Provided by:
dpkg_1.16.1.2ubuntu7_i386 
NAME
start-stop-daemon - startet und stoppt System-Daemon-Programme
"UBERSICHT
start-stop-daemon [Option...] Befehl
BESCHREIBUNG
start-stop-daemon wird zur Steuerung der Erzeugung und Beendigung von
Prozessen auf Systemebene verwendet. Durch die Verwendung einer der
Abgleich-Optionen kann start-stop-daemon so konfiguriert werden, dass
er existierende Instanzen von einem laufenden Prozess finden kann.
Hinweis: Falls --pidfile nicht angegeben ist, verhalt sich
start-stop-daemon ahnlich zu killall(1). start-stop-daemon wird die
Prozesstabelle nach Prozessen durchsuchen, die auf den Prozessnamen,
uid und/oder gid (falls angegeben) passen. Jeder passende Prozess wird
--start daran hindern, den Daemon zu starten. Allen passenden Prozessen
wird das TERM-Signal (oder das mit --signal oder --retry angegebene)
geschickt, falls --stop angegeben ist. Fur Daemons die langlebige
Kinder haben, die ein --stop uberleben mussen, mussen Sie eine
PID-Datei angeben.
BEFEHLE
-S, --start [--] Argumente
Prufe auf Existenz eines angegebenen Prozesses. Falls ein
solcher Prozess existiert fuhrt start-stop-daemon nichts aus und
beendet sich mit Fehlerstatus 1 (0, falls --oknodo angegeben
wurde). Falls ein solcher Prozess nicht existiert, dann startet
es eine Instanz, entweder unter Verwendung des ausfuhrbaren
Programms, das mittels --exec (oder, falls angegeben, mittels
--startas) spezifiziert wurde. Jedes weitere auf der
Kommandozeile nach -- angegebene Argument wird unverandert an
das zu startende Programm weitergegeben.
-K, --stop
Uberpruft auf die Existenz eines speziellen Prozesses. Falls ein
solcher Prozess existiert, dann sendet start-stop-daemon das
durch --signal angegebene Signal und beendet sich mit
Fehlerstatus 0. Falls kein solcher Prozess existiert, dann
beendet sich start-stop-daemon mit Fehlerstatus 1 (0 falls
--oknodo angegeben ist). Falls --retry angegeben wurde, wird
start-stop-daemon uberprufen, ob der/die Prozess(e) beendet
wurden.
-T, --status
Uberpruft auf die Existenz eines bestimmten Prozesses und
liefert den Exit-Status-Code entsprechend der >>LSB Init Script
Actions<< zuruck.
-H, --help
Zeige Bedienungsinformationen und beendet sich.
-V, --version
Zeige die Programmversion und beendet sich.
ABGLEICH-OPTIONEN
-p, --pidfile pid-Datei
Uberprufe, ob ein Prozess die Datei pid-Datei angelegt hat.
-x, --exec Programm
Uberprufe auf Prozesse die (laut /proc/pid/exe) Instanzen von
diesem Programm sind.
-n, --name Prozessname
Uberprufe (laut /proc/pid/stat) auf Prozesse mit dem Namen
Prozessname.
-u, --user Benutzername|uid
Uberprufe auf Prozesse die dem mit Benutzername oder uid
spezifizierten Benutzer gehoren.
OPTIONEN
-g, --group Gruppe|gid
Wechsle zum Starten des Prozesses zur Gruppe oder gid.
-s, --signal Signal
Mit --stop wird das an den zu beendenden Prozess zu sendende
Signal spezifiziert (standardmaBig TERM).
-R, --retry Zeit"uberschreitung|Plan
Mit --stop spezifiziert, dass start-stop-daemon uberprufen soll,
ob der Prozess (die Prozesse) sich beenden. Es uberpruft
wiederholt, ob passende Prozesse laufen, bis dies nicht mehr der
Fall ist. Falls sich die Prozesse nicht beenden, werden weitere
im >>Plan<< angegebene Aktionen durchgefuhrt.
