Provided by: apt_0.8.16~exp12ubuntu10_i386 bug

NAME

       apt_preferences - Voreinstellungssteuerdatei fur APT

BESCHREIBUNG

       Die APT-Einstellungsdatei /etc/apt/preferences und Teildateien im
       Verzeichnis /etc/apt/preferences.d/ konnen benutzt werden, um zu
       steuern, welche Versionen von Paketen zur Installation ausgewahlt
       werden.

       Es konnten mehrere Versionen eines Pakets zur Installation verfugbar
       sein, wenn die Datei sources.list(5) Bezuge zu mehr als einer
       Distribution enthalt (zum Beispiel stable und testing). APT weist jeder
       verfugbaren Version eine Prioritat zu. Je nach Abhangigkeitsbedingungen
       wahlt apt-get die Version mit der hochsten Prioritat zur Installation
       aus. Die APT-Einstellungsdatei uberschreibt die Prioritaten, die APT
       den Paketversionen standardmaBig zuweist, was dem Anwender die
       Kontrolle daruber gibt, welche zur Installation ausgewahlt wird.

       Es konnten mehrere Instanzen der gleichen Version eines Paketes
       verfugbar sein, wenn die Datei sources.list(5) Bezuge zu mehr als einer
       Distribution enthalt. In diesem Fall ladt apt-get die Instanz herunter,
       die in der Datei sources.list(5) als erstes aufgelistet ist. Die
       APT-Einstellungsdatei beeinflusst die Wahl der Instanz nicht, nur die
       Wahl der Version.

       Eigenschaften sind in der Hand eines Systemadministrator ein groBe
       Starke, konnen aber auch sein groBter Albtraum werden, wenn sie
       unvorsichtig benutzt werden. APT wird die Eigenschaften nicht abfragen,
       so dass deshalb falsche Einstellungen zu nicht installierbaren Paketen
       oder falschen Entscheidungen wahrend des Upgrades fuhren. Sogar noch
       mehr Probleme treten auf, wenn mehrere Distributions-Release ohne gutes
       Verstandnis der folgenden Absatze gemischt werden. Pakete, die in einem
       speziellen Release enthalten sind, sind nicht in alteren und neueren
       Releases oder zusammen mit Paketen unterschiedlicher Releases getestet
       und funktionieren daher erwartungsgemaB nicht. Sind wurden gewarnt.

       Note that the files in the /etc/apt/preferences.d directory are parsed
       in alphanumeric ascending order and need to obey the following naming
       convention: The files have either no or "pref" as filename extension
       and only contain alphanumeric, hyphen (-), underscore (_) and period
       (.) characters. Otherwise APT will print a notice that it has ignored a
       file if the file doesn't match a pattern in the
       Dir::Ignore-Files-Silently configuration list - in this case it will be
       silently ignored.

   APTs Standardpriorit"atszuweisungen
       Wenn es keine Einstellungsdatei gibt oder es in der Datei keinen
       Eintrag gibt, der sich auf eine bestimmte Version bezieht, dann ist die
       dieser Version zugewiesene Prioritat, die Prioritat der Distribution zu
       der die Version gehort. Es ist moglich eine Distribution auszuzeichnen,
       >>das Ziel-Release<<, die eine hohere Prioritat erhalt, als dies andere
       Distributionen standardmaBig tun. Das Ziel-Release kann auf der
       apt-get-Befehlszeile oder in der APT-Konfigurationsdatei
       /etc/apt/apt.conf gesetzt werden. Beachten Sie, dass dies Vorrang vor
       einer allgemeinen Prioritat hat, die Sie, wie spater beschrieben, in
       der Datei /etc/apt/preferences setzen, aber nicht vor bestimmten mit
       Pinning gewichteten Paketen. Beispielsweise

           apt-get install -t testing irgendein_Paket

           APT::Default-Release "stable";

       Wenn das Ziel-Release angegeben wurde, dann benutzt APT den folgenden
       Algorithmus, um die Prioritaten der Versionen eines Paketes zu setzen.
       Zuweisung:

       Prioritat 1
           zu den Versionen, die von Archiven kommen, die in deren
           Release-Dateien als >>NotAutomatic: yes<< markiert sind, aber nicht
           als >>ButAutomaticUpgrades: yes<< wie das Archiv experimental von
           Debian.

