Provided by: apt_0.8.16~exp12ubuntu10_i386 bug

NAME

       apt-cache - den APT-Zwischenspeicher abfragen

SYNOPSIS

       apt-cache [-hvsn] [-o=Konfigurationszeichenkette] [-c=Datei]
                 {[gencaches] | [showpkg Paket...] | [showsrc Paket...] |
                 [stats] | [dump] | [dumpavail] | [unmet] |
                 [search regul"arer_Ausdruck] | [show Paket...] |
                 [depends Paket...] | [rdepends Paket...] | [pkgnames Pr"afix]
                 | [dotty Paket...] | [xvcg Paket...] | [policy Pakete...] |
                 [madison Pakete...]}

BESCHREIBUNG

       apt-cache fuhrt eine Vielzahl von Operationen auf dem
       Paketzwischenspeicher von APT durch.  apt-cache manipuliert nicht den
       Status des Systems, stellt aber Operationen zum Suchen und Generieren
       von interessanten Ausgaben der Paket-Metadaten bereit.

       Sofern nicht die -h-, oder --help-Option angegeben ist, muss einer der
       unten aufgefuhrten Befehle vorkommen.

       gencaches
           gencaches fuhrt die gleichen Operationen wie apt-get check durch.
           Es bildet die Quellen- und Paketzwischenspeicher aus den Quellen in
           sources.list(5) und von /var/lib/dpkg/status.

       showpkg Paket(e)
           showpkg zeigt Informationen uber die auf der Befehlszeile
           aufgelisteten Pakete. Die ubrigen Argumente sind Paketnamen. Die
           verfugbaren Versionen und Ruckwartsabhangigkeiten jedes
           aufgefuhrten Paketes werden ebenso aufgelistet, wie die
           Vorwartsabhangigkeiten jeder Version. Vorwartsabhangigkeiten
           (normale Abhangigkeiten) sind jene Pakete, von denen das
           betreffende Paket abhangt. Ruckwartsabhangigkeiten sind jene
           Pakete, die von dem betreffenden Paket abhangen. Deshalb mussen
           Vorwartsabhangigkeiten fur das Paket erfullt werden,
           Ruckwartsabhangigkeiten allerdings nicht.  apt-cache showpkg
           libreadline2 wurde zum Beispiel eine Ausgabe ahnlich der folgenden
           erzeugen:

               Package: libreadline2
               Versions: 2.1-12(/var/state/apt/lists/foo_Packages),
               Reverse Depends:
                 libreadlineg2,libreadline2
                 libreadline2-altdev,libreadline2
               Dependencies:
               2.1-12 - libc5 (2 5.4.0-0) ncurses3.0 (0 (null))
               Provides:
               2.1-12 -
               Reverse Provides:
           Dadurch sieht man, dass libreadline2, Version 2.1-12, von libc5 und
           ncurses3.0 abhangt, die installiert sein mussen, damit libreadline2
           funktioniert. Im Gegenzug hangen libreadlineg2 und
           libreadline2-altdev von libreadline2 ab. Wenn libreadline2
           installiert ist, mussen auBerdem libc5 und ncurses3.0 (und ldso)
           installiert sein. Fur die spezielle Bedeutung der restlichen
           Ausgabe ist es am besten, den apt-Quelltext zu konsultieren.

       stats
           stats zeigt einige Statistiken uber den Zwischenspeicher. Es werden
           keine weiteren Argumente erwartet. Berichtete Statistiken sind:

           o   Total package names ist die Gesamtzahl der im Zwischenspeicher
               gefundenen Pakete.

           o   Normal packages ist die Anzahl der regularen, gewohnlichen
               Paketnamen. Diese sind Pakete, die eine
               Eins-zu-Eins-Entsprechung zwischen ihren Namen und den Namen,
               die andere Pakete fur ihre Abhangigkeiten benutzen, tragen. Die
               Mehrzahl der Pakete fallt in diese Kategorie.

           o   Pure virtual packages ist die Anzahl der Pakete, die nur als
               ein virtueller Paketname existieren. Das kommt vor, wenn Pakete
               nur den virtuellen Paketnamen >>bereitstellen<< und aktuell
               kein Paket den Namen benutzt. Zum Beispiel ist im
               Debian-GNU/Linux-System >>mail-transport-agent<< ein rein
               virtuelles Paket. Mehrere Pakete stellen
               >>mail-transport-agent<< bereit, aber es gibt kein Paket mit
               dem Namen >>mail-transport-agent<<.