Falls Zeit"uberschreitung anstelle von Plan spezifiziert wird,
dann wird der Plan
Signal/Zeit"uberschreitung/KILL/Zeit"uberschreitung verwendet,
wobei Signal das mit --signal spezifizierte Signal ist.
Plan ist eine Liste von mindestens zwei durch Schragstriche (/)
getrennten Punkten; jeder Punkt kann aus -Signalnummer oder
[-]Signalname bestehen, was bedeutet, dass dieses Signal
gesendet werden soll, oder aus Zeit"uberschreitung, was bedeutet,
dass soviele Sekunden auf das Beenden von Prozessen gewartet
werden soll, oder aus forever was bedeutet, den Rest des Plans
falls notwendig fur immer zu wiederholen.
Falls das Ende des Plans erreicht wird und forever nicht
spezifiziert wurde, dann beendet sich der start-stop-daemon mit
dem Fehlerstatus 2. Falls ein Plan spezifiziert wurde, dann wird
jedes mit --signal spezifizierte Signal ignoriert.
-a, --startas Pfadname
Mit --start wird der uber Pfadname spezifizierte Prozess
gestartet. Falls nicht angegeben, werden standardmaBig die an
--exec ubergebenen Argumente verwendet.
-t, --test
Gebe die Aktionen aus, die erledigt wurden und setze die
entsprechenden Ruckgabewerte, fuhre aber keine Aktionen durch.
-o, --oknodo
Liefert den Ruckgabewert 0 anstatt 1 falls keine Aktionen
ausgefuhrt wurden (wurden).
-q, --quiet
Gebe keine informativen Meldungen aus, zeige nur Fehlermeldungen
an.
-c , --chuid Benutzername|uid[:Gruppe|gid]
Wechsele vor dem Start des Prozesses zu diesem Benutzername/uid.
Sie konnen durch Anhangen von : auch die Gruppe spezifizieren,
in diesem Fall wird die Gruppe oder gid wie bei dem
>>chown<<-Befehl (Benutzer:Gruppe) angegeben. Falls ein Benutzer
ohne Gruppe angegeben ist, wird die primare GID fur diesen
Benutzer verwandt. Wenn Sie diese Option verwenden, mussen Sie
daran denken, dass die primare und zusatzliche Gruppen auch
gesetzt werden, selbst wenn die Option --group nicht angegeben
wird. Die Option --group ist nur fur Gruppen, in denen der
Benutzer normalerweise kein Mitglied ist (wie das Hinzufugen von
pro-Prozess Gruppenmitgliedschaften fur generische Benutzer wie
nobody).
-r, --chroot Wurzel
Chdir und chroot vor dem Start des Prozesse zu Wurzel. Bitte
beachten Sie, dass die PID-Datei auch nach dem chroot
geschrieben wird.
-d, --chdir Pfad
Chdir vor dem Starten des Prozesses zu Pfad. Dies wird, falls
die -r|--chroot Option gesetzt ist, nach dem chroot
durchgefuhrt. Falls nicht angegeben, wird start-stop-daemon vor
dem Prozess-Start in das Wurzelverzeichnis wechseln.
-b, --background
Typischerweise verwendet fur Programme, die sich nicht
selbstandig ablosen. Diese Option zwingt start-stop-daemon vor
dem Start des Prozesses einen Fork durchzufuhren, und zwingt
diesen dann in den Hintergrund. WARNUNG: start-stop-daemon kann
nicht den Ruckgabewert uberprufen, falls der Prozess aus
irgendeinem Grund nicht startet. Dies ist ein letztes Mittel und
ist nur fur Programme gedacht, bei denen das selbststandige
Forken keinen Sinn ergibt oder wo es nicht sinnvoll ist, den
Code hierfur hinzuzufugen.
-N, --nicelevel Ganzzahl
Dies andert die Prioritat des Prozesses bevor er gestartet wird.
