Provided by: devscripts_2.17.12ubuntu1_amd64 bug

BEZEICHNUNG

       debuild - baut ein Debian-Paket

ÜBERSICHT

       debuild [Debuild-Optionen] [Dpkg-Buildpackage-Optionen] [--lintian-opts Lintian-Optionen]
       debuild [Debuild-Optionen] -- binary|binary-arch|binary-indep|clean

BESCHREIBUNG

       debuild  creates  all  the  files  necessary for uploading a Debian package. It first runs
       dpkg-buildpackage, then runs lintian on the .changes file created (assuming  that  lintian
       is  installed),  and  finally  signs  the  appropriate  files (using debsign(1) to do this
       instead of dpkg-buildpackage(1) itself; all relevant key-signing options are  passed  on).
       Signing  will  be  skipped  if  the distribution is UNRELEASED, unless dpkg-buildpackage's
       --force-sign option is used. Parameters can be passed to  dpkg-buildpackage  and  lintian,
       where  the  parameters  to  the  latter  are indicated with the --lintian-opts option. The
       allowable options in this case are --lintian and --no-lintian to force or skip the lintian
       step,  respectively.  The  default  is  to  run  lintian.  There  are also various options
       available for setting and preserving environment variables,  as  described  below  in  the
       Environment Variables section. In this method of running debuild, we also save a build log
       to the file ../<package>_<version>_<arch>.build.

       Eine alternative Möglichkeit, debuild zu benutzen, besteht darin, einen oder  mehrere  der
       Parameter  binary,  binary-arch,  binary-indep und clean zu verwenden. In diesem Fall wird
       debuild versuchen, Root-Rechte zu bekommen  und  dann  debian/rules  mit  den  angegebenen
       Parametern   auszuführen.   Um   Root-Rechte   zu   bekommen,   kann   eine  der  Optionen
       --rootcmd=Befehl_um_Root_zu_werden   oder   -rBefehl_um_Root_zu_werden   benutzt   werden.
       Befehl_um_Root_zu_werden  ist  wahrscheinlich  entweder  fakeroot,  sudo  oder super. Eine
       weitere Erörterung dieses Punkts finden Sie nachfolgend. Wieder können  die  Optionen  zum
       Erhalten  der  Umgebung  verwendet werden. In diesem Fall wird debuild außerdem versuchen,
       zuerst dpkg-checkbuilddeps  auszuführen;  dies  kann  explizit  mittels  der  Optionen  -D
       beziehungsweise  -d angefordert oder abgeschaltet werden. Beachten Sie außerdem, dass wenn
       entweder  eine  dieser  beiden  oder  eine  -r-Option  in  der   Konfigurationsdateioption
       DEBUILD_DPKG_BUILDPACKAGE_OPTS  angegeben  wurde,  dies dann sogar in dieser Aufrufmethode
       von debuild erkannt wird.

       debuild liest außerdem, wie nachfolgend beschrieben, die devscripts-Konfigurationsdateien.
       Dies ermöglicht die Angabe von Standardoptionen.

Prüfung von Verzeichnisnamen

       Ebenso  wie  mehrere  andere  Skripte im Paket devscripts wird debuild den Verzeichnisbaum
       emporsteigen, bis es eine debian/changelog-Datei findet.  Als  eine  Schutzmaßnahme  gegen
       verirrte  Dateien,  die potenziell Probleme bereiten, wird es den Namen des übergeordneten
       Verzeichnisses untersuchen, sobald es eine debian/changelog-Datei findet  und  prüfen,  ob
       der  Verzeichnisname  dem  Paketnamen entspricht. Wie dies genau geschieht, wird durch die
       beiden       Konfigurationsdateivariablen        DEVSCRIPTS_CHECK_DIRNAME_LEVEL        und
       DEVSCRIPTS_CHECK_DIRNAME_REGEX    sowie    ihre    entsprechenden    Befehlszeilenoptionen
       --check-dirname-level und --check-dirname-regex geregelt.