       Prioritat 100
           zu der Version, die bereits installiert ist (wenn dies der Fall
           ist) und zu Versionen, die von Archiven kommen, die in deren
           Release-Dateien als >>NotAutomatic: yes<< und
           >>ButAutomaticUpgrades: yes<< markiert sind, wie das
           Debian-Backports-Archiv seit squeeze-backports.

       Prioritat 500
           zu den Versionen, die nicht installiert sind und die nicht zum
           Ziel-Release gehoren.

       Prioritat 990
           zu den Versionen, die nicht installiert sind und zum Ziel-Release
           gehoren.

       Wenn das Ziel-Release nicht angegeben wurde, dann weist APT einfach
       allen installierten Paketversionen eine Prioritat von 100 und allen
       nicht installierten Paketversionen eine Prioritat von 500 zu, auBer
       wenn Versionen aus Archiven kommen, die in deren Release-Dateien mit
       >>NotAutomatic: yes<< markiert sind - diese Versionen erhalten die
       Prioritat 1 oder die Prioritat 100, falls sie zusatzlich als
       >>ButAutomaticUpgrades: yes<< markiert sind.

       APT wendet dann die folgenden Regeln an, aufgelistet in der Reihenfolge
       ihres Vorrangs, um zu bestimmen in welcher Version das Paket zu
       installieren ist.

       o   Fuhren Sie niemals ein Downgrade durch, auBer wenn die Prioritat
           verfugbarer Pakete 1000 ubersteigt. (>>Downgrading<< ist das
           Installieren einer weniger aktuellen Version, an Stelle einer
           aktuelleren Version. Beachten Sie, dass keine Standardprioritat von
           APT 1000 ubersteigt. So hohe Prioritaten konnen nur durch die
           Einstellungsdatei gesetzt werden. Beachten Sie auBerdem, dass
           Downgrading eines Paketes riskant sein kann.)

       o   Die Version mit der hochsten Prioritat installieren.

       o   Wenn zwei oder mehr Versionen die gleiche Prioritat haben, wird die
           aktuellste installiert (das ist die mit der hoheren
           Versionsnummer).

       o   Wenn zwei oder mehr Versionen die gleiche Prioritat und
           Versionsnummer haben, die Pakete sich aber entweder in ihren
           Metadaten unterscheiden oder die Option --reinstall angegeben
           wurde, wird die nicht installierte installiert.

       In einer typischen Situation ist die Version eines Paketes (Prioritat
       100) nicht so aktuell, wie eine der verfugbaren Versionen, die in der
       Quellliste der Datei sources.list(5) steht (Prioritat 500 oder 990).
       Dann wird ein Upgrade des Pakets durchgefuhrt, wenn apt-get install
       irgendein_Paket oder apt-get upgrade ausgefuhrt wird.

       Seltener ist die installierte Version eines Pakets neuer, als jede
       andere der verfugbaren Versionen. Fur das Paket wird kein Downgrade
       durchgefuhrt, wenn apt-get install irgendein_Paket oder apt-get upgrade
       ausgefuhrt wird.

       Manchmal ist die installierte Version eines Pakets aktueller, als die
       Version, die zum Ziel-Release gehort, aber nicht so aktuell, wie eine
       Version, die zu einer anderen Distribution gehort. Fur ein derartiges
       Paket wird tatsachlich ein Upgrade durchgefuhrt, wenn apt-get install
       irgendein_Paket oder apt-get upgrade ausgefuhrt wird, weil mindestens
       eine der verfugbaren Versionen eine hohere Prioritat als die
       installierte Version hat.

   Die Auswirkungen von APT-Einstellungen
       Die APT-Einstellungsdatei erlaubt einem Systemverwalter die Zuweisung
       von Prioritaten zu steuern. Die Datei besteht aus einem oder mehreren
       mehrzeiligen Datensatzen, die durch leere Zeilen getrennt sind.
       Datensatze konnen eine von zwei Gestalten haben, eine spezielle Gestalt
       oder eine allgemeine Gestalt.

       o   Die spezielle Form weist die Prioritat (eine >>Pin-Prioritat<<)
           einem oder mehreren angegebenen Paketen und angegebenen Versionen
           oder Versionsbereichen zu. Der folgende Datensatz weist zum
           Beispiel allen Versionen des perl-Pakets eine hohere Prioritat zu,
           deren Versionsnummer mit >>5.8<< beginnt. Mehrere Pakete konnen
           durch Leerzeichen getrennt werden.