-P, --procsched Strategie:Priorit"at
Dies andert die Prozesssteuerstrategie (>>process scheduler
policy<<) und die Prioritat des Prozesses, bevor dieser
gestartet wird. Die Prioritat kann optional festgelegt werden,
indem ein : gefolgt von einem Wert angegeben wird. Die
Standard-Priorit"at betragt 0. Die derzeit unterstutzten Werte
fur die Strategie lauten other, fifo und rr.
-I, --iosched Klasse:Priorit"at
Dies andert die IO-Steuerklasse (>>IO scheduler class<<) und die
Prioritat des Prozesses, bevor dieser gestartet wird. Die
Prioritat kann optional festgelegt werden, indem ein : gefolgt
von einem Wert angegeben wird. Die Standard-Priorit"at betragt 4,
auBer Klasse lautet idle, dann betragt sie immer 7. Die derzeit
unterstutzten Werte fur die Klasse lauten idle, best-effort und
real-time.
-k, --umask Maske
Dies setzt die umask des Prozesses bevor er gestartet wird.
-m, --make-pidfile
Verwendet, wenn ein Programm gestartet wird, das keine eigene
PID-Datei anlegt. Diese Option sorgt dafur, dass
start-stop-daemon die mit --pidfile referenzierte Datei anlegt
und die PID kurz vor der Ausfuhrung des Prozesse hineinlegt.
Beachten Sie, dass die Datei nicht entfernt wird, wenn das
Programm beendet wird. HINWEIS: Diese Funktion konnte in nicht
allen Fallen funktionieren. Insbesondere wenn das auszufuhrende
Programm sich vom Hauptprozess forkt. Deshalb ist diese Option
normalerweise nur in Kombination mit der Option --background
sinnvoll.
-v, --verbose
Gibt ausfuhrliche informative Meldungen aus.
R"UCKGABEWERT
0 Die angeforderte Aktion wurde durchgefuhrt. Falls --oknodo
angegeben wurde, kann es auch sein, dass nicht durchgefuhrt
wurde. Das kann passieren, wenn --start angegeben wurde und der
passende Prozess bereits lief oder wenn --stop angegeben wurde
und es keinen passenden Prozess gab.
1 Falls --oknodo nicht angegeben war und nichts durchgefuhrt
wurde.
2 Falls --stop und --retry angegeben waren, aber das Ende des
Plans erreicht wurde und die Prozesse noch liefen.
3 Jeder andere Fehler.
Bei der Verwendung des Befehls --status werden die folgenden
Statuscodes zuruckgeliefert:
0 Programm lauft.
1 Programm lauft nicht und die PID-Datei existiert.
3 Programm lauft nicht.
4 Programmstatus kann nicht bestimmt werden.
BEISPIEL
Starte den Daemon food falls noch keiner lauft (ein Prozess mit Namen
food, der als Benutzer food mit PID in food.pid lauft):
start-stop-daemon --start --oknodo --user food --name food --pidfile /var/run/food.pid --startas /usr/sbin/food --chuid food -- --daemon
Schicke SIGTERM an food und warte bis zu funf Sekunden auf sein
Beenden:
start-stop-daemon --stop --oknodo --user food --name food --pidfile /var/run/food.pid --retry 5
Vorfuhrung eines angepassten Plans zum Beenden von food:
start-stop-daemon --stop --oknodo --user food --name food --pidfile /var/run/food.pid --retry=TERM/30/KILL/5
AUTOREN
Marek Michalkiewicz <marekm@i17linuxb.ists.pwr.wroc.pl> basierend auf
einer vorherigen Version von Ian Jackson <ian@chiark.greenend.org.uk>.
Handbuchseite von Klee Dienes <klee@mit.edu>, teilweise von Ian Jackson
umformatiert.
"UBERSETZUNG
Die deutsche Ubersetzung wurde 2004, 2006-2011 von Helge Kreutzmann
<debian@helgefjell.de>, 2007 von Florian Rehnisch <eixman@gmx.de> und
2008 von Sven Joachim <svenjoac@gmx.de> angefertigt. Diese Ubersetzung
ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License
Version 2 oder neuer fur die Kopierbedingungen. Es gibt KEINE HAFTUNG.