       DEVSCRIPTS_CHECK_DIRNAME_LEVEL kann die folgenden Werte annehmen:

       0      prüft den Verzeichnisnamen nie.

       1      prüft den Verzeichnisnamen nur,  falls  in  der  Suche  nach  debian/changelog  das
              Verzeichnis gewechselt werden muss. Dies ist das Standardverhalten.

       2      prüft den Verzeichnisnamen immer.

       Der  Verzeichnisname  wird  geprüft,  indem getestet wird, ob der aktuelle Verzeichnisname
       (wie er durch  pwd(1)  bestimmt  wurde)  zum  regulären  Ausdruck  passt,  der  durch  die
       Konfigurationsdateioption   DEVSCRIPTS_CHECK_DIRNAME_REGEX  oder  die  Befehlszeilenoption
       --check-dirname-regex regulärer_Ausdruck angegeben wurde. Hierbei  ist  regulärer_Ausdruck
       ein  regulärer  Perl-Ausdruck  (siehe  perlre(3perl)),  der  an  den  Anfang  und das Ende
       verankert wird. Falls regulärer_Ausdruck ein »/« enthält, muss er  auf  den  vollständigen
       Verzeichnispfad  passen.  Wenn  nicht, dann muss er auf den vollständigen Verzeichnisnamen
       passen. Falls regulärer_Ausdruck die Zeichenkette »PACKAGE« beinhaltet, wird  diese  durch
       den Namen des Quellpakets ersetzt, wie er aus dem Changelog bestimmt wird. Der vorgegebene
       Wert für den regulären Ausdruck ist: »PACKAGE(-.+)?«, daher entspricht er Verzeichnisnamen
       wie PACKAGE und PACKAGE-Version.

UMGEBUNGSVARIABLEN

       As  environment  variables  can  affect  the building of a package, often unintentionally,
       debuild sanitises the environment by removing all environment variables except  for  TERM,
       HOME,  LOGNAME,  GNUPGHOME,  PGPPATH,  GPG_AGENT_INFO,  GPG_TTY, DBUS_SESSION_BUS_ADDRESS,
       FAKEROOTKEY, DEBEMAIL, DEB_*, the (C, CPP, CXX, LD and F)FLAGS variables and their _APPEND
       counterparts and the locale variables LANG and LC_*. TERM is set to `dumb' if it is unset,
       and PATH is set to "/usr/sbin:/usr/bin:/sbin:/bin:/usr/bin/X11".

       Falls  erforderlich  ist,  dass  eine  bestimmte  Umgebungsvariable  unverändert  an   den
       Bauprozess       durchgeleitet       wird,       kann       dies       mittels       einer
       --preserve-envvar-Umgebungsvariablen angegeben  werden  (dies  kann  auch  als  Option  -e
       Umgebungsvariable geschrieben werden). Die Umgebung kann mittels der Option --preserve-env
       unverändert belassen  werden.  PATH  wird  jedoch  sogar  in  diesem  Fall  auf  den  oben
       beschriebenen   vernünftigen   Wert   gesetzt.  Die  einzige  Möglichkeit,  PATH  vor  dem
       Zurücksetzen zu bewahren, besteht darin,  eine  --preserve-envvar  PATH-Option  anzugeben.
       Seien  Sie  aber  gewarnt,  dass  die  Benutzung von Programmen, die an Nichtstandardorten
       liegen, leicht dazu  führen  kann,  dass  das  Paket  beschädigt  ist,  da  es  nicht  auf
       Standardsystemen gebaut werden kann.

       Beachten  Sie,  dass  Verzeichnisse  mittels  der  Option --prepend-path an den Anfang des
       zurückgesetzten PATH hinzugefügt werden können. Dies ist  nützlich,  wenn  zum  Bauen  die
       Verwendung von Werkzeugen wie ccache oder distcc gewünscht wird.