               Package: perl
               Pin: version 5.8*
               Pin-Priority: 1001

       o   Die allgemeine Form weist allen Paketversionen in einer gegebenen
           Distribution (d.h. allen Versionen von Paketen, die in einer
           bestimmten Release-Datei gelistet sind) oder allen Paketversionen,
           die von einer speziellen Internet-Site kommen, die durch ihren voll
           ausgebildeten Domanennamen identifiziert wird, eine Prioritat zu.

           Dieser Eintrag in allgemeiner Form in der APT-Einstellungsdatei
           verwendet nur Gruppen von Paketen. Der folgende Eintrag weist zum
           Beispiel allen Paketversionen eine hohe Prioritat zu, die lokal
           liegen.

               Package: *
               Pin: origin ""
               Pin-Priority: 999

           Eine Mahnung zur Vorsicht: Das hier benutzte Schlusselwort ist
           >>origin<<, was zum Finden des Rechnernamens benutzt werden kann.
           Der folgende Eintrag wird allen Versionen eine hohe Prioritat
           zuweisen, die auf dem Server verfugbar sind, der durch den
           Rechnernamen >>ftp.de.debian.org<< identifiziert wird.

               Package: *
               Pin: origin "ftp.de.debian.org"
               Pin-Priority: 999

           Dies sollte nicht mit der Herkunft einer Distribution verwechselt
           werden, wie sie in einer Release-Datei angegeben wurde. Was dem
           >>Origin:<<-Kennzeichen in einer Release-Datei folgt, ist keine
           Internet-Adresse, sondern ein Autoren- oder Anbietername, wie
           >>Debian<< oder >>Ximian<<.

           Der folgende Datensatz weist allen Paketversionen, die zu
           Distributionen gehoren, deren Archivname >>unstable<< ist, eine
           niedrige Prioritat zu.

               Package: *
               Pin: release a=unstable
               Pin-Priority: 50

           Der folgende Datensatz weist allen Paketversionen, die zu einer
           Distribution gehoren, deren Codename >>wheezy<< ist, eine hohe
           Prioritat zu.

               Package: *
               Pin: release n=wheezy
               Pin-Priority: 900

           Der folgende Datensatz weist allen Paketversionen, die zu einer
           Distribution gehoren, deren Archivname >>stable<< und deren
           Release-Nummer >>3.0<< ist, eine hohe Prioritat zu.

               Package: *
               Pin: release a=stable, v=3.0
               Pin-Priority: 500

   Regul"are Ausdr"ucke und glob()-Syntax
       APT also supports pinning by glob() expressions and regular expressions
       surrounded by /. For example, the following example assigns the
       priority 500 to all packages from experimental where the name starts
       with gnome (as a glob()-like expression) or contains the word kde (as a
       POSIX extended regular expression surrounded by slashes).

           Package: gnome* /kde/
           Pin: release n=experimental
           Pin-Priority: 500

       The rule for those expressions is that they can occur anywhere where a
       string can occur. Thus, the following pin assigns the priority 990 to
       all packages from a release starting with karmic.

           Package: *
           Pin: release n=karmic*
           Pin-Priority: 990

       If a regular expression occurs in a Package field, the behavior is the
       same as if this regular expression were replaced with a list of all
       package names it matches. It is undecided whether this will change in
       the future, thus you should always list wild-card pins first, so later
       specific pins override it.

       The pattern "*" in a Package field is not considered a glob()
       expression in itself.

   Wie APT Priorit"aten interpretiert
       Die in der APT-Einstellungsdatei zugewiesenen Prioritaten (P) mussen
       positive oder negative Ganzzahlen sein. Sie werden wie folgt
       interpretiert (grob gesagt):

       P > 1000
           veranlasst, dass eine Version installiert wird, auch wenn dies ein
           Downgrade des Pakets durchfuhrt

       990 < P <=1000
           veranlasst, dass eine Version installiert wird, auch wenn diese
           nicht vom Ziel-Release kommt, auBer wenn die installierte Version
           aktueller ist

       500 < P <=990
           veranlasst, dass eine Version installiert wird, auBer wenn eine
           Version verfugbar ist, die zum Ziel-Release gehort oder die
           installierte Version neuer ist

       100 < P <=500
           veranlasst, dass eine Version installiert wird, auBer wenn eine
           Version verfugbar ist, die zu einer anderen Distribution gehort
           oder die installierte Version neuer ist

       0 < P <=100
           veranlasst, dass eine Version nur dann installiert wird, wenn es
           keine installierte Version des Pakets gibt

       P < 0
           verhindert das Installieren der Version

       Wenn irgendwelche Datensatze mit speziellem Format zu einer verfugbaren
       Paketversion passen, dann legt der erste dieser Datensatze die
       Prioritat der Paketversion fest. Schlagt dies fehl und es passen
       irgendwelche Datensatze mit allgemeinem Format zu einer verfugbaren
       Paketversion, dann legt der erste dieser Datensatze die Prioritat der
       Paketversion fest.

