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NAME

       debconf.conf - Konfigurations-Datei für Debconf

BESCHREIBUNG

       Debconf     ist    ein    Konfigurationssystem    für    Debian-Pakete.
       /etc/debconf.conf  und  ~/.debconfrc  sind  Konfigurationsdateien,  die
       Debconf  benutzt,  um  herauszufinden,  welche  Datenbanken es benutzen
       soll. Diese Datenbanken werden für das Speichern  von  zwei  Arten  von
       Informationen benutzt; dynamische Konfigurationsdaten, die der Benutzer
       eingibt, und statische Vorlagendaten.  Debconf  bietet  ein  flexibles,
       erweiterbares  Datenbanken-Backend.  Neue  Treiber können mit minimalem
       Aufwand erzeugt werden, und Treiber-Sätze können auf verschiedene Weise
       kombiniert werden.

ÜBERSICHT

         # Dies ist eine einfache Konfigurationsdatei,
         # die ausreichend ist, um Debconf zu benutzen
         Config: configdb
         Templates: templatedb

         Name: configdb
         Driver: File
         Filename: /var/cache/debconf/config.dat

         Name: templatedb
         Driver: File
         Mode: 644
         Filename: /var/cache/debconf/templates.dat

DATEIFORMAT

       Das  Format  dieser Datei ist eine Folge von Absätzen, jeweils getrennt
       durch mindestens eine vollständig leere Zeile. Kommentarzeilen, die mit
       dem Zeichen »#« beginnen, werden ignoriert.

       Der  erste  Absatz der Datei ist besonders, er wird benutzt, um Debconf
       im Ganzen zu konfigurieren. Zwei Felder sind in  diesem  ersten  Absatz
       erforderlich:

              Config Gibt   den   Namen   der   Datenbank   an,  aus  der  die
                     Konfigurationsdaten geladen werden.

              Templates
                     Gibt  den  Namen  der   Datenbank   an,   die   für   das
                     Zwischenspeichern von Vorlagen zu benutzen ist.

       Zusätzliche Felder, die benutzt werden können, schließen ein:

              Frontend
                     Die  Benutzerschnittstelle,  die  Debconf  benutzen soll,
                     dies überstimmt jede  Schnittstellen-Einstellung  in  der
                     Debconf-Datenbank.

              Priority
                     Die Priorität, die Debconf benutzen soll, dies überstimmt
                     jede Prioritätseinstellung in der Debconf-Datenbank.

              Admin-Email
                     Die E-Mail-Adressen, an die Debconf E-Mail schicken soll,
                     falls  sichergestellt werden muss, dass der Administrator
                     eine  wichtige  Nachricht  gesehen   hat.   Standardmäßig
                     »root«, dies kann auf jede gültige E-Mail-Adresse gesetzt
                     werden, um die E-Mail dorthin zu schicken. Dies  kann  im
                     Vorbeigehen       durch       die       Umgebungsvariable
                     DEBCONF_ADMIN_EMAIL überstimmt werden.

              Debug  Falls  gesetzt,  lässt  dies  Debconf  Informationen  zur
                     Fehlersuche  auf  die Standardfehlerausgabe ausgeben. Der
                     Wert, auf den  dies  gesetzt  wird,  kann  so  etwas  wie
                     »user«,  »developer«,  »db«  oder  ein regulärer Ausdruck
                     sein.  Typischerweise,  statt  es  permanent   in   einer
                     Konfigurationsdatei zu setzen, wollen Sie die Fehlersuche
                     nur  zeitweise  anstellen,  und   die   Umgebungsvariable
                     DEBCONF_DEBUG kann stattdessen gesetzt werden, um dies zu
                     bewerkstelligen.

              NoWarnings
                     Falls  gesetzt,  lässt  dies   Debconf   Warnungen   über
                     verschiedene   Dinge   nicht   anzeigen.   Dies  kann  im
                     Vorbeigehen       durch       die       Umgebungsvariable
                     DEBCONF_NOWARNINGS überstimmt werden.

