auch Auslagerung) anzuzeigen,
              daruber hinaus den geteilten (shared) und Pufferungsspeicher
              (buffers), der vom Kernel benutzt wird.

              Hat dasselbe Format wie free(1), auBer das Bytes angegeben
              werden statt KB.

       modules
              Eine Textliste der vom System geladenen Module.

       net    Verschiedene Pseudo-Dateien, die alle den Zustand bestimmter
              Teile der Netzwerkschicht darstellen.  Diese Dateien sind im
              ASCII-Format und daher mit "cat" lesbar. Allerdings stellt das
              Standardkommando netstat(8) einen sehr viel saubereren Zugang zu
              diesen Dateien dar.

              arp    Enthalt einen in ASCII lesbaren Abzug der ARP-Tabelle des
                     Kernels, die zur Adressauflosung dient.  Angezeigt werden
                     sowohl dynamisch gelernte wie auch vorprogrammierte ARP
                     Eintrage in folgendem Format:
                   IP address       HW type     Flags       HW address
                   10.11.100.129    0x1         0x6         00:20:8A:00:0C:5A
                   10.11.100.5      0x1         0x2         00:C0:EA:00:00:4E
                   44.131.10.6      0x3         0x2         GW4PTS

              Dabei ist 'IP address' die IPv4-Adresse der Maschine, 'HW type'
              ist der Hardwaretyp nach RFC 826.  Die Flags sind die internen
              Flags der ARP-Struktur (siehe /usr/include/linux/if_arp.h) und
              'HW address' zeigt die physikalische Schicht fur diese IP-
              Adresse, wenn bekannt.

              dev    Die dev Pseudodatei enthalt Statusinformationen uber die
                     Netzwerkkarte.  Darin stehen die Anzahl der empfangenen
                     und gesendeten Pakete, die Anzahl der Ubertragungs-Fehler
                     und Kollisionen und weitere grundlegende Statistik.  Das
                     Programm ifconfig(8) benutzt diese Werte um den
                     Geratestatus anzuzeigen.  Das Format ist:
        Inter-|   Receive                  |   Transmit
         face |packets errs drop fifo frame|packets errs drop fifo colls carrier
            lo:      0    0    0    0    0     2353    0    0    0     0    0
          eth0: 644324    1    0    0    1   563770    0    0    0   581    0

              ipx    Keine Information.

              ipx_route
                     Keine Information.

              rarp   Diese Datei benutzt das gleiche Format wie die arp -
                     Datei und enthalt die aktuellen Daten fur die "umgekehrte
                     Adressauflosung" (reverse mapping), mit denen rarp(8)
                     arbeitet. Wenn RARP nicht in den Kernel
                     hineinkonfiguriert ist, dann ist diese Datei nicht
                     vorhanden.

              raw    Enthalt einen Abzug der RAW socket Tabelle.  Der GroBteil
                     der Informationen dient nur zur Fehlersuche.  Der 'sl'
                     Wert ist der Eintrag fur diesen Socket in die
                     Kerneltabelle (hash), 'local address' enthalt das
                     Wertepaar fur lokale Adresse und Protokoll.  "St" ist der
                     interne Status des Sockets.  "tx_queue" und "rx_queue"
                     sind herausgehende bzw. hereinkommende
                     Datenwarteschlangen im Hinblick auf Speicherverwendung
                     des Kernels.  "tr", "tm->when" und "rexmits" werden von
                     RAW nicht benutzt.  Das uid-Feld enthalt die euid des
                     Erstellers.

              route  Keine Information, sieht aber aus wie route(8)

              snmp   Diese Datei enthalt die ASCII-Daten, die fur die
                     Verwaltung von IP, ICMP, TCP und UDP durch einen snmp-
                     Agenten benotigt werden.

              tcp    Ein Abzug der TCP Socket Tabelle.  Der GroBteil der
                     Informationen dient nur zur Fehlersuche.  Der 'sl' Wert
                     ist der Eintrag fur diesen Socket in die Kerneltabelle
                     (hash), 'local address' enthalt das Wertepaar fur lokale
                     Adresse und den Port.  "remote address" enthalt (wenn
                     eine Verbindung besteht) die Adresse der Gegenstation und
                     deren Port.  'tx_queue' und 'rx_queue' werden verwendet
                     wie bei RAW (s.w.o.).  "tr", "tm->when" und "rexmits"
                     enthalten interne Kernel Socket Verweise und sind nur zur
                     Fehlersuche vorhanden.  Das uid-Feld enthalt die euid des
                     Erstellers.