       Es  ist  außerdem  möglich,  zu  verhindern,  dass  etwas wie FOO=bar debuild -e FOO durch
       Schreiben von debuild -e FOO=bar oder der Langform debuild  --set-envvar  FOO=bar  getippt
       werden muss.

SUPERUSER-ANFORDERUNGEN

       debuild  muss  als Superuser ausgeführt werden, um ordnungsgemäß zu funktionieren. Es gibt
       grundlegend verschiedene Arten, dies  zu  erreichen.  Die  erste  und  bevorzugte  Methode
       besteht  in der Benutzung eines Befehls, um Root-Rechte zu erlangen. Es ist wahrscheinlich
       am besten, fakeroot(1) zu verwenden, da es nicht das Gewähren  echter  Rechte  beinhaltet.
       super(1)  und  sudo(1)  sind weitere Möglichkeiten. Falls keine -r-Option (oder --rootcmd)
       angegeben wurde (und erinnern  Sie  sich  daran,  dass  dpkg-buildpackage  eine  -r-Option
       ebenfalls   akzeptiert)   und  keine  der  folgenden  Methoden  benutzt  wird,  dann  wird
       stillschweigend von -rfakeroot ausgegangen.

       Die zweite Methode besteht darin, etwas wie su(1) zu verwenden, um  Root  zu  werden,  und
       dann alles als Root zu tun. Beachten Sie jedoch, dass lintian abbrechen wird, falls es als
       Root oder Setuid-Root ausgeführt wird; dies  kann  mittels  der  Option  --allow-root  von
       lintian verhindert werden, falls Sie wissen, was Sie tun.

       Die  dritte mögliche Methode ist, dass debuild als Setuid-Root installiert wurde. Dies ist
       nicht die Standardmethode und wird dergestalt vom Systemadministrator  installiert  werden
       müssen.  Es  muss  außerdem  erkannt  werden,  dass  jedermann,  der debuild als Root oder
       Setuid-Root ausführt, vollen Zugriff auf den ganzen Rechner hat. Diese Methode wird  daher
       nicht  empfohlen, wird aber funktionieren. debuild könnte mit den Rechten 4754 installiert
       werden, so dass es nur Mitglieder der besitzenden Gruppe ausführen  können.  Ein  Nachteil
       dieser  Methode  wäre,  dass  andere  Benutzer nicht in der Lage wären, dieses Programm zu
       verwenden. Es gibt viele andere Varianten dieser Option unter Einbeziehung mehrerer Kopien
       von  debuild  oder  der  Verwendung  von  Programmen  wie sudo oder super, um ausgewählten
       Anwendern Root-Rechte zu gewähren. Falls der Systemadministrator dies tun  möchte,  sollte
       er  das Programm dpkg-statoverride benutzen, um die Rechte von /usr/bin/debuild zu ändern.
       Dies wird sicherstellen, dass diese Rechte über Upgrades hinweg erhalten werden.

HOOKS

       debuild supports a number of hooks when running dpkg-buildpackage.  Note  that  the  hooks
       dpkg-buildpackage to lintian (inclusive) are passed through to dpkg-buildpackage using its
       corresponding --hook-name option. The available hooks are as follows:

       dpkg-buildpackage-hook
              wird  ausgeführt  bevor  dpkg-buildpackage   beginnt,   indem   dpkg-checkbuilddeps
              aufgerufen wird.

              Hook is run inside the unpacked source.

              Corresponds to dpkg's init hook.

       clean-hook
              wird  ausgeführt,  bevor  dpkg-buildpackage  debian/rules  clean  ausführt,  um den
              Quellverzeichnisbaum   zu   bereinigen   (wird   sogar   ausgeführt,   falls    der
              Verzeichnisbaum nicht bereinigt wird, da -nc verwendet wird).

              Hook is run inside the unpacked source.