              Log    Lässt   Debconf,  während  es  läuft,  Informationen  zur
                     Fehlersuche in das Syslog schreiben. Der  Wert,  auf  den
                     dies  gesetzt wird, kontrolliert, was protokolliert wird.
                     Siehe oben »Debug« für  eine  Erklärung  der  Werte,  die
                     gesetzt   werden   können,   um   zu  kontrollieren,  was
                     protokolliert wird.

              Terse  Falls   auf   »true«   gesetzt,   lässt    dies    einige
                     Debconf-Benutzerschnittstellen  einen  besonders  knappen
                     Anzeigemodus benutzen, der so wenig wie möglich  ausgibt.
                     Der knappe Modus kann temporär über die Umgebungsvariable
                     DEBCONF_TERSE gesetzt werden.

       Der erste Abschnitt der Datei kann wie folgt aussehen:
         Config: configdb
         Templates: templatedb

       Jeder verbleibende Absatz in der Datei richtet eine Datenbank ein.  Ein
       Datenbankenabschnitt beginnt mit der Benennung der Datenbank:
         Name: configdb

       Dann  wird  angezeigt,  welcher  Datenbank-Treiber  für diese Datenbank
       benutzt werden soll. Siehe  unten  TREIBER  für  Informationen,  welche
       Treiber verfügbar sind.
         Driver: File

       Sie  können  angeben,  dass  die  Datenbank  nicht  essenziell  für die
       ordnungsgemäße Funktionsweise von Debconf ist, indem  Sie  sagen,  dass
       sie  nicht  erforderlich  ist. Dies lässt Debconf fortfahren, falls die
       Datenbank aus irgendeinem Grund scheitert.
         Required: false

       Sie  können  jede  Datenbank  als  nur-lesend  markieren,  und  Debconf
       schreibt nichts hinein.
         Readonly: true

       Sie  können  mit Accept- und Reject-Zeilen auch begrenzen, welche Arten
       von   Daten   in   die   Datenbank   gelangen   können;   siehe   unten
       ZUGRIFFSKONTROLLE.

       Der  Rest  jedes  Datenbanken-Absatz  wird  benutzt,  um  Konfiguration
       speziell zu diesem  Treiber  bereitzustellen.  Zum  Beispiel  muss  der
       Treiber  Text ein Verzeichnis wissen, in das er die Datenbank packt, so
       dass Sie sagen könnten:
         Filename: /var/cache/debconf/config.dat

TREIBER

       Eine Reihe von Treibern sind verfügbar, und mehr noch können mit  wenig
       Schwierigkeit  geschrieben  werden.  Treiber gibt es in zwei generellen
       Typen. Zuerst gibt es echte Treiber  --  Treiber  die  tatsächlich  auf
       Daten in irgendeiner Form von Datenbank zugreifen und speichern, welche
       im lokalen Dateisystem oder auf einem entfernten  System  sein  können.
       Dann   gibt   es  Meta-Treiber,  die  andere  Treiber  kombinieren,  um
       interessantere Systeme zu formen. Lassen Sie uns mit ersteren beginnen.

       File
              Dieser   Datenbank-Treiber    erlaubt    Debconf,    eine
              vollständige   Datenbank   in   einer  einzelnen  flachen
              Textdatei   zu   speichern.   Dies   erlaubt    einfaches
              Archivieren,   Transferieren   zwischen   Maschinen   und
              Editieren. Es ist eines der kompakteren Datenbank-Formate
              hinsichtlich des benutzten Plattenplatz. Es ist auch eins
              der langsamsten.

              Als Nachteil muss die gesamte  Datei  eingelesen  werden,
              jedes  Mal,  wenn  Debconf  startet,  und  Speichern  ist
              ebenfalls langsam.

              Die   folgenden   Dinge   sind   für    diesen    Treiber
              konfigurierbar:

                     Filename
                            Die Datei, die als Datenbank benutzt werden
                            soll. Dies ist ein erforderliches Feld.

                     Mode   Die Berechtigungen,  mit  denen  die  Datei
                            erzeugt  wird,  falls  sie nicht existiert.
                            Standardmäßig 600,  weil  die  Datei  unter
                            Umständen Passwörter enthalten könnte.