              udp    Abzug der UDP Socket Tabelle.  Wie TCP, nur dass "tr",
                     "tm->when" und "rexmits" von UDP nicht verwendet werden.
                     Das Format ist:
 1: 01642C89:0201 0C642C89:03FF 01 00000000:00000001 01:000071BA 00000000 0
 1: 00000000:0801 00000000:0000 0A 00000000:00000000 00:00000000 6F000100 0
 1: 00000000:0201 00000000:0000 0A 00000000:00000000 00:00000000 00000000 0

              unix   Liste der UNIX domain sockets im System und ihr Status.
                     Format:
                     Num RefCount Protocol Flags    Type St Path
                      0: 00000002 00000000 00000000 0001 03
                      1: 00000001 00000000 00010000 0001 01 /dev/printer

              die Anzahl der Benutzer des Sockets, 'Protocol' ist derzeit
              immer 0, Flags reprasentieren die in den Kernel Flags
              enthaltenen Stati der Sockets.  'Type' ist zurzeit immer 1 (Unix
              domain datagram sockets werden noch nicht vom Kernel
              unterstutzt) 'St' ist der interne Zustand des Sockets und 'Path'
              ist (wenn vorhanden) der zugehorige Pfad.

       pci    Eine Liste aller PCI-Gerate, die wahrend der Initialisierung des
              Kernels gefunden und konfiguriert wurden.

       scsi   Ein Verzeichnis mit der SCSI midlevel Pseudo Datei und diversen
              SCSI lowlevel Treiber-Verzeichnissen, die eine Datei pro SCSI-
              Host im System enthalten.  Alle diese spiegeln den Status eines
              Teil des SCSI Untersystems wider.  Die Dateien enthalten ASCII
              Strukturen, konnen also mit cat gelesen werden.

              In einige Dateien kann auch geschrieben werden, um das
              Teilsystem neu zu konfigurieren oder um bestimmte Eigenschaften
              ein- oder auszuschalten.

              scsi   Eine Liste aller SCSI Gerate, die dem Kernel bekannt
                     sind.  Sie ahnelt der, die man beim Hochfahren des
                     Rechners sieht.  scsi unterstutzt derzeit nur das
                     singledevice Kommando, das root die Moglichkeit bietet,
                     im laufenden Betrieb ein zusatzliches Gerat der Liste
                     hinzuzufugen.

                     Ein echo 'scsi singledevice 1 0 5 0' > /proc/scsi/scsi
                     veranlaBt Host scsi1 nachzusehen, ob auf SCSI Kanal 0 ein
                     Gerat mit ID 5 LUN 0 existiert. Wenn an dieser Adresse
                     schon ein Gerat ist, oder die Adresse ungultig ist, wird
                     ein Fehler zuruckgeliefert.

              drivername
                     drivername kann derzeit sein: NCR53c7xx, aha152x,
                     aha1542, aha1740, aic7xxx, buslogic, eata_dma, eata_pio,
                     fdomain, in2000, pas16, qlogic, scsi_debug, seagate,
                     t128, u15-24f, ultrastore oder wd7000.  Diese
                     Verzeichnisse werden fur jeden Treiber angezeigt, der
                     zumindest ein SCSI HBA registriert hat.  Jedes
                     Verzeichnis enthalt eine Datei pro registriertem Host,
                     die als Namen die Nummer haben, die dem Host bei der
                     Initialisierung zugewiesen wurde.

                     Das Lesen der Dateien zeigt normalerweise Treiber- und
                     Host-Konfiguration, Statistik usw.

                     Schreiben in diese Dateien hat Host-abhangige
                     Auswirkungen. Mit den latency und nolatency - Kommandos
                     kann root den Latenz-Messungs-Code im eata_dma-Treiber
                     ein-/ausschalten.  Mit lockup und unlock k"onnen Bus-
                     Sperren (bus lockups) kontrolliert werden, wie sie vom
                     scsi_debug Treiber simuliert werden.

       self   Dieses Verzeichnis bezieht sich auf den Prozess, der auf das
              /proc Dateisystem zugreift und ist mit dem /proc-Verzeichnis
              identisch, das als Namen die Prozessnummer dieses Prozesses hat.

       stat   Kernel/System Statistik

              cpu 3357 0 4313 1362393
                     Die Anzahl Jiffies (Hundertstel-Sekunden), die das System
                     in den Modi user, user mit niedriger Prioritat (nice),
                     system und idle task (Leerlauf) verbracht hat.  Der
                     letzte Wert sollte 100 mal so groB sein wie der zweite
                     Eintrag in der uptime-Pseudodatei.

              disk 0 0 0 0
                     Die vier Platten-Eintrage sind derzeit nicht
                     verwirklicht.  Ich bin auch nicht sicher, was das sein
                     soll, da auf anderen Maschinen ublicherweise sowohl
                     Ubertragungsrate als auch I/Os pro Sekunde nachgehalten
                     werden.  Hier ist aber nur ein Feld pro Platte vorhanden.

