Provided by: davfs2_1.4.6-1ubuntu3_amd64 bug

BEZEICHNUNG

       mount.davfs - Hängt eine WebDAV-Resource ins Dateisystem ein

ÜBERSICHT

       mount.davfs [-h | --help] [-V | --version]
       mount {dir | webdavserver}

ÜBERSICHT (nur für root)

       mount -t davfs [-o option[,...]] webdavserver dir
       mount.davfs [-o option[,...]] webdavserver dir

BESCHREIBUNG

       mount.davfs  hängt  die  WebDAV-Resource  webdavserver  in das Verzeichnis dir des lokalen
       Dateisystems ein.  WebDAV  (RFC  4918)  ist  eine  HTTP-Erweiterung,  die  die  gemeinsame
       Bearbeitung   von   Web-Resourcen   aus  der  Ferne  erlaubt.  mount.davfs  ist  Teil  des
       davfs2-Packets.

       davfs2 erlaubt es, Dokumente auf einem Webserver mit  Standardanwendungen  zu  bearbeiten,
       die  dafür  keine  WebDAV-Erweiterungen  benötigen.  Z.B.  könnte  eine Web-Site auf einem
       entfernten Webserver mit den gleichen Werkzeugen bearbeitet werden, mit denen sie erstellt
       wurde.   Oder   man  kann  auf  einem  WebDAV-Server  Dokumente  speichern,  die  man  von
       verschiedenen Orten aus bearbeiten will.

       davfs2 unterstützt TLS/SSL (falls die Neon-Bibliothek  es  unterstützt)  und  Verbindungen
       über  einen Proxy. Es wird über das coda oder das fuse Kernel-Dateisystem in das virtuelle
       Dateisystem eingebunden. Derzeit werden CODA_KERNEL_VERSION 3  und  FUSE_KERNEL_VERSION  7
       unterstützt.

       mount.davfs  wird normalerweise durch das mount(8)-Programm aufgerufen, wenn der Parameter
       -t davfs angegeben ist. Nach dem Einhängen läuft es als Hintergrundprozess. Zum  Aushängen
       wird das umount(8)-Programm benutzt.

       webdavserver  ist  die  URL  des  Servers.  Sie  muss mindestens den Host-Namen enthalten.
       Zusätzlich können das Schema, die Portnummer und der Pfad  enthalten  sein.  Für  fehlende
       Komponenten  werden  sinnvolle Standardwerte eingesetzt. Die Pfad-Komponente darf nicht in
       %-kodierter Form sein. Wird die  URL  jedoch  an  der  Kommandozeile  oder  in  die  fstab
       eingegeben, müssen die Escape-Regeln der Shell bzw. der fstab beachtet werden.

       dir ist der Einhängepunkt. Es kann eine absolute oder relative Pfadangabe sein.

       fstab  kann  wie  gewohnt  benutzt  werden, um Dateisysteme anzugeben. Im ersten Feld muss
       anstelle des Gerätes die URL des WebDAV-Servers angegeben werden. Für jeden  Einhängepunkt
       darf es nur einen Eintrag in fstab geben.

OPTIONEN

       -V --version
              Zeige die Version an.

       -h --help
              Zeige einen Hilfe-Text an.

       -o     Eine durch Kommas unterteilte Liste von Optionen. Mögliche Optionen sind:

              [no]auto
                     Kann (nicht) mit mount -a eingehängt werden.
                     Voreinstellung: auto.

              conf=absoluter Pfad
                     Eine   alternative  Benutzer-Konfigurationsdatei  für  den  Fall,  dass  die
                     Standard-Konfigurationsdatei  im  Home-Verzeichnis   des   Benutzers   nicht
                     verwendet werden kann.
                     Voreinstellung: ~/.davfs2/davfs2.conf

              [no]dev
                     In  einem  davfs2-Dateisystem sind grundsätzlich keine Gerätedateien (device
                     special files) möglich. Diese Option ist nur wegen  der  Kompatibilität  mit
                     mount(8) vorhanden und wird immer auf nodev gesetzt.

              dir_mode=mode
                     Standardwert für die Dateirechte von Verzeichnissen in oktaler Schreibweise.
                     s-Bits für den Eigentümer und die Gruppen werden stillschweigend ignoriert.
                     Voreinstellung: wird aus der umask des Benutzers abgeleitet. Wenn ein  r-Bit
                     gesetzt ist, wird auch das entsprechende x-Bit gesetzt.