                     Format Das  Format der Datei. Siehe unten FORMATE.
                            Standardmäßig  wird  ein  RFC-822-ähnliches
                            Format benutzt.

                     Backup Ob     von    der    alten    Datei    eine
                            Sicherheitskopie gemacht werden soll, bevor
                            sie verändert wird. Standardmäßig »true«.

              Ein  Beispiel-Absatz,  der eine Datenbank unter Benutzung
              dieses Treiber einrichtet:

                Name: mydb
                Driver: File
                Filename: /var/cache/debconf/mydb.dat

       DirTree
              Dieser Datenbank-Treiber erlaubt Debconf, Daten in  einer
              hierarchischen   Verzeichnisstruktur  zu  speichern.  Die
              Namen  der  verschiedenen  Debconf-Vorlagen  und  -Fragen
              werden  benutzt,  wie  sie  sind,  um  Verzeichnisse  mit
              Dateien darin zu formen.  Dieses  Datenbanken-Format  ist
              das  einfachste,  wenn es darum geht, von Hand zu stöbern
              und  zu  tricksen.   Es   hat   sehr   gute   Lade-   und
              Speicher-Geschwindigkeiten. Es beansprucht typischerweise
              auch den meisten Platz, weil  viele  kleine  Dateien  und
              Unterverzeichnis zusätzlichen Raum nehmen.

              Die    folgenden    Dinge   sind   für   diesen   Treiber
              konfigurierbar:

                     Directory
                            Das Verzeichnis, in das die Dateien  gelegt
                            werden. Erforderlich.

                     Extension
                            Eine Erweiterung, die den Namen von Dateien
                            hinzugefügt   werden.   Muss    auf    eine
                            nicht-leere  Zeichenkette  gesetzt  werden;
                            standardmäßig ».dat«

                     Format Das Format der Datei. Siehe unten  FORMATE.
                            Standardmäßig  wird  ein  RFC-822-ähnliches
                            Format benutzt.

                     Backup Ob    von    der    alten    Datei     eine
                            Sicherheitskopie gemacht werden soll, bevor
                            sie verändert wird. Standardmäßig »true«.

              Ein Beispiel-Absatz, der eine Datenbank  unter  Benutzung
              dieses Treiber einrichtet:

                Name: mydb
                Driver: DirTree
                Directory: /var/cache/debconf/mydb
                Extension: .txt

       PackageDir
              Dieser  Datenbank-Treiber ist ein Kompromiss zwischen den
              Datenbanken  »File«  und  »DirTree«.   Er   benutzt   ein
              Verzeichnis,  in  dem es (ungefähr) eine Datei pro Paket,
              das Debconf benutzt, gibt.  Dies  ist  ziemlich  schnell,
              während  es  wenig  mehr  Platz als der Datenbank-Treiber
              »File« benutzt.

              Dieser Treiber ist auf dieselbe  Weise  wie  der  Treiber
              DirTree konfigurierbar, und zusätzlich:

              Mode   Die  Berechtigungen,  mit  denen  Dateien  erzeugt
                     werden. Standardmäßig 600, da  die  Dateien  unter
                     Umständen Passwörter enthalten könnten.

              Ein  Beispiel-Absatz,  der eine Datenbank unter Benutzung
              dieses Treiber einrichtet:

                Name: mydb
                Driver: PackageDir
                Directory: /var/cache/debconf/mydb

       LDAP
              WARNUNG:   Dieser   Datenbank-Treiber   ist   gegenwärtig
              experimentell. Mit Vorsicht zu benutzen.

              Dieser         Datenbank-Treiber        greift        für
              Debconf-Konfigurationsdaten auf ein LDAP-Verzeichnis  zu.
              Wegen     ihrer     vertrackten    Natur    sollte    auf
              LDAP-Verzeichnisse   typischerweise   im   Nur-Lese-Modus
              zugegriffen  werden.  Dies  ist  notwendig,  weil mehrere
              gleichzeitige Zugriffe stattfinden  können,  und  es  ist
              generell  besser  für  die Daten-Konsistenz, dass niemand
              versucht, die Daten zu  verändern,  während  der  Zugriff
              erfolgt.     Selbstverständlich    wird    Schreibzugriff
              unterstützt,  in   den   Fällen,   in   denen   Sie   die
              Konfigurationsdaten   in  dem  Verzeichnis  aktualisieren
              wollen.