       Nehmen wir zum Beispiel an, die APT-Einstellungsdatei enthalt die drei
       bereits gezeigten Datensatze:

           Package: perl
           Pin: version 5.8*
           Pin-Priority: 1001

           Package: *
           Pin: origin ""
           Pin-Priority: 999

           Package: *
           Pin: release unstable
           Pin-Priority: 50

       Dann:

       o   Es wird die aktuellste verfugbare Version des Pakets perl
           installiert, so lange die Versionsnummer mit >>5.8<< anfangt. Wenn
           irgendeine 5.8*-Version von perl verfugbar ist und die installierte
           Version 5.9* ist, dann wird von perl ein Downgrade durchgefuhrt.

       o   Eine Version irgendeines anderen Pakets als perl, die vom lokalen
           System verfugbar ist, hat eine Prioritat uber anderen Versionen,
           sogar wenn diese Versionen zum Ziel-Release gehoren.

       o   Eine Version eines Pakets, dessen Ursprung nicht das lokale System
           ist, aber ein anderer in sources.list(5) aufgelisteter Ort und der
           zu einer unstable-Distribution gehort, wird nur installiert, falls
           es zur Installation ausgewahlt wurde und nicht bereits eine Version
           des Pakets installiert ist.

   Festlegung von Paketversion und Distributions-Eigenschaften
       Die in der sources.list(5)-Datei aufgelisteten Orte sollten Packages-
       und Release-Dateien bereitstellen, um die an diesem Ort verfugbaren
       Pakete zu beschreiben.

       Die Packages-Datei wird normalerweise im Verzeichnis
       .../dists/Distributions-Name/Komponente/Architektur gefunden, zum
       Beispiel .../dists/stable/main/binary-i386/Packages. Sie besteht aus
       einer Serie mehrzeiliger Datensatze, einem fur jedes verfugbare Paket
       in diesem Verzeichnis. In jedem Datensatz sind nur zwei Zeilen zum
       Setzen der APT-Prioritaten relevant:

       die Package:-Zeile
           gibt den Paketnamen an

       die Version:-Zeile
           gibt die Versionsnummer fur das genannte Paket an

       Die Release-Datei ist normalerweise im Verzeichnis
       .../dists/Distributionsname zu finden, zum Beispiel
       .../dists/stable/Release oder .../dists/squeeze/Release. Sie besteht
       aus einem einzelnen mehrzeiligen Datensatz, der auf alle Pakete im
       Verzeichnisbaum unterhalb des ubergeordneten Verzeichnisses zutrifft.
       Anders als die Packages-Datei sind nahezu alle Zeilen in einer
       Release-Datei fur das Setzen von APT-Prioritaten relevant:

       die Archive:- oder Suite:-Zeile
           benennt das Archiv, zu dem alle Pakete im Verzeichnisbaum gehoren.
           Die Zeile >>Archive: stable<< oder >>Suite: stable<< gibt zum
           Beispiel an, dass alle Pakete im Verzeichnisbaum unterhalb des der
           Release-Datei ubergeordneten Verzeichnisses sich in einem
           stable-Archiv befinden. Diesen Wert in der APT-Einstellungsdatei
           anzugeben wurde die folgende Zeile benotigen:

               Pin: release a=stable

       die Codename:-Zeile
           benennt den Codenamen, zu dem alle Pakete im Verzeichnisbaum
           gehoren. Die Zeile >>Codename: wheezy<< gibt zum Beispiel an, dass
           alle Pakete im Verzeichnisbaum unterhalb des der Release-Datei
           ubergeordneten Verzeichnisses zu einer Version mit Namen wheezy
           gehoren. Diesen Wert in der APT-Einstellungsdatei anzugeben wurde
           die folgende Zeile benotigen:

               Pin: release n=wheezy

       die Version:-Zeile
           benennt die Release-Version. Die Pakete im Baum konnten zum
           Beispiel zur Debian GNU/Linux-Release-Version 3.0 gehoren. Beachten
           Sie, dass es normalerweise keine Versionsnummer fur testing- und
           unstable-Distributionen gibt, weil sie noch nicht veroffentlicht
           wurden. Diese in der APT-Einstellungsdatei anzugeben wurde eine der
           folgenden Zeilen benotigen:

               Pin: release v=3.0
               Pin: release a=stable, v=3.0
               Pin: release 3.0

       die Component:-Zeile
           benennt die Lizenzierungskomponente, die mit den Paketen im
           Verzeichnisbaum der Release-Datei verbunden ist. Die Zeile
           >>Component: main<< gibt zum Beispiel an, dass alle Pakete im
           Verzeichnisbaum von der main-Komponente stammen, was zur Folge hat,
           dass sie unter den Bedingungen der Debian-Richtlinien fur Freie
           Software stehen. Diese Komponente in der APT-Einstellungsdatei
           anzugeben wurde die folgende Zeilen benotigen:

               Pin: release c=main

       die Origin:-Zeile
           benennt den Urheber des Pakets im Verzeichnisbaum der
           Release-Datei. Zumeist ist dies Debian. Diesen Ursprung in der
           APT-Einstellungsdatei anzugeben wurde die folgende Zeile benotigen:

               Pin: release o=Debian

       die Label:-Zeile
           benennt die Beschriftung des Pakets im Verzeichnisbaum der
           Release-Datei. Zumeist ist dies Debian. Diese Beschriftung in der
           APT-Einstellungsdatei anzugeben wurde die folgende Zeile benotigen:

               Pin: release l=Debian

       Alle Packages- und Release-Dateien, die von Orten heruntergeladen
       werden, die in der Datei sources.list(5) aufgelistet sind, werden im
       Verzeichnis /var/lib/apt/lists oder in der von der Variablen
       Dir::State::Lists in der Datei apt.conf benannten Datei gespeichert.
       Die Datei
       debian.lcs.mit.edu_debian_dists_unstable_contrib_binary-i386_Release
       enthalt zum Beispiel die Release-Datei, die von der Site
       debian.lcs.mit.edu fur die binary-i386-Architekturdateien von der
       contrib-Komponente der unstable-Distribution heruntergeladen wurde.

   Optionale Zeilen in einem APT-Einstellungsdatensatz
       Optional kann jeder Datensatz in der APT-Einstellungsdatei mit einer
       oder mehreren Zeilen beginnen, die mit dem Wort Explanation: anfangen.
       Dieses stellt einen Platz fur Kommentare bereit.

BEISPIELE

   Stable verfolgen
       Die folgende APT-Einstellungsdatei wird APT veranlassen, allen
       Paketversionen eine hohere Prioritat als die Vorgabe (500) zu geben,
       die zu einer stable-Distribution gehoren und eine ungeheuer niedrige
       Prioritat Paketversionen, die zu anderen Debian-Distributionen gehoren.

           Explanation: Deinstallieren oder nicht installieren von anderen von Debian
           Explanation: stammenden Paketversionen als denen der Stable-Distribution
           Package: *
           Pin: release a=stable
           Pin-Priority: 900

           Package: *
           Pin: release o=Debian
           Pin-Priority: -10

       Mit einer geeigneten sources.list(5)-Datei und der obigen
       Einstellungsdatei wird jeder der folgenden Befehle APT veranlassen, ein
       Upgrade auf die neuste(n) stable-Version(en) durchzufuhren.

           apt-get install Paketname
           apt-get upgrade
           apt-get dist-upgrade

       Der folgende Befehl wird APT veranlassen, ein Upgrade des angegebenen
       Pakets auf die neuste Version der testing-Distribution durchzufuhren.
       Von dem Paket wird kein weiteres Upgrade durchgefuhrt, auBer wenn
       dieser Befehl wieder angegeben wird.

           apt-get install Paket/testing

   Testing oder Unstable verfolgen
       Die folgende APT-Einstellungsdatei wird APT veranlassen, Paketversionen
       der testing-Distribution eine hohe Prioritat, Paketversionen der
       unstable-Distribution eine niedrigere Prioritat und eine ungeheuer
       niedrige Prioritat zu Paketversionen von anderen Debian-Distributionen
       zuzuweisen.