              [no]exec
                     Die Ausführung von Programm-Dateien ist (nicht) erlaubt
                     Voreinstellung:  exec.  (Bei  einem  normalen  Benutzer  gibt  mount(8)  als
                     Voreinstellung noexec vor.)

              file_mode=mode
                     Standardwert  für  die  Dateirechte  von   normalen   Dateien   in   oktaler
                     Schreibweise.   s-Bits   für   den   Eigentümer   und   die  Gruppen  werden
                     stillschweigend ignoriert.
                     Voreinstellung: wird aus der umask des Benutzers abgeleitet; es werden keine
                     x-Bits gesetzt.

              gid=group
                     Das  Dateisystem gehört zu dieser Gruppe. Es kann die Nummer der Gruppe oder
                     der Name angegeben werden. Der Benutzer, der das Dateisystem einhängt,  muss
                     Mitglied dieser Gruppe sein, es sei denn er ist root.
                     Voreinstellung: die primäre Gruppe des Benutzers.

              [no]_netdev
                     Das  Dateisystem  benötigt  (k)eine  Netzwerkverbindung.  Diese  Information
                     erlaubt es dem Betriebssystem, das Dateisystem  beim  Systemstart  und  beim
                     Herunterfahren des Netzwerks angemessen zu behandeln.
                     Voreinstellung: _netdev

              ro     Das Dateisystem erlaubt nur Lese-Zugriffe.
                     Voreinstellung: rw.

              rw     Auf das Dateisystem kann lesend und schreibend zugegriffen werden.
                     Voreinstellung: rw.

              [no]suid
                     In davfs2-Dateisystemen sind grundsätzlich keine s-Bits für den Besitzer und
                     die Gruppe erlaubt. Die Option ist nur zwecks  Kompatibilität  mit  mount(8)
                     vorhanden und wird immer auf nosuid gesetzt.

              [no]user
                     Erlaube  einem  normalen  Benutzer  (nicht) das Dateisystem einzuhängen. Der
                     Name des Benutzers wird in die mtab geschrieben, damit  er  das  Dateisystem
                     wieder aushängen kann. Die Option user zieht die Optionen noexec, nosuid und
                     nodev nach sich, falls diese nicht explizit  anders  gesetzt  werden.  Diese
                     Option hat nur in der fstab einen Sinn.
                     Voreinstellung: normale Benutzer dürfen nicht mounten.

              users  Wie  user,  aber  jeder Benutzer darf das Dateisystem wieder aushängen. Dies
                     wird im Allgemeinen nicht empfohlen. Auf Systemen ohne mtab-Datei  kann  der
                     Benutzer   bei   Verwendung  der  user-Option  das  Dateisystem  nicht  mehr
                     aushängen. In diesem Fall kann die users-Option sinnvoll sein.
                     Voreinstellung: nur der Benutzer, der das Dateisystem einghängt hat, darf es
                     wieder aushängen.

              uid=user
                     Der Beseitzer des Dateisystems. Kann als numerische Benutzerkennung oder als
                     Name angegeben werden. Nur wenn root das Dateisystem einhängt, darf sie  von
                     der Benutzerkennung des Benutzers abweichen, der das Dateisystem einhängt.
                     Voreinstellung: Kennung des Benutzers.

       username=WebDAV_user
              Dieser  Name  wird zur Anmeldung beim WebDAV-Server benutzt. Die Option ist nur für
              den Gebrauch mit pam_mount gedacht. Wenn sie gesetzt ist, werden  die  Anmaldedaten
              in  der secrets-Datei ignoriert. Das Passwort wird immer von stdin eingelesen, auch
              wenn die Option askauth auf 0 gesetzt ist. Benutze die Option nicht in  der  fstab.
              Der Benutzername ist in der Ausgabe von ps für jedermann sichtbar.
              Voreingestellt: kein username
              Experimentell:  Diese  Option  ist  experimentell  und  wird  möglicherweise wieder
              entfernt. Falls du sie erfolgreich verwendest und behalten  möchtest,  sende  bitte
              einen kurzen Bericht.