              Für Informationen über das Einrichten  eines  LDAP-Server
              für             Debconf             lesen             Sie
              /usr/share/doc/debconf-doc/README.LDAP     (im      Paket
              debconf-doc)

              Um  diesen  Datenbank-Treiber zu benutzen, müssen Sie das
              Paket  libnet-ldap-perl  installieren.  Debconf   schlägt
              dieses Paket vor, hängt aber nicht von ihm ab.

              Bitte        erwägen       Sie       sorgfältig       die
              Sicherheits-Auswirkungen,  die   die   Verwendung   einer
              entfernten Debconf-Datenbank mit sich bringt. Solange Sie
              nicht  der  Quelle  und  dem  zwischengelegenen  Netzwerk
              vertrauen, ist dies keine sichere Sache.

              Die    folgenden    Dinge   sind   für   diesen   Treiber
              konfigurierbar:

                     server Hostname oder IP-Adresse des  LDAP-Servers,
                            mit dem verbunden werden soll.

                     port   Der  Port,  auf  dem  mit  dem  LDAP-Server
                            verbunden   werden   soll.   Falls    nicht
                            angegeben,  wird  der  standardmäßige  Port
                            benutzt.

                     basedn Die      DN,      unter      der       alle
                            Konfigurationselemente  gespeichert werden.
                            Von   jedem   Konfigurationselement    wird
                            angenommen,  dass  es  in einer DN cn=<item
                            name>,<Base  DN>  existiert.  Falls  dieser
                            Struktur   nicht  gefolgt  wird,  wird  für
                            nichts garantiert.

                     binddn Die DN, als die das Verzeichnis  zu  binden
                            ist.  Anonyme  Bindung  wird benutzt, falls
                            keine angegeben wird.

                     bindpasswd
                            Das bei einer authentifizierten Bindung  zu
                            benutzende  Passwort  (benutzt  mit  binddn
                            oben). Falls nicht angegeben, wird  anonyme
                            Bindung benutzt.

                            Diese  Option  sollte  nicht  im generellen
                            Falle  benutzt  werden.   Anonyme   Bindung
                            sollte die meiste Zeit für Nur-Lese-Zugriff
                            ausreichend sein. Bindungs-DN und -Password
                            sollte    für   den   gelegentlichen   Fall
                            reserviert   werden,   in   dem   Sie   die
                            Debconf-Konfigurationsdaten   aktualisieren
                            wollen.

                     keybykey
                            Aktiviere    Zugriff    auf    individuelle
                            LDAP-Einträge,  anstatt  sie am Anfang alle
                            auf  einmal  zu  holen.   Dies   ist   sehr
                            nützlich,  falls Sie die Abfrage bestimmter
                            Debconf-Schlüssel in Ihren LDAP-Protokollen
                            überwachen  wollen. Auf diese Weise könnten
                            Sie auch eigenen  Behandlungscode  auf  der
                            Seite des LDAP-Servers schreiben.

                            Beachten   Sie,  dass,  wenn  diese  Option
                            gesetzt ist, die Verbindung zum LDAP-Server
                            während  des  gesamten  Debconf-Laufs aktiv
                            gehalten   wird.   Dies   ist   ein   wenig
                            verschieden              zu             dem
                            Alles-in-Einem-Verhalten,  wo  zwei   kurze
                            LDAP-Verbindungen  erfolgen;  am Anfang, um
                            alle Einträge zu holen,  und  am  Ende,  um
                            mögliche Änderungen zu speichern.