           o   Single virtual packages ist die Anzahl der Pakete mit nur einem
               Paket, das ein bestimmtes virtuelles Paket bereitstellt.
               >>X11-text-viewer<< ist zum Beispiel im Debian-GNU/Linux-System
               ein virtuelles Paket, aber nur ein Paket, xless, stellt
               >>X11-text-viewer<< bereit.

           o   Mixed virtual packages ist die Anzahl der Pakete, die entweder
               ein bestimmtes virtuelles Paket bereitstellen oder den
               virtuellen Paketnamen als Paketnamen haben. >>debconf<< ist zum
               Beispiel sowohl ein tatsachliches Paket, wird aber auch vom
               Paket debconf-tiny bereitgestellt.

           o   Missing ist die Anzahl der Paketnamen, auf die eine
               Abhangigkeit verweist, die aber von keinem Paket bereitgestellt
               werden. Fehlende Pakete konnten auftauchen, wenn nicht auf eine
               vollstandige Distribution zugegriffen oder ein (echtes oder
               virtuelles) Paket aus einer Distribution gestrichen wurde.
               Normalerweise wird auf sie von Conflicts oder Breaks-Angaben
               Bezug genommen.

           o   Total distinct Versionen ist die Anzahl der im Zwischenspeicher
               gefundenen Paketversionen. Dieser Wert ist daher meistens
               gleich der Anzahl der gesamten Paketnamen. Wenn auf mehr als
               eine Distribution (zum Beispiel >>stable<< und >>unstable<<
               zusammen) zugegriffen wird, kann dieser Wert deutlich groBer
               als die gesamte Anzahl der Paketnamen sein.

           o   Total dependencies ist die Anzahl der Abhangigkeitsbeziehungen,
               den alle Pakete im Zwischenspeicher beanspruchen.

       showsrc Paket(e)
           showsrc zeigt alle Quellpaketdatensatze, die den angegebenen
           Paketnamen entsprechen. Alle Versionen werden ebenso angezeigt, wie
           alle Datensatze, die den Namen fur ein Programm deklarieren.

       dump
           dump zeigt einen kurzen Programmausdruck von jedem Paket im
           Zwischenspeicher. Es dient in erster Linie der Fehlersuche.

       dumpavail
           dumpavail gibt eine verfugbare Liste auf stdout aus. Dies ist
           geeignet fur die Benutzung mit dpkg(1) und wird fur die
           dselect(1)-Methode benutzt.

       unmet
           unmet zeigt die Zusammenfassung aller unerfullten Abhangigkeiten im
           Paketzwischenspeicher.

       show Paket(e)
           show fuhrt eine Funktion aus, die dpkg --print-avail ahnlich ist.
           Es zeigt die Paketdatensatze fur die genannten Pakete.

       search regex [ regex ... ]
           search fuhrt eine Volltextsuche in der Liste aller verfugbaren
           Pakete fur das gegebene POSIX-regex-Muster durch, siehe regex(7).
           Es durchsucht die Paketnamen und die Beschreibungen nach einem
           Vorkommen des regularen Ausdrucks und gibt den Paketnamen mit einer
           kurzen Beschreibung, einschlieBlich virtueller Paketnamen, aus.
           Wenn --full angegeben wurde, ist die Ausgabe gleich der, die show
           fur jedes Paket erzeugt und wenn --names-only angegeben wurde, wird
           die lange Beschreibung nicht durchsucht, sondern nur der Paketname.

           Separate Argumente konnen benutzt werden, um mehrere Suchmuster
           anzugeben, die >>und<<-verknupft werden.

       depends Paket(e)
           depends zeigt eine Liste von jeder Abhangigkeit, die ein Paket hat
           und alle moglichen anderen Pakete, die die Abhangigkeit erfullen
           konnen.

       rdepends Paket(e)
           rdepends zeigt eine Liste von jeder Ruckwartsabhangigkeit, die ein
           Paket hat.

       pkgnames [ Pr"afix ]
           Dieser Befehl gibt den Namen jedes Paketes aus, das APT kennt. Das
           optionale Argument ist ein passendes Prafix, um die Namensliste zu
           filtern. Die Ausgabe ist geeignet fur die Benutzung in der
           Tabulatorvervollstandigung in der Shell. Die Ausgabe wird extrem
           schnell generiert. Dieser Befehl wird am besten mit der
           --generate-Option benutzt.