SICHERHEITSREGELN

       Um  ein  Dateisystem  einzuhängen,  braucht  mount.davfs  root-Rechte.  Aber  es  ist  ein
       Sicherheitsrisiko, einen Hintergrundprozess, der  mit  dem  Internet  verbunden  ist,  mit
       root-Rechten   laufen   zu   lassen.   Deshalb  ändert  mount.davfs  seine  Benutzer-  und
       Gruppenkennung, wenn es in den Hinterdrund wechselt.

              Wenn mount.davfs von root gestartet wird, läuft es als Benutzer davfs2  und  Gruppe
              davfs2. Dies kann in /etc/davfs2/davfs2.conf geändert werden.

              Wenn   es  von  einem  normalen  Benutzer  gestartet  wird,  läuft  es  mit  dessen
              Benutzerkennung und Gruppe davfs2.

       Da das Dateisystem über eine unsichere Internet-Verbindung angebunden sein kann,  ist  das
       Risiko  erhöht,  dass  darin  Dateien mit schädlichem Inhalt sind. Deshalb hat mount.davfs
       etwas stärkere Einschränkungen als mount(8).

              Die Optionen nosuid und nodev werden  immer  gesetzt;  das  kann  auch  root  nicht
              ändern.

              Damit  normale  Benutzer  ein  Dateisystem  einhängen können, müssen sie der Gruppe
              davfs2 angehören und es muss durch einen Eintrag in der fstab erlaubt werden.

              Wenn ein normaler Benutzer ein Dateisystem einhängt, darf der  Einhängepunkt  nicht
              innerhalb des Home-Verzeichnisses eines anderen Benutzers liegen.

              Wenn  in  der fstab die Optionen uid und/oder gid angegeben sind, kann ein normaler
              Benutzer das Dateisystem nur einhängen, wenn es seine Benutzerkennung ist und  wenn
              er zur angegebenen Gruppe gehört.

       WARNHINWEIS:  Wenn  root durch einen Eintrag in der fstab einem normalen Benutzer erlaubt,
       ein  Dateisystem  einzuhängen,  dann  erlaubt  er  ihm  damit  auch,  die  dazu  gehörigen
       vertraulichen  Zugangsdaten  aus der Datei /etc/davfs2/secrets zu lesen, sowie den nötigen
       privaten Schlüssel des dazu gehörigen Client-Zertifikats. Das sollte man nur tun, wenn man
       diese Informationen dem Benutzer auch direkt geben würde.

URLS UND EINHÄNGEPUNKTE MIT LEERZEICHEN

       Zeichen   mit  Sonderfunktion,  wie  z.B.  das  Leerzeichen,  in  Pfadangaben  sind  Mist.
       Unterschiedliche Programme und Protokolle interpretieren  sie  unterschiedlich  und  haben
       unterschiedliche Escape-Regeln.

       In   der  fstab  müssen  Leerzeichen  durch  den  dreistelligen  oktalen  Zeichencode  mit
       vorangestelltem       Escape-Zeichen        ersetzt        werden.        Also        z.B.
       http://foo.bar/path\040with\040spaces   anstelle   von  http://foo.bar/path  with  spaces.
       Möglicherweise muss auch das #-Zeichen durch \043 ersetzt werden.

       Für die Dateien  davfs2.conf  und  secrets  sind  die  Regeln  im  davfs2.conf(5)-Handbuch
       beschrieben.

       Auf der Kommandozeile müssen die Regeln der Shell beachtet werden.

CACHE

       mount.davfs  versucht  den  Netzwerkverkehr  durch  Verwendung  eines Cache zu verringern.
       Informationen über Verzeichnisse werden im  Hauptspeicher  gehalten  und  heruntergeladene
       Dateien werden auf der Festplatte gespeichert.

       mount.davfs  betrachtet  Informationen  über  Verzeichnisse  und  Dateiattribute  für eine
       (konfigurierbare) Zeit als gültig. Es holt diese Informationen nur dann erneut vom Server,
       wenn  diese  Zeit  abgelaufen ist oder es andere Hinweise hat, dass die Informationen sich
       geändert haben. Wenn jemand anderes auf dem Server eine Datei neu anlegt oder löscht, kann
       es deshalb etwas dauern, bis dies im lokalen Dateisystem sichtbar wird.