              Ein  Beispiel-Absatz,  der eine Datenbank einrichtet, die
              diesen Treiber benutzt, unter Annahme, dass die entfernte
              Datenbank  auf  example.com  ist  und  anonym zugegriffen
              werden kann:

                Name: ldapdb
                Driver: LDAP
                Readonly: true
                Server: example.com
                BaseDN: cn=debconf,dc=example,dc=com
                KeyByKey: 0

              Noch ein Beispiel, diesmal  ist  die  LDAP-Datenbank  auf
              localhost, und kann beschrieben werden:

                Name: ldapdb
                Driver: LDAP
                Server: localhost
                BaseDN: cn=debconf,dc=domain,dc=com
                BindPasswd: secret
                KeyByKey: 1

       Pipe
              Dieser Datenbankentreiber für besondere Anlässe liest und
              schreibt die Datenbank von der  Standardein/-ausgabe.  Er
              mag für Leute mit besonderen Bedürfnissen nützlich sein.

              Die    folgenden    Dinge   sind   für   diesen   Treiber
              konfigurierbar:

                     Format Das zu lesende und zu  schreibende  Format.
                            Siehe   unten  FORMATE.  Standardmäßig  ein
                            RFC-822-ähnliches Format.

                     Infd   Nummer des Dateideskriptors von dem gelesen
                            werden soll. Liest standardmäßig von Stdin.
                            Falls  auf  »none«   gesetzt,   liest   die
                            Datenbank beim Starten keine Daten.

                     Outfd  Nummer   des   Dateideskriptors   auf   den
                            geschrieben    werden    soll.     Schreibt
                            standardmäßig  auf Stdout. Falls auf »none«
                            gesetzt, wird die Datenbank beim  Schließen
                            verworfen.

       Das  sind  alle  echten  Treiber,  lassen  Sie  uns  nun  zu den
       Meta-Treibern gehen.

       Stack
              Dieser Treiber stapelt eine  Anzahl  anderer  Datenbanken
              (jeglichen  Typs),  und erlaubt, auf sie zuzugreifen, als
              ob sie  eine  einzige  wären.  Wenn  Debconf  einen  Wert
              anfragt,  gibt die erste Datenbank in dem Stapel, die den
              Wert enthält, ihn zurück.  Falls  Debconf  etwas  in  die
              Datenbank  schreibt,  wird  normalerweise  auf den ersten
              Treiber in  dem  Stapel,  der  das  modifizierte  Element
              enthält,  geschrieben,  und falls es keiner hat, wird das
              neue Element der ersten schreibbaren  Datenbank  auf  dem
              Stapel hinzugefügt.

              Die   Dinge   werden   interessanter,   falls   eine  der
              Datenbanken auf dem Stapel nur-lesend ist. Betrachten wir
              einen Stapel der Datenbanken Foo, Bar und Baz, wo Foo und
              Baz beide  nur-lesend  sind.  Debconf  will  ein  Element
              ändern,  und  dieses  Element ist nur in Baz präsent, die
              nur-lesend ist. Der Stapel-Treiber ist klever  genug,  zu
              erkennen,  dass  das  nicht funktioniert, und kopiert das
              Element von Baz nach Bar, und das Schreiben findet in Bar
              statt.  Nun  wird  das  Element  in  Baz  von  dem in Bar
              verdeckt, und ist für Debconf nicht mehr sichtbar.

              Dieses ist vor allem nützlich, falls  Sie  viele  Systeme
              auf   eine   zentrale,  nur-lesende  Datenbank  verweisen
              wollen, wobei immer noch auf jedem  System  erlaubt  ist,
              Dinge  zu  überstimmen.  Wenn dem Bild Zugriffskontrollen
              hinzugefügt werden, erlauben Ihnen  Stapel  viele  andere
              interessante  Dinge  zu  tun, wie alle Passwörter in eine
              Datenbank umzuleiten,  während  eine  Datenbank  darunter
              alles andere behandelt.

              Nur  ein  Konfigurationselement wird zum Einrichten eines
              Stapels benötigt:

                     Stack  Hier   geben   Sie   eine   Liste   anderer
                            Datenbanken  namentlich  an, um dem Treiber
                            zu sagen, was den Stapel bildet.

              Zum Beispiel:

                Name: megadb
                Driver: stack
                Stack: passworddb, configdb, companydb

              WARNUNG: Der  Stapel-Treiber  ist  noch  nicht  sehr  gut
              getestet. Auf eigenes Risiko zu verwenden.