              Corresponds to dpkg's preclean hook.

       dpkg-source-hook
              wird nach dem Bereinigen des Verzeichnisbaums und vor dem Ausführen von dpkg-source
              ausgeführt (wird sogar ausgeführt, falls dpkg-source nicht aufgerufen wird, da  -b,
              -B oder -A benutzt wird).

              Hook is run inside the unpacked source.

              Corresponds to dpkg's source hook.

       dpkg-build-hook
              wird  nach  dpkg-source  und vor dem Aufruf von debian/rules build ausgeführt (wird
              sogar ausgeführt, falls es sich um das  Bauen  eines  reinen  Quellpakets  handelt,
              wodurch debian/rules build nicht aufgerufen wird).

              Hook is run inside the unpacked source.

              Corresponds to dpkg's build hook.

       dpkg-binary-hook
              wird  zwischen  debian/rules build und debian/rules binary(-arch) ausgeführt. Läuft
              nur, falls ein Binärpaket gebaut wird.

              Hook is run inside the unpacked source.

              Corresponds to dpkg's binary hook.

       dpkg-genchanges-hook
              wird nach dem  Bau  eines  Binärpakets  und  vor  dem  Aufruf  von  dpkg-genchanges
              ausgeführt.

              Hook is run inside the unpacked source.

              Corresponds to dpkg's changes hook.

       final-clean-hook
              wird  nach dpkg-genchanges und vor dem abschließenden debian/rules clean ausgeführt
              (wird sogar ausgeführt, falls der Verzeichnisbaum nach dem Baunicht bereinigt wird,
              was Standard ist).

              Hook is run inside the unpacked source.

              Corresponds to dpkg's postclean hook.

       lintian-hook
              wird  (einmal)  vor  dem Aufruf von lintian ausgeführt (wird sogar dann ausgeführt,
              wenn lintian nicht aufgerufen wird).

              Hook is run from parent directory of unpacked source.

              Corresponds to dpkg's check hook.

       signing-hook
              wird nach dem Aufruf von lintian, bevor irgendwelche Signierung erfolgt, ausgeführt
              (wird sogar dann ausgeführt, wenn nichts signiert wird).

              Hook is run from parent directory of unpacked source.

              Corresponds to dpkg's sign hook, but is run by debuild.

       post-dpkg-buildpackage-hook
              wird ausgeführt, nachdem alles beendet ist.

              Hook is run from parent directory of unpacked source.

              Corresponds to dpkg's done hook, but is run by debuild.

       Ein  Hook-Befehl  kann  entweder in der Konfigurationsdatei angegeben werden, zum Beispiel
       DEBUILD_SIGNING_HOOK='foo' (beachten  Sie,  dass  Bindestriche  in  Unterstriche  geändert
       werden!)  oder als eine --signing-hook-foo-Befehlszeilenoption. Der Befehl führt bestimmte
       Prozentzeichenersetzungen durch: %% wird durch ein einzelnes %-Zeichen  ersetzt,  %p  wird
       durch  den  Paketnamen  ersetzt,  %v  durch  die  Versionsnummer  des Pakets, %s durch die
       Versionsnummer der Quelle und %u durch die Versionsnummer der  Originalautoren.  Weder  %s
       noch  %u  werden  eine  Epoche  enthalten.  %a wird 1 sein, falls die unmittelbar folgende
       Aktion ausgeführt wird und 0 falls nicht (zum  Beispiel  wird  %a  im  dpkg-source-Hook  1
       werden,  falls  dpkg-source  ausgeführt  werden  soll und 0 falls nicht). Dann wird es zum
       Erledigen an die Shell gereicht, daher kann es Weiterleitungen und Ähnliches enthalten. Um
       zum  Beispiel  nur  den  dpkg-source-Hook  auszuführen, falls dpkg-source ausgeführt wird,
       könnte der Hook etwas wie »if [ %a -eq 1 ]; then …; fi« sein.