           Package: *
           Pin: release a=testing
           Pin-Priority: 900

           Package: *
           Pin: release a=unstable
           Pin-Priority: 800

           Package: *
           Pin: release o=Debian
           Pin-Priority: -10

       Mit einer geeigneten sources.list(5)-Datei und der obigen
       Einstellungsdatei wird jeder der folgenden Befehle APT veranlassen, ein
       Upgrade auf die neuste(n) testing-Version(en) durchzufuhren.

           apt-get install Paketname
           apt-get upgrade
           apt-get dist-upgrade

       Der folgende Befehl wird APT veranlassen, ein Upgrade des angegebenen
       Pakets auf die neuste Version der unstable-Distribution durchzufuhren.
       Danach wird apt-get upgrade ein Upgrade des Pakets auf die aktuellste
       testing-Version durchfuhren, falls diese aktueller als die installierte
       Version ist, andernfalls auf die aktuellste unstable-Version, wenn
       diese aktueller als die installierte Version ist.

           apt-get install Paket/unstable

   Die Entwicklung eines Codename-Releases verfolgen
       Die folgende APT-Einstellungsdatei wird APT veranlassen, allen Paketen,
       die zu einem bestimmten Codenamen einer Distribution gehoren, eine
       hohere Prioritat als die Vorgabe (500) zu geben und Paketversionen, die
       zu anderen Debian-Distributionen, Codenamen und Archiven gehoren, eine
       ungeheuer niedrige Prioritat zu geben. Beachten Sie, dass APT mit
       diesen APT-Einstellungen der Migration eines Releases vom Archiv
       testing zu stable und spater zu oldstable folgen wird. Wenn Sie zum
       Beispiel dem Fortschritt in testing folgen mochten, obwohl der Codename
       sich andert, sollten Sie die Beispielkonfigurationen oberhalb benutzen.

           Explanation: Deinstallieren oder nicht installieren von anderen von Debian
           Explanation: stammenden Paketversionen als denen der wheezy-
           Explanation: oder Sid-Distribution
           Package: *
           Pin: release n=wheezy
           Pin-Priority: 900

           Explanation: Debian-Unstable hat immer den Codenamen sid
           Package: *
           Pin: release a=sid
           Pin-Priority: 800

           Package: *
           Pin: release o=Debian
           Pin-Priority: -10

       Mit einer geeigneten sources.list(5)-Datei und der obigen
       Einstellungsdatei wird jeder der folgenden Befehle APT veranlassen, ein
       Upgrade auf die letzte(n) Version(en) im Release mit Codenamen wheezy
       durchzufuhren.

           apt-get install Paketname
           apt-get upgrade
           apt-get dist-upgrade

       Der folgende Befehl wird APT veranlassen, ein Upgrade des angegebenen
       Pakets auf die letzte Version der sid-Distribution durchzufuhren.
       Danach wird apt-get upgrade ein Upgrade des Pakets auf die aktuellste
       wheezy-Version durchfuhren, wenn diese aktueller als die installierte
       Version ist, andernfalls auf die aktuellste sid-Version, wenn diese
       aktueller als die installierte Version ist.

           apt-get install Paket/sid

DATEIEN

       /etc/apt/preferences
           Version-Einstellungsdatei. Hier konnen Sie "pinning" angeben, d.h.
           eine Einstellung, um bestimmte Pakete aus einer separaten Quelle
           oder von einer anderen Version einer Distribution zu erhalten.
           Konfigurationselement: Dir::Etc::Preferences.

       /etc/apt/preferences.d/
           Dateifragmente fur die Versionseinstellungen.
           Konfigurationselement: Dir::Etc::PreferencesParts.

SIEHE AUCH

       apt-get(8) apt-cache(8) apt.conf(5) sources.list(5)

FEHLER

       APT-Fehlerseite[1]. Wenn Sie einen Fehler in APT berichten mochten,
       lesen Sie bitte /usr/share/doc/debian/bug-reporting.txt oder den
       reportbug(1)-Befehl. Verfassen Sie Fehlerberichte bitte auf Englisch.

"UBERSETZUNG

       Die deutsche Ubersetzung wurde 2009 von Chris Leick
       <c.leick@vollbio.de> in Zusammenarbeit mit dem deutschen l10n-Team von
       Debian <debian-l10n-german@lists.debian.org> angefertigt.

       Beachten Sie, dass diese Ubersetzung Teile enthalten kann, die nicht
       ubersetzt wurden. Dies ist so, damit kein Inhalt verloren geht, wenn
       die Ubersetzung hinter dem Originalinhalt hinterherhangt.

AUTHOR

       APT-Team

NOTES

        1. APT-Fehlerseite
           http://bugs.debian.org/src:apt