       Backup
              Dieser  Treiber  leitet  alle  Anfragen  an einen anderen
              Datenbankentreiber weiter.  Aber  er  kopiert  auch  alle
              Schreibe-Anfragen  als  Sicherheitskopie an einen zweiten
              Datenbankentreiber.

              Sie  müssen  für  die  Einrichtung  dieses  Treibers  die
              folgenden Felder angeben.

                     Db     Die  Datenbank, von der gelesen und auf die
                            geschrieben werden soll.

                     Backupdb
                            Der Name der Datenbank, an die  Kopien  von
                            Schreibzugriffen gesendet werden sollen.

              Zum Beispiel:

                Name: backup
                Driver: Backup
                Db: mydb
                Backupdb: mybackupdb

       Debug
              Dieser  Treiber  leitet  alle  Anfragen  an einen anderen
              Datenbankentreiber  weiter,  und  gibt  eine   wortreiche
              Ausgabe zur Fehlersuche über Anfrage und Ergebnis aus.

              Sie  müssen  für  die  Einrichtung  dieses  Treibers  die
              folgenden Felder angeben.

                     Db     Die Datenbank, von der gelesen und auf  die
                            geschrieben werden soll.

ZUGRIFFSKONTROLLEN

       Wenn  Sie  eine  Datenbank  einrichten,  können  Sie auch einige
       Felder benutzen, um Zugriffskontrollen anzugeben. Sie können zum
       Beispiel angeben, dass eine Datenbank nur Passwörter akzeptiert,
       oder eine Datenbank nur Dinge mit »foo« in ihrem Namen  annehmen
       lassen.

       Readonly
              Wie  vorher erwähnt, macht diese Zugriffskontrolle, falls
              auf »true« gesetzt, eine  Datenbank  nur-lesend.  Debconf
              liest  aus  ihr Werte, aber schreibt niemals etwas in sie
              hinein.

       Accept-Name
              Der  Text  in  diesem  Feld  ist   ein   Perl-kompatibler
              regulärer  Ausdruck,  der auf die Namen der Elemente, wie
              sie von der Datenbank angefragt werden, angewendet  wird.
              Nur  wenn  der  Name  eines  Elements  mit  dem regulären
              Ausdruck übereinstimmt, erlaubt die Datenbank Debconf auf
              es zuzugreifen oder es zu modifizieren.

       Reject-Name
              Wie  Accept-Name,  außer dass jedes Element, dessen Namen
              mit    diesem    regulären    Ausdruck     übereinstimmt,
              zurückgewiesen wird.

       Accept-Type
              Noch  ein regulärer Ausdruck, dieser wird auf den Typ des
              zugegriffenen Elementes angewendet. Nur falls der Typ auf
              den Ausdruck passt, wird der Zugriff gestattet.

       Reject-Type
              Wie  Accept-Type,  außer  dass  jeder Typ, der auf diesen
              regulären Ausdruck passt, zurückgewiesen wird.

FORMATE

       Einige der Datenbankentreiber  benutzen  Format-Module,  um  das
       eigentliche  Format  zu  kontrollieren, in welchem die Datenbank
       auf Platte gespeichert wird. Diese  Formate  werden  gegenwärtig
       unterstützt:

       822    Dies   ist   ein   Dateiformat,   das  ungefähr  auf  dem
              RFC-822-Format  für  Kopfzeilen  von   E-Mails   basiert.
              Ähnliche  Formate  werden  überall in Debian benutzt; bei
              der dpkg-Status-Datei und so weiter.

BEISPIEL

       Hier ist ein komplizierteres Beispiel einer Datei debconf.conf.