       Bitte seien Sie mit Hooks vorsichtig, da ihre falsche Verwendung zu Paketen  führen  kann,
       die  nicht  aus  der  Quelle  gebaut  werden können (FTBFS/fail to build from source). Sie
       können nützlich sein, um Momentaufnahmen von Dingen aufzuzeichnen oder dergleichen.

OPTIONEN

       Einzelheiten finden Sie oben.

       --no-conf, --noconf
              keine Konfigurationsdateien lesen, Dies kann nur als  erste  auf  der  Befehlszeile
              angegebene Option benutzt werden.

       --rootcmd=Befehl-zum-Erlangen-von-Root-Rechten, -rBefehl-zum-Erlangen-von-Root-Rechten
              Befehl zum Erlangen von Root- (oder Fake-Root-)Rechten

       --preserve-env
              bereinigt die Umgebung nicht, ausgenommen PATH.

       --preserve-envvar=Variable, -eVariable
              entfernt die Variable Variable nicht aus der Umgebung.

              Falls Variable mit einem Stern (»*«) endet, dann werden alle Variablen, deren Namen
              zum Teil von Variable vor dem Stern passen, erhalten.

       --set-envvar=Variable=Wert, -eVariable=Wert
              setzt die Umgebungsvariable Variable auf  Wert  und  entfernt  sie  nicht  aus  der
              Umgebung.

       --prepend-path=Wert
              Sobald der normalisierte PATH gesetzt ist, wird ihm Wert vorangestellt.

       --lintian
              führt  lintian  nach  dpkg-buildpackage  aus.  Dies  ist  das Standardverhalten und
              verkehrt alle Konfigurationsdateidirektiven ins Gegenteil.

       --no-lintian
              führt lintian nicht nach dpkg-buildpackage aus.

       --no-tgz-check
              prüft nicht einmal, falls dpkg-buildpackage ausgeführt wird und die  Versionsnummer
              eine  Debian-Revision  hat,  ob  die  .orig.tar.gz-Datei oder das .orig-Verzeichnis
              existiert, bevor das Bauen gestartet wird.

       --tgz-check
              prüft,  falls  dpkg-buildpackage  ausgeführt  wird  und  die  Versionsnummer   eine
              Debian-Revision   hat,   ob   die  .orig.tar.gz-Datei  oder  das  .orig-Verzeichnis
              existiert, bevor das Bauen gestartet wird. Dies ist das Standardverhalten.

       --username Benutzername
              verwendet beim Signieren debrsign  anstelle  von  debsign.  Benutzername  gibt  die
              Legitimation an, die verwendet werden soll.

       --foo-hook=Hook
              setzt  einen  Hook,  wie  oben  beschrieben. Falls Hook leer ist, entfernt dies den
              Hook.

       --clear-hooks
              bereinigt  alle  Hooks.  Sie  können  später  durch  Befehlszeilenoptionen   wieder
              eingesetzt werden.

       --check-dirname-level N
              Die  Erklärung  dieser  Option  finden  Sie im vorhergehenden Abschnitt Prüfung von
              Verzeichnisnamen.

       --check-dirname-regex regulärer_Ausdruck
              Die Erklärung dieser Option finden Sie  im  vorhergehenden  Abschnitt  Prüfung  von
              Verzeichnisnamen.

       -d     führt nicht dpkg-checkbuilddeps aus, um Bauabhängigkeiten zu prüfen.

       -D     führt dpkg-checkbuilddeps aus, um Bauabhängigkeiten zu prüfen.