       Dies  betrifft  nicht  den  Inhalt von Dateien und die Auflistung von Verzeichnisinhalten.
       Wenn eine Datei geöffnet wird, wird immer  der  Server  nach  einer  evtl.  neuen  Version
       gefragt. Im davfs2.conf(5)-Handbuch finden sich Hinweise, wie dies angepasst werden kann.

SPERREN, VERLORENGEGANGENE ÄNDERUNGEN UND BACKUP-DATEIEN

       Mit  WebDAV  wurden  Sperren  eingefürht  und  mount.davfs  benutzt  diese  standardmäßig.
       Normalerweise verhindern diese, dass zwei Leute gleichzeitig die selbe Datei ändern.  Aber
       nicht immer:

              In   /etc/davfs2/davfs2.conf   oder   ~/.davfs2/davfs2.conf   könnten  die  Sperren
              deaktiviert sein.

              Möglicherweise unterstützt der Server keine  Sperren  (sie  sind  in  WevDAV  nicht
              zwingend vorgeschrieben).

              Durch  eine  schlechte  Netzwerkverbindung  könnte  das rechtzeitige Erneuern einer
              Sperre verhindert werden.

              Ein anderer WebDAV-Client könnte deine Sperre benutzen (das ist nicht schwierig und
              könnte auch aus Versehen geschehen).

       mount.davfs  prüft  deshalb, ob sich eine Datei auf dem Server geändert hat, bevor es eine
       neue Version hochlädt. Wenn es nicht möglich ist,  eine  lokal  geänderte  Datei  auf  den
       Server  hochzuladen,  wird  sie  im Backup-Verzeichnis lost+found gespeichert. Du solltest
       dieses Verzeichnis ab und zu überprüfen und entscheiden, was mit  diesen  Dateien  zu  tun
       ist.

       Manchmal  gibt  ein Client eine Sperre nicht wieder frei. Möglicherweise ist er abgestürzt
       oder die Netzwerkverbindung ist zusammengebrochen. Wenn mount.davfs feststellt, dass  eine
       Datei  auf  dem  Server  gesperrt  ist, prüft es, ob die Sperre vom Benutzer mit Hilfe von
       mount.davfs angelegt  wurde.  In  diesem  Fall  versucht  es,  die  vorhandene  Sperre  zu
       verwenden.  Dies  gelingt  aber  nicht  immer.  Deshalb sollten Server Sperren automatisch
       entfernen, wenn sie vom Client nicht innerhalb einer vorgegebenen Zeit erneuert werden.

       WebDAV erlaubt es auch, Dateien zu  sperren,  die  gar  nicht  existieren  (damit  niemand
       anderes  den  Namen  benutzt,  wenn  ein  Client  eine  neue  Datei  anlegen will). Solche
       gesperrten, nicht existierenden Dateien erscheinen im Dateisystem mit der Größe 0 und  dem
       Änderungsdatum  1970-01-01.  Wenn  Sperren nicht ordnungsgemäß wieder frei gegeben werden,
       kann u.U.  nicht  mehr  auf  die  Datei  zugegriffen  werden.  Mit  Hilfe  von  cadaver(1)
       <http://www.webdav.org/cadaver/> können solche Sperren entfernt werden.

EIGENTÜMER UND DATEIRECHTE

       davfs2   regelt  die  Zugriffskontrolle  durch  Unix-Dateirechte.  Aber  das  Änderen  des
       Eigentümers und der Dateirechte ist nur lokal  wirksam.  Damit  kann  der  Besitzer  eines
       Dateisystems  festlegen,  welche  anderen  lokalen Benutzer auf sein Dateisystem zugreifen
       dürfen.

       Der Server weiß davon nichts. Für ihn gibt es nur den einen  Benutzer  (ausgewiesen  durch
       die  vertraulichen  Zugangsdaten).  Ein anderer WebDAV-Client, der mit dem gleichen Server
       verbunden ist, bekommt von diesen lokalen Änderungen an Eigentümer und Dateirechten nichts
       mit.

       Es   gibt   eine   Ausnahme:   Das  Execute-Bit  für  Dateien  wird  auf  dem  Server  als
       WebDAV-Eigenschaft gespeichert. Mann sollte  dies  eher  als  eine  Information  über  den
       Dateityp  betrachten,  denn  als  ein  Dateirecht. Ob die Datei lokal ausführbar ist, wird
       weiterhin durch die Mount-Optionen und die lokalen Rechte festgelegt.