         # Dieser Absatz richtet Debconf generell ein.
         Config: stack
         Templates: templates
         Log: developer
         Debug: developer

         # Dies ist meine eigene lokale Datenbank.
         Name: mydb
         Driver: DirTree
         Directory: /var/cache/debconf/config

         # Dies ist eine weitere Datenbank, in der ich
         # nur Konfiguration für den X-Server habe.
         Name: X
         Driver: File
         Filename: /etc/X11/debconf.dat
         Mode: 644
         # Es ist ein wenig schwer, zu bestimmen,
         # welche Fragen zu X11 gehören; man sollte
         # eine tiefere Baumstruktur verwenden, so
         # dass ich nur auf ^X/ zu schauen bräuchte
         # Ach ja.
         Accept-Name: xserver|xfree86|xbase

         # Die ist die globale Debconf-Datenbank
         # unserer Firma, (für mich) nur lesbar.
         Name: company
         Driver: LDAP
         Server: debconf.foo.com
         BaseDN: cn=debconf,dc=foo,dc=com
         BindDN: uid=admin,dc=foo,dc=com
         BindPasswd: secret
         Readonly: true
         # Ich möchte keine Passwörter, die in
         # ihr enthalten sein könnten.
         Reject-Type: password
         # Falls diese DB aus welchem Grund auch nicht
         # zugreifbar ist, mache einfach weiter.
         Required: false

         # In dieser Datenbank halte ich
         # sicher Passwörter
         Name: passwords
         Driver: File
         Filename: /etc/debconf/passwords
         Mode: 600
         Accept-Type: password

         # Lassen Sie uns sie alle in
         # einem Datenbankenstapel
         # zusammenpacken
         Name: stack
         Driver: Stack
         Stack: passwords, X, mydb, company
         # Also kommen alle Passwörter in die
         # Passwortdatenbank. Die meiste
         # Konfiguration für X11 kommt in die
         # Datenbank X, und alles andere kommt
         # in meine Datenbank. Werte werden der
         # Reihe nach in diesen nachgeschlagen,
         # und wenn keine einen bestimmten Wert
         # hat, wird in der Firmen-weiten LDAP-
         # Datenbank nachgeschlagen (außer es
         # ist ein Passwort).

         # Auch für das Halten von Vorlagen wird eine
         # Datenbank benutzt. Wir brauchen diese
         # nicht so hübsch zu machen.
         Driver: File
         Mode: 644
         Format: 822
         Filename: /var/cache/debconf/templates

ANMERKUNGEN

       Falls Sie in dieser Datei etwas wie ${HOME}  benutzen,  wird  es
       durch den Wert der benannten Umgebungsvariablen ersetzt.

       Umgebungsvariablen   können   auch   benutzt   werden,   um  die
       Datenbanken im Vorbeigehen zu überstimmen, siehe debconf(7).

       Bei den Feldnamen (der Teil der Zeile vor dem Doppelpunkt)  wird
       nicht auf Groß-/Kleinschreibung geachtet. Aber bei den Werten.

GEPLANTE ERWEITERUNGEN

       Mehr   Treiber   und   Formate.  Einige  Ideen  beinhalten:  Ein
       SQL-Treiber, mit der Fähigkeit,  auf  eine  entfernte  Datenbank
       zuzugreifen.  Ein  DHCP-Treiber,  der einige besondere Dinge wie
       Hostname,  IP-Adresse  und  DNS-Server  verfügbar   macht.   Ein
       Treiber, der Werte aus TXT-Feldern in öffentlichen DNS-Einträgen
       zieht. Ein Format, das kompatibel mit der Ausgabe  von  cdebconf
       ist.  Ein  Überstimmungstreiber,  der die Wert-Felder oder Flags
       von allen  Anfragen,  die  durch  ihn  hindurchgeleitet  werden,
       überstimmen kann.

DATEIEN

       /etc/debconf.conf

       ~/.debconfrc

ÜBERSETZUNG

       Die   deutsche  Übersetzung  wurde  2008  von  Florian  Rehnisch
       <eixman@gmx.de>   und    2008-2009    von    Helge    Kreutzmann
       <debian@helgefjell.de>  angefertigt. Diese Übersetzung ist Freie
       Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License  Version
       2 oder neuer für die Kopierbedingungen. Es gibt KEINE HAFTUNG.

SIEHE AUCH

       debconf(7)

AUTOR

       Joey Hess <joeyh@debian.org>

                                                               DEBCONF.CONF(5)