           Beachten Sie, dass ein Paket, das APT kennt, nicht notwendigerweise
           zum Herunterladen verfugbar, installierbar oder installiert ist,
           virtuelle Pakete sind z.B. auch in der generierten Liste
           aufgefuhrt.

       dotty Paket(e)
           dotty nimmt eine Paketliste auf der Befehlszeile entgegen und
           generiert eine Ausgabe, die fur die Benutzung durch dotty aus dem
           Paket GraphViz[1] geeignet ist. Das Ergebnis ist eine
           Zusammenstellung von Knoten und Kanten, die die Beziehung zwischen
           Paketen darstellen. StandardmaBig werden alle abhangigen Pakete
           ausfindig gemacht. Dies kann zu einem sehr groBen Schaubild fuhren.
           Um die Ausgabe auf die Pakete zu beschranken, die auf der
           Befehlszeile eingegeben wurden, setzen Sie die Option
           APT::Cache::GivenOnly.

           Die resultierenden Knoten haben mehrere Formen. Normale Pakete sind
           Kastchen, reine Bereitstellungen sind Dreiecke, gemischte
           Bereitstellungen sind Diamanten, fehlende Pakete sind Sechsecke.
           Orange Kastchen bedeuten, dass die Rekursion beendet wurde
           [Blattpakete], blaue Linien sind Pre-depends, grune Linien sind
           Konflikte.

           Vorsicht, dotty kann keine groBeren Zusammenstellungen von Paketen
           grafisch darstellen.

       xvcg Paket(e)
           Das gleiche wie dotty, nur fur xvcg vom VCG-Werkzeug[2].

       policy [ Paket(e) ]
           policy ist dazu gedacht, bei Fragen der Fehlersuche, die sich auf
           die Einstellungsdatei beziehen, zu helfen. Ohne Argumente gibt es
           die Prioritaten von jeder Quelle aus. Ansonsten gibt es
           umfangreiche Informationen uber die Prioritatenauswahl der
           genannten Pakete aus.

       madison [ Paket(e) ]
           apt-caches madison-Befehl versucht das Ausgabeformat und eine
           Untermenge der Funktionalitat des
           Debian-Archivververwaltungswerkzeuges madison nachzuahmen. Es zeigt
           verfugbare Versionen eines Pakets in Tabellenform. Anders als das
           Original madison, kann es nur Informationen fur die Architektur
           anzeigen, fur die APT Paketlisten heruntergeladen hat
           (APT::Architecture).

OPTIONEN

       Alle Befehlszeilenoptionen konnen durch die Konfigurationsdatei gesetzt
       werden, die Beschreibung gibt die zu setzende Option an. Fur boolesche
       Optionen konnen Sie die Konfigurationsdatei uberschreiben, indem Sie
       etwas wie -f-, --no-f, -f=no oder etliche weitere Varianten benutzen.

       -p, --pkg-cache
           Wahlt die Datei zum Speichern des Paketzwischenspeichers. Der
           Paketzwischenspeicher ist der primare Zwischenspeicher, der von
           allen Operationen benutzt wird. Konfigurationselement:
           Dir::Cache::pkgcache.

       -s, --src-cache
           Wahlt die Datei zum Speichern des Quellenzwischenspeichers. Die
           Quelle wird nur von gencaches benutzt und sie speichert eine
           ausgewertete Version der Paketinformationen von entfernt liegenden
           Quellen. Wenn der Paketzwischenspeicher gebildet wird, wird der
           Quellenzwischenspeicher benutzt, um ein erneutes Auswerten aller
           Paketdateien zu vermeiden. Konfigurationselement:
           Dir::Cache::srcpkgcache.

       -q, --quiet
           Still; erzeugt eine Ausgabe, die fur Protokollierung geeignet ist
           und Fortschrittsanzeiger weglasst. Mehr >>q<<s unterdrucken mehr
           Ausgaben, bis zu einem Maximum von 2. Sie konnen auBerdem -q=#
           benutzen, um die Stillestufe zu setzen, was die Konfigurationsdatei
           uberschreibt. Konfigurationselement: quiet.

       -i, --important
           Nur wichtige Abhangigkeiten ausgeben. Zur Benutzung mit unmet und
           depends. Veranlasst, dass nur Depends- und Pre-Depends-Beziehungen
           ausgegeben werden. Konfigurationselement: APT::Cache::Important.

       --no-pre-depends, --no-depends, --no-recommends, --no-suggests,
       --no-conflicts, --no-breaks, --no-replaces, --no-enhances
           Per default the depends and rdepends print all dependencies. This
           can be tweaked with these flags which will omit the specified
           dependency type. Configuration Item: APT::Cache::ShowDependencyType
           e.g.  APT::Cache::ShowRecommends.

       -f, --full
           Gibt die vollstandigen Paketdatensatze beim Suchen aus.
           Konfigurationselement: APT::Cache::ShowFull.

