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stat, fstat, lstat - Ermittle Dateistatus
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man -LC 2 stat
eingeben.
"UBERSICHT
#include <sys/types.h>
#include <sys/stat.h>
#include <unistd.h>
int stat(const char *file_name, struct stat *buf);
int fstat(int filedes, struct stat *buf);
int lstat(const char *file_name, struct stat *buf);
BESCHREIBUNG
Beim Aufruf geben diese Funktionen Informationen uber die angegebene
Datei zuruck. Dazu benotigt man keinerlei Rechte an der angegebene
Datei, muss aber alle Verzeichnisse im Pfad durchsuchen durfen, der zu
der Datei fuhrt.
stat liefert die Informationen zu der in file_name angegebenen Datei
und ubergibt diese an buf.
lstat ist ahnlich stat, nur dass bei Links Informationen zum Link und
nicht zu der bezogenen Datei an buf ubergeben werden.
fstat ist genauso wie stat, nur wird die offene Datei, auf die filedes
(so wie von open(2) zuruckgegeben) zeigt, bearbeitet anstatt file_name.
Alle Aufrufe geben eine Struktur vom Typ stat zuruck, die
folgendermaBen aufgebaut ist:
struct stat
{
dev_t st_dev; /* Device */
ino_t st_ino; /* INode */
mode_t st_mode; /* Zugriffsrechte */
nlink_t st_nlink; /* Anzahl harter Links */
uid_t st_uid; /* UID des Besitzers */
gid_t st_gid; /* GID des Besitzers */
dev_t st_rdev; /* Typ (wenn INode-Gerat) */
off_t st_size; /* GroBe in Bytes*/
unsigned long st_blksize; /* BlockgroBe */
unsigned long st_blocks; /* Allozierte Blocks */
time_t st_atime; /* Letzter Zugriff */
time_t st_mtime; /* Letzte Modifikation */
time_t st_ctime; /* Letzte Aenderung */
};
st_blocks gibt die GroBe der Datei in 512-Byte-Blocks an. Der Wert
st_blksize gibt die "bevorzugte" BlockgroBe fur die Dateioperationen
an. (Eine Datei mit kleineren Happen zu schreiben kann ineffizientes
Lesen-Verandern-Wiederschreiben verursachen.)
Nicht alle von Linux unterstutzten Dateisysteme verwenden alle Felder.
Einige Dateisysteme konnen so eingebunden werden, dass Dateizugriffe
das st_atime nicht modifizieren. (Siehe `noatime' in mount(8).)
Normalerweise andert sich st_atime durch den Einsatz von exec(2),
mknod(2), pipe(2), utime(2) und read(2) (von mehr als null Bytes).
Andere Routinen, wie mmap(2), konnen, mussen aber nicht, st_atime
modifizieren.
st_mtime verandert sich beim Einsatz von dateimodifizierenden
Operationen, z. B. durch mknod(2), truncate(2), utime(2) und write(2)
(von mehr als null Bytes). Daruber hinaus wird st_mtime von
Verzeichnissen durch das Anlegen oder Loschen von Dateien in diesem
Verzeichnis geandert. st_mtime wird nicht durch Andern von Besitzer,
Gruppe, Hardlink-Zahler oder Modus verandert.
st_ctime wird durch Beschreiben oder das Andern der INode-Informationen
neu gesetzt (also Besitzer, Gruppe, Link-Zahler, Modus etc.).
Folgende POSIX-Makros sind definiert, um den Dateityp zu uberprufen:
S_ISREG(m) regulare Datei,
S_ISDIR(m) Verzeichnis,
S_ISCHR(m) zeichenorientiertes Gerat,
S_ISBLK(m) blockorientiertes Gerat,
S_ISFIFO(m) FiFo,
S_ISLNK(m) symbolische Verknupfung (nicht in POSIX.1-1996) und
S_ISSOCK(m) Socket (nicht in POSIX.1-1996).