              page 5741 1808
                     Die Anzahl Speicherseiten, die das System ein-/ausgeladen
                     hat (von Platte).

              swap 1 0
                     Anzahl an Auslagerungs-Seiten herein/heraus.

              intr 1462898
                     Anzahl Interrupts, die vom Hochfahren des Systems
                     empfangen wurden.

              ctxt 115315
                     Anzahl Kontext-Wechsel, die das System durchlaufen hat.

              btime 769041601
                     Zeitpunkt des Hochfahrens, in Sekunden seit dem 1. Januar
                     1970.

       sys    Dieses Verzeichnis (existent seit 1.3.57) enthalt einige Dateien
              und Unterverzeichnisse, die Kernel-Variablen entsprechen.  Diese
              Variablen konnen gelesen und manchmal auch verandert werden und
              zwar im proc - Dateisystem oder mit dem sysctl(2) Systemaufruf.
              Derzeit gibt es die Unterverzeichnisse kernel, net, vm die
              ihrerseits wieder Dateien und Unterverzeichnisse enthalten.

              kernel Hier stehen domainname, file-max, file-nr, hostname,
                     inode-max, inode-nr, osrelease, ostype, panic, real-root-
                     dev, securelevel, version, deren Funktionen klar aus den
                     Namen ersichtlich sind.  (oh je! Anm. d. Ub.)

              Die (nicht beschreibbare) Datei file-nr enthalt die Anzahl der
              zurzeit geoffneten Dateien.

              Die Datei file-max enthalt die maximale Anzahl geoffneter
              Dateien, die der Kernel freiwillig verwaltet.  Wenn Ihnen 1024
              nicht genug ist, versuchen Sie
              echo 4096 > /proc/sys/kernel/file-max

              In gleicher Weise stellen inode-nr and inode-max die aktuelle
              und maximale Anzahl von Verzeichniseintragen (inodes) dar.

              Die Dateien ostype, osrelease, version enthalten
              Teilzeichenketten von /proc/version.

              Die Datei panic gibt Lese- und Schreib- Zugriff auf die Kernel-
              Variable panic_timeout.  Steht hier eine 0, dann bleibt der
              Kernel in einer Panic-Schleife; ungleich 0 bedeutet, dass der
              Kernel nach so vielen Sekunden automatisch das System wieder
              hochfahren soll.

              Die Datei securelevel erscheint gegenwartig ziemlich
              bedeutungslos - root hat einfach zu viele Rechte.

       uptime Diese Datei enthalt zwei Zahlen: Die Zeit in Sekunden seit
              Start, und die Zeit in Sekunden, die das System im Leerlauf
              (idle process) verbracht hat.

       version
              Diese Zeichenkette identifiziert die aktuell laufende Kernel-
              Version.  Zum Beispiel:
            Linux version 1.0.9 (quinlan@phaze) #1 Sat May 14 01:51:54 EDT 1994

SIEHE AUCH

       cat(1), find(1), free(1), mount(1), ps(1), tr(1), uptime(1),
       readlink(2), mmap(2), chroot(2), syslog(2), hier(7), arp(8), dmesg(8),
       netstat(8), route(8), ifconfig(8), procinfo(8) und viele weitere

KONFORM ZU

       So ungefahr konform zu Linux Kernel-Version 1.3.11.  Wenn notwendig,
       bitte neuste Version verwenden.

       Zuletzt angepasst fur Linux 1.3.11.

WARNUNGEN

       Behalten sie im Auge, dass viele Zeichenketten (z. B. die Umgebung und
       die Kommandozeile) internes Format haben und dass Unterfelder mit NUL-
       Bytes begrenzt werden.  Sie werden sie vielleicht besser lesbar finden,
       wenn Sie od -c oder tr "\000" "\n" benutzen.

       Diese Handbuchseite ist unvollstandig, moglicherweise stellenweise
       unrichtig und ein Beispiel fur etwas, das standig uberarbeitet werden
       muss.

BUGS

       Das /proc - Dateisystem fuhrt moglicherweise Sicherheitslucken in
       Programme ein, die mit chroot(2) laufen.  Wenn z. B.  /proc in der
       chroot - Hierarchie montiert wird, fuhrt ein chdir(2) nach /proc/1/root
       zum ursprunglichen root Dateisystem.  Man mag das als positive
       Eigenschaft betrachten (anstelle eines Fehlers), da Linux noch kein
       fchroot(2) unterstutzt.

                               15. Dezember 1998                       PROC(5)