KONFIGURATIONSVARIABLEN

       Die  beiden Konfigurationsdateien /etc/devscripts.conf und ~/.devscripts werden durch eine
       Shell  in  dieser  Reihenfolge   eingelesen,   um   Konfigurationsvariablen   zu   setzen.
       Befehlszeilenoptionen       können       benutzt      werden,      um      einige      der
       Konfigurationsdateieinstellungen außer  Kraft  zu  setzen,  andernfalls  kann  die  Option
       --no-conf  benutzt  werden,  um  das  Lesen dieser Dateien zu vermeiden. Einstellungen aus
       Umgebungsvariablen werden ignoriert, wenn diese Konfigurationsdateien gelesen werden.  Die
       derzeit erkannten Variablen sind:

       DEBUILD_PRESERVE_ENV
              Falls  dies  auf  yes  gesetzt  ist,  ist  es so, als ob der Befehlszeilenparameter
              --preserve-env benutzt würde.

       DEBUILD_PRESERVE_ENVVARS
              die Umgebungsvariablen, die erhalten werden sollen. Dies sollte eine  durch  Kommas
              getrennte   Variablenliste   sein.   Dies   entspricht   der   Verwendung  mehrerer
              --preserve-envvar- oder -e-Optionen.

       DEBUILD_SET_ENVVAR_Variable=Wert
              Dies entspricht --set-envvar=Variable=Wert.

       DEBUILD_PREPEND_PATH
              Dies entspricht --prepend-path.

       DEBUILD_ROOTCMD
              Diese Variable auf Programm zu setzen ist die Entsprechung von -rProgramm.

       DEBUILD_TGZ_CHECK
              Diese  Variable  auf  no  zu  setzen  ist  dasselbe  wie  die   Befehlszeilenoption
              --no-tgz-check.

       DEBUILD_SIGNING_USERNAME
              Das  Setzen  dieser  Variable  entspricht  der  Benutzung  der  Befehlszeilenoption
              --username.

       DEBUILD_DPKG_BUILDPACKAGE_OPTS
              Diese Optionen werden an den Aufruf von dpkg-buildpackage weitergegeben werden. Sie
              werden  vor  allen  anderen  Befehlszeilenoptionen übergeben. Falls eine Option ein
              Leerzeichen enthalten soll, muss durch  Verwendung  zusätzlicher  Anführungszeichen
              verhindert  werden,  dass  die  Shell die Option in mehrere trennt. Um zum Beispiel
              sicherzustellen,  dass  immer  (auch  beim  Sponsern)  Ihr  eigener   GPG-Schlüssel
              verwendet wird, kann die Konfigurationsdatei folgende Zeile enthalten:

              DEBUILD_DPKG_BUILDPACKAGE_OPTS="-k'Julian Gilbey <jdg@debian.org>' -sa"

              die  genau  zwei Optionen angibt. Ohne die zusätzlichen einfachen Anführungszeichen
              würde dpkg-buildpackage berechtigterweise beklagen,  dass  Gilbey  eine  unbekannte
              Option ist (es beginnt nicht mit einem --Zeichen).

              Falls  diese  Option  eine  -r-, -d- oder -D-Option enthält, wird diese immer durch
              debuild mitberücksichtigt. Beachten Sie, dass eine -r-Option in dieser Variable die
              Einstellung DEBUILD_ROOTCMD außer Kraft setzt.

       DEBUILD_FOO_HOOK
              die   Hook-Variable   für   den  Hook  foo.  Weitere  Einzelheiten  finden  Sie  im
              vorhergehenden Abschnitt über Hooks. Standardmäßig ist sie leer.

       DEBUILD_LINTIAN
              Soll lintian ausgeführt werden? Falls dies auf no gesetzt ist,  dann  wird  lintian
              nicht ausgeführt.

       DEBUILD_LINTIAN_OPTS
              Dies  sind  Optionen,  die  an  den Aufruf von lintian übergeben werden sollen. Sie
              werden  vor  jeder  anderen  Befehlszeilenoption  angegeben.  Diese  Variable  wird
              verwendet, wie bei der Variablen DEBUILD_DPKG_BUILDPACKAGE_OPTS beschrieben.