Folgende Flags sind fur das st_mode-Feld definiert:
S_IFMT 0017000 Bitmaske fur die Dateityp-Bitfelder
S_IFSOCK 0140000 Socket
S_IFLNK 0120000 symbolische Verknupfung
S_IFREG 0100000 regulare Datei
S_IFBLK 0060000 blockorientiertes Gerat
S_IFDIR 0040000 Verzeichnis
S_IFCHR 0020000 zeichenorientiertes Gerat
S_IFIFO 0010000 FIFO
S_ISUID 0004000 SUID-Bit
S_ISGID 0002000 SGID-Bit (siehe unten)
S_ISVTX 0001000 Sticky-Bit (siehe unten)
S_IRWXU 00700 Bitmaske fur Besitzerzugriffsrechte
S_IRUSR 00400 Besitzer hat Lesezugriff
S_IWUSR 00200 Besitzer hat Schreibzugriff
S_IXUSR 00100 Besitzer hat Ausfuhrungsrechte
S_IRWXG 00070 Bitmaske fur Gruppenzugriffsrechte
S_IRGRP 00040 Gruppe hat Lesezugriff
S_IWGRP 00020 Gruppe hat Schreibzugriff
S_IXGRP 00010 Gruppe hat Ausfuhrungsrechte
S_IRWXO 00007 Bitmaske fur Zugriffsrechte Anderer (nicht in Gruppe)
S_IROTH 00004 Andere haben Lesezugriff
S_IWOTH 00002 Andere haben Schreibzugriff
S_IXOTH 00001 Andere haben Ausfuhrungsrechte
Das SGID-Bit (S_ISGID) hat verschiedene besondere
Nutzungsmoglichkeiten: Fur ein Verzeichnis bedeutet es, das die BSD-
Semantik Anwendung findet: Dateien, die in ihm erzeugt werden, erben
die Gruppen-ID des Verzeichnisses und nicht die effektive Gruppen-ID
des erzeugenden Prozesses, und dort erzeugte Verzeichnisse haben das
SGID-Bit ebenfalls gesetzt. Fur eine Datei, bei der das Bit fur
Gruppenausfuhrungsrechte (S_IXGRP) nicht gesetzt ist, bedeutet es
erzwungenes Locken von Datei/Datensatz.
Das `Sticky'-Bit (S_ISVTX) an einem Verzeichnis bedeutet, dass eine
Datei in diesem Verzeichnis nur umbenannt und geloscht werden darf vom
Besitzer der Datei, dem Besitzer des Verzeichnisses, und von Root.
R"UCKGABEWERT
Erfolg gibt 0, ein Fehler gibt -1 zuruck und setzt errno entsprechend.
FEHLER
EBADF filedes falsch oder nicht vorhanden.
ENOENT Eine Komponente des Pfades file_name existiert nicht, oder der
Pfad ist eine leere Zeichenkette.
ENOTDIR
Eine Komponente des Pfades ist kein Verzeichnis.
ELOOP Zu viele symbolische Verknupfungen wurden entlang des Pfades
gefunden.
EACCES Zugriff verweigert.
ENOMEM Kein Speicher mehr (das bedeutet Speicher im Kernel).
ENAMETOOLONG
Dateiname ist zu lang.
KONFORM ZU
Die stat- und fstat-Aufrufe sind zu SVr4, SVID, POSIX, X/OPEN und BSD
4.3 konform. Der lstat-Aufruf ist konform zu 4.3BSD und SVr4. SVr4
dokumentiert die zusatzlichen fstat-Fehlermeldungen EINTR, ENOLINK und
EOVERFLOW. SVr4 dokumentiert die zusatzlichen stat- unf lstat-
Fehlermeldungen EACCES, EINTR, EMULTIHOP, ENOLINK und EOVERFLOW.
Benutzung der st_blocks- und st_blksize-Felder kann unter Umstanden
weniger portabel sein. (Sie wurden in BSD eingefuhrt und sind nicht in
POSIX spezifiziert. Die Interpretation ist auf verschiedenen Systemen
unterschiedlich, und moglicherweise auch auf einem einzelnen System,
wenn es mit NFS eingebundene Dateisysteme gibt.)