       -a, --all-versions
           Gibt die vollstandigen Datensatze fur alle verfugbaren Versionen
           aus. Dies ist die Vorgabe. Um sie auszuschalten, benutzen Sie
           --no-all-versions. Wenn --no-all-versions angegeben ist, wird nur
           die Anwarterversion angezeigt (die, die zur Installation ausgewahlt
           wurde). Diese Option ist nur fur den show-Befehl anwendbar.
           Konfigurationselement: APT::Cache::AllVersions.

       -g, --generate
           Fuhrt das Neuerstellen des Paketzwischenspeichers aus, anstatt den
           Zwischenspeicher so zu benutzen, wie er ist. Das ist die Vorgabe.
           Um sie auszuschalten benutzen Sie --no-generate.
           Konfigurationselement: APT::Cache::Generate.

       --names-only, -n
           Durchsucht nur die Paketnamen, nicht die Langbeschreibungen.
           Konfigurationselement: APT::Cache::NamesOnly.

       --all-names
           Lasst pkgnames alle Namen, einschlieBlich virtueller Pakete und
           fehlender Abhangigkeiten, ausgeben. Konfigurationselement:
           APT::Cache::AllNames.

       --recurse
           Macht depends und rdepends rekursiv, so dass alle erwahnten Pakete
           einmal ausgegeben werden. Konfigurationselement:
           APT::Cache::RecurseDepends.

       --installed
           Begrenzt die Ausgabe von depends und rdepends auf Pakete, die
           aktuell installiert sind. Konfigurationselement:
           APT::Cache::Installed.

       -h, --help
           Ein kurze Aufrufzusammenfassung zeigen.

       -v, --version
           Die Version des Programms anzeigen.

       -c, --config-file
           Konfigurationsdatei; Gibt eine Konfigurationssdatei zum Benutzen
           an. Das Programm wird die Vorgabe-Konfigurationsdatei und dann
           diese Konfigurationsdatei lesen. Falls Konfigurationseinstellungen
           vor der Vorgabe-Konfiguration ausgewertet werden mussen, geben Sie
           eine Datei der Umgebungsvariable APT_CONFIG an Lesen Sie
           apt.conf(5), um Syntax-Informationen zu erhalten

       -o, --option
           Eine Konfigurationsoption setzen; Dies wird eine beliebige
           Konfigurationsoption setzen. Die Syntax lautet -o Foo::Bar=bar.  -o
           und --option kann mehrfach benutzt werden, um verschiedene Optionen
           zu setzen.

DATEIEN

       /etc/apt/sources.list
           Orte, von denen Pakete geladen werden. Konfigurationselement:
           Dir::Etc::SourceList.

       /etc/apt/sources.list.d/
           Dateifragmente fur Orte, von denen Pakete geladen werden.
           Konfigurationselement: Dir::Etc::SourceParts.

       /var/lib/apt/lists/
           Speicherbereich fur Statusinformationen jeder in sources.list(5)
           angegebenen Paketquelle Konfigurationselement: Dir::State::Lists.

       /var/lib/apt/lists/partial/
           Speicherbereich fur Statusinformationen auf dem Transportweg.
           Konfigurationselement: Dir::State::Lists (implizit teilweise).

SIEHE AUCH

       apt.conf(5), sources.list(5), apt-get(8)

DIAGNOSE

       apt-cache gibt bei normalen Operationen 0 zuruck, dezimal 100 bei
       Fehlern.

FEHLER

       APT-Fehlerseite[3]. Wenn Sie einen Fehler in APT berichten mochten,
       lesen Sie bitte /usr/share/doc/debian/bug-reporting.txt oder den
       reportbug(1)-Befehl. Verfassen Sie Fehlerberichte bitte auf Englisch.

"UBERSETZUNG

       Die deutsche Ubersetzung wurde 2009 von Chris Leick
       <c.leick@vollbio.de> in Zusammenarbeit mit dem deutschen l10n-Team von
       Debian <debian-l10n-german@lists.debian.org> angefertigt.

       Beachten Sie, dass diese Ubersetzung Teile enthalten kann, die nicht
       ubersetzt wurden. Dies ist so, damit kein Inhalt verloren geht, wenn
       die Ubersetzung hinter dem Originalinhalt hinterherhangt.

AUTHORS

       Jason Gunthorpe

       APT-Team

NOTES

        1. GraphViz
           http://www.research.att.com/sw/tools/graphviz/

        2. VCG-Werkzeug
           http://rw4.cs.uni-sb.de/users/sander/html/gsvcg1.html

        3. APT-Fehlerseite
           http://bugs.debian.org/src:apt