       Wenn  das  Dateisystem  ausgehängt  wird,  werden  die  Attribute  der  Dateien  im  Cache
       gespeichert,  ebenso  die der übergeordneten Verzeichnisse. Es werden aber keine Attribute
       von Verzeichnissen gespeichert, die keine Dateien enthalten, die im Cache sind.

DATEIEN

       /etc/davfs2/davfs2.conf
              Systemweite Konfigurationsdatei.

       ~/.davfs2/davfs2.conf
              Konfigurationsdatei im Home-Verzeichnis des Benutzers.  Sie  hat  Vorrang  vor  der
              systemweiten  Konfigurationsdatei.  Wenn sie nicht existiert, legt mount.davfs eine
              Vorlage an.

       /etc/davfs2/secrets
              Enthält vertrauliche Zugangsdaten  für  den  WebDAV-Server  und  den  Proxy,  sowie
              Passwörter zur Entschlüsselung von Client-Zertifikaten. Die Datei darf nur Schreib-
              und Leserechte für root haben.

       ~/.davfs2/secrets
              Enthält vertrauliche Zugangsdaten  für  den  WebDAV-Server  und  den  Proxy,  sowie
              Passwörter  zu Entschlüsselung von Client-Zertifikaten. Die Datei darf nur Schreib-
              und Leserechte für den Besitzer haben. Zugangsdaten und Passwörter werden vorrangig
              dieser  Datei  entnommen.  Wenn  keine  gefunden werden, wird die systemweite Datei
              durchsucht. Wenn die Zugangsdaten und Passörter nicht  gefunden  werden,  wird  der
              Benutzer  danach  gefragt  (falls  nicht anders konfiguriert). Wenn die Datei nicht
              existiert, legt mount.davfs eine Vorlage an.

       /etc/davfs2/certs
              Hier können vertrauenswürdige Server-Zertifikate gespeichert werden, die nicht  auf
              normale Weise mit Hilfe der CA-Zertifikate des Systems überprüft werden können. Das
              ist dann sinnvoll, wenn der Server ein selbst gemachtes Zertifikat benutzt. Um  ein
              solches   Zertifikat   zu  benutzen,  muss  dies  in  /etc/davfs2/davfs2.conf  oder
              ~/.davfs2/davfs2.conf konfiguriert werden. Die  Zertifikate  müssen  im  PEM-Format
              vorliegen.
              Vergiss nicht, das Zertifikat selbst zu prüfen.

       ~/.davfs2/certs
              Hier  können vertrauenswürdige Server-Zertifikate gespeichert werden, die nicht auf
              normale Weise mit Hilfe der CA-Zertifikate des Systems überprüft werden können. Das
              ist  dann sinnvoll, wenn der Server ein selbst gemachtes Zertifikat benutzt. Um ein
              solches Zertifikat zu benutzen, muss  dies  in  ~/.davfs2/davfs2.conf  konfiguriert
              werden. Die Zertifikate müssen im PEM-Format vorliegen.
              Vergiss nicht, das Zertifikat selbst zu prüfen.

       /etc/davfs2/certs/private
              Hier  können Client-Zertifikate im PKCS#12-Format gespeichert werden. Die Benutzung
              muss in /etc/davfs2/davfs2.conf oder ~/.davfs2/davfs2.conf konfiguriert werden. Das
              Verzeichnis darf nur Schreib-, Lese- und Ausführungsrecht für root haben.

       ~/.davfs2/certs/private
              Hier  können Client-Zertifikate im PKCS#12-Format gespeichert werden. Die Benutzung
              muss  in  ~/.davfs2/davfs2.conf  konfiguriert  werden.  Das  Verzeichnis  darf  nur
              Schreib-, Lese- und Ausführungsrecht für den Besitzer haben.

       /var/run/mount.davfs
              Hier  speichert  der  Hintergrundprozess  eine  PID-Datei. Das Verzeichnis muss zur
              Gruppe davfs2 gehören; die Gruppe muss Schreibrecht haben und das  Sticky-Bit  muss
              gesetzt  sein  (Dateimodus  1775).  Der  Name  der PID-Datei wird vom Einhängepunkt
              abgeleitet.