POSIX beschreibt die Bits S_IFMT, S_IFSOCK, S_IFLNK, S_IFREG, S_IFBLK,
S_IFDIR, S_IFCHR, S_IFIFO und S_ISVTX nicht, sondern verlangt
stattdessen die Benutzung der Makros S_ISDIR() etc. Die Makros S_ISLNK
und S_ISSOCK finden sich nicht in POSIX.1-1996, werden aber im nachsten
POSIX-Standard vorhanden sein; ersteres ist aus SVID 4v2, letzteres aus
SUSv2.
Unix V7 (und spatere Systeme) hatten S_IREAD, S_IWRITE und S_IEXEC wo
POSIX die Synonyme S_IRUSR, S_IWUSR und S_IXUSR vorschreibt.
ANDERE SYSTEME
Werte die von verschiedenen Systemen benutzt wurden oder werden:
Hex Name ls Oktal Beschreibung
f000 S_IFMT 170000 Maske fur Dateityp
0000 000000 SCO out-of-service INode, BSD unbekannter Typ
SVID-v2 und XPG2 haben sowohl 0 als auch 0100000
fur gewohnliche Dateien
1000 S_IFIFO p| 010000 FiFo (benannte Pipe)
2000 S_IFCHR c 020000 zeichenorientiertes Spezialdatei (V7)
3000 S_IFMPC 030000 Gemultiplexte zeichenorientiertes Spezialdatei (V7)
4000 S_IFDIR d/ 040000 Verzeichnis (V7)
5000 S_IFNAM 050000 XENIX benannte Spezialdatei
mit zwei Untertypen, unterschieden durch st_rdev-Werte:
0001 S_INSEM s 000001 XENIX Semaphore-Untertyp von IFNAM
0002 S_INSHD m 000002 XENIX geteilte-Daten-Untertyp von IFNAM
6000 S_IFBLK b 060000 blockorientierte Spezialdatei (V7)
7000 S_IFMPB 070000 Gemultiplexte blockorientierte Spezialdatei (V7)
8000 S_IFREG - 100000 regulare Datei (V7)
9000 S_IFCMP 110000 VxFS komprimiert
9000 S_IFNWK n 110000 Netzwerk-Spezialdatei (HP-UX)
a000 S_IFLNK l@ 120000 symbolische Verknupfung (BSD)
b000 S_IFSHAD 130000 Solaris Schatten-INode fur ACL (nicht sichtbar fur Nutzer)
c000 S_IFSOCK s= 140000 Socket (BSD; auch "S_IFSOC" auf VxFS)
d000 S_IFDOOR D> 150000 Solaris Tur (`door')
e000 S_IFWHT w% 160000 BSD `whiteout' (nicht fur INode benutzt)
0200 S_ISVTX 001000 `Sticky'-Bit: Text bleibt auf Swap auch nach Benutzung (V7)
reserviert (SVID-v2)
Auf Nicht-Verz.: diese Datei nicht in den Cache (SunOS)
Auf Verz.: Flag fur eingeschranktes Loschen (SVID-v4.2)
0400 S_ISGID 002000 Setze Gruppen-ID bei Ausfuhrung (V7)
fur Verz.: benutze BSD-Semantics fur Weitergeben der gid
0400 S_ENFMT 002000 SysV Locken der Datei erzwungen (gleicher Wert wie S_ISGID)
0800 S_ISUID 004000 setze Nutzer-ID bei Ausfuhrung (V7)
0800 S_CDF 004000 Verzeichnis ist eine kontextabhangige Datei (HP-UX)
Ein `sticky'-Befehl tauchte in Version 32V AT&T UNIX auf.
SIEHE AUCH
chmod(2), chown(2), readlink(2), utime(2).
DEUTSCH VON
Jonas Rovan <jonas@blitz.de>, der das GerMan-Projekt fur eine der
besten Ideen halt, die jemals gehabt wurden und Andries Brouwer
<aeb@win.tue.nl> fur dessen Engagement herzlichst dankt.
Neufassung (C) 2001 von Michael Piefel <piefel@informatik.hu-
berlin.de>.