       DEVSCRIPTS_CHECK_DIRNAME_LEVEL, DEVSCRIPTS_CHECK_DIRNAME_REGEX
              Die  Erklärung  dieser Variablen finden Sie im vorhergehenden Abschnitt Prüfung von
              Verzeichnisnamen. Beachten Sie, dass dies paketweite  Konfigurationsvariablen  sind
              und daher alle devscripts-Skripte beeinflussen, die ihren Wert prüfen. Dies wird in
              ihren jeweiligen Handbuchseiten und in devscripts.conf(5) beschrieben.

BEISPIELE

       Um Ihr eigenes Paket zu bauen, führen Sie einfach debuild aus dem Quellen-Verzeichnis aus.
       dpkg-buildpackage(1)-Optionen können auf der Befehlszeile übergeben werden.

       Die  typischen  Befehlszeilenoptionen,  um  nur  die  binären  Pakete  zu  bauen, ohne die
       .changes-Datei (oder die nicht existierende .dsc-Datei) zu signieren:

              debuild -i -us -uc -b

       Ändern Sie das -b in -S, um nur ein Quellpaket zu bauen.

       Ein Beispiel, das lintian verwendet, um die erzeugten Pakete zu testen,  und  diesem  eine
       Option mitgibt:

              debuild --lintian-opts -i

       Beachten  Sie  hier die Reihenfolge der Optionen: Zuerst kommen die debuild-Optionen, dann
       die von dpkg-buildpackage, dann  am  Ende  die  Prüferoptionen.  (Und  standardmäßig  wird
       lintian   aufgerufen.)   Falls   Sie   feststellen,   dass   Sie   wiederholt  die  selben
       dpkg-buildpackage-Optionen   benutzen,   sollten   Sie    in    Betracht    ziehen,    die
       Konfigurationsdateioption    DEBUILD_DPKG_BUILDPACKAGE_OPTS    zu   benutzen,   wie   oben
       beschrieben.

       Um ein Paket für ein sponserndes  Hochladen  zu  bauen,  wobei  foobar_1.0-1.dsc  und  die
       jeweilige Quelldatei gegeben sind, führen Sie Befehle wie die folgenden aus:

              dpkg-source -x foobar_1.0-1.dsc
              cd foobar-1.0
              debuild -k0x12345678

       wobei  0x12345678 durch Ihre GPG-Schlüsselkennung oder andere Schlüsselbezeichner wie Ihre
       E-Mail-Adresse ersetzt wird. Außerdem  können  Sie  wieder  die  Konfigurationsdateioption
       DEBUILD_DPKG_BUILDPACKAGE_OPTS  wie  oben beschrieben verwenden, um zu vermeiden, dass Sie
       die Option -k jedes Mal tippen müssen, wenn Sie ein gesonsortes Hochladen durchführen.

SIEHE AUCH

       chmod(1),   debsign(1),   dpkg-buildpackage(1),    dpkg-checkbuilddeps(1),    fakeroot(1),
       lintian(1), su(1), sudo(1), super(1), devscripts.conf(5), dpkg-statoverride(8)

AUTOR

       Das  ursprüngliche  debuild-Programm  wurde  von  Christoph  Lameter <clameter@debian.org>
       geschrieben. Die aktuelle Version wurde von Julian Gilbey <jdg@debian.org> verfasst.

ÜBERSETZUNG

       Diese Übersetzung wurde mit dem Werkzeug po4a <URL:https://po4a.alioth.debian.org/>  durch
       Chris  Leick c.leick@vollbio.de im Juli 2012 erstellt und vom deutschen Debian-Übersetzer-
       Team korrekturgelesen. Bitte melden Sie alle Fehler in  der  Übersetzung  an  debian-l10n-
       german@lists.debian.org oder als Fehlerbericht an das Paket devscripts. Sie können mit dem
       folgenden   Befehl   das   englische   Original   anzeigen    »man    -L    C    Abschnitt
       deutsche_Handbuchseite«.