       /var/cache/davfs2
              Dieses systemweite  Cache-Verzeichnis  wird  benutzt,  wenn  root  das  Dateisystem
              einhängt. Es muss zur Gruppe davfs2 gehören und die Gruppe muss Lese-, Schreib- und
              Ausfürungsrecht haben. Für jedes Dateisystem wird  ein  Unterverzeichnis  angelegt.
              Der  Name  des  Unterverzeichnisses  wird  aus  der  URL, dem Einhängepunkt und dem
              Benutzernamen gebildet.

       ~/.davfs2/cache
              Cache-Verzeichnis im Home-Verzeichnis des Benutzers. Für jedes Dateisystem wird ein
              Unterverzeichnis angelegt.

       mount.davfs  versucht  fehlende  Verzeichnisse  zu erstellen. Aber es lässt die Pfoten von
       /etc/davfs2.

UMGEBUNGSVARIABLEN

       https_proxy http_proxy all_proxy
              Wenn kein Proxy konfiguriert ist, wird der Wert dieser Umgebungsvariablen  benutzt.
              Der Proxy kann mit und ohne Schema, sowie mit und ohne Port angegeben werden.
              http_proxy=[http://]foo.bar[:3218]
              Wird nur benutzt, wenn der Benutzer root das Dateisystem einhängt.

       no_proxy
              Eine  durch  Kommas  getrennte  Liste  von  Domainnamen, auf die direkt zugegriffen
              werden soll. * passt auf alle Domainnamen. Ein Domainname, der mit  einem  Punkt  .
              beginnt, umfasst auch alle Subdomains.
              Wird nur benutzt, wenn der Benutzer root das Dateisystem einhängt.
              Wird nicht benutzt, wenn der Proxy in /etc/davfs2 festgelegt wird.

BEISPIELE

       Normaler Benutzer (z.B filomena):

       Damit  ein  normaler  Benutzer  ein  Dateisystem  einhängen kann, ist ein Eintrag in fstab
       nötig.
              http://webdav.org/dav /media/dav davfs noauto,user 0 0

       Falls ein Proxy benutzt werden soll, sollte dies in  /etc/davfs2/davfs2.conf  konfiguriert
       werden.
              proxy proxy.mycompany.com:8080

       Die  vertraulichen  Zugangsdaten  für  den Server werden in /home/filomena/.davfs2/secrets
       gespeichert.
              proxy.mycompany.com filomena "my secret"
              /media/dav webdav-username password

       Jetzt kann Benutzerin filomena das Dateisystem einhängen durch
              mount /media/dav

       und dieselbe Benutzerin filomena kann es aushängen durch
              umount /media/dav

       Nur Benutzer root:

       Die  WebDAV-Resource  https://asciigirl.com/webdav   wird   im   Verzeichnis   /mount/site
       eingehängt.  Der  Netzwerkverkehr wird verschlüsselt. Die vertraulichen Zugangsdatenen für
       http://webdav.org/dav werden /etc/davfs2/secrets entnommen. Falls sie  da  nicht  gefunden
       werden, wird der Benutzer gefragt.
              mount   -t   davfs   -o   uid=otto,gid=users,mode=775  https://asciigirl.com/webdav
              /mount/site

       Die WebDAV-Resource http://linux.org.ar/repos wird auf /dav eingehängt.
              mount.davfs -o uid=otto,gid=users,mode=775 http://linux.org.ar/repos/ /dav

FEHLER

       davfs2 unterstützt keine Links.

       Ein davfs2-Dateisystem kann nicht mit mount --move verschoben werden.

AUTOREN

       Dieses Handbuch wurde von Luciano Bello <luciano@linux.org.ar> für die Version  0.2.3  von
       davfs2 in Debian geschrieben.

       Für   spätere   Versionen  wurde  es  von  Werner  Baumann  <werner.baumann@onlinehome.de>
       angepasst.

       davfs2 wurde von Sung Kim <hunkim@gmail.com> entwickelt.

       Version 1.0.0 (und spätere) von  davfs2  sind  eine  vollständige  Neufassung  von  Werner
       Baumann.

ÜBERSETZER

       Das Handbuch wurde von Werner Baumann <werner.baumann@onlinehome.de> übersetzt. 2009-04-27

DAVFS2 HOME

       http://savannah.nongnu.org/projects/davfs2

SIEHE AUCH

       umount.davfs(8), davfs2.conf(5), mount(8), umount(8